Aktienindex Übersicht – Definition, Zusammensetzung & weltweite Indizes

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Wir wollen Ihnen den Begriff Aktienindex erklären geben und die wichtigsten Indizes wie den DAX und den Dow-Jones etwas näherbringen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Aktienindizes in der Übersicht

Definition: Bildet die Entwicklung des Basiswertes ab

Performance: Wird bestimmt durch die Wertentwicklung im Zeitablauf

Bedeutung: Eignen sich als Stimmungsbarometer auf Finanzmärkten

Kategorien: Unterscheidung der Indizes nach Berechnung und Gewichtung

Deutschland: DAX als Leitindex

Weltweit: Mehr als drei Millionen Aktienindizes vorhanden (Stand: August 2019)


Definition: Was ist ein Aktienindex?

Wer sich mit der Entwicklung der Aktienmärkte beschäftigt, sieht sich schnell mit verschiedenen Aktienindizes konfrontiert. Ein Aktienindex stellt die durchschnittliche Preisentwicklung einer bestimmten Anzahl an Aktien dar. Je nach Zusammensetzung des Indexes kann es sich um die Entwicklung bestimmter Länder, Märkte, Branchen, Rohstoffe usw. handeln.

Die Auswahl der im Index enthaltenen Aktien erfolgt z.B. nach Größe des Aktienunternehmens, der Branche oder nach anderen Kriterien. Die Gewichtung der unterschiedlichen Aktienwerte wird im Index zumeist an ihrer Marktkapitalisierung ausgerichtet.

Mithilfe des Aktienindex ist es möglich, die durchschnittliche Preisentwicklung des Aktienkorbs eines Landes, einer Region oder einzelner Sektoren darzustellen. Der Ausgangspunkt ist das Preisniveau der einzelnen Aktien an einem bestimmten Tag. Der Stand des Aktienindex wird in Punkten angeben und die Veränderung aus den Kursänderungen der im Index enthaltenen Aktien errechnet. Oftmals werden Aktienindizes als sogenannte „Benchmark”, das heißt Referenz- bzw. Vergleichswert herangezogen.

Allgemein eignen sich Aktienindizes als ein einfaches und nützliches „Stimmungs-” bzw. „Börsenbarometer” bestimmter Wirtschaftsbereiche.

Zusammensetzung eines Aktienindex

Die wichtigsten Aktienindizes in Deutschland sind die aus derDAX-Familie: DAX, MDAX, SDAX und TecDAX. Dabei gilt der DAX als bedeutendster Aktienindex, da er die 30 größten Aktienwerte des Landes beinhaltet. Ein Aktienindex wird sekündlich berechnet. Somit sind die Anleger jederzeit auf dem aktuellsten Stand.

Über die Webseite der Deutschen Börse AG, Bankseiten oder Fachmedien können sich Anleger über den aktuellen Indexstand ihres Aktienindexes informieren.

Die Indexgewichtung

Die Gewichtung der einzelnen Aktien im Index spielt eine zentrale Rolle. Es entscheidet darüber, welchen Anteil eine Aktiengesellschaft am Index hat. Man erhält diese anhand des Börsenwertes und der Anzahl der frei handelbaren Aktien. Damit erfolgt die Gewichtung eines Unternehmens anhand seiner Marktkapitalisierung.

Für die Aussagekraft eines Index alsTrendmesser oder Stimmungsbarometer ist aber wichtig, dass einzelne Aktien nicht zu stark gewichtet werden, auch wenn die Höhe der Marktkapitalisierung dies verlangen würde. Dies würde zu einer Verzerrung des Index führen.

Für die Gewichtung und damit die Genauigkeit des Börsenbarometers ist beispielsweise für den Deutschen Leitindex „DAX die Deutsche Börse AG verantwortlich.

Gewichtungsabhängige Arten von Aktienindizes

Nach der Gewichtung der Aktien innerhalb eines Indexes unterscheidet man die folgenden drei Arten:

Gleichgewichtete IndizesBei einem gleichgewichtigen Index wird für jede Aktie im Index der exakt gleiche Betrag investiert.

Dies garantiert, dass von teuren Aktien wenige und von günstigeren Aktien mehr Stückzahlen gekauft werden.

Beispiel: Value Line Composite Index (USA)
Preisgewichtete IndizesJede Aktie im Index ist mit der gleichen Stückzahl vertreten. Damit hat der Aktienkurs und dessen Entwicklung großen Einfluss auf den Index.
Beispiel: Dow Jones (Industrial Average)
Kapitalgewichtete IndizesDie absolute Größe der Aktiengesellschaft ist hier von Bedeutung. Im DAX werden beispielsweise die Aktienkurse der Gesellschaften mit dem entsprechenden Grundkapital gewichtet, welcher sich im Streubesitz befindet.

Die wichtigsten und größten Indizes sind kapitalgewichtet.

Beispiel: DAX (Deutscher Leitindex)

Was ist der Unterschied zwischen einem Kursindex und einem Performanceindex?

Ein Kursindex zeigt die Wertentwicklung ohne Berücksichtigung von Dividenden oder Kapitalveränderungen. Es werden lediglich die Aktienkurse der gelisteten Unternehmen betrachtet.

Den Performanceindex hingegen berechnet man so, als ob ausgezahlte Dividenden in den Index reinvestiert würden. Damit stellt der Performanceindex eine genauere Widergabe der Wertentwicklung dar. Tatsächlich entfernt sich der Performanceindex aber mit der Zeit vom tatsächlichen Gesamtwert des Basiswertes, welchen er abbildet.

Viele Aktienindizes werden sowohl als Kurs- als auch Performanceindex dargestellt. Hierzu gehört auch der DAX.

Nutzen von Aktienindizes

Ein Aktienindex ist nicht nur Indikator für bestimmte Trends. Er dient auch als Orientierung für börsengehandelte Indexfonds, den sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds). So können Anleger durch den Kauf von Fondsanteilen eines ETF in den abgebildeten Markt investieren. Damit deckt man alle im Fonds abgebildeten Aktienunternehmen mit einer Investition ab.

Ein Aktienindex dient zusätzlich auch als Bewertungsmaßstab zur Beurteilung der Arbeit eines Fondmanagers. Gerade bei aktiv gemanagten Fonds ist dies sehr wichtig. Der Index ist für die Kunden damit die Benchmark. Er kann jederzeit vergleichen: Wie entwickelt sich das Aktienportfolio des Fonds im Gegensatz zum Markt oder der Branche, den es abbildet? Dies kann er an der Entwicklung des Referenzindex ablesen.

Deutscher Leitindex DAX

Der DAX wurde am 1. Juli 1988 offiziell gestartet und feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Rolf Morrien wirft einen Blick zurück auf die Erfolgsgeschichte des wichtigsten deutschen Indizes. (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX wurde am 1. Juli 1988 offiziell gestartet. © Deutsche Börse AG

Die AbkürzungDAX steht für „Deutscher Aktienindex. Das ist der wichtigste deutsche Aktienindex und stellt den Leitindex dar. Er spiegelt die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten an der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten deutschen Unternehmen wider. Diese Unternehmen werden auch „Blue Chips” genannt. Der Begriff kommt vom Roulette oder Poker, wo die blauen Spieljetons die Chips mit dem höchsten Wert sind.

BranchenAnteil an der Performance des DAX (Stand: August 2019)
Sportartikel43,31 %
Bekleidung / Textilien / Schuhe43,31 %
Umweltschutztechnologie33,56 %
Ingenieurdienstleister20,40 %
Rückversicherungen14,72 %

Zur Mitte des Jahres 2019 sind die Wirecard-Aktie mit 61,89 % und die Aktie der Deutschen Telekom mit 10,95 % die volatilsten Aktien im Deutschen Leitindex.

Wie wird der DAX berechnet?

Die Indexberechnung basiert auf der sogenannten Indexformel von Étienne Laspeyres. Zu dieser Berechnung werden Kurse von ausgewählten Aktien der DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet. Dabei zählt nur dieMarktkapitalisierung der Aktien, die nicht einem Großaktionär gehören und sich damit im freien Handel befinden (auch „Streubesitz genannt).

Wenn das Kapital einer Gesellschaft in mehrereAktiengattungen unterteilt ist (zum Beispiel Stammaktie und Vorzugsaktie), wird die zu berücksichtigende Aktienart anhand der Liquidität bestimmt. Das bedeutet, dass die Aktienart mit der höheren Liquidität zur Index-Berechnung herangezogen wird. Unter dem Begriff der Liquidität wird in diesem Zusammenhang dastägliche Handelsvolumen der Aktie verstanden. Je mehr Aktien täglich gehandelt werden, desto liquider ist die Aktie.

Wenn ein DAX-Unternehmen beispielsweise zwei Aktiengattungen besitzt, zählt immer nur eine Aktiengattung für die Index-Berechnung.

Was ist ein DAX-Punkt?

Die Entwicklung des DAX wird in Punkten abgebildet. Dies ist eine willkürlich festgelegte Einheit, die das Veranschaulichen der Entwicklung möglich machen soll. Die Festlegung des Dax wurde in der Weise durchgeführt, dass1.000 Punkte exakt denDAX-Stand vom 31. Dezember 1987 darstellen. Damit stellt ein DAX-Punkt immer ein Tausendstel des damaligen Indexwertes dar.

Das ist auch der Grund, warum der DAX-Stand nicht mit Punktangaben anderer Indizes verglichen werden kann. Um die Entwicklung unterschiedlicher Indizes untereinander vergleichen zu können, müssen die prozentualen Veränderungen gegenübergestellt werden.

Geschichte des DAX

Am 31.12.1987 wurde der DAX-Stand von 1.000 Punkten als Berechnungs-Basis festgesetzt. Der offizielle Startschuss folgte aber erst am 1. Juli 1988 mit einem Punktestand von 1.163. Er wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt.

Der DAX wird sowohl als Performance- als auch als Kursindex veröffentlicht. Üblicherweise wird unter „DAX der Performanceindex verstanden. In den Medien wird fast ausschließlich der DAX-Performanceindex abgedruckt oder gezeigt. Anleger sind neben der aktuellen Performance des DAX auch an der Vergangenheit interessiert. Deshalb rechnete Frank Mella (Redakteur der Börsen-Zeitung und Erfinder des DAX) diesen im Jahr 1988 auf täglicher Basis bis 1959 zurück.

Aufgrund des Schwarzen Montags an der New Yorker Börse verzeichnete der deutsche Leitindex am 19. Oktober 1987 einen Verlust von 9,39 %. Am 16. Oktober 1989 verzeichnete er mit 12,81 % seinen größten Tagesabsturz der Geschichte. Dies war die Reaktion auf die gescheiterte Finanzierung der Fluggesellschaft UAL.

Am 5. Juni 2014 erreichte der Index erstmals die 10.000 Punkte-Marke.

Was ist der FAZ-Index?

Der FAZ Index galt lange als Barometer für die Entwicklung deutscher Aktien - bis der DAX ihn ablöste. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der FAZ Index galt lange als Barometer für die Entwicklung deutscher Aktien – bis der DAX ihn ablöste. © gopixa – Shutterstock.com

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Jedem Anleger ist der DAX ein Begriff. DerFAZ-Index fristet hingegen ein Schattendasein. Dabei spiegelte der Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schon lange vor dem DAX das Geschehen auf dem deutschen Aktienmarkt wider.

Auch heute noch findet der FAZ-Index bei Fachleuten Beachtung. Aufgrund der Abbildung mehrererBranchenindizes kann die Kursentwicklung einzelner Branchen leichter nachvollzogen werden. Besonders wer als Privatanleger statt in Einzelinvestments lieber in Branchen investieren möchte, sollte den Index der FAZ näher betrachten.

Der FAZ erschien im Jahr 1961 das erste Mal auf der Bildfläche. Seit diesem Zeitpunkt wird der Index von der Wirtschaftsredaktion der FAZ börsentäglich berechnet. Mit derEinführung des DAX verlor der FAZ jedoch als Barometer der Entwicklung deutscher Aktienkurse stetig an Einfluss.

Im Gegensatz zum Dax bezieht der FAZ-Index jedoch auch börsennotierte mittelständische Unternehmen in seine Beobachtung mit ein. Diese können zum Beispiel auch im MDAX oder SDAX gelistet sein. So liefert er ein noch umfassenderes Bild des deutschen Aktienmarktes als der DAX.

Der FAZ-Index bildet die Kursentwicklung der 100 größten an der Börse gehandelten deutschen Unternehmen ab. Über 80 % des deutschen Aktienmarktes werden somit abgedeckt. Er erweitert die 30 größten Aktienunternehmen des DAX um Mittelstandunternehmen aus verschiedensten Branchen.

Die FAZ-Index-Familie

Aus dem allgemeinen FAZ-Index wurde mit den Jahren eine Indexfamilie. Die 100 Unternehmen des FAZ-Index wurden in zwölf Branchen unterteilt. Der größte Indexanteil wird heute von der Branche Chemie und Pharma ausgemacht, es folgen die BereicheIT und Elektronik. Auch die Auto- und Zulieferindustrie ist im FAZ-Index stark vertreten. Für die Branche der Erneuerbaren Energien wird ebenfalls ein Branchenindex ermittelt.

Über die schlussendliche Zusammensetzung des FAZ-Index entscheiden Mitglieder der FAZ, der Investmentbank Baader und der Structured Solutions AG, die den FAZ-Index veröffentlicht. Sie bilden das sogenannte Index-Komitee. Der FAZ-Index bildet nicht nur allgemeine Börsenwerte ab. Die Herausbildung einzelner Branchenindizes liefert Anlegern genaue Einblicke in das Kursgeschehen der Branche, in der er eventuell investieren möchte.

Deutsche Aktienindizes in der Übersicht

Die DAX-Familie

Den meisten ausländischen Investoren ist nur der DAX als deutscher Index bekannt. Dabei hat die DAX-Familie weitere interessante Mitglieder und der deutsche Börsenplatz insgesamt weitere Indizes im Angebot:

BayX30Die 30 größten bayerischen Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX
CDAXAlle in Frankfurt notierten deutschen Aktiengesellschaften
DAXDeutscher Leitindex
DIMAXDeutscher Immobilienmarktindex, Privatindex von Ellwanger & Geiger
DivDAX15 DAX-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite
FAZ-IndexWichtigster deutsche Aktienindex vor Einführung des DAX
GCXNachhaltigkeitsindex
GEXEigentümergeführte deutsche Unternehmen
HASPAXGrößte Unternehmen der Metropolregion Hamburg (nach der Marktkapitalisierung)
HDAXZusammenfassung von DAX, MDAX und TecDAX
LevDAXMit einem Hebel von zwei an die Entwicklung des DAX geknüpfter Index
LDAX, L-MDAX, L-SDAXDas “L” steht für “Late”; Indizes werden von Xetra-Schluss bis 20 Uhr aus Frankfurt berechnet
MDAXDeutsche Midcaps
Nisax20Die 20 größten Unternehmen aus Niedersachsen
NRW-MIXDie 50 größten Aktiengesellschaften aus Nordrhein-Westfalen
ÖkoDAXZehn Unternehmen der Branche der Erneuerbaren Energien
Photovoltaik Global 30 Index30 Unternehmen weltweit aus dem Sektor Photovoltaik
RENIXX30 Unternehmen weltweit aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien
SDAXDeutsche Smallcaps
TecDAXDie 30 größten deutschen Technologieunternehmen
XDAXDAX-Erweiterungen; wird außerhalb der Frankfurter Handelszeiten aus Derivate-Preisen errechnet

Weltweite Aktienindizes in der Übersicht: DOW, MSCI World, S&P500 & Co.

Es gibt Millionen Aktienindizes weltweit. So gibt es in Deutschland neben dem Leitindex beispielsweise denMDAX, welcher die mittelständischen Unternehmen, die die Unternehmensform Aktiengesellschaft gewählt haben und an die Börse gegangen sind, darstellt. DerSDAX listet dagegen kleine Unternehmen auf und im Aktienindex TecDAX werden Technologieunternehmen aufgezeigt.

Für den US-Markt wird – ähnlich dem deutschen DAX – der Dow-Jones-Index und derStandard & Poor-500-Index ermittelt. Der Dow-Jones beinhaltet 30 umsatzstarke, an der New York Stock Exchange gehandelte Aktien und letzterer 500 Industriewerte.

In Japan kann die Börsenentwicklung wiederum am Nikkei-Index abgelesen werden. Neben den bis hierhin aufgelisteten gibt es noch weitere bekannte Indizes. Zu diesen zählen etwa derFTSE 100, der IBEX 35 oder der NASDAQ.

Aktienindizes weltweit

Die wichtigsten amerikanische Aktienindizes in der Übersicht

Der Dow-Jones zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten Aktienindizes der Welt.

Neben dem Dow Jones und dem Nasdaq ist derS&P 500 das dritte große US-Börsenbarometer.

Index
Dow Jones Industrial Average (DJIA)30 größte US-Aktiengesellschaften
Dow Jones Transportation Average (DJT)20 größte US-Transportunternehmen
Dow Jones Utility Average (DJU)15 größte US-Versorger
Dow Jones Composite AverageAlle Unternehmen des DJIA, DJT und DJU
NASDAQ-100100 größte Technologiefirmen des NASDAQ
Nasdaq CompositeAlle Unternehmen des NASDAQ
NYSE CompositeAlle Unternehmen des NYSE
Russell 10001000 größte US-Aktiengesellschaften
Russell 20002000 US-Nebenwerte
Russell 3000Alle Unternehmen des Russell 1000 und Russell 2000
S&P 100100 größten US-Aktiengesellschaften
S&P 500500 größten US-Aktiengesellschaften
Wilshire 5000Alle US-Aktiengesellschaften

Was sind die wichtigsten europäischen Aktienindizes?

Euro Stoxx 5050 größte Aktiengesellschaften der Eurozone
CAC 40Französischer Leitindex
SMISchweizer Leitindex
ATXÖsterreichischer Leitindex
DAXDeutscher Leitindex
MDAXDeutsche Midcaps
FTSE 100 IndexBritischer Leitindex

Übersicht über die wichtigsten asiatischen Aktienindizes

Nikkei 225Japanischer Leitindex
Hang Seng Index (HSI)Leitindex aus Hong Kong
BSE SensexIndischer Leitindex

Was sind MSCI World & MSCI Emerging Markets Indizes?

Der MSCI Emerging Markets Index wird mithilfe von 850 Aktienwerten ermittelt und spiegelt die Entwicklung der wichtigsten Schwellenländer wider. Namensgeber für den Schwellenländer-Index ist der US-amerikanische Finanzdienstleister MSCI. Die Anteile aus der Volksrepublik China stellen mit 32,6 % den größten Anteil am Index dar. Es folgen Südkorea (12,3 %), Taiwan (11,1 %) und Saudi-Arabien (2,7 %). Im Jahr 2020 soll Kuwait mit in den Index aufgenommen werden.

Der Finanzdienstleister MSCI berechnet auch den MSCI World Index, welcher die Aktien der großen Industrieländer nachbildet. Dieser Index spiegelt die Entwicklung von mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrienationen wider. Er gilt als einer der wichtigsten Indizes weltweit. Die Gewichtung der Aktiengesellschaften im Index erfolgt nach ihrer Marktkapitalisierung.

Zusammensetzung vom MSCI World

ZurMitte des Jahres 2019 enthält der MSCI World etwa1.650 Aktien der nachfolgend aufgeführten Industrieländer. Mit einem Anteil von über 60 % sind die Vereinigten Staaten das wichtigste Land im Index. Es folgen nach einem großen Abstand Japan (8 %), Großbritannien (6 %), Frankreich (4%) und Kanada (3 %).

Mit einem Anteil von 15 % sind die Informationstechnologie und derFinanzsektor die größten Branchen im Index. Die Gesundheitsbranche, Industriegüter und Nicht-Basiskonsumgüter folgen mit jeweils 10 % Anteil. Aufgrund der starken Abhängigkeit des Indexes vom US-Aktienmarkt gilt der MSCI World zur amerikanischen Börsen-Handelszeit als besonders aussagekräftig.

Die nachfolgende Tabelle soll die Zusammensetzungen der beiden Indizes darstellen (Stand: August 2019):

MSCI Emerging Markets IndexAmerika: Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru, Argentinien

Europa: Griechenland, Polen, Russland, Tschechien, Ungarn

Afrika und Vorderasien: Ägypten, Katar, Südafrika, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien

Asien/Ozeanien: China, Indien, Indonesien, Malaysia, Pakistan, Philippinen, Südkorea, Taiwan, Thailand

MSCI World IndexAmerika: Kanada, Vereinigte Staaten

Europa: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien

Naher Osten: Israel

Asien/Pazifik: Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland, Singapur

Weitere wichtige weltweite Aktienindizes in der Übersicht

S&P 500500 größte US-Aktiengesellschaften
TSX Composite IndexKanadischer Leitindex
Bovespa-IndexBrasilianischer Leitindex
RTS-IndexRussischer Leitindex
ASX-All OrdinariesAustralischer Leitindex

Aktienindex: Übersicht verschaffen & deuten

Die Anzahl der weltweiten Aktienindizes liegt bei mehr als drei Millionen. Das entspricht dem 70-fachen der gesamten Anzahl von Aktiengesellschaften auf der ganzen Welt. Diese Zahl zeigt den Trend der letzten Jahre: Indexfonds werden immer beliebter. Diese erfreuen sich einem enormen Wachstum. Die Zahl der Exchange Traded Funds (ETF) steigen weiter an.

Das liegt daran, dass sie unkompliziert sind und der Anleger mit einem einzigen ETF in einen ganzen Markt oder eine ganze Branche investieren kann. Zudem sind vor allem die passiven ETFs kostengünstig, da sie keinen aktiven Fondsmanager benötigen. So wird computergestützt ein Index wie der DAX Eins zu Eins nachgebildet.

Der USA-Markt für ETFs verwaltet aktuell (August 2019) ein Vermögen von 3,4 Billionen US-Dollar. Die weltweit notierten 7.200 Indexfonds sind aber nicht der Haupttreiber für die große Anzahl von Aktienindizes. Der größte Einfluss kommt vom Benchmarking. So ist es die Gewohnheit aktiver Fondsmanager, ihre eigene Leistung an Indizes zu messen. Auch die Effizienz mit der eineIndexberechnung erfolgt, führt zum rasanten Wachstum der Zahl. Mit geringem Aufwand lassen sich beliebig viele Unterindizes zu einem Index berechnen.

Für den Privatanleger lässt sich zusammenfassend sagen: Bei Betrachtung derhistorischen Entwicklung der Aktienindizes fällt auf, dass die Kurse von DAX, Dow Jones, S&P 500 und Co. langfristig immer weiterwachsen! Unabhängig von den kurz- und mittelfristigen Schwankungen streben diese stets nach oben.

Grundwissen zum Thema Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches für den Aktionär seinenAnteil an einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien verbrieft. Für den Aktionär ist der Besitz einer Aktie mit verschiedenen Rechten und Pflichten verbunden. Erwerben kann er eine Aktie zum gegenwärtigenAktienkurs.

Für die Kapitalgesellschaft stellt es ein Finanzierungsinstrument dar. Durch die Ausgabe von Aktien beschafft sich das UnternehmenGrundkapital auf dem Kapitalmarkt. Hierzu werden die Aktien, d. h. die Anteile am Unternehmen, auf dem Aktienmarkt veräußert. Die Ausgabe von Aktien seitens des Unternehmens nennt man „Emission“. Die ausgegebenen Anteile werden entweder alsNennwert- oder als Stückaktien verbrieft.

Bei Nennwertaktien muss das Grundkapital nicht zu gleichen Teilen verteilt sein. Ein Grundkapital von 50.000 € kann auf 1.000 Aktien zu je 30 € und 40 Aktien zu je 500 € aufgeteilt sein. Die nennwertlosen Stückaktien haben keinen eigenen fixen Wert. Sie entsprechen ihrem Anteil am Grundkapital. Für ein Grundkapital von 100.000 € und 1.000 ausgegebenen Aktien bedeutet dies, dass alle Aktien einen Wert von 100 € haben.

Buchwert einer Aktie = (Eigenkapital / Anzahl der Aktien)
Börsenwert einer Aktie = (Anzahl der Aktien * Börsenkurs)

Definition Aktienkurs: Warum steigen oder fallen Aktienkurse?

Der Kurs einer Aktie wird auchBörsenkurs genannt. Dies ist der für das Wertpapier an den Aktienmärkten festgestellter Preis. Er ergibt sich aus Angebot und Nachfrage der Aktie.

Für die Preisermittlung sind die Börsenmakler verantwortlich. Bei ihnen sammeln sich alle Kauf- und Verkaufswünsche der Marktteilnehmer, d. h. alle Wertpapierorder. Der Aktienkurs für ein Wertpapier ist derjenige Kurs, bei dem der größte Umsatz zustande kommt, also möglichst viele Order erfüllt werden.

Das Ergebnis ist die Festsetzung und Veröffentlichung dieses Aktienkurses durch die Börsenmakler. Dieser Schritt wird Notierung genannt. Da Angebot und Nachfrage an den Aktienmärkten ständig ändernde Variablen sind, steigen und fallen die Aktienkurse dementsprechend.

Aktienkurs: Faktoren

Fazit

Aktienindizes beschreiben die Preisveränderung einer thematisch geordneten Menge von Aktien in einem bestimmten Zeitraum. Sie ermöglichen eine Beurteilung der Preisentwicklung bestimmter Börsen, Aktiengruppen, Rohstoffe o.Ä., und dienen als Trend- oder Stimmungsbarometer.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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