Aktienrendite – Definition, Berechnung & Bedeutung 

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Renditen bei Aktien berechnen funktioniert anhand eines praktischen Beispiels – auch für Sie als Anleger – kinderleicht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)


Alles über die Rendite von Aktien

Definition: Prozentuale Rendite eines Aktieninvestments pro Jahr, setzt sich aus Kursrendite & Dividendenzahlungen zusammen

Kursrendite: Differenz von Anfangsaktienkurs und Endaktienkurs

Dividendenrendite: Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Aktienkurs

Berechnung der Aktienrendite: ((Endaktienkurs – Anfangsaktienkurs) + Dividende) / Anfangsaktienkurs

Höhe der Aktienrendite: Nicht pauschal bestimmbar; bei langfristiger Anlage in Aktien durchschnittliche jährliche Rendite zwischen 7 – 9 %

Versteuerung von Aktienrenditen: Pauschale Abgeltungssteuer, zuzüglich Solidaritätszuschlag & Kirchensteuer


Für Privatanleger ist die Rendite oftmals das entscheidende Kriterium einer Geldanlage, denn sie deckt das Verhältnis zwischen Ein- und Auszahlungen einer Anlageklasse auf. Das bedeutet konkret, dass berechnet wird, wie viel Gewinn bei welchem Kapitaleinsatz erwirtschaftet wird – also wie lohnenswert das Kapital der Anlageklasse über die Anlagedauer eingesetzt worden ist.

Die Renditeberechnung bei Aktien ist für Investoren eine Möglichkeit, ihre Performance bzw. Durchschnittsrendite zu bestimmen. Es wird die Entwicklung der Aktienanlage über einen bestimmten Zeitraum analysiert. Im Englischen lautet der Begriff „Total Shareholder Return” (TSR). Entscheidend für die Renditeberechnung bei Aktien ist der betrachtete Zeitraum sowie eventuelle Dividendenzahlungen und somit einhergehend der Dividendenwert. Dann kann am Ende abgerechnet werden, wie viel Ertrag bzw. Durchschnittsrendite eine Investition in eine Aktie gebracht hat.

Definition: Was ist die Aktienrendite?

Die Aktienrendite beschreibt die Rendite einer Investition in eine Aktie im Zeitverlauf zwischen zwei Zeitpunkten: dem Kauf- und dem Verkauf der Aktie. Ebenfalls werden etwaige Dividendenausschüttungen beachtet, die Einfluss auf die Performance eines Aktieninvestments haben. Die Aktienrendite wird in der Regel als jährliche Rendite sowie als Gesamtrendite in Prozent angegeben. Durch die Berechnung der Aktienrendite werden Investments in Einzelaktien für Aktionäre mit anderen Anlageprodukten wie Anleihen (Bonds), Fonds oder ETFs vergleichbar.

Die Aktienrendite setzt sich aus der Kursrendite (Kursgewinne aus Verkaufskurs minus Anfangskurs) und etwaigen Dividendenausschüttungen zusammen.

Keinesfalls darf die Aktienrendite mit der Dividendenrendite verwechselt werden. Die Dividendenrendite setzt die ausgeschütteten Dividenden anhand der Ausschüttungsquote der Aktienanlage ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Zu unterscheiden ist ebenfalls die Bruttorendite von der Nettorendite. Die Nettorendite wird durch Abzug zu zahlender Gebühren und Steuern von der Bruttorendite gebildet.

Bei einer Investition in Aktien steht für Aktionäre vor allem die Spekulation auf einen Wertzuwachs des Aktienkurses im Vordergrund. Sogenannte Growth-Aktien, die über hohe Wachstumsraten verfügen und oftmals keine oder geringe Dividendenwerte ausschütten, erfreuen sich aus diesem Grunde großer Beliebtheit. Bei einer langfristigen Betrachtung schneiden Aktien im Vergleich zu anderen Anlageformen oftmals gut bezüglich der Durchschnittsrendite ab.

Vorsicht

Es ist zu beachten, dass Dividendenzahlungen dem Investor bei Ausschüttung zugeführt werden. Die Kursrendite wird jedoch erst beim tatsächlichen Verkauf der Aktien realisiert.

Wie berechnet man die Aktienrendite?

Die Aktienrendite auf ein bestimmtes Investment in Aktien lässt sich leicht berechnen. Benötigt werden hierfür wenige Informationen, die beim Broker, der die Transaktionen durchführt, im Aktiendepot bzw. der Transaktionshistorie abgelesen werden können.

Drei grundlegende Werte zur Berechnung der Aktienrendite:

  1. Der Anfangskurs, zu dem die Aktien gekauft wurden
  2. Der Endkurs, zu dem die Aktien verkauft wurden
  3. Die von der Aktiengesellschaft bzw. den Dividendenzahlern ausgeschütteten Dividenden

Aus diesen drei Werten ergibt sich zur Berechnung der Aktienrendite folgende Formel:

Formel zur Berechnung der Aktienrendite

((Endaktienkurs – Anfangsaktienkurs) + Dividende) / Anfangsaktienkurs

Aktienrendite erklärt

 

Beispiel für die Berechnung der Aktienrendite

Investitionssumme der Aktienanlage insgesamt: 10.000 €

  • Kaufkurs (Anfangskurs) je Aktie: 100 €
  • Verkaufskurs je Aktie: 120 €
  • Dividenden durch Ausschüttung: 3 € pro Aktie pro Jahr
  • Anlagedauer: 3 Jahre
  • Aktienrendite (pro Jahr): 9,67 %

In diesem Beispiel hätte der Anleger 10.000 € in Aktien am Aktienmarkt investiert und mit diesem Kapital in drei Jahren durch Kurssteigerungen bzw. Kursgewinne und Dividenden einen Gewinn von 2.900 € erzielt. Dies führt zu einer Gesamtrendite auf das 10.000 €-Investment in Höhe von 29 % und einer jährlichen Aktienrendite in Höhe von 9,67 %.

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Wie hoch ist die Aktienrendite?

Wie hoch Aktienrenditen ausfallen, hängt von unterschiedlichen Faktoren wie der Ausschüttungsquote der Dividenden oder der Kursentwicklung ab. Im Durchschnitt können Anleger mit einer Aktienrendite von 7 – 9 % rechnen. Die genauen Werte der Gesamtrendite sind allerdings nicht pauschal festzulegen.

Besonders die Auswahl der richtigen Aktien als Wertanlage und deren Kursentwicklung ist für eine erträgliche Rendite maßgeblich. Bei der Wahl der Aktien können Aktienanalysen unterstützend wirken. Jedoch ist nicht gesagt, dass hohe Renditen durch ein solches Vorgehen sichergestellt sind.

Eine Risikostreuung ist uneingeschränkt sinnvoll, um möglichst sichere Renditen zu erzielen. Durch ein breit gefächertes Aktienportfolio werden potenzielle Risiken minimiert. Hilfreich für ein solches Portfolio sind Investitionen in eine Vielzahl unterschiedlicher Aktienanlagen sowie die Investition in Indizes.

Der Anlagezeitraum kann ebenfalls Auswirkungen auf die Rendite der Aktien haben. Handelt es sich um einen langen Zeitraum der Geldanlage in Aktien, kann der Investor davon ausgehen, dass eine durchschnittliche Rendite von rund 8 % zu erwarten ist. Lange Anlagezeiträume sind mit Blick auf Aktien grundsätzlich empfehlenswert. Mögliche Kursschwankungen gleichen sich zumeist selbstständig wieder aus.

Wie hoch ist die Renditeerwartung im DAX?

Der bedeutendste deutsche Aktienindex DAX, ebenfalls Leitindex genannt, beinhaltet die 30 größten und liquidesten deutschen Unternehmen anhand der Marktkapitalisierung. Nach eigenen Aussagen bildet der DAX gut 80 % der Marktkapitalisierung deutscher börsennotierter Unternehmen ab. Für deutsche Privatanleger ist der Leitindex damit eine populäre Wahl. Doch mit welcher Rendite können Privatanleger in DAX-Werten rechnen?

Das Deutsche Aktieninstitut e. V. (DAI) veröffentlicht zur Entwicklung des deutschen Leitindex in regelmäßigen Abständen das DAX-Rendite-Dreieck. Dieses zeigt an, welche durchschnittliche Rendite ein Anleger erwarten kann, wenn er in den gesamten Index investieren würde. Dies erfolgt beispielsweise durch gewichteten Erwerb aller Einzelaktien, via Aktienfonds oder besonders leicht mit einem ETF (Exchange Traded Funds). Ein ETF bildet passiv einen Aktienindex wie den DAX ab und ermöglicht bei besonders niedrigen Gebühren eine Investition in den gesamten Index. Investoren erzielen somit eine gute Risikostreuung und können von der gesamten Marktentwicklung profitieren.

Das Renditedreieck des DAX hilft Anlegern im Falle enormer Kursschwankungen dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Lage aus einem anderen, neutraleren Blickwinkel zu betrachten. Das Renditedreieck veranschaulicht Kursverläufe über einen längeren Zeitraum. Kursschwankungen sind gut ersichtlich und die damit einhergehenden Gewinne können erkannt werden. Es ist eine Möglichkeit der Unterstützung, nicht vorschnell zu handeln und Emotionen nicht die Überhand gewinnen zu lassen.

Im Ergebnis lässt sich ablesen, dass insbesonderelangfristige Anlagezeiträume empfehlenswert sind. Wer mindestens fünf Jahre investiert, erzielte zum schlechtesten Zeitpunkt einen Verlust von 9,4 % und einen Renditedurchschnitt von 8,3 %. Wer jedoch mindestens 15 Jahre lang in den DAX investierte, erzielte historisch noch zu keinem Zeitpunkt einen Verlust, die minimale Rendite betrug hier 2,3 %. Im Renditedurchschnitt erzielt ein 15-jähriges Investment in den DAX 8,8 % pro Jahr.

Steuern bei Aktienrendite

 

Aktienrendite – Wie werden Wertpapiererträge versteuert?

In Deutschland gilt, dass alle Überschusseinkünfte zu versteuern sind. Dies ist durch §2 des Einkommensteuergesetzes rechtlich geregelt. Bei der Versteuerung an sich geht es nicht um die Tatsache, dass es sich um Aktienerträge handelt. Der durch die Aktien erwirtschaftete Betrag ist das, was den Staat interessiert.

Um ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten, gilt seit 2009 die Abgeltungsteuer. Diese dient als pauschale Kapitalertragsteuer. Sie liegt bei pauschalen 25 %. Hinzuzurechnen sind weiterhin der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % und die Kirchensteuer. Die Kirchensteuer beläuft sich je nach Bundesland auf 7 % bzw. 9 %. Somit erhöhen sich die steuerlichen Abzüge auf 26,375 % bis 27,9951 %. Es ist zu beachten, dass die Abgeltungsteuer auf Dividenden und Kursgewinne angewandt wird.

Hinweis

Die Abgeltungsteuer ist in Deutschland eine sogenannte Quellensteuer. Bei inländischen Aktiendepots wird die Abgeltungsteuer direkt vom Broker erhoben und für den Anleger abgeführt. Bei ausländischen Aktiendepots ist dies vom Investor selbständig durchzuführen.

Was ist der Unterschied zwischen der Aktienrendite & der Dividendenrendite?

Zu Beginn des Artikels wurde bereits angeschnitten, dass die Aktienrendite und die Dividendenrendite relevante Kennzahlen zur Bewertung eines Aktieninvestments darstellen. Die Begrifflichkeiten unterscheiden sich jedoch maßgeblich von ihrer Bedeutung, wie die untenstehenden Informationen zeigen.

Aktienrendite

Dividendenrendite

Beschreibt den Entwicklungswert einer Aktie über einen bestimmten Zeitraum hinweg unter Berücksichtigung der in dem Zeitraum angefallenen Dividenden und möglicherweise eingetretenen Kurssteigerungen. Die Aktienrendite bildet auch negative Kursverläufe ab und kann negativ ausfallen. Es hat sich herausgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer negativen Aktienrendite sinkt, je länger ein Aktienengagement besteht.Beschreibt das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurs. Die Dividendenrendite befindet sich grundsätzlich im positiven Bereich.

Aktienrendite und Dividendenrendite im Vergleich

Was ist eine gute Aktienrendite & wie kann man sie erreichen?

Eine gute Aktienrendite ist im Durchschnitt bei 7 – 9 % angesiedelt. Um eine hohe Rendite zu erzielen, können unterschiedliche Vorgehensweisen herangezogen werden. Die Basis liegt im Ausschalten jeglicher Emotionen. Diese sind an der Börse nicht angebracht. Emotionen führen dazu, dass Anleger aus dem Affekt ihre Aktien verkaufen, sobald die Kurse sinken. Grundlage guter Renditen bilden Zeit und Geduld. Die Wahl des Verkaufszeitpunktes kann ausschlaggebend für die Höhe der Renditen sein und sollte ebenfalls mit Bedacht gewählt werden.

Neben Zeit und Geduld spielt das Hintergrundwissen des Anlegers eine Rolle. Neben Informationen über vergangene Kursschwankungen sind aktuelle Informationen von Bedeutung. Diese können Aufschluss darüber geben, in welcher Art und Weise sich der Kurs der entsprechenden Aktie entwickeln wird.

Vorsicht

Eine Garantie für Kursverläufe gibt es an der Börse grundsätzlich nicht. Trotzdem sollten alle Anleger darauf achten, dass sie immer die aktuellen Informationen über die Unternehmen vorliegen haben, zu denen ihnen Aktien gehören.

Setzen sich Anleger das Ziel, durch ihre Wertpapiere hohe Renditen zu erzielen, müssen sie unter Umständen ein entsprechend hohes Risiko bei der Investition eingehen. Damit Anleger die Möglichkeiten und Risiken einschätzen können, die im Hinblick auf die Aktienrenditen bestehen, ist es empfehlenswert, dass Einsteiger sich vor dem Handel an der Börse mit einem Musterdepot beschäftigen.

Mit diesem haben sie die Möglichkeit, Einblick in den Handel mit Aktien zu bekommen und denKauf und Verkauf dieser Wertpapiere zu simulieren. Durch dieses Angebot soll verhindert werden, dass Anfänger an die Börse gehen, ohne die Risiken einschätzen zu können oder die Abläufe zu kennen.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Aktienrendite bei langfristigen Anlagen fast ausnahmslos zu positiven Renditen führt. In der Vergangenheit waren in Ausnahmefällen sogar Renditen im zweistelligen Bereich möglich. Es ist trotzdem oder gerade deswegen enorm wichtig zu beachten, dass die Vergangenheit die aktuelle Lage oder die Zukunft nicht vorhersagen kann. Die Entwicklung am Kapitalmarkt lässt sich grundsätzlich nicht vorhersagen, weshalb Prognosen mit Vorsicht zu genießen sind.

Fazit zur Aktienrendite

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Aktienrendite eine relevante Kennzahl zur Bewertung eines Investments durch einen Anleger darstellt. Mithilfe der Aktienrendite lassen sich Aktieninvestitionen mit anderen Anlageprodukten vergleichen. Der Anleger kann somit jederzeit bewerten, ob bei der Investment-Strategie nachjustiert werden muss. Trotz der Relevanz der Aktienrendite sollte nicht ausschließlich diese Kennzahl betrachtet werden. Weitere Kennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Eigenkapitalrendite des emittierenden Unternehmens sind ebenfalls von Interesse.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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