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Terminbörse: Wie funktionieren Termingeschäfte?

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • An einer Terminbörse werden sogenannte Termingeschäfte getätigt
  • Die Marktteilnehmer sorgen dafür, dass beim Terminhandel Angebot und Nachfrage zusammentreffen
  • Terminkontrakte sind entweder ausschließlich mit Rechten oder zusätzlich mit Pflichten belegt, wie es bei Futures der Fall ist
  • Die weltweit größte Terminbörse nach Handelsvolumen ist die Chicago Mercantile Exchange (CME)

Die Terminbörse wird alternativ oftmals als Warenterminbörse bezeichnet. Am Terminmarkt werden sogenannte Warenterminprodukte gehandelt. Anleger haben auf diese Art und Weise die Möglichkeit, sowohl auf fallende als auch auf steigende Kurse der Basiswerte zu spekulieren.

In unserem Beitrag erfahren Sie, worum es sich bei einer Terminbörse bzw. bei Derivatebörsen handelt. Ferner gehen wir darauf ein, wie Termingeschäfte funktionieren, was gehandelt wird, welches bedeutende Terminbörsen es gibt und worin sowohl Vor- als auch Nachteile im Zusammenhang mit dem Terminhandel bestehen.

Was ist eine Terminbörse?

Die Terminbörse ist ein Marktplatz, auf dem Warentermingeschäfte getätigt und ausgeführt werden. Über die Terminbörsen haben Sie die Möglichkeit, Warentermingeschäfte abzuschließen. Die generelle Aufgabe einer Terminbörse ist die gleiche wie die aller anderen Börsen und Marktplätze ebenso, nämlich Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Auf dieser Basis werden dann die einzelnen Termingeschäfte am Terminmarkt getätigt.

Im Zuge der jeweiligen Terminkontrakte erwerben Sie entweder lediglich ein Recht oder gegen zusätzlich eine Pflicht, zum Beispiel eine bestimmte Ware als Käufer entgegenzunehmen sowie als Verkäufer zu liefern. Sie als Privatperson können allerdings nicht direkt an den Derivatebörsen handeln. Stattdessen sind es in erster Linie Banken und Broker als Marktteilnehmer, denen Sie einen Auftrag zum Handel an der Terminbörse erteilen können.

Wie funktionieren Terminbörsen?

Zunächst funktionieren Terminbörsen so, dass dort Aufträge in Form der Nachfrage und eines Angebotes gesammelt werden. Vorher werden die entsprechenden Terminkontrakte standardisiert, und zwar auf Grundlage bestimmter Parameter. Das sind in erster Linie:

  • Laufzeit
  • Quantität des Basiswertes
  • Qualität des Basiswertes

Darüber hinaus funktionieren Terminbörsen auf der Basis zweier wichtiger Punkte. Zum einen ist das das sogenannte Clearing und zum anderen die Margin. Mit dem Clearing ist gemeint, dass die Terminbörsen faktisch als eine Art Zwischenhändler auftreten. Der Abschluss der Kontrakte erfolgt nämlich nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer, sondern dazwischen steht die Terminbörse als sogenannte Clearingstelle. Diese tritt gegenüber beiden Parteien als jeweiliger Kontrahent auf.

Ebenfalls wichtig zum Verständnis der Funktionsweise von Terminbörsen ist die sogenannte Margin. Damit ist eine Sicherheitsleistung gemeint, die Händler auf ihren entsprechenden Handelskonten hinterlegen müssen. Das wiederum bedeutet, dass normalerweise nicht der komplette Handelsgegenwert eingesetzt werden muss, sondern lediglich ein bestimmter Prozentsatz davon. Das ermöglicht es auch gewöhnlichen Privatanlegern, mit vergleichsweise wenig Kapitaleinsatz Termingeschäfte zu tätigen, beispielsweise an der Eurex.

Info

Die Terminbörse funktioniert ähnlich wie die Aktienbörse, nur dass dort Termingeschäfte getätigt werden. Durch entsprechende Terminkontrakte kaufen oder verkaufen Sie einen Basiswert zu einem für die Zukunft bereits festgelegten Preis.

Was wird an Terminbörsen gehandelt?

Als Privatanleger dürfen Sie nicht selbst an den Derivatebörsen handeln. Stattdessen ist das Börsenhändlern und sogenannten Market Makern vorbehalten, manchmal ebenfalls institutionellen Anlegern. Handeln können die Marktteilnehmer am Terminmarkt sogenannte Derivate, in erster Linie:

  • Optionen
  • Futures
  • Futures-Optionen (FOPs) 

Mit dem Kauf einer Option erhält der Käufer das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt und zu einem ebenfalls definierten Preis entweder zu erwerben oder zu veräußern. Es gibt allerdings keine Pflicht, dass dieses Recht wahrgenommen werden muss.

Im Gegensatz dazu ist der Future ein für beide Parteien verpflichtendes Termingeschäft. Das bedeutet, dass nicht nur die Zahlung seitens des Käufers ausgeführt werden muss, sondern ebenfalls die Lieferung seitens des Verkäufers. Im Ernstfall müsste dieser also beispielsweise zwei Tonnen Weizen liefern, was jedoch in der Praxis nur äußerst selten passiert. Vorher wird der entsprechende Future nämlich meistens verkauft

Eine nicht ganz so bekannte Art von Termingeschäften sind sogenannte Futures-Optionen, kurz FOPS. In dem Fall erwerben Sie als Käufer das Recht, einen definierten Futures-Kontrakt als Basis für einen festgelegten Preis entweder zu erwerben oder zu veräußern. In dem Fall erhalten Sie als Verkäufer der Option seitens des Käufers eine Prämie und haben im Gegenzug die Verpflichtung, den zu Grunde liegenden Future zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Info

An den Terminbörsen werden hauptsächlich Optionen, Futures und Futures-Optionen gehandelt. Der Vorteil ist, dass Sie so entweder auf steigende oder fallende Kurse des entsprechenden Basiswertes mittels der Terminkontrakte spekulieren können.

Welche Terminbörsen gibt es?

Mit an der Terminbörse handelbaren Derivaten können Sie auf nahezu alle Arten von Basiswerten spekulieren, beispielsweise auf Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe und Währungen. Daher sind lediglich die Handelszeiten der entsprechenden Derivatebörsen zu beachten. Welche Terminbörsen gibt es überhaupt? Die weltweit nach Umsatz und Handelsvolumen größte Terminbörse ist die Chicago Mercantile Exchange, kurz CME. Bereits 1898 wurde diese Börse gegründet. Nach wie vor werden an der CME hauptsächlich klassische Rohstoffe und Güter gehandelt, wie zum Beispiel Metalle, Holz, Zucker und Weizen. 

In Deutschland findet die Ausführung der Termingeschäfte vor allem an der Eurex statt. Diese entstand im Jahre 1998 nach einer Fusion zwischen der vorherigen Deutschen Terminbörse und der Schweizer SOFFEX. Heute handelt es sich bei der Eurex um die weltweit zweitgrößte Terminbörse. Darüber hinaus gibt es auf allen Kontinenten und in anderen Ländern weitere Warenterminmärkte, wie zum Beispiel:

  • IntercontinentalExchange
  • Chicago Board Options Exchange
  • Shanghai Futures Exchange
  • Korea Exchange

Meistens haben die entsprechenden Terminbörsen verschiedene Schwerpunkte. So werden beispielsweise an der Shanghai Futures Exchange insbesondere Industrie-Rohstoffe gehandelt. An der Chicago Board Options Exchange hingegen findet insbesondere der Optionshandel auf Aktien, Indizes oder ETFs statt.

Welchen Zweck haben Termingeschäfte an den Terminbörsen? 

In der Praxis gibt es mehrere Zwecke, die Investoren und Spekulanten mit Termingeschäften verfolgen. Insbesondere die folgenden drei Hauptziele lassen sich beim Handel mit Terminprodukten erkennen:

  • Hedging
  • Arbitrage
  • Trading

Hedging bedeutet Absicherung. In dem Fall sichern insbesondere Unternehmen und institutionelle Anleger andere Positionen durch Termingeschäfte ab, beispielsweise in Form von Optionen und Futures. Haben Sie also beispielsweise 10.000 Telekom Aktien im Bestand, können Sie diese durch den Kauf von Put-Optionen gegen Verluste absichern. 

Der sogenannte Arbitragehandel wird ebenfalls fast ausschließlich von vermögenden Privatanlegern oder institutionelle Investoren ausgeführt. Hier geht es darum, bereits kleinste Preisunterschiede zwischen zwei Märkten auszunutzen, um so einen Gewinn durch die Kursdifferenz zu realisieren. 

Im Grunde eignet sich für den Privatanleger an der Terminbörse lediglich das Trading von Termingeschäften. Spekulativ eingestellte Anleger haben das Ziel, durch Käufe und Verkäufe – unter Einbezug eines Hebels – Preisgewinne zu erzielen. Vorteilhaft ist dabei, dass Sie nicht nur auf steigende, sondern ebenfalls auf fallende Kurse des Basiswertes spekulieren können.

Was sind die Vorteile und Nachteile an Terminbörsen?

Grundsätzlich sind Termingeschäfte und damit auch der Handel an den Terminbörsen sowohl mit mehreren Vorteilen als auch Nachteilen ausgestattet. Es gibt vor allem die folgenden Vorteile der Terminbörsen und des Handels mit Terminkontrakten:

  • Hohe Gewinnmöglichkeiten 
  • Aufgrund des Hebels relativ geringer Kapitaleinsatz notwendig
  • Zahlreiche Basiswerte zur Auswahl
  • Festgelegte Verfallstermine
  • Terminmärkte beeinflussen Marktbedingungen in der Gegenwart
  • Kurzfristige Gelegenheit hoher Gewinne besonders vor den Verfallsterminen
  • Verfallstermin dient oft zur Identifizierung von Trendwendepunkten

Für Privatanleger ist vor allem interessant, dass es aufgrund des Hebels an den Terminmärkten mit relativ wenig Kapitaleinsatz hohe Gewinnmöglichkeiten gibt. Zudem ist die Auswahl an Basiswerten scheinbar unbegrenzt, denn Sie können zum Beispiel auf die Preis- oder Kursentwicklung von Aktien, Aktienindizes oder Devisen spekuliert. Dabei ist die Spekulation sowohl auf fallende als auch steigende Kurse möglich. Neben diesen Vorteilen gibt es ebenfalls einige Nachteile, die Sie vor dem Handel an den Terminbörsen kennen sollten. Das sind insbesondere:

  • Risiko durch Hebel
  • Emittentenrisiko
  • Keine Dividende
  • Zeitlicher Druck durch Fälligkeitstermin
  • Machtstellung der Market Maker
  • Terminhandel ist relativ komplex

Insbesondere der letzte Punkt ist es, der viele private Investoren und Spekulanten vom Terminhandel abschreckt. Die entsprechenden Produkte sind vergleichsweise komplex, da unter anderem bestimmte Kennzahlen mit entscheidend für die Bewertung sind. Zudem ist das Risiko aufgrund des Hebels deutlich erhöht, schnell größere Verluste zu erleiden. Nicht zuletzt haben die sogenannten Market Maker eine größere Marktmacht, da sie die Terminmärkte in großem Umfang beeinflussen können.