MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Wohnflächen: die Grundfläche der Räume

Von den Räumen, die sich als die relevanten Räume herausgestellt haben, ermitteln Sie nun die Grundflächen.

Entscheidend ist das sogenannte „lichte Maß“: Das ist der Abstand von Wand zu Wand im fertiggestellten, also verputzten und mit Wandverkleidung versehenen Raum. Gemessen wird in Höhe des Fußbodens.

Sie können die Maße auch aus einer Bauzeichnung ermitteln. Es muss sich aber um eine Zeichnung handeln, die für ein bauordnungsrechtliches Genehmigungs- oder Anzeigeverfahren angefertigt wurde oder geeignet ist.

Weicht die Zeichnung von der tatsächlichen Bauausführung ab, müssen Sie im fertigen Raum nachmessen.

Räume sind allerdings nie rechteckig wie eine Schuhschachtel.

Es gibt Vorsprünge und Nischen, Fußleisten, Türrahmen, Treppen und andere Bauteile. So gehen Sie damit um. Die Wohnflächenverordnung unterscheidet zwischen Flächen, die Sie einbeziehen müssen und Flächen, die außer Betracht bleiben (siehe Tabelle).

Diese Flächen müssen Sie in die Grundfläche der Räume einbeziehen

Diese Flächen bleiben bei der Grundfläche der Räume außer Betracht

  • Tür- und Fensterbekleidungen, Tür- und Fensterrahmen
  • Vormauerungen, Bekleidungen
  • Fuß-, Sockel- und Schrammleisten
  • Freistehende Pfeiler und Säulen mit einer Höhe von mehr als 1,50 m und einer Grundfläche über 0,1m²
  • Öfen, Heiz- und Klimageräte, Herde
  • Treppen mitmehr als 3 Stufen sowie deren Treppenabsätze
  • Bade- und Duschwannen

  • Betriebskostenabrechnung 2016:
    Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

    Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

    Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

    Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


  • Türnischen
  • Freiliegende Installationen (z.B. Rohre, Kabelkanäle)
  • Fenster- und offene Wandnischen, die nicht bis zum Boden hinunterreichen
  • Einbaumöbel
  • Fenster- und offene Wandnischen, die zwar bis zum Boden reichen, aber nicht mehr als 0,13 m tief sind.
  • Nicht ortsgebundene, versetzbare Raumteiler (z.B. Schrankwände, Regalwänder)

Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Auch Bauteile, die den genannten ähnlich sind, dürfen Sie bei der Flächenberechnung nicht abziehen.

So berücksichtigen Sie Nischen

Bei den Flächen, die einzubeziehen sind, tun Sie einfach so, als seien die entsprechenden Bauteile in den Räumen gar nicht vorhanden, und messen quasi bis zu der dahinterliegenden Wand. Die Flächen, die diese Bauteile einnehmen, dürfen Sie also nicht bei der Flächenberechnung abziehen.

Das gilt beispielsweise für Badewannen oder Einbauschränke. Die Badewanne und die Grundfläche des Einbauschranks gehören also zur Wohnfläche dazu.

Bei den Bauteilen, deren Fläche außer Betracht bleibt, sind unterschiedliche Vorgehensweisen praktisch:

Ragen die Bauteile in den rechteckigen Raum hinein, wie beispielsweise eine Wendeltreppe oder ein Pfeiler, dann messen Sie erst den rechteckigen Raum und ziehen von dieser Fläche die Fläche der Treppe oder des Pfeilers ab.

Sind die Bauteile stattdessen dem rechteckigen Raum vorgelagert, wie zum Beispiel eine Nische oder ein Treppenhaus, dann messen Sie einfach den rechteckigen Raum so als würde er vor der Nische oder der Treppe enden.

Aus der abschließenden Aufzählung von Flächen, die außer Betracht bleiben, folgt übrigens, dass Sie folgende Flächen sehr wohl bei der Wohnfläche berücksichtigen müssen:

  • Treppen mit maximal 3 Stufen
  • Fensternischen (z. B. Erker) und Wandnischen, wenn sie bis zum Boden reichen und mehr als 0,13 m tief sind
  • Säulen und Pfeiler mit einer Grundfläche von maximal 0,1 m²

Errechnen Sie die Wohnfläche

Zur Ermittlung der gesamten Wohnfläche Ihrer Wohnung genügt es nun nicht, einfach die ermittelten Flächen zusammenzuzählen. Einige Flächen gehen nämlich nur anteilig in die Wohnflächenberechnung ein, weil sie nur einen eingeschränkten Wohnwert haben (siehe untenstehenden Kasten).

Es handelt sich um Flächen mit geringer Höhe oder um Sonderflächen, wie beispielsweise Balkone.

Ordnen Sie also jeder Fläche die entsprechende Prozentzahl zu, mit der sie in die Wohnflächenberechnung eingeht und errechnen Sie die jeweiligen Flächenanteile.

Danach brauchen Sie die einzelnen Flächen nur noch zu addieren und erhalten so die Wohnfläche Ihrer Wohnung.

So berücksichtigen Sie Dachschrägen

Die Flächen unter Dachschrägen müssen Sie – wie gesagt – in Abhängigkeit von der jeweiligen Raumhöhe ermitteln. Das geht im Prinzip so:

  • Sie messen aus, an welcher Stelle der Schräge die Höhe von 1 m und von 2 m erreicht ist.
  • Sie loten von diesen Stellen senkrecht auf den Boden. So erhalten Sie die Punkte B und C der Skizze.
  • Nun ermitteln Sie die Fläche (in der Skizze ist es nur eine Strecke) zwischen den Punkten A und B. Das ist die Fläche, die insgesamt 2 m oder höher ist. Diese Fläche können Sie zu 100% bei der Wohnfläche anrechnen.
  • Ermitteln Sie dann die Fläche zwischen den Punkten B und C (die Schräge in der Skizze). Diese Fläche ist insgesamt zwischen 1 und 2 m hoch und wird deshalb nur zur Hälfte bei der Wohnfläche angerechnet. Die Fläche zwischen den Punkten C und D ist niedriger als 1 m und bleibt bei der Wohnflächenberechnung unberücksichtigt.

13. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.