Stolpert die NASDAQ über ihre eigenen Füße?

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Techwerte schreiben rote Kerzen in den Chart. Ist die Zeit für eine überfällige Korrektur gekommen oder nehmen die Kurse nur Anlauf auf neue Allzeithochs? (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Ja, was ist da denn los? Die NASDAQ darf tiefere Hochs machen! Haben Sie das auch schon mitbekommen? Nicht? Kein Wunder, denn das wir gar nicht mehr gewohnt.

NASDAQ 100 im 4-Stunden-Chart

Das sieht nicht nur nach tieferen Hochs aus, sondern auch nach tieferen Tiefs. Dass wir das noch erleben dürfen! Besonders angenehm ist dabei: Es verläuft nicht wie ein kleiner Crash. Die Kurse drehen jetzt einfach langsam nach unten. Ohne viel Hektik. Der VIX steigt minimal, aber auch nicht dramatisch.

Natürlich gibt es immer gleich Berichterstatter, die sofort Schnappatmung bekommen, wenn die Kurse in den USA zwei Tage ohne neues Allzeithoch sind. Aber so dramatisch ist die Lage nun wirklich nicht. Noch nicht! Das könnte sich ändern, wenn wir unter 14.780 Punkten stehen. Also etwa 200 Punkte weniger als heute. Dort liegt das letzte kleine aber feine Tief im 4-Stunden-Chart. Brechen wir diese Marke, muss die 14.550 halten. Sonst könnten wir tatsächlich bald die 13 vorne stehen sehen.

Von den Schwergewichten, die die NASDAQ stützen, ist in diesem Moment nur Netflix grün. Apple nahezu unverändert, aber der Rest gibt mindestens einen halben Prozentpunkt ab. Ja, sogar Alphabet! Tesla führt die Liste der roten Kerzen mit minus 3,5 Prozent an.

Nur eine kleine Afghanistan-Korrektur?

Vielleicht. Kann gut sein, dass durch den Abzug der Truppen und der logischen Konsequenz, der Eroberung von Kabul durch die Taliban, die Märkte etwas nervöser werden. Immerhin haben wir jetzt nicht nur Corona in den Nachrichten. Aber vermutlich ist das nicht aus Versehen passiert, was dort geschieht. Wir haben also jetzt den Stand von vor einigen Jahren in Afghanistan und in der Zwischenzeit hat die USA 1 Billion US-Dollar dort ausgegeben. Deutschland war mit 100 Millionen Euro Entwicklungshilfe pro Jahr auch gut dabei.

Wenn wir uns das Return-of-Invest hierbei anschauen, sollten die Entscheider auf jeden Fall nicht an Börse gehen. Dagegen sah Ihr Depot während dem Corona-Crash sicherlich noch besser aus.

Aber gut, jetzt können wir einmal abwarten, ob die Ressourcen-Koalition aus Russland und China zukünftig die unterirdischen Schätze in Afghanistan betreut. Oder ob der militärische Komplex der USA noch einmal Umsatz machen darf.

Schon verständlich, dass sich die Einheimischen versuchen an Flugzeuge zu klammern. Wer will in diesem Chaos und Spielplatz der Weltmächte denn bitteschön leben?

Nachdem die USA jetzt aber nicht direkt von dem fehlgeschlagenen Krieg in Afghanistan betroffen sind, sollten sich auch die Aktienmärkte davon nicht sonderlich beeindrucken lassen. Im Gegenteil. Waffenproduzenten könnten bald schon einen neuen Boom erleben, wenn Biden gesagt werde, er solle das Land befreien.

Aber da spiele ich nicht mit. Mit Aktien kann man auch Geld verdienen, ohne dass es Bomben hageln muss. Deshalb wird es von mir in der Hinsicht auch keine Tipps geben, welche Investments eventuell sich lohnen könnten.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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