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Wie sich mit Basiswerten spekulieren lässt

Gleich ob Aktien, Rohstoffe, Devisen oder ganze Indizes, nach dem Prinzip von Termingeschäften kann man mit Optionen auf die Entwicklung von Basiswerten spekulieren.

Das Praktische: Bei ungewünschter Entwicklung besteht kein Ausübungszwang. Genauso funktionieren Optionsscheine. Ihr Vorteil: Über Banken und Broker sind sie leichter zugänglich.

Bezugsverhältnis macht Optionsscheine günstig

Hinzu kommt das Bezugsverhältnis, das Optionsscheine interessant macht. Sie können auch in kleinen Mengen gekauft und verkauft werden, was einen problemlosen Handel ermöglicht. Bezugsverhältnis bedeutet: Optionsscheine beziehen sich nur auf bestimmte Einheiten des Basiswerts. Mit Call-Optionsscheinen können die gekauft, mit Put-Optionsscheinen verkauft werden.

Ein Optionsschein berechtigt also zum Kauf bzw. Verkauf von Bruchteilen einer Aktie oder eines Index. Mit zerstückelten Basiswerten ist die Spekulation zum kleinen Preis möglich. Bei ganzen Indizes mit 30 oder 100 Titeln und mehr wäre der komplette Bezug aller Papiere ohnehin nicht darstellbar.

Wie viele Einheiten ein Optionsschein umfasst, darüber gibt das Bezugsverhältnis Auskunft – Beispiel Call-Optionsschein zum Kauf einer Aktie: Ein Bezugsverhältnis von 1 bedeutet, dass man ihn auf genau eine Aktie kaufen kann, und zwar zum vorab vereinbarten Basispreis und nach Ende der Laufzeit.


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Hat sie sich bis dahin gut entwickelt, profitiert man von der Preisdifferenz. In der Regel wird das Geschäft über einen Barausgleich abgewickelt. Die Aktie oder andere Basiswerte werden dann nicht direkt geliefert, sondern einfach die Preisdifferenz aufs eigene Konto gutgeschrieben.

Eine Zehntel-Aktie für einen Optionsschein

Natürlich ist der Gewinn entsprechend geringer, wenn sich der Optionsschein nur auf ein Zehntel oder Hundertstel des Basiswerts bezieht. Im ersten Fall ist das Bezugsverhältnis 0,1, im zweiten Fall 0,01. Umgekehrt betrachtet wären für einen kompletten, unzerstückelten Basiswert 10 bzw. 100 Optionsscheine nötig.

Beträgt etwa das Bezugsverhältnis 0,1 und der Basispreis für eine Aktie 25 €, würden 0,5 € gutgeschrieben, wenn das Papier am Laufzeitende bei 30 € notiert – also ein Zehntel der Preisdifferenz.

Gewinnschwelle im Auge behalten

Doch das ist nur ein Teil der Betrachtung. Ein kleines Bezugsverhältnis macht Optionsscheine zwar günstig, doch wer Gewinn machen will, muss auch den Preis für den Optionsschein einbeziehen. Um mindestens diesen Wert muss also die Aktie zulegen zulegen. Je kleiner das Bezugsverhältnis ist, desto stärker wirkt sich der Optionsscheinkurs auf die Gewinnschwelle aus, die man erreichen muss.

Das wird an folgenden fiktiven Größen deutlich: Bei einem Basispreis bzw. Bezugskurs von 1.000, einem Optionsscheinkurs von 2 und einem Bezugsverhältnis von 1 liegt die Gewinnschwelle bei 1.002. Beträgt das Bezugsverhältnis 0,1, liegt die Schwelle bei 1.020. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,01 sogar bei 1.200.

Interessanter ist dabei ein anderer Blickwinkel: Mit steigendem Basiswert legt beim geringeren Bezugsverhältnis der Optionsscheinkurs prozentual mehr zu. Notiert der über dem Preis, den man für den Optionsschein vereinbart hat, kann man ihn mit Gewinn verkaufen.

Der Hebeleffekt macht´s

Der hauptsächliche Anreiz, Optionsscheine zu kaufen, ist der Hebeleffekt, den das Bezugsverhältnis entfaltet. Um vom Basiswert zu profitieren, muss nur ein Bruchteil des Geldes eingesetzt werden, das für ihn nötig wäre. Der Hebel errechnet sich, indem man den Basiswertkurs mit dem Bezugsverhältnis multipliziert und durch den Optionsscheinkurs teilt. Ein Hebel von beispielsweise 6 bedeutet, dass sich der Wert des Optionsscheins 6 Mal stärker bewegt als der Basiswert.

Somit lassen sich mit niedrigen Summen hohe Renditen erzielen. Wenn aber der Kurs sich schlechter entwickelt als erhofft, entfaltet sich dieselbe Wirkung ins Negative. Der Kurs des Optionsscheins fällt stärker ab als der Kurs des Basiswerts.

Vorteilhaft ist wiederum, dass man im Vergleich zu einem Direktinvestment nicht von der Liquidität im Markt angewiesen ist. Die Emittenten, die Optionsscheine herausgeben, stellen fortlaufend Kurse für ihre eigenen Papiere. Das allerdings ist ein Nachteil gegenüber echten Optionen, bei denen man nicht von Emittenten abhängt. Hier entscheidet der Markt über Angebot und Nachfrage über den Kurs.

30. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.