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Wertpapierhandel: Die häufigsten Kostenfallen und wie Sie sie umgehen

Wie viel Sie unterm Strich mit Ihren Geldanlagen verdienen, hängt nicht allein von Kursgewinnen, Dividenden, Zinsen und sonstigen Kapitalerträgen ab. Maßgeblich ist auch die Frage, wie viel Geld Sie für erbrachte Leistungen an die Depotbank zahlen.

Im Folgenden sehen Sie, welche Kosten üblicherweise besonders stark zu Buche schlagen und was Sie tun können, um diese zu reduzieren oder zu vermeiden.

Depotgebühren: Meist vermeidbar

Depotgebühren verlangt nicht jeder Broker, viele Filialbanken allerdingst tun es. Manche erheben eine Pauschalgebühr pro Jahr. Andere beanspruchen stattdessen oder zusätzlich einen bestimmten Anteil vom Depotwert, z. B. 0,1% pro Jahr (bei einem Depotwert von 50.000 € sind das immerhin 50 € pro Jahr).

Sie können also Hunderte von Euros sparen, indem Sie zu einer Online-Depotbank wechseln (auch Direkt-Broker genannt). Die meisten Direkt-Broker verlangen mittlerweile keine Gebühren für die Depotführung mehr (z. B. CortalConsors, DAB Bank, Comdirect, ING-DiBa, Flatex, Maxblue).

Wertpapierorders: Wer häufig ordert, sollte auf die Preise achten

Geben Sie monatlich mehrere Orders auf? Dann sind die Transaktionsgebühren für Wertpapierorders für Sie von Belang. Die Unterschiede zwischen den depotführenden Banken sind hier riesengroß. Dazu einige Beispiele:

  • Einige Broker verlangen für jede Order ein variables Entgelt, das vom Kurswert der Order abhängt (z. B. Maxblue und ING-DiBa: 0,25% vom Kurswert). Meist gibt es ein Mindestentgelt pro Order (bei Maxblue sind das 7,90 €, bei der ING-DiBa 9,90 €).
  • Andere Broker verlangen einen fixen Sockelbetrag plus ein variables Entgelt, das vom Kurswert der Order abhängt. Beispiele: Comdirect verlangt pro Transaktion einen Sockelbetrag von 4,90 € und zusätzlich 0,25% des Ordervolumens (Mindestentgelt pro Order: 9,90 € Höchstentgelt: 59,90 €). Die DAB Bank verlangt einen Sockelbetrag von 4,95 €. Dazu kommt ein variables Entgelt von 0,25% des Ordervolumens (Mindestentgelt Aktien: 4,95 €, Höchstentgelt: 29,95 €, bei Nicht- Aktien gelten andere Preise). Im variablen Entgelt enthalten sind übrigens die Börsenprovisionen, die die ausführende Börse erhält.
  • Einige wenige Broker (z. B. Flatex, Aktionärsbank) bieten für Wertpapierorders eine Flatrate, also einen Festpreis, an, der unabhängig von der Höhe der Transaktion ist. Meist sind diese Angebote aber an den Direkthandel als Handelsplatz gebunden. Hier heißt es: Aufgepasst!

Zusätzliche Kosten kommen bei einer Orderaufgabe per Telefon oder Fax auf Sie zu. Fast alle Direkt-Broker verlangen dafür rund 10 €. Diese Gebühr lässt sich jedoch ganz einfach vermeiden, indem Sie Ihre Wertpapierorders im Internet selbst eingeben.

Kosten für Orderänderungen und -streichungen

Aufpassen sollten Sie bei Orders, deren Ausführung an eine Bedingung geknüpft ist. Das ist etwa der Fall bei

  • Stop-Loss-Orders: Hier wird ein Wertpapier nur verkauft, wenn es eine von Ihnen definierte Kursmarke (Stop-Loss-Limit) berührt oder unterschreitet.

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  • Stop-Buy-Orders: Hier wird ein Wertpapier nur gekauft, wenn es eine von Ihnen definierte Kursmarke (Stop-Buy-Limit) berührt oder überschreitet.
  • limitierten Orders: Hier geben Sie als Limit einen Höchstpreis ein, den Sie bei Kauf maximal zahlen und bei Verkauf mindestens erzielen wollen. Hier droht eine Kostenfalle vor allem bei Limits, die weit vom aktuellen Kurs entfernt sind.

Solche Orders bleiben oft lange unausgeführt im Orderbuch stehen. Dafür verlangten viele Depotbanken früher ein monatliches Entgelt (z. B. 2,50 € pro Order und Monat). Inzwischen aber sind die Broker dazu übergegangen, eine Order nicht mehr in Rechnung zu stellen, solange sie nicht ausgeführt ist.

Trotzdem droht hier noch eine Kostenfalle: Die Änderung oder Streichung einer Order kostet bei manchen Brokern Geld. So z. B. bei der Deutsche-Bank-Tochter Maxblue. Dort schlägt jede Orderänderung oder -streichung mit 4,90 € zu Buche.

Wenn Sie also häufiger Orders ändern oder streichen wollen, suchen Sie sich einen Broker aus, der dies kostenlos anbietet. Beispiele dafür sind nach aktuellem Stand DAB Bank, Comdirect, Cortal Consors, ING-DiBa und Flatex. Auf Dauer fahren Sie damit günstiger.

Fondskauf: Ausgabeaufschlag vermeiden

Beim Fondskauf droht eine Gefahr, über die sich die wenigsten Anleger im Klaren sind. Voreingestellt in der Ordermaske ist nämlich meistens der Handelsplatz „KAG“ („Kapitalanlagegesellschaft“).

Damit ist ein Kauf direkt bei der Fondsgesellschaft gemeint. Diese aber verlangt meistens eine Kaufgebühr, die sich „Ausgabeaufschlag“ nennt und bis zu 5,5% des Auftragswerts beträgt (bei einer Order von 1.000 € sind das immerhin 55 €). Diese Gebühr können Sie sich sparen. Sie haben dazu 3 verschiedene Möglichkeiten:

  • Bei beliebten Publikumsfonds gibt es oft Sonderangebote, die mit einzelnen Brokern vereinbart sind. Heißt es dort „Kauf ohne Aufgabeaufschlag“, eröffnen Sie ein Depot beim betreffenden Broker und kaufen den gewünschten Fonds dort über den Handelsplatz „KAG“.
  • Es gibt spezialisierte Fondsvermittler, die den Kauf vieler Fonds ebenfalls ohne oder mit vergünstigtem Ausgabeaufschlag ermöglichen. Sie finden diese Vermittler beispielsweise, wenn Sie die Begriffe „AVL-Investmentfonds“, „Fondsclever“, „Fondsdiscount“ oder „Fondsvermittlung24“ in Google eingeben. Über den Umweg dieser Fondsvermittler eröffnen Sie dann ein Depot bei einem Broker. Damit haben Sie Zugriff auf viele verschiedene Fonds, die Sie mit Rabatt oder ganz ohne Ausgabeaufschlag erhalten.
  • Fondsanteile können Sie auch über eine Börse kaufen. Statt des Ausgabeaufschlags fällt dann nur der Spread an, der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Dieser liegt in der Regel bei maximal 1,5% des Orderwertes. Auch so sparen Sie sich den meist deutlich höheren Ausgabeaufschlag.

Ordergebühren bei Fonds- und ETF-Sparplänen

Fonds- und ETF-Sparpläne sind eine feine Sache, weil sie regelmäßiges Sparen über den Ankauf von Fondsanteilen ermöglichen. Allerdings gilt diese Aussage nur unter der Bedingung, dass sich die Gebühren für die in regelmäßigen Abständen getätigten Fondskäufe in Grenzen halten.

Manche Broker langen hier aber ordentlich zu. So nimmt beispielsweise die DAB Bank pro Ausführung 2,50 € plus 0,25% vom Ordervolumen. Bei Maxblue sind es sogar 2,50 € plus 0,4% vom Ordervolumen.

So kommt für eine Sparrate von 50 € leicht eine Gebühr von über 2,63 € (DAB Bank) bzw. 2,70 € (Maxblue) zustande. Das sind 5,3 bzw. 5,4% der Sparrate. Auch hier können Sie Geld sparen, indem Sie Ihren Sparplan über einen spezialisierten Fondsvermittler einrichten.

Alternative: Sie erhöhen die einzelnen Sparraten und setzen zugleich die Kauffrequenz herab. Das heißt, Sie ordern z. B. einmal pro Quartal für 150 € anstatt monatlich für 50 €.

Transaktionsgebühren für Auslandsdividenden

Wer Auslandsaktien hat, sollte prüfen, ob die Dividendengutschrift kostenfrei erfolgt. Bei manchen Brokern ist das nicht der Fall. Hier werden jedes Mal Entgelte für einen Kapitaltransfer aus dem Ausland erhoben (Beispiel: Flatex: 1,50 € bis 5,00 €, je nach Höhe der Dividende).

Um diese Gebühr zu vermeiden, sollten Sie für ausländische Aktien gegebenenfalls ein separates Depot bei einem anderen Broker eröffnen, der für die Gutschrift von Auslandsdividenden keine Gebühren erhebt.

Entgelte für HV-Eintrittskarten und Papierbelege

Auch die Karten für die Hauptversammlung lassen sich manche Broker gut bezahlen (z. B. Flatex 5,95 € pro Ticket). Sollten Sie häufig Hauptversammlungen besuchen, lohnt es sich, Ihr Depot bei einem Broker zu führen, der diesen Service kostenfrei anbietet (z. B. DAB Bank). Dokumente, die Sie per Post beziehen, kosten fast immer Geld.

Oft berechnen die Broker 10 € oder 20 € pro postalisch zugestellten Nachweis (z. B. Erträgnisaufstellung, Jahressteuerbescheinigung). Diese Gebühren lassen sich vermeiden, indem Sie die postalische Zusendung ausschalten. Die Dokumente gehen Ihnen trotzdem nicht verloren: Nach dem Einloggen in Ihr Depot können Sie sie im Dokumentenarchiv Ihres Brokers abrufen und ausdrucken.

 

 

Checkliste: So reduzieren Sie die Kosten beim WertpapierhandelGeprüft
Bevorzugen Sie Broker, bei denen die Depotführung dauerhaft kostenfrei und nicht an Bedingungen (Depot-Mindestwert, Mindestanzahl von Orders pro Quartal) geknüpft ist.
Vertrauen Sie nicht blind auf Werbeaussagen und von Brokern veröffentlichte Kostenvergleiche. Welcher Broker für Sie am günstigsten ist, hängt davon ab, wie Sie sich als Depotinhaber verhalten.
Prüfen Sie Ihr Nutzungsverhalten als Anleger, etwa anhand der Kontoauszüge Ihres Verrechnungskontos, das zum bereits vorhandenen Depot gehört: Welche Gebühren hat Ihnen Ihre Depotbank in der Vergangenheit in Rechnung gestellt? Welche Leistungen und Services (z. B. Orderaufgabe, HV-Kartenbestellung) haben Sie besonders häufig in Anspruch genommen? Welche sollten daher besonders günstig oder kostenfrei sein?
Vergleichen Sie die Preis- und Leistungsverzeichnisse der verschiedenen Broker und achten Sie dabei besonders auf Ihre bevorzugten Leistungen und Services. Gängige Broker sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Cortal Consors, Comdirect, DAB Bank, INGDiBa, OnVista Bank, Maxblue, Flatex.
Richten Sie für Fondskäufe und Fondssparpläne ein separates Depot über einen der günstigen Fondsvermittler ein. Das erspart Ihnen häufig den Ausgabeaufschlag. Zudem erhalten Sie dort – vor allem bei Sparplänen – günstigere Ordergebühren. Fondsvermittler sind beispielsweise AVL Investmentfonds, Fondsclever, Fondsdiscount oder Fondsvermittlung24. Drucken Sie wichtige Dokumente (Erträgnisaufstellung,
Drucken Sie wichtige Dokumente (Erträgnisaufstellung, Jahressteuerbescheinigung) im Online-Archiv Ihres Depots regelmäßig aus. Das spart Ihnen die teure Anforderung per Post. Beachten Sie: Die Verfügbarkeit im Online-Archiv endet oft schon nach einem halben Jahr oder einem Jahr. Warten Sie also nicht zu lange mit dem Ausdruck der benötigten Nachweise.

 

10. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.