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Warum Aktien aus Thailand einen Blick wert sind

Inhaltsverzeichnis

Börsen in Schwellenländern bieten Potenziale, die einer ganz anderen Dynamik folgen als die der etablierten Volkswirtschaften – zum Beispiel Thailand.

Aktien von Unternehmen der zweitgrößten  Volkswirtschaft in Südostasien könnten in absehbarer Zeit einen weiteren Kursschub erleben. 2019 war das seit 2014 regierende Militär durch eine Zivilregierung mit Einsetzung eines gewählten Parlaments abgelöst worden.

Ehrgeiziges Infrastrukturprogramm

Dies ist unter anderem Voraussetzung für die EU, den Freihandel mit Thailand voranzutreiben. Immerhin werden Investitionen nun dringend benötigt, und zwar nicht nur aus den Nachbarländern. Schon 2011, als ein zuvor jahrelanger politischer Machtkampf beendet wurde, bescherte der aufgelöste Investitionsstau Thailands Aktien einen regelrechten Boom.

Dabei hatte damals der Aufwärtstrend bereits 2010 eingesetzt. Der Leitindex SET (Stock Exchange Thailand) vervierfachte sich von ca. 400 Punkten auf rund 1.600 Punkte Ende 2013. Seitdem pendelt er mit Korrekturen oberhalb der 1.400er Marke, konnte aber jüngst auf 1.695 Punkte zulegen. Auf Zehnjahressicht brachte er mit 107 % mehr als der Dax mit 71,6 %. Dabei ist der SET langfristig nicht volatiler.

Der jüngste Auftrieb wird von einem 2017 verkündeten Förderprogramm begleitet, das die Wirtschaft anheizen soll. Geplant ist der massive Auf- und Ausbau des Investitions- und Exportstandorts Eastern Economic Corridor in der Nähe der Hautstadt Bangkok zu einem der führenden Wirtschaftszentren in Südostasien. Dazu gehören auch ein neuer Flughafen mit Schnellzugverbindungen sowie der Ausbau von Seehäfen. Einer davon soll zur Nummer zehn weltweit heranwachsen.

Rund 30 globale Konzerne sollen zum neuen Industrieprofil beitragen, darunter Alibaba, Airbus und Rolls-Royce. Benötigt werden nach offiziellen Angaben mindestens 43 Mrd. US-$, der Großteil soll aus privaten Quellen kommen. Investitionen sind also dringend gefragt.

Thailands große Aktien-Unternehmen

Zu den großen Aktien-Unternehmen Thailands, die ins Projekt direkt eingebunden sind, gehören etwa das größte Petrochemieunternehmen PTT Global Chemical, der Raffineriebetreiber Nummer eins Thai Oil oder das im selben Segment tätige IRPC. Mit einer Investitionssumme von 3,5 Mrd. US-$ ist auch Indorama Ventures von der Partie. Der Chemieriese operiert weltweit und betreibt unter anderem ein Werk in Rotterdam.

In Thailands Aktienindex SET dominieren der Öl- und Gaskonzern PTT PCL sowie der Baustoffriese Siam Cement. Auf sie folgen die Kreditinstitute Kasikornbank, Siam Commercial Bank, Bangkok Bank und die Krung Thai Bank, die ebenfalls von der Finanzierung der Infrastrukturprojekte profitieren werden.

Parallel soll natürlich der traditionell starke Tourismussektor forciert werden, nachdem die politischen Unsicherheiten der letzten Jahre und die Corona-Pandemie zwischenzeitlich Bremsspuren hinterließen. Der mit Abstand größte Anbieter ist Minor International. Mit 156 Hotels und über 20.000 Fremdenzimmern ist Minor auch in der gesamten Asia Pacific-Region dominierend.

Rivalisierende Freihandelsabkommen

Insgesamt hat sich die Wirtschaft Thailands gut entwickelt. Die Prognosen fürs Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gehen von Werten zwischen 3,3 % und 3,8 % aus. Das höchste Wachstum lag zuletzt bei 7,2 % in den 2010er Jahren. Zudem werden hohe Überschüsse in der Außenhandelsbilanz verzeichnet.

Mit Blick auf die nähere Zukunft könnte sich allerdings nachteilig erweisen, dass Thailand nicht zur entstehenden Transpazifischen Freihandelszone TPP gehört. Die Beitrittsverhandlungen stocken seit Beginn der Corona-Pandemie und sind ohnehin Stoff für Kontroverse. Das liegt wohl auch daran, dass das Land Teil des hierzulande weniger bekannten regionalen Pendants RCEP ist.

Zur Regional Comprehensive Partnership gehört neben Indien, Japan oder Südkorea auch China, das TPP gegenüber weniger wohlgesonnen ist. Unter Abwägung der Vor- und Nachteile hat sich Thailand bislang für die regional-asiatische Variante entschieden, in der mit Indien und China die derzeit wichtigeren Nachbarmärkte vertreten sind.