Cashflow Rechner, Formel und Beispiele. So berechnen Sie den Wert Ihrer Aktien, Firma und Immobilien

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Der Cash Flow ist eine wichtige Kennzahl mit der Anleger die Finanzkraft eines Unternehmens einschätzen können. Berechnung und Bedeutung des Cash Flow verständlich erklärt. (Foto: Romolo Tavani / Shutterstock.com)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Der Cash Flow kann nicht nur Banken und Großinvestoren, sondern auch dem Privatanleger eine sehr hilfreiche Kennzahl sein, um die finanzielle Lage eines Unternehmens einzuschätzen. Dabei hilft Ihnen auch unser Cashflow Rechner weiter unten.

Definition des Cash Flow

Per Definition ist der Cash Flow die Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Es werden hier nur die zahlungswirksamen Vorgänge berücksichtigt. Die Übersetzung des englischen Cash Flow mit Zahlungsfluss ist also sehr treffend. Im Gegensatz zu vielen anderen Kennzahlen (wie dem EBIT oder dem Kurs-Gewinn-Verhältnis) wird beim Cash Flow nicht der Gewinn betrachtet, sondern die Bewegung der liquiden Mittel. Zahlungsunwirksame Vorgänge wie Abschreibungen oder die Bildung oder Auslösung von Rückstellungen werden aus dem Ergebnis herausgerechnet.

 


Quick Info

  • Differenz von Einnahmen und Ausgaben
  • Es wird nur betrachtet, wo und in welchem Umfang wirklich Geld fließt
  • Kennzahl zu liquiden Mittel des Unternehmens
  • Teil der Bilanzanalyse
  • nur zahlungswirksamen Vorgänge berücksichtigt
  • beereinigt um zahlungsunwirksame Vorgänge (Abschreibungen, Rückstellungen)

Berechnung des Cashflow: Formel und Methode

Cash Flow: Die indirekte Berechnung

Bei der indirekten Berechnung des Cash Flow werden dem ermittelten Jahresüberschuss (Gewinn) die nichtzahlungswirksamen Aufwendungen hinzuaddiert und die nichtzahlungswirksamen Erträge abgezogen.

Hat also die Gewinnermittlung der Beispiel AG einen Überschuss von 20.000 € erzielt, die Rückstellungen für Garantieleistungen um 8.000 € erhöht und den Gewinnvortrag um 12.000 € vermindert, dann ergibt sich:

Cash Flow = 20.000 € + 8.000 € – 12.000 € = 16.000 €

Die so durchgeführte Berechnung des Cash Flow wird auch als Praktikermethode bezeichnet und kommt in der Regel zur Anwendung, da sie auch von externen Stellen angestellt und nachvollzogen werden kann.

indirekte berechnung cash flow by Rüdiger Dalchow

Beispiel für die indirekte Methode

2015 in €2014 in €
Jahresüberschuss250.000220.000
Abschreibungen (+)170.000150.000
Zuschreibungen (-)-140.000-130.000
langfristige Rückstellungen (+)50.00060.000
langfristige Rückstellungen (-)-40.000-50.000
operativer Cashflow290.000250.000

Cash Flow: Die direkte Berechnung

Bei der direkten Berechnung des Cash Flow betrachtet man die zahlungswirksamen Vorgänge im Unternehmen. Hier werden von den zahlungswirksamen Erträgen die zahlungswirksamen Aufwendungen abgezogen, um den Cashflow zu ermitteln.

Hat die Beispiel AG also einen Jahresumsatz von 50.000 €, zahlt für Löhne und Gehälter 20.000 € und gibt für Material 14.000 € aus, ergibt sich in der direkten Berechnung:

Cash Flow = 50.000 € – 20.000 € – 14.000 € = 16.000 €

In der direkten Berechnung des Cash Flow lassen sich Zahlungsströme genauer abbilden. Allerdings kommt diese Methode nicht so häufig zur Anwendung, da sie für Außenstehende nicht exakt nachvollziehbar ist und einen höheren Aufwand erfordert.

direkte berechnung cash flow by Rüdiger Dalchow

Cashflow Rechner

Mit unserem Cashflow Rechner, berechnen Sie spielend Ihre Marge.

Die Formel zur Berechnung des Kurs-Cashflow-Verhältnis ist einfach:

Formel  

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCFV)

?
Mit dem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCFV) lässt sich die Liquidität eines Unternehmens beurteilen.
\[\text"Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCFV)" = \text"aktueller Aktienkurs" / \text"Cashflow je Aktie"\]
Ergebnis berechnen

Discounted Cash Flow-Modell: Die übliche Berechnung

Die Wertbestimmung nach dem Discounted Cash Flow-Modell lässt sich nach verschiedenen Methoden ermitteln:

Die Equity-Methode, die den Barwert in einem Schritt errechnet und den Zinssatz hernimmt, der dem Investor für eine hypothetische alternative Geldanlage zustehen würde.

Die Entity Methode, bei der zuerst durch Abzinsen der Barwert als Enterprise Value errechnet wird. Durch das anschließende Abziehen des Fremdkapitalanteils erhält man den eigentlichen Unternehmenswert.

Am gebräuchlichsten ist die Entity-Methode nach dem sogenannten WACC-Ansatz. WACC ist der Zinssatz mit dem hier diskontiert wird.

WACC steht für Weighted Average Cost of Capital. Deutsch: Die durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten des Unternehmens.

Vereinfacht gesagt ist das eine Mischung der Zinssätze aus den Forderungen der Eigankapital- und Fremdkapitalgeber. Gewichtet werden sie in dem Verhältnis wie Eigen- und Fremdkapital im Unternehmen eingesetzt sind.

Discounted Cash Flow: Diskontieren und Barwerte addieren

Diskontiert man nun sämtliche Cash Flows, die in der Zukunft erwartet werden, mit dem WACC und addiert die einzelnen Barwerte, so erhält man den Unternehmenswert.

Und zieht man davon das Fremdkapital ab, so bekommt man den Anteil am Unternehmenswert, der auf die Eigenkapitalgeber entfällt – den Shareholder Value.

Dies ist natürlich eine etwas verkürzte Darstellung des Modells eines Discounted Cash Flow. Sie zeigt aber das, was auch Investoren-Ikone Warren Buffett unter einer Wertermittlung versteht:

„Der Wert einer Firma bestimmt sich aus ihrem Netto-Cashflow, also Eigentümergewinn, der während des Firmenlebens erwartet wird und zu einem angemessenen Zinssatz diskontiert ist.“

Discounted / Netto Cash Flow Rechner

Die Berechnung nach dem Discounted Cash Flow-Modell läuft nach folgendem Prinzip: Man schätzt die künftigen Cash Flows, berechnet die Zinsabschläge und addiert dann alles. Wenn man zum Beispiel den Discounted Cash Flow für 3 Jahre berechnen möchte kann folgende Formel verwendet werden:

Formel  

Beispiel: Disounted Cash Flow für 3 Jahre berechnen

$$\bo\text"Discounted Cash Flow"=\text"CF in Jahr 1"/\text"(1+Zinssatz)"+\text"CF in Jahr 2"/\text"(1+Zinssatz)"^\text"2" + \text"CF in Jahr 3"/\text"(1+Zinssatz)"^\text"3"$$
Ergebnis berechnen

Wenn man zur Vereinfachung davon ausgeht, dass das Unternehmen jedes Jahr einen gleich hohen Cash Flow erwirtschaftet, kann der Discounted Cash Flow leicht mit der untenstehenden Formel berechnet werden.

Formel  

Den Discounted Cash Flow berechnen

$$\bo\text"Discounted Cash Flow" = (\text"Cash Flow"/\text"Zinssatz")*(1-\text"1"/\text"(1+Zinssatz)"^\text"Jahre")$$
Ergebnis berechnen

Dabei ist stets zu bedenken, dass der eigentliche Wert einer Firma nur dem Eigenkapitalanteil entspricht. Der Fremdkapitalanteil gehört meist der Bank.

Discounted Cash Flow-Modell – Innerer Wert von Aktie und Unternehmen

Mit dem Modell des Discounted Cash Flow kann ein Investor den Wert einer Firma und damit seiner Aktien bestimmen, in die er investiert hat.

Das Discounted Cash Flow-Modell ist Teil der Fundamentalanalyse und gehört zu den gebräuchlichen Methoden der Unternehmensbewertung.

Einem Anleger stehen zur Beurteilung von Aktien zwei Ansätze offen: Die Fundamantalanalyse, die sich auf die Qualität eines Unternehmens und somit einer Aktie richtet.

Und die technische Analyse, die den Zeitpunkt zum Aktienkauf anzeigt.

Wertbestimmung für Aktionäre mit dem Discounted Cash Flow

Zur Fundamentalanalyse wiederum stehen verschiedene Unternehmenskennzahlen zur Verfügung. Der Cash Flow und speziell das Discounted Cash Flow-Modell gehört dabei zu den wichtigsten Verfahren.

Dieses Modell bietet einem Investor die Möglichkeit, den aktuellen Kurswert einer Aktie mit ihrem inneren Wert zu vergleichen.

Auf dieser Basis kann er dann seine weiteren Handlungsentscheidungen treffen.

Der Wert, den ein Unternehmen bzw. eine Aktie für den Anleger hat, spiegelt sich auch im Begriff des Shareholder Value.

Discounted Cash Flow-Modell: Abzinsen künftiger Cash Flows

Der Geschäftswert, also der innere Wert, bestimmt sich durch die künftigen Cash Flows, die ein Besitzer des Unternehmens während seines Fortbestehens erwarten kann.Um es genauer einzugrenzen: Es geht um den Netto-Cash Flow, der über das künftige Firmenbestehen hinweg zu erwarten ist.

Aktienanalyse: Das sagt der Cashflow über Aktien aus

Kurs Cash Flow Verhältnis kurz KCS: Aktienkennzahl als Entscheidungshilfe

Das Kurs-Cash-Flow Verhältnis wird von professionellen Anlegern sehr gern eingesetzt, um die Bewertung von Aktientiteln miteinander zu vergleichen. Privatanleger hingegen vernachlässigen diese wichtige Kennzahl oftmals. Dabei ist die Ermittlung des Kurs-Cash-Flow-Verhältnis kein Hexenwerk und die Kennzahl bietet einige Vorteile gegenüber anderen Finanzkennzahlen.

Warum das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis bei Profis so beliebt ist

Das KCV, wie die Abkürzung für das Kurs-Cash-Flow- Verhältnis lautet, wird von vielen professionellen Anleger eingesetzt um festzulegen, in welche Unternehmen man investiert und in welche besser nicht. Ein Grund hierfür ist, dass die zugrundeliegende Größe des KCV, der Cash Flow ist. Dieser ist im Gegensatz zum Gewinn, der die Grundlage für das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist, weniger manipulierbar.

Während der Gewinn durch interne Vorgänge wie  Abschreibungen oder Rückstellungen beeinflusst wird, achtet der Cash-Flow nur auf die Geldsummen, die wirklich auf der Einnahmen- und Ausgabenseite verbucht werden.

Ein weiterer Vorteil des KCV liegt darin, dass auch Unternehmen, die noch keinen Gewinn erzielen, mit dem Wettbewerb verglichen werden können. Ohne Gewinn wäre die Bildung des KGV nicht möglich. Zur Bildung des KCV hingegen reicht ein positives EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) aus.

Den „richtigen“ Cash-Flow beachten

Die Tücke liegt aber wie so oft im Detail. Denn Cash-Flow ist nicht gleich Cash-Flow. In Geschäftsberichten großer Konzerne wird zumeist der freie Cash-Flow  als erstes angegeben. Dieser Wert ist durchaus wichtig, da er aussagt, wieviel freies Geld das Unternehmen für Investitionen oder zur Begleichung von Schulden erwirtschaftet hat. Allerdings fließen in den freien Cash-Flow auch Erträge aus Investitionstätigkeiten und aus Vermietung und Verpachtung mit ein. Erträge, die mit dem Kerngeschäft des Unternehmens nicht in direkten Zusammenhang stehen, können so das Ergebnis verwässern.

Um einen Vergleich mit dem Wettbewerb möglich zu machen, ist nur der operative Cash-Flow, also der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit, von Interesse. Dieser ist im Geschäftsbericht meist etwas weiter hinten zu finden.

Wichtige Kennzahl für Aktionäre: der free cash flow

In der Gunst von Aktionären rangieren Unternehmen ganz vorn, die auch in schwierigen Zeiten Gewinne erwirtschaften und diese vor allem auch regelmäßig Dividenden ausschütten. Das bedeutet, dass die Gesellschaft einen positiven free cash flow oder eingedeutscht einen freien Cash-flow vorweisen kann.

Die Aussicht positive Kennzahlen präsentieren zu können, lässt so manches Unternehmen seine kreative Ader aktivieren. Das gilt ganz besonders für die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Dagegen zeigt der free cash flow völlig ungeschönt, was in der Kasse der Aktiengesellschaft hängen geblieben ist.

Welche Positionen der free cash flow beinhaltet

Der free cash flow setzt sich zusammen aus dem Cash flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bereinigt um cash flow aus der Investitionstätigkeit. Der Cash flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit besteht u.a. aus dem Konzernüberschuss sowie der Zu- bzw. Abnahme der Rückstellungen, Forderungen und Verbindlichkeiten.

Zu dem cash flow aus der Investitionstätigkeit zählen die Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen, nicht-materiellen Vermögenswerten und Finanzanlagen. Entsprechend gehören die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Finanzanlagen und für an Dritte gewährte Darlehen ebenfalls dazu.

Die Differenz aus operativem Cash-Flow und dem Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit macht den betrieblichen free cash flow aus. Dieser gestattet Rückschlüsse auf die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.

Welche konkreten Hinweise der free cash flow liefert

Die Kennzahl kann in der Praxis nicht durch Bilanztricks manipuliert werden. Daher können die Hinweise, die aus dem free cash flow gezogen werden können, entsprechend als seriös angesehen werden.

Wenn dieser ausgeglichen ist, bedeutet dies in der Regel, dass die Gesellschaft seine Investitionen aus dem laufenden Mittelzufluss tätigen kann. Falls der betriebliche free cash flow positiv ist, bleibt sogar Geld für die Schuldentilgung oder eine Dividendenzahlung übrig.

Das Unternehmen ist bei einem negativen betrieblichen free cash flow gezwungen entweder flüssige Mittel für die Investitionen anzugreifen oder zusätzliche Kredite aufzunehmen. Die free cash flow macht allerdings keine Aussage darüber, ob die getätigten Investitionen sinnvoll sind.

Eine Gesellschaft, die regelmäßig einen positiven free cash flow präsentieren kann, ist in der Lage es seine langfristigen Strategien durchzusetzen und seine Position im Wettbewerb zu verbessern. Somit ist der free cash flow ein Indikator dafür, der das Wertpotenzial eines Unternehmens widerspiegelt.

Keine Schummeleien mit dem free cash flow

Vor allem bei Gesellschaften, die in einem Geschäftsjahr weniger erfolgreich waren, sind sie sehr beliebt. Es geht um Kennzahlen, die zu Teil erhebliche Bewertungsspielräume aufweisen. Hierbei werden oft die Indikatoren vorgestellt, die das Unternehmen am besten da stehen lassen.

Diese Möglichkeit bietet der free cash flow nicht. Daher ist dieser auch für Anleger besonders interessant, wenn es darum geht, ein solides Investment zu finden.

Beispielrechnung zur Ermittlung des Kurs-Cash-Flow-Verhältnis

Im Beispiel wird das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis für die Daimler AG berechnet. Grundlage der Berechnung ist der Geschäftsbericht der Daimler AG für das Jahr 2013, der auf der Homepage des Unternehmens jedermann frei zugänglich ist.

Auf Seite 2 des Geschäftsbericht finden sich der freie Cash-Flow mit 4842 Mio.€ angegeben, aber für die Berechnung des KCV wird ja der operative Cash-Flow benötigt. Also zum Inhaltsverzeichnis scrollen, hier findet sich die Information, dass die Kapitalflussrechnung auf Seite 189 des Dokuments veröffentlich ist.  Dort findet sich dann die benötigte Angabe „Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit“ 3285 Mio. €.

Diese Summe muss nun durch die Anzahl der Aktien geteilt werden um den Cash-Flow je Aktie zu erhalten. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien findet sich auf den Investor-Relation-Seiten der Daimler AG. Es ergibt sich ein Cash-Flow je Aktie von 3,07.

Setzt man nun diesen Wert und den Aktienkurs (Stand 22.04.2014) in oben genannte Formel ein, ergibt sich:

KCV = 68,78 / 3,07 = 22,40

Bewertung des Kurs-Cash-Flow-Verhältnis

Das so ermittelte KCV kann nun zur Hilfe für den Vergleich des Unternehmens mit anderen Werten aus der Branche eingesetzt werden. Je geringer das KCV ausfällt, desto günstiger ist das Unternehmen bewertet. Wichtig ist hierbei, dass wirklich nur Unternehmen aus derselben Branche betrachtet werden, da sonst Äpfel mit Birnen verglichen werden.

KCV: Die Mühe der Ermittlung kann sich lohnen

Die Ermittlung des KCV ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, als der Einsatz einiger anderer Aktienkennzahlen. Wer jedoch bei langfristigen Anlageentscheidungen auf der Suche nach den günstiger bewerteten Unternehmen einer Branche ist, der sollte die Mühe nicht scheuen. Mit ein wenig Recherche im Internet können Privatanleger so die gleichen Entscheidungsgrundlagen wie institutionelle Großanleger, Fondsmanager und Banken  zur Hand haben.

Filter für Schnäppchen

Bei der Suche nach günstigen Aktien liegt der Wendepunkt zwischen günstig und teuer bei KCV-Werten zwischen 15 und 18. Alles unter 15 gilt als attraktiv. Korrigiert die Börse nach unten, können stabile Wachstumsunternehmen zum Schnäppchen werden.

Als Anleger kann man das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis als Filter nutzen und Titel mit anhaltend niedrigem KCV aussuchen. Studien zeigen, dass sich damit der Gesamtindex durchaus schlagen lässt.

Einziger Haken: So wie die anderen Kenngrößen der Fundamentalanalyse beruht auch das KCV auf vergangenen Zahlen. Der Erfolg von gestern ist zwar ein Indiz, aber keine Garantie für die Zukunft.

Schwankungen inklusive

Beim KCV muss immer mit größeren Schwankungen gerechnet werden, je nachdem ob ein Unternehmen im großen Stil investiert oder Firmenwerte verkauft. Aufschlussreich ist dabei der Blick in den historischen Verlauf.

Stabile Titel mit positivem Cashflow zeigen vor allem eines: Das Unternehmen ist gesund und besitzt genügend Geld um zu investieren, zu wachsen und Dividenden auszuschütten. Je höher der Cashflow im Vergleich zum Aktienkurs desto besser.

Eine grobe Orientierung bieten folgende Richtwerte: Ein KCV zwischen 15 und 18 kann als fair betrachtet werden. Bei niedrigeren Werten ist das Papier eher günstig und umgekehrt. Allerdings muss dies innerhalb einer jeweiligen Branche betrachtet werden.

Außerdem sollte man stets im Voraus kalkulieren. Zwar gibt es bei Börsenkorrekturen und niedrigen Kursen durchaus Schnäppchen. Doch wenn der Cashflow danach sinkt, erhöht sich auch das KCV.

Werte schaffen für Aktionäre: Cash Flow Management

Ein gezieltes Cash Flow-Management ist die Basis, mit der Unternehmen ihre finanzielle Leistungskraft stärken können. Dies schafft Werte, was dem Betrieb und seinen Investoren gleichermaßen zugutekommt. Beim Cash Flow-Management geht es generell um die zielorientierte Gestaltung der Zahlungsströme im Unternehmen. Dies beinhaltet auch eine Cash Flow-Planung.

Aktionäre und Eigenkapitalgeber sollten darauf achten, wie hoch der Stellenwert des Cash Flow-Managements in einem Unternehmen ist. Die Bedeutung des Cash Flow hat sich zunehmend in den letzten Jahren gezeigt. Eine hohe Innenfinanzierungskraft macht unabhängiger von Banken und verschärften Kreditkonditionen. Außerdem sind genügend Liquiditätsreserven eine Absicherung für schlechtere Zeiten.

Werte wichtiger als Gewinne

Aus Sicht des Anlegers sind Werte wichtiger als Gewinne – Stichwort: Shareholder-Value. Jahresüberschüsse sagen im Grunde wenig über die Finanzkraft aus. Nicht selten lenken sie sogar von strukturellen Schwachstellen im Finanzmanagement ab. Wenn in Sachen Geldfluss und Liquidität nicht effizient und rationell gearbeitet wird, kann es durchaus passieren, dass sich die Zahlungsfähigkeit verschlechtert hat – trotz positiver Betriebsergebnisse.

Mehr dazu: Liquidität – für Unternehmen die Luft zum Atmen

Die Kunst besteht für ein Unternehmen darin, Liquidität und Betriebsergebnisse in Einklang zu bringen. Das Bindeglied hierfür ist der Cash Flow. Denn nur der zeigt, ob und inwieweit das Unternehmen Geld erwirtschaftet.

Chance und Herausforderung

Der Cash Flow hat für Anleger eine hohe Aussagekraft. Während der Gewinn oft auf eine niedrige Steuerbelastung hin zugeschnitten ist, lässt der Cash Flow wenig Raum für Manipulationen durch das Management. Für das Finanzwesen gerade in größeren Unternehmen stellt das Cash Flow Management eine gewisse Herausforderung dar.

Mehr dazu: Cashflow-Analyse in Geschäftsberichten: Dahin fließt das Geld

Denn die Berechnung der Ein- und Auszahlungen und deren Optimierung betrifft fast alle Bereiche in einem Betrieb. Und für die Berechnung des Cash Flow gibt es verschiedene Ansätze. Hinzu kommt, dass das Cash Flow-Management nicht nur die Beobachtung und Steuerung der Zahlungsvorgängen umfasst, sondern auch eine vernünftige Cash Flow-Planung. Bei Konzernen mit mehreren Geschäftsfeldern ist das Cash Flow-Management ohne automatisierte Verfahren kaum umsetzbar.

Börsennotierte Aktienunternehmen allerdings setzen diese Verfahren ein, um regelmäßig auf dem neuesten Stand zu sein und den Cash Flow entsprechend steuern zu können. Hier befasst sich oft sowohl die Abteilung Rechnungswesen als auch die Treasury mit dem Cash Flow. Die Treasury ist für das Disponieren und Anlegen von Firmengeld sowie für die Absicherung finanzieller Risiken zuständig.

Optimierte Verfahren und Strukturen

Dass das Thema Cash Flow in beiden Abteilungen angesiedelt ist, ergibt sich zwar aus deren Arbeitsbereich, führt aber häufig zu Überschneidungen und Abstimmungsproblemen. Das wiederum verursacht unnötigen Arbeitsaufwand, der bei genauer Betrachtung dem Gedanken eines effizienten Arbeitens zuwiderläuft.

Die Optimierung und Harmonisierung des gesamten Cash Flow-Managements im Konzern stellt von daher eine Herausforderung dar. Bei kleineren und mittleren Firmen sind die Vorgänge übersichtlicher. In der Regel wird der Cash Flow hier durch relativ wenige Größen bestimmt. Daher hält sich auch der Aufwand für das Cash Flow-Management in Grenzen.

Bei Aktienunternehmen sollte das Cash Flow-Management Teil einer Strategie sein, die sich auf den Erhalt und die Schaffung von Werten ausrichtet. Mit höherer Finanzierungskraft steigt in der Regel auch die Wettbewerbsfähigkeit, was sich letztlich auf den Aktienkurs auswirkt.

Die goldene Regel des Cash Flow nutzen

Wer dauerhaft Überrenditen erzielen möchte, muss dafür etwas an der Bilanz arbeiten.

Value-Investoren wie Warren Buffett, wie die erfolgreichsten Fondsmanager oder auch private Investoren aus unserem Nutzerkreis wissen das dank langer Erfahrung.

Denn: Spekulationsgewinne kommen und gehen, Überrenditen aber erzielen Sie nur bei unbemerkten Fehleinschätzungen. Immerhin gibt es aber Überrenditen, die Sie identifizieren können.

Die Kennzahl Cash Flow unterstützt Sie dabei: nutzen Sie die goldene Investorenregel.

Cash is King

Sinngemäß sagte schon Warren Buffett, der vermögendste Investor der Finanzgeschichte, dass es letztlich auf Cash ankommt. Wenn Sie in eine Unternehmensbeteiligung investieren, möchten Sie in aller Regel Geld verdienen. Die Angestellten “Ihres” Unternehmens sind für den nachhaltigen Geldfluss zuständig.

Daher messen Sie diesen Zufluss einfach, um unterbewertete Unternehmen zu finden. Im ganzen Anlageuniversum gibt es Unternehmen, deren Zahlungsmittel-Zufluss gigantisch ist, ohne dass die Börsen es feststellen.

Entscheidend sind zwei Fragen: wie viel Zahlungsmittel schafft das Unternehmen pro Geschäftsperiode heran? Wie gut verwendet es das Geld?

Zunächst zur Messgröße – so berechnen Sie den Cash Flow

Das Cash-Flow ist

der Jahresüberschuss

+    den Abschreibungen

+    ./. Zuschreibungen

+    Änderungen der Pensionsrückstellungen

+    Änderungen von Sonderposten mit Rücklagenanteil.

Die Herleitung bereinigt den Jahresüberschuss um die sonstigen Leistungen, die das Geschäftsjahr gebracht hat.

Die Abschreibungen mussten ja “finanziert” werden.

Buffetts Konzept: “Owner’s Earnings”

Nehmen Sie an, der Cash-Flow, der tatsächlich übrig bleibt, sei in Form von liquiden Mitteln vorhanden. Oder das betreffende Unternehmen kann das Vermögen zumindest liquidieren.

Dann könnten Sie verlangen, dass es dieses in Form von Dividenden vollständig an Sie ausgeschüttet.

Warren Buffett geht anders vor. Natürlich bleibt Geld im Unternehmen, damit es weiter investieren kann.

Also zieht er vom Cash-Flow die Sach- und Erhaltungsinvestitionen wieder vom Ergebnis ab. Dies ist ja quasi der Verbrauch, der sich in der Zukunft ergibt, um weiter zu verdienen.

Dann sieht die Rechnung so aus:

Gewinn

+ Abschreibung

./. notwendige Investitionen

= Owner’s Earnings.

Den übrig bleibenden Betrag können Sie dann auf das im Unternehmen in der Bilanz auftauchende Eigenkapital beziehen. 100 Euro Owner’s Earnings nach Buffett bei einem Eigenkapital (Vermögen./.Verbindlichkeiten) von 500 Euro bringen eine Rate von 20%.

Genau mit diesem Konzept des “Owner’s Earnings” verdient Buffett sein Geld. Er prüft einfach, ob das Unternehmen das Geld sinnvoll verwendet, wenn es das nicht ausschüttet.

Sein Maßstab ist das Geld.

Das Unternehmen muss innerhalb von 10 Jahren aus jedem Euro einen Mehr-Euro geschaffen haben.

Also: Einbehaltene Gewinne + zusätzlicher Marktwert ergeben einen Faktor. Sie teilen dafür einfach den zusätzlichen Mehrwert durch die einbehaltenen Gewinne.

Beträgt der Faktor mehr als „1“, können Sie laut der goldenen Regel investieren.

Firmenbewertung und Unternehmensanalyse mittels Cash Flow

Cashflow-Analyse in Geschäftsberichten: Dahin fließt das Geld

Die tiefsten Einblicke in den Erfolg eines Unternehmens erhalten Sie bei der Betrachtung der Kapitalflussrechnung, der so genannten Cashflow-Rechnung. Sie besteht im Wesentlichen aus 3 Teilen:

  • Cashflow aus laufendem Geschäft (operativer Cashflow),
  • aus Investitionstätigkeit und
  • aus Finanzierungstätigkeit.

Betrachten Sie hauptsächlich den Cashflow aus der betrieblichen (operativen) Tätigkeit. Er ist für die Analyse des Unternehmenserfolgs am wichtigsten. Hier sehen Sie alle Ein- und Auszahlungen, die Beschaffung, Produktion, Verwaltung und den Absatz betreffen.

Den Aufwendungen (Reinvermögensminderungen) werden dabei die Erträge (Reinvermögensmehrungen) gegenüber gestellt.

Berechnung des operativen Cashflow

Jahresergebnis +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen +/- Änderungen bei Rückstellungen +/- Verlust/Gewinn aus Veränderungen beim Anlagenbestand +/-Abnahme/Zunahme bei Vorräten sowie Forderungen +/- Abnahme/Zunahme aus Verbindlichkeiten = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Haken: Im Jahresbericht ist die Betrachtungsperiode von 12 Monaten sehr lang. Zahlungsengpässe oder eine mögliche Insolvenz können oft kaum erkannt werden.

Daher sollten Sie stets auch die Halbjahres- und – falls verfügbar – die Quartalsberichte aufmerksam studieren. Bei negativen operativen Cashflows über mehrere Quartale hinweg ist Vorsicht angebracht.

Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung am Beispiel Adidas 2005

Kapitalfluss veräußerter Gesellschaftenin Tausend €
Flüssige Mittel10358
Vorräte218769
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände271108
Sachanlagen49694
Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögensegegenstände138902
Finanzanlagen und sonstige langfristige Vermögensgegenstände239
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten-202066
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten0
Langfristife Finanzverbindlichkeiten-9865
Gesamtwert der veräußerten Vermögensgegenstände477139
flüssige Mittel der veräußerten Gesellschaften-10358
Gesamtwert der veräußerten Vermögensgegenstände/abzüglich flüssiger Mittel466781

Zum 30.September 2005 wurde das Salomon Geschäftssegment veräußert. Der Marktwert des Nettovermögens entsprach grundsätzlich in etwa dem Buchwert des veräußerten Nettovermögens. Das Vermögen und die Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Veräußerung stellen sich wie folgt dar:

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist unter anderem Eigenkapitalzuführungen aus, wie sie bei Kapitalerhöhungen erfolgen. Auch die für Anleger so wichtige Dividende wird hier aufgeführt, ebenso wie Änderungen beim Fremdkapital, etwa die Aufnahme von Krediten.

Adidas verzeichnete 2005 einen außergewöhnlich hohen Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit. Grund war vor allem die Kapitalerhöhung im November, die fast 639 Mio. € in die Kassen des Sportartiklers brachte.

Tipp: Erläuterungen zu einzelnen Positionen finden Sie entweder im Lagebericht des Konzerns oder im Anhang des Geschäftsberichts.

Unternehmensanalyse: Aus dem Cashflow abgeleitete Kennziffern

Mit diesem grundlegenden Wissen über den Cashflow können Sie eigene Schlüsse über den Erfolg des betrachteten Unternehmens ziehen. Nutzen Sie dazu die folgenden Kennziffern.

  • Cashflow/Gewinn-Relation

Steigt der Jahresüberschuss in der Gewinn- und Verlustrechnung bei stagnierendem Cashflow deutlich an, so kann das etwa mit der Auflösung von Rückstellungen erklärt werden.

Wichtig ist dabei nach Möglichkeit der Vergleich über mehrere Perioden hinweg, um unterschiedliche Entwicklungen noch besser erkennen zu können.

  • Entschuldungsgrad

Teilen Sie zur Ermittlung den operativen Cashflow durch das Fremdkapital abzüglich der liquiden Mittel. Das Ergebnis gibt die Zahl der Jahre wieder, bis das Unternehmen schuldenfrei ist. Je niedriger diese Zahl ausfällt, desto besser.

  • Innenfinanzierungskraft

Setzen Sie den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ins Verhältnis zum Cashflow aus Investitionstätigkeit. Damit können Sie die Frage klären, zu welchem Teil die Investitionen durch laufende Einnahmen gedeckt sind. Je höher dieser Wert ausfällt, desto besser.

  • Kurs/Cashflow-Verhältnis

Das KCV wird gern für die Analyse von Aktieninvestments herangezogen. Das Problem: Kurzfristig schwankende Daten – nämlich der Aktienkurs – werden ins Verhältnis zu langfristig ermittelten Werten gesetzt.

Nutzen Sie den Wert daher nur zur groben Orientierung und im Vergleich mit anderen Unternehmen der gleichen Branche.

Tipp: Nutzen Sie diese Kennziffern nur für Ihre Orientierung. Da sie auf der rückwärts gerichteten Betrachtung im Jahresbericht abgeleitet werden, sind sie keine Garantie für erfolgreiches Wirtschaften und damit auch nicht für steigende Aktienkurse.

Cash Flow-Leistungsrate – Was vom Umsatz in der Kasse bleibt

Die Cash Flow-Leistungsrate zeigt an, wie viel Prozent von der Gesamtleistung eines Unternehmens für Finanzierungen zur Verfügung stehen.

Sie ist aussagekräftiger als die Umsatzrentabilität.

Zusammen mit der Gesamtkapitalrendite kann sich jeder Anleger schnell einen Überblick über die finanzielle Leistungsfähigkeit und Ertragslage eines Unternehmens verschaffen.

Finanzielle Leistungsfähigkeit

Die Cash Flow-Leistungsrate ist ein Beispiel dafür, wie die Kennzahl eines Unternehmens in Bezug zum erwirtschafteten Geld gesetzt wird.

Der Cash Flow richtet sich stets auf die finanzielle Ertragskraft.

An ihm zeigt sich, inwieweit eine Firma in der Lage ist, sich aus eigener Kraft selbst zu finanzieren.

So kann es durchaus sein, dass trotz guter Betriebsergebnisse die Liquidität auf der Strecke bleibt.

Zwar gibt es auch Liquiditätskennzahlen, doch anders als die bezieht sich der Cash Flow auf eine definierte Abrechnungsperiode.

Ein niedriger Cash Flow ist ein Warnsignal dafür, dass zu wenig Kapital im Unternehmen hängen bleibt.

Der Cash Flow ist also eine entscheidende Größe, mit der auch andere Kennzahlen im Zusammenhang stehen. Damit ist er eine Art Bindeglied zwischen Liquidität und Erfolg.

Cash Flow-Leistungsrate im Kontext

Vor diesem Hintergrund können Investoren und Unternehmen die Ertragslage besser einschätzen  und es ist eine gute Unternehmensanalyse. Es geht um die Beurteilung von Rentabilität und finanzieller Leistungsfähigkeit. Dafür sind wesentlich zwei Kennzahlen interessant: Die Gesamtkapitalrentabilität und die Cash Flow-Leistungsrate.

Mehr dazu: Gesamtkapitalrentabilität: Interpretation

Üblicherweise wird davon ausgegangen, dass ein Anleger mit der Rentabilitätsrechnung herausfinden kann, wie erfolgreich ein Unternehmen mit dem Kapital gewirtschaftet hat, das ihm zur Verfügung steht.

Dazu gehört die Berechnung des Gesamtkapitalrentabilität und mit ihr die Umsatzrentabilität.

Eine gute Gesamtkapitalrentabilität wird als Zeichen für die Qualität des Managements verstanden. Immerhin gehört zur effizienten Gewinnerzielung auch das Eigenkapital und damit das Geld des Anlegers.

Bei der Berechnung wird dem Jahresüberschuss der Zinsaufwand hinzugerechnet und das Ganze durch die Höhe des Gesamtkapitals geteilt. Das Ergebnis multipliziert mit 100 ergibt die Rendite in Prozent.

Die Effizienz im operativen Geschäft wird zusätzlich durch die Umsatzrentabilität verdeutlicht.

Hier zeigt sich, wie viel Umsatz mit dem vorhandenen Kapital gemacht wurde. Zur Berechnung wird der Jahresüberschuss durch den Umsatz geteilt. Je höher das Ergebnis, desto besser.

Mehr dazu: Umsatzrentabilität: Die Formel zur operativen Ertragskraft

Cash Flow-Leistungsrate – aussagekräftiger als Umsatzrentabilität

Doch dies ist nur eine Betrachtung. Damit ist aber noch nicht die Frage beantwortet, ob und wie viel Geld vom Umsatz dem Unternehmen zur Innenfinanzierung zur Verfügung steht.

Oder negativ abgegrenzt: Wie viel Umsatz ist nötig, um keine Liquidität zu verlieren?

An dieser Stelle setzt die Cash Flow-Leistungsrate an. Errechnet wird sie, indem man den Cash Flow durch die Gesamtleistung teilt. Dabei entspricht die Gesamtleistung als Betriebsleistung dem Umsatz.

Ein Vorteil gegenüber der Umsatzrentabilität besteht unter anderem darin, dass nicht der Gewinn, sondern der Cash Flow ins Verhältnis zum Umsatz bzw. der Betriebsleistung gestellt wird.

Denn der Cash Flow ist im Vergleich zum Gewinn eigentlich die härtere Währung.

Er ist nicht manipulierbar. So werden bei seiner Berechnung etwa die beeinflussbaren Abschreibungen herausgerechnet.

Mit der Cashflow-Leistungsrate ist klar erkennbar, wie viel Prozent vom Umsatz im Unternehmen verbleibt.

Dieses Geld steht für Investitionen, zur Kapitaltilgung oder Gewinnausschüttung zur Verfügung. Obendrein zeigt sie, welche Preisschwankungen der Betrieb in Kauf nehmen kann, ohne Liquiditätsengpässe zu befürchten.

Trotz der Vorzüge der Cash Flow-Leistungsrate bleibt die Umsatzrentabilität eine wichtige Kennziffer, wenn es um den Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche geht.

Fazit

In der Betrachtung von Gesamtkapitalrendite und Cash Flow-Leistungsrate zeigt sich sowohl die Rentabilität als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.

Cash Flow-Planung – Krisen erkennen und Innenfinanzierungskraft stärken

Die Cash Flow-Planung gibt einem Unternehmen rechtzeitig den Überblick darüber, inwieweit künftig Geld vorhanden ist oder benötigt wird.

Die Auswirkungen auf Investoren zeigen sich zum Beispiel dann, wenn in der Planung der Kapitalstruktur ersichtlich wird, dass ohne zusätzliches Fremdkapital die Wettbewerbs- bzw. Überlebensfähigkeit gefährdet ist.

In diesem Fall wäre unter Umständen eine Kapitalerhöhung notwendig.

Vorschau auf den Kapitalfluss

Die Cash Flow-Planung eines Unternehmens ist nichts anderes als das vorausschauende Handeln in Bezug auf die Ertragskraft.

Dabei geht es nicht um die Erzielung von Umsätzen und Gewinnen, sondern darum, wie viel Geld erwirtschaftet werden kann – der Kapitalfluss also, genannt Cash Flow.

Geht die Rechnung, sprich die Planung, auf, so kann am Ende ein hoher Cash Flow zeigen, dass ausreichend Liquidität geschaffen wurde.

Er zeugt dann von hoher Innenfinanzierungskraft und macht unabhängiger von Fremdkapital und Bankkrediten.

Gleichzeitig erhöht er die Bonität eines Unternehmens und eröffnet weitere Finanzierungsmöglichkeiten für zusätzliches Wachstum.

Noch vor der letzten Wirtschaftskrise wurde der Cash Flow als Kennzahl eher vernachlässigt. Und zwar sowohl bei den Firmen als auch aus Sicht der Anleger. Dies änderte sich jedoch, als die Rahmenbedingungen für Bankkredite schlechter wurden.

Cash Flow-Planung gewinnt an Bedeutung

Seitdem ist zu beobachten, dass Unternehmen, die sich um ihre Cash Flow-Planung kümmern, erfolgreicher sind.

Zudem haben sich mittlerweile die Anforderungen und Standards an ein Cash Flow-Reporting größerer Unternehmen verschärft. Insofern gehört bei börsennotierten Konzernen die Cash Flow Planung ohnehin zum Programm.

Außerdem muss der Kapitalmarkt mit potenziellen Investoren von der eigenen Liquidität und Innenfinanzierungsfähigkeit überzeugt werden.

Zur Cash Flow Planung gehört die ständige Beobachtung, wie sich der Cash Flow entwickelt. Der aktuelle Wert  lässt sich mit Hilfe einfacher Formeln berechnen. Nimmt der Cash Flow ab, so werden weniger Werte geschaffen.

Gleichzeitig sinkt die Fähigkeit des Unternehmens, seine Schulden zu tilgen. Damit steigt auch der Grad der Verschuldung. Umgekehrt das Bild bei steigenden Werten. Damit ist die Cash Flow Planung eine Früherkennung von Liquiditätskrisen.

Cash Flow-Planung, Cash Flow-Forecast

Viele Konzerne erstellen eine monatliche Kapitalflussrechnung. Die Kennzahlen beziehen sich vor allem auf den Free Cash Flow und den Operating Cash Flow.

Gerade bei großen Unternehmen mit verschiedenen Geschäftsfeldern jedoch ist eine monatliche Berechnung mit relativ hohem Aufwand verbunden. Automatisierte Verfahren stellen hier eine große Hilfe dar.

Die Kennzahlenermittlung, das Cash Flow-Reporting, ist zusammen mit der Cash Flow-Planung die Grundlage für eine umfassende Cash Flow-Steuerung.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Cash Flow-Forecast und der Planung. Der Cash Flow-Forecast ist die Liquiditätsvorschau bis zu einem Jahr.

Die Cash Flow-Planung bezieht sich auf mehrere Jahre.

Die Qualität und Treffsicherheit der Planung ist auf kürzere Sicht höher als bei der Vorschau auf einen längeren Zeitraum.

Cash Flow-Steuerung zur Cash Flow-Planung

Teil der Cash Flow-Planung ist die Cash Flow-Steuerung. Die verschiedenen Möglichkeiten zur Sicherung der Liquidität und der Optimierung der Kapitalbindung sollen helfen, die Planwerte zu erreichen.

Die Kunst bei der Cash Flow-Planung liegt unter anderem darin, die jeweiligen Cash Treiber auszumachen und effizient zu steuern.

Ein Insiderblick auf die UnternehmensbewertungWie funktioniert eine Unternehmensbewertung? Ein Überblick zu Methoden und Instrumenten. › mehr lesen

Die Cash Flow-Planung hat das Ziel, Werte zu schaffen, auch für die Investoren. Das ist der Fall., wenn der Cash Flow positiv ist. Ist er negativ, so werden Werte vernichtet – auch bekannt unter dem Begriff der Geldverbrennung.

Die Cash Flow-Planung ist Teil des Cash Flow-Managements.

Eine gute Cash Flow-Planung bietet die Chance, Liquiditätskrisen zu erkennen und die Innenfinanzierungskraft zu stärken. Unternehmen, die dabei automatisierte statt manueller Verfahren einsetzen, haben aufgrund der höheren Genauigkeit die Nase vorn.

Formel zum Finanz-Check: Cashflow Berechnung

Die Berechnung des Cash Flow ist sozusagen die Formel zum finanziellen Gesundheits-Check eines Unternehmens.

Der Cash-Flow gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn mehr als der reine Gewinn gibt der Cash Flow Auskunft darüber, ob und inwieweit das Unternehmen Geld erwirtschaftet hat.

Und das in Reinform. Der Cash-Flow ist eine Kennzahl, die keinen Raum für Manipulationen seitens des Managements gibt. Sie ist gerade auch für Investoren und Aktionäre wichtig.

Nicht zuletzt deswegen, weil sie zeigt, ob die Finanzkraft ausreicht, um Schulden zu tilgen, Dividenden auszuschütten oder aus eigener Kraft zu wachsen.

Cashflow- Geldvermehrung oder Geldverbrennung?

Die Bedeutung eines positiven Cash-Flow lässt sich wohl am besten mit dem Gegenteil aufzeigen – dem negativen Cash-Flow. Und der ist landläufig auch als Geldverbrennung bekannt, was den Konzernabschluss belastet. Für den Aktionär gibt es verschiedene Ebenen zur Berechnung, wie sich der Cash-Flow auf sein Engagement auswirkt. Und auf jeder Ebene gibt es eine einfache Formel.

In Bezug auf seine Aktien wäre da zunächst die Kennzahl: Cash-Flow je Aktie. Die bezeichnet die Verteilung des Geldzuwachses auf die einzelnen Aktien eines Unternehmens.

Sie zeigt also letztlich die Ertragskraft pro Wertpapier. Der Cash-Flow je Aktie eignet sich gut zum Vergleich verschiedener Unternehmen einer Branche.

Die Formel zur Berechnung des Cash-Flow je Aktie

Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit / gesamte Aktienanzahl = Cash-Flow je Aktie

Der Cash-Flow je Aktie ist dann die Grundlage für die nächste Betrachtung: Das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCF). Diese liquiditätsbezogene Aktienkennzahl zeigt das Verhältnis von Aktienkurs zum Cash-Flow je Aktie an. Der KCF eignet sich ebenfalls zur Einschätzung der Ertragskraft und zum Vergleich verschiedener Unternehmen.

Die Formel zu Berechnung des Kurs-Cash-Flow-Verhältnisses

Aktienkurs / Cash-Flow je Aktie = KCF

Das alles funktioniert aber nur, wenn man den Grundwert kennt: Den Cash-Flow selbst. Für dessen Berechnung gibt es vorwiegend zwei Möglichkeiten: Die direkte oder die indirekte Methode.

Mit den Cash-Flow-Kennzahlen können Analysten und Aktionäre die Finanzkraft „ihres“ Unternehmens besser einschätzen als mit anderen Kennzahlen. Eines sollte man jedoch bedenken: Der Cash-Flow ist durchaus schwankungsanfällig und kann im Jahresvergleich stärker variieren.

Bank überzeugen und Kredit bekommen: Stärkstes Argument ist der Cashflow

Die Berechnung der Kennzahl „Erweiterter-Cash-Flow“ gibt Auskunft über die Kapitaldienstfähigkeit und zeigt wie der Konzernabschluss von Unternehmen zu werten ist. Die Kapitaldienstfähigkeit wiederum ist ausschlaggebend für die Bonität und Kreditwürdigkeit.

Generell zeigt der Cash-Flow die Ertrags- bzw. Finanzkraft eines Unternehmens. Anders als der Bilanzgewinn ist er eine Kennzahl, die keinen Manipulationen und Beschönigungen unterliegt.

Diese wichtige Kennzahl gibt es in verschiedenen Ausprägungen – abhängig vom jeweiligen Schwerpunkt einer Unternehmensbewertung. Der Netto-Cash-Flow zum Beispiel zeigt das Potenzial der Innenfinanzierung. Er ist unter anderem Basis für die Berechnung, wie lange ein Unternehmen zur Rückzahlung eines Kredits braucht.

Doch damit ein Unternehmen überhaupt einen Kredit bekommt, müssen die Zahlen des erweiterten Cash-Flows stimmen. Dieser entspricht der Berechnung der Kapitaldienstgrenze. Das ist die maximale Belastung aus Zins und Tilgung, die ein Betrieb leisten kann.

Die Ermittlung des Cash-Flow als absolute Zahl ist wenig aussagekräftig.

Erst wenn Sie den Cash-Flow ins Verhältnis zu anderen Werten setzen, erhalten Sie aussagefähige Kennzahlen, die auch von der Bank zur Bewertung herangezogen werden.

Die Cash-Flow-Kennzahl, die am weitesten verbreitet ist und die größte Aussagekraft bezüglich der Bonität hat, ermittelt den „Dynamischen Verschuldungsgrad“, das heißt, sie zeigt die „Kredittilgungsdauer“ Ihres Unternehmens.

Sie setzen Ihr Fremdkapital (Bilanzsumme abzüglich Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel) ins Verhältnis zum Brutto Cash-Flow und errechnen so Ihre Kredittilgungsdauer.

Die folgende Zusammenstellung zeigt die Bewertung, wie sie im Regelfall von den Banken vorgenommen wird.

Kennzahl sehr gut gut mittel schlecht sehr schlecht insolvenzgefährdet 1 2 3 4 5 6 Kredittilgungs- unter 3 3 bis 5 5 bis 10 10 bis 20 20 bis 30 über 30 dauer (in Jahren)

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Berechnung „Erweiterter Cash-Flow“ zeigt Kapitaldienstfähigkeit

Die Kapitaldienstfähigkeit hat somit die zukünftige betriebswirtschaftliche Situation des Unternehmens im Auge. Immerhin muss es in der Lage sein, den Kapitaldienst regelmäßig zu erbringen. Die Frage ist also: Wird das operative Geschäft genügend Geld erwirtschaften, um Zins und Tilgung zu zahlen?

Der Ausgangspunkt für die Berechnung eines nachhaltigen Kapitaldienstes ist der erweiterte Cash-Flow (ECF). Er ist auch als Banken-Cash-Flow bekannt.

Die Daten zur Berechnung des erweiterten Cash-Flow finden sich im Jahresabschluss oder in der betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA).

Erweiterter Cash-Flow: So wird gerechnet

Ein erweiterter Cash-Flow berechnet sich so: Zum Jahresübeschuss bzw. Jahresfehlbetrag werden Abschreibungen auf Sachanlagen hinzugerechnet. Ebenso Erhöhungen von Rückstellungen und Pensionen. Entsprechende Verminderungen werden abgezogen.

Außerordentliche Erträge und Aufwendungen bleiben außen vor. Außerordentliche Erträge wären zum Beispiel Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen oder Kursgewinne von Aktien. Außerordentliche Aufwendungen sind etwa Forderungsausfälle oder unerwartet hohe Reparaturkosten für Betriebsanlagen.

Das Ergebnis ist der verfügbare Cash-Flow, also das Geld, das aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet wurde. Anschließend werden bereits bezahlte Zinsen hinzugerechnet.

Diesem erweiterten Cash-Flow werden dann sämtliche Kapitaldienste gegenübergestellt. Dazu gehören etwa Zinsen und Tilgungen aus bestehenden und neuen Finanzierungen.

Teilweise werden auch noch Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen in die Berechnung mit einbezogen. Auch hier muss der Kapitaldienst tragbar sein und ein Überschuss verbleiben.

Berechnung „Erweiterter Cash-Flow“ – Einsatzgebiete

Verwendet wird ein erweiterter Cash-Flow für den Kapitaldienst an Banken, aber auch für Entnahmen oder Ausschüttungen, Investitionen und Reinvestitionen.

Die erwirtschafteten Mittel erhöhen sich um eventuelle Einlagen und verringern sich vor allem durch Entnahmen, Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie Ersatzinvestitionen.

Die Differenz zwischen diesen Ausgaben bzw. Einnahmen und dem erweiterten Cash-Flow ist die Kapitaldienstgrenze.

Wenn man nun davon die bereits geleisteten Zins- und Tilgungszahlungen abzieht, erhält man die sogenannte „nicht ausgeschöpfte“ Kapitaldienstgrenze.

Das ist dann der Betrag, der für zusätzliche Kredite zur Verfügung steht. Dieser Betrag darf aber den neuer Verpflichtungen nicht unterschreiten. Ist er negativ, so ist das Unternehmen nicht kapitaldienstfähig.

Die Berechnung des erweiterten Cash-Flow dient der Bewertung einer Kapitaldienstfähigkeit, die sich auf einen möglichst langen Zeitraum bezieht.

Wenn Sie heutzutage Ihre Bank davon überzeugen wollen, dass sie Ihnen ohne Risiko Kredit zur Verfügung stellen kann, dann gelingt Ihnen dies mit dem Angebot, besonders gute Sicherheiten zu stellen, nicht mehr.

Ihr Banker wird damit argumentieren, dass die Bewertung von Sicherheiten für ihn problematisch sei und selbst die besten Immobilien nicht immer die Preise bringen würden, die man erwarte.

Sicherheiten, gleich welcher Kategorie, sind für Ihre Bank zwar nicht gänzlich uninteressant, stehen jedoch nicht in der ersten Reihe, wenn es darum geht, eine gute Bonität zu beweisen.

Mehr wert als die besten Sicherheiten ist Ihrer Bank der Nachweis, dass Ihr Unternehmen in der Lage ist, den aufzunehmenden Kredit aus laufenden Überschüssen zu verzinsen und auch wieder zurückzuzahlen.

Für Ihre Bank ist bedeutsam, dass Sie in Ihrem normalen Geschäft so viel verdienen bzw. an Überschuss erwirtschaften, dass der Kapitaldienst für Sie kein Problem ist und Sie noch über einen ausreichenden Liquiditätsüberschuss verfügen.

Diese Situation können Sie am besten anhand einer Cash-FlowRechnung belegen, denn anhand Ihres Cash-Flow – des finanzwirtschaftlichen Überschusses – können Sie am besten die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens in puncto Kreditwürdigkeit dokumentieren.

Wie Sie weitere Cash-Flow-Kennzahlen zur Beurteilung Ihrer finanzwirtschaftlichen Lage einsetzen

Setzen Sie den Cash-Flow ins Verhältnis zum Gesamtkapital, ermitteln Sie die Kapitalrentabilität. Setzen Sie ihn in Relation zum Umsatz, ermitteln Sie die Umsatzrentabilität.

Beide Werte gewinnen dann besondere Aussagekraft, wenn sie zusätzlich ins Verhältnis zu den jeweiligen Branchenwerten gesetzt werden.

Daneben können Sie Ihre Selbstfinanzierungsquote bei Investitionen ermitteln. Je höher Ihre Selbstfinanzierungsquote ist, umso günstiger wird dies von der Bank beurteilt.

Beispiel: So ermitteln Sie mit der Kennzahl „Kredittilgungsdauer“ Schwachstellen und verbessern Ihre Finanzierung

Am Beispiel der „Kredittilgungsdauer“ zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Kennzahl ermitteln, interpretieren und für Verbesserungen nutzen können.

Die Vorgehensweise bei der Kennzahl „Kredittilgungsdauer“ steht beispielhaft auch für die anderen Kennzahlen, mit denen Sie ähnlich verfahren können.

Sie errechnen für Ihren Betrieb die Kennzahl „Kredittilgungsdauer“. Diese Kennzahl setzt die Summe Ihres Fremdkapitals ins Verhältnis zum Brutto-Cash-Flow und zeigt Ihnen, in welchem Zeitraum Ihr Unternehmen aufgenommene Kredite wieder zurückzahlen kann.

Nehmen wir an, die Zahlenreihe zeigt Ihnen, dass sich die Schuldendienstfähigkeit Ihres Unternehmens von Jahr zu Jahr verschlechtert hat. Dies hat zur Folge, dass auch Ihre Bank die Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens schlechter beurteilt.

Auf Grund dieser Feststellung sollten Sie weitere Überprüfungen vornehmen, denn Sie wollen und müssen eine Verbesserung erreichen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Ihr Fremdkapital ist zu hoch oder Ihr Cash-Flow ist zu niedrig.

Zunächst sollten Sie die Position Fremdkapital näher beleuchten und überlegen, ob und in welchem Umfang Sie Fremdkapital abbauen können.

Da Sie mit dem Fremdkapital sowohl Anlage- als auch Umlaufvermögen finanzieren, sollten Sie prüfen, ob Sie nicht durch die Reduzierung von Anlage- und Umlaufvermögen zu einem Abbau von Fremdkapital kommen können.

Fragen zum Anlagevermögen

  • Ist Ihr Anlagevermögen in vollem Umfang betriebsnotwendig? Können Sie nicht betriebsnotwendiges Anlagevermögen verkaufen, um Fremdkapital abzubauen? Können Sie sich über Sale-and-lease-back von Anlagevermögen trennen? Würden Sie mit Sale-and-lease-back durch die Freisetzung von stillen Reserven zusätzliche Liquidität gewinnen, um Fremdkapital abbauen zu können? Ist bei Sale-and-lease-back die Leasingrate höher/niedriger als Ihre bisherige Kapitaldienstrate?

Fragen zum Umlaufvermögen

  • Können Sie Material-/Warenvorräte reduzieren? Ist der von Ihnen erzielte Lagerumschlag besser/schlechter als der Branchenwert?

  • Können Sie über einen limitierten Wareneinkauf Ihren Lagerumschlag verbessern? Können Sie mit einzelnen Lieferanten die Lieferung auf Kommission vereinbaren? Nach wie viel Tagen zahlen im Durchschnitt Ihre Kunden die Rechnungen? Können Sie Ihre Kundenforderungen reduzieren? Können Sie durch Zahlungsanreize, beispielsweise durch Skontogewährung, das Kundenziel verkürzen? Verfügt Ihr Betrieb über ein funktionierendes Mahnwesen? Können Sie durch den Einsatz von Factoring Ihren Bedarf an kurzfristigem Fremdkapital reduzieren?

Ihre Antworten auf diese Fragen zeigen meist Verbesserungsmöglichkeiten auf. Wenn Sie Anlage- und/oder Umlaufvermögen abbauen können, reduzieren Sie automatisch auch Ihr Fremdkapital und erreichen somit eine günstigere Relation.

Wenn Sie beispielsweise auf Grund einer dieser Maßnahmen Ihr Anlagevermögen um 150.000 € verringern können, vermindert sich auch Ihr Fremdkapital um diesen Betrag.

Folge: Sie haben nicht weniger Fremdkapital. Bei einem unveränderten Netto Cash-Flow errechnet sich nur noch eine geringere Kredittilgungsdauer.

Können Sie zusätzlich noch Umlaufvermögen reduzieren, verbessert sich die Kredittilgungsdauer nochmals. Haben Sie zum Beispiel bisher einen Lagerumschlag von 1,5-mal erzielt und erhöhen diesen durch Lagerabbau auf 2,0-mal, dann reduzieren Sie bei einem Material-/Wareneinsatz von 1 Mio. € Ihren Bestand um rund 167.000 €.

Wenn Sie durch ein strafferes Mahnwesen und zusätzliche Skontoanreize Ihre Kunden veranlassen können, ihre Rechnungen schneller zu regulieren, bauen Sie Kundenforderungen und damit weiteres Fremdkapital ab.

Wenn Sie also Ihren Material-/Warenbestand um 167.000 € und Ihre Kundenforderungen um 66.000 € abbauen können, verringern Sie Ihr Fremdkapital wie folgt:

Die Entwicklung des Fremdkapitals Ursprüngliches Fremdkapital 2.214.765 õ – Abbau Anlagevermögen 150.000 õ – Abbau Material-/Warenbestand 167.000 õ – Abbau Kundenforderungen 66.000 õ = Summe Fremdkapital 1.831.765 õ

Bei einem unveränderten Netto-Cash-Flow verbessert sich die rechnerische Kredittilgungsdauer auf 8,7 Jahre. Ein deutlich besserer Wert als die bisherigen 10,5 Jahre.

Relation: Netto-Cash-Flow zu Effektivverschuldung

Wenn Sie an die Stelle des Brutto-Cash-Flow den Netto-Cash Flow rücken, setzen Sie den Teil Ihres Überschusses ein, der Ihnen tatsächlich zur Rückzahlung von Krediten zur Verfügung steht.

Um Ihre Netto-Kredittilgungsdauer zu ermitteln, sollten Sie von Ihrer Gesamtverschuldung noch die liquiden Mittel und die kurzfristigen Kundenforderungen abziehen. Jetzt haben Sie Ihre Effektivverschuldung errechnet.

Wenn Sie diese Positionen in Relation zum Netto-Cash-Flow setzen, ermitteln Sie die Netto-Kredittilgungsdauer.

So erbringen Sie den Nachweis Ihrer Kapitaldienstfähigkeit auch für zusätzliche Kredite

Für Ihre Bank ist besonders wichtig, ob Sie den Kapitaldienst dauerhaft und sicher leisten können. Diesen Nachweis können Sie am besten anhand des „frei verfügbaren Netto-Cash-Flow“ erbringen.

Berechnungsschema Cash-Flow Netto-Cash-Flow – bereits vereinbarte Kredittilgungen = frei verfügbarer Netto-Cash-Flow

Beispiel: Sie erwirtschaften einen frei verfügbaren Netto-Cashflow von 150.000 € und haben Kredittilgungen in Höhe von 80.000 € jährlich vereinbart. Ihre Fähigkeit, den Kapitaldienst zu leisten, beträgt 187,5%. Ein Wert, der Ihrer Bank Sicherheit signalisiert.

Sie sollten einen Wert erreichen, der deutlich über 100% liegt, denn nur dann verfügen Sie über ausreichend hohe Reserven, um Ihrer Bank darzustellen, dass Sie ein sicherer Kreditnehmer sind.

Liegt dagegen die Kennzahl „Kapitaldienstfähigkeit“ unter 100%, sieht die Bank sofort, dass Sie Schwierigkeiten mit der Kreditrückzahlung haben.

Checkliste: Wie Sie den Cash-Flow zur Beurteilung der Bonität und zum Beweis Ihrer Kapitaldienstfähigkeit einsetzen können

Beachten Sie bei Ihrer Kreditargumentation, dass die Kreditsicherheiten für die Bank nicht die ausschlaggebende Rolle spielen.

Argumentieren Sie mit einem guten Cash-Flow, wenn Sie mit Ihrer Bank über Kredite sprechen. Ein guter Cash-Flow überzeugt die Bank davon, dass Sie in der Lage sind, Zinsen und Tilgung für Ihre Kredite zu verdienen.

Unterscheiden Sie bei Ihrer Cash-Flow-Berechnung zwischen dem Brutto-Cash-Flow und dem Netto Cash-Flow.

Nutzen Sie Ihre Cash-Flow-Berechnungen, um folgende Kennzahlen zu bilden: Kredittilgungsdauer, brutto Kredittilgungsdauer, netto Cash-Flow-Kapitalrentabilität Cash-Flow-Umsatzrentabilität Selbstfinanzierungsquote.

Falls Sie bei der Berechnung der Kredittilgungsdauer zu einem ungünstigen Ergebnis kommen, sollten Sie die dafür verantwortlichen Schwachstellen ermitteln und Initiativen zur Verbesserung ergreifen.

Ziehen Sie zur Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit Ihres Unternehmens insbesondere die Kennzahl „Kredittilgungsdauer netto“ heran, die Ihnen die tatsächliche Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens verdeutlicht.

Cash Flow aus Finanzierung – Rein und Raus beim Eigen- und Fremdkapital

Der Cash Flow aus Finanzierung ist die Summe aller Ein- und Auszahlungen im Finanzierungsbereich eines Unternehmens.

Hierbei werden alle Zu- und Abflüsse von Finanzmitteln erfasst.

Cash Flow aus Finanzierung – Kredite und Dividenden

Für Anleger bzw. Aktionäre ist der Cash Flow aus Finanzierung deswegen interessant, weil er den Geldfluss aus der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung darstellt.

Dazu gehören etwa die Aufnahme oder Tilgung von Krediten, gezahlte Dividenden oder Kapitalerhöhungen.

Cash Flow aus Finanzierung im Kontext

Generell zeigt der Cash Flow die Etrags- bzw. Innnenfinanzierungskraft eines Unternehmens.

An ihm lässt sich erkennen, wie viel Geld nach allen Ein- und Auszahlungsvorgängen im Betrieb hängen bleibt.

Ein hoher Cash Flow stärkt die Finanzierungs- sowie Wettbewerbsfähigkeit und macht unabhängiger von Bankkrediten.

Die gewachsene Bedeutung des Cash Flow steht im Einklang mit der modernen Betriebswirtschaftslehre.

Diese setzt beim Shareholder Value, also dem Wert für den Aktionär, nicht auf Erfolge und Gewinne, sondern auf Zahlungsgrößen – den Cash Flow.

Der Cash Flow ist für die Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungskraft entscheidend. Der Gewinn allein sagt wenig über die Fähigkeit zur Finanzierung aus. Doch Liquidität und Zahlungsfähigkeit sind das, was die Marktteilnehmer und Anteilseigner erwarten.

Aus Anlegersicht sind Finanzüberschüsse die Voraussetzung für Dividendenzahlungen. Ist der Cash Flow entsprechend hoch, steigt auch der Wert des Unternehmens, was sich zudem im Aktienkurs niederschlägt.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn ein hoher Cash Flow zulasten notwendiger Investitionen geht.

Cash Flow aus Finanzierung – Teil der vorgeschriebenen Berechnung

Börsennotierte Unternehmen müssen ihre Cash Flow-Rechnung bzw. Kapitalflussrechnung im Jahresabschluss ausweisen. Dafür gibt es vorgeschriebene Standards.

Am Ende der Berechnung verschiedener Ein- und Auszahlungen steht als Ergebnis der Finanzmittelfonds.

Der Finanzmittelfonds ist der komplette Bestand an Zahlungsmitteln, über die das Unternehmen verfügt. Dazu gehören auch Zahlungsmitteläquivalente wie etwa Schecks, die kurzfristig in Zahlungsmittel eingetauscht werden können.

Cash Flows aus operativem Geschäft, Investitionen und Finanzierung

Dieser Finanzmittelfonds errechnet sich aus der Summe von Cash Flows der drei folgenden Kategorien:

Cash Flow aus operativem Geschäft, Cash Flow aus Investitionstätigkeit und Cash Flow aus Finanzierung.

Der operative Cash Flow entspricht dem Geldüberschuss aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Von ihm ist üblicherweise die Rede, wenn der Begriff Cash Flow nicht eingegrenzt und nur allgemein verwendet wird.

Der Investitions-Cash Flow ergibt sich aus Mittelzu- und -abflüssen aus Investitionen und Deinvestitionen.

Der Cash Flow aus Finanzierung zeigt den Zu- und Abfluss aller Geldmittel aus der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung.

Oder mit dem Worten des Standardisierungsrats: „Alle Zahlungsströme, die aus Transaktionen mit den Unternehmenseignern und Minderheitsgesellschaftern konsolidierter Tochterunternehmen sowie aus der Aufnahme oder Tilgung von Krediten resultieren.“

Die Darstellung des Cash Flow aus Finanzierung erfolgt dabei nach der sogenannten direkten Methode.

Cash Flow aus Finanzierung – Berechnung

Berechnet wird der Cash Flow aus Finanzierung so:

  •  Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführung
  • Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter. Gemeint sind damit: Dividenden, der Erwerb eigener Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen sowie andere Ausschüttungen.
  • Einzahlungen aus Anleihen und der Aufnahme von Krediten
  • Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Krediten

Eine Anmerkung zu den Dividenden: Gezahlte Dividenden gehören zum Cash Flow aus Finanzierung. Erhaltene Dividenden aber sind der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen.

Wie bereits dargestellt: Wird nun der Cash Flow aus Finanzierung mit den Cash Flows aus operativem Geschäft und aus Investitionstätigkeit zusammengezählt, so zeigt sich im Ergebnis über wie viel Geld das Unternehmen verfügt.

Die Cash-Flow-Rechnung in 5 Stufen

Um Ihren Cash-Flow am internationalen IAS-Standard auszurichten, sollten Sie weitere Punkte in Ihre Berechnungen aufnehmen.

Stufe 1: Cash-Flow aus dem Jahresergebnis

Stufe 2: Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

Stufe 3: Cash-Flow aus dem Investitionsbereich

Stufe 4: Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich

Stufe 5: Cash-Flow als Veränderung der Gesamtliquidität Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie für Ihr Unternehmen ein aussagekräftiges Cash-Flow-Statement erstellen.

In einem ersten Arbeitsschritt stellen Sie die Teilsegmente des Cash-Flow dar, um sie zum Gesamtergebnis zusammenzufügen.

Stufe 1: Cash-Flow aus dem Jahresergebnis

Erfassen Sie anhand Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung alle Werte, die Kosten, aber keine Ausgaben, und alle Werte, die Erlöse, aber keine Einnahmen darstellen (Pos. 1 bis 12).

Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, wie viele liquide Mittel Sie innerhalb des Geschäftsjahres erwirtschaftet oder verbraucht haben. Um die folgenden Berechnungen übersichtlich zu halten, sind sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Bilanz lediglich die Positionen ausgefüllt, die für die Beispielrechnung benötigt werden.

Sie können die Zahlen, die Sie für Ihre Berechnungen benötigen, Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung entnehmen. Tragen Sie die benötigten Werte unter der entsprechenden Position in die Cash-Flow-Rechnung ein.

Position 2002 Erfassen Umsatzerlöse – Waren-/Materialeinsatz = Bruttoertrag + Sonstige betriebliche Erlöse = Rohertrag – Personalkosten – Sachkosten – Zinsen – Abschreibungen 80.000 õ Pos. 3 – Sonstiges = Gewinn 100.000 õ Pos. 1 = Verlust
  1. Position Werte in õ Ihre Werte in õ 1. + Bilanzgewinn 100.000 2. – Bilanzverlust 3. + Abschreibungen auf Anlagevermögen 80.000 4. – Zuschreibungen auf Anlagevermögen 5. + Bildung von Ansparabschreibungen

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Dieses Ergebnis entspricht dem traditionellen Cash-Flow, dem jedoch nur ein begrenzter Informationswert beigemessen wird.

Das Problem: Obwohl Ihr erfolgswirtschaftlicher Cash-Flow positiv ist, können Sie in einen Liquiditätsengpass geraten, wenn beispielsweise Ihrem positiven Cash-Flow eine Erhöhung des Warenbestands gegenübersteht, die diesen Wert übersteigt. Ergänzen Sie deshalb in der 2. Stufe Ihre Berechnung um die Werte aus Ihrer laufenden Geschäftstätigkeit.

Stufe 2: Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

Erfassen Sie alle liquiditätswirksamen Veränderungen Ihres Umlaufvermögens wie Erhöhung oder Verminderung von Warenbestand und Kundenforderungen und sonstigem Umlaufvermögen, sowie die Veränderungen von Lieferanten- und sonstigen Verbindlichkeiten (Pos. 14 bis 25).

Sie können die Zahlen, die Sie für Ihre Berechnungen benötigen, Ihren Jahresabschlussunterlagen (Bilanzen einschließlich Erläuterungen und Anhang) entnehmen.

Bilanzzahlen (Aktiva)

2001 2002 Aktiva Differenz Pos. in õ in õ A. Ausstehende Einlagen B. Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs C. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen D. Umlaufvermögen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Unfertige Erzeugnisse Fertige Erzeugnisse und Waren 300.000 500.000 200.000 14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 80.000 120.000 40.000 16 Forderungen gegen verbundene Unternehmen Sonstige Vermögensgegenstände 40.000 20.000 20.000 21 Wertpapiere Schecks, Kassenbestand, Bankguthaben 50.000 20.000 30.000 19 E. Rechnungsabgrenzungsposten F. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Summe Aktiva

Bilanzzahlen (Passiva)

2001 2002 Differenz Pos. Passiva in õ in õ A. Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Gewinnvortrag/Verlustvortrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag B. Sonderposten mit Rücklagenanteil C. Rückstellungen Pensionsrückstellungen Steuerrückstellungen Sonstige Rückstellungen D. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Banken – davon Restlaufzeit bis 1 Jahr Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 35.000 65.000 30.000 22 Leistungen Wechselverbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, zu denen ein Beteiligungsverhältnis besteht – davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Sonstige Verbindlichkeiten 80.000 70.000 10.000 25 – davon aus Steuern – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit – davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Summe Passiva

Die folgenden Werte können Sie entweder den Bilanzerläuterungen oder dem Bilanzanhang entnehmen:

Werte in õ Pos. Zugang von Anlagevermögen 100.000 28 Abgang von Anlagevermögen Einlagen von Gesellschaftern/Unternehmer Entnahmen/Ausschüttungen an 80.000 31 Gesellschafter/Unternehmer Aufnahme von Krediten 200.000 32 Rückzahlung von Krediten 40.000 33

Tragen Sie die benötigten Werte unter der entsprechenden Position in die Cash-Flow-Rechnung ein.

Position Werte in õ Ihre Werte in õ 14. – Erhöhung der Vorräte 200.000 15. + Verminderung von Vorräten 16. – Erhöhung von Forderungen 40.000 17. + Verminderung von Forderungen 18. – Erhöhung der flüssigen Mittel 19. + Verminderung der flüssigen Mittel 30.000 20. – Erhöhung des sonstigen Umlaufvermögens 21. + Verminderung des sonstigen Umlaufvermögens 20.000 22. + Erhöhung der Verbindlichkeiten aus 30.000 Lieferungen und Leistungen 23. – Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24. + Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten 25. – Verminderung der sonstigen Verbindlichkeiten 10.000 26. = Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit – 170.000

Wenn Sie den erfolgswirtschaftlichen Cash-Flow um den Cash- Flow aus dem laufenden Geschäft erweitern, ermitteln Sie den Cash-Flow Ihres operativen Geschäfts.

Position Werte in õ Ihre Werte in õ 13. Cash-Flow aus dem Jahresergebnis + 180.000 26. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit – 170.000 = Cash-Flow aus dem operativen Geschäft + 10.000

Nachdem Sie die liquiditätswirksamen Veränderungen im Working Capital mit in Ihre Berechnung einbezogen haben, können Sie feststellen, ob und in welchem Umfang Sie Liquidität erwirtschaftet oder verbraucht haben.

Der operative Cash-Flow: ein Frühwarnindikator

Da beim operativen Cash-Flow keine bilanzpolitischen Manipulationen möglich sind, eignet er sich als Frühwarnindikator. Unternehmenskrisen kündigen sich häufig als Liquiditätslücken im Working Capital an. Häufig ist der Cash-Flow aus dem Jahresergebnis noch positiv, während sich bereits beim Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit Anspannungen abzeichnen.

Beispiel: 100.000 õ positivem Cash-Flow aus dem Jahresergebnis stehen 200.000 õ negativer Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber.

Bewerten Sie deshalb den Liquiditätsbedarf beim Working Capital besonders kritisch. Es macht einen bedeutenden Unterschied, ob sich Ihr Warenbestand wegen Umsatzwachstum und bewusst erweiterter Angebotspalette erhöht hat oder ob die Erhöhung eine Folge von Umsatzrückgang und Fehldispositionen beim Einkauf ist.

Um einer Fehlinterpretation des operativen Cash-Flow entgegenzuwirken, sollten Sie beachten, dass es in der Anlaufphase von jungen Unternehmen und bei einem starken Unternehmenswachstum ebenfalls zu einem (vorübergehenden) negativen Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit kommen kann.

Stufe 3: Cash-Flow aus dem Investitionsbereich

In der Stufe 3 erfassen Sie die Veränderungen beim Anlagevermögen (Pos. 27 und 28). Der Cash-Flow aus dem Investitionsbereich informiert Sie und Ihre Bank über den Mitteleinsatz für neue Investitionen und über den Mittelzufluss aus dem Verkauf von Anlagevermögen.

Vergleichen Sie den Cash-Flow aus dem operativen Geschäft mit dem Cash-Flow aus dem Investitionsbereich. So können Sie leicht feststellen, in welchem Umfang Ihr Unternehmen in der Lage war, Investitionen für Substanzerhaltung oder Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren, beziehungsweise in welchem Umfang Finanzbedarf herrscht.

Beispiel: Cash-Flow-Vergleich operatives Geschäft/Investitionsbereich

Wenn Sie einen positiven Cash-Flow von 300.000 õ im operativen Geschäft erwirtschaften und gleichzeitig 500.000 õ investieren, weist der Cash-Flow aus dem Investitionsbereich einen Mittelbedarf von 500.000 õ aus, den Sie zu 60 Prozent aus eigener Kraft, nämlich dem operativen Geschäft, decken konnten.

Die zur Berechnung des Cash-Flow aus dem Investitionsbereich benötigten Werte können Sie dem Anhang Ihrer Bilanz oder dem Anlagenverzeichnis entnehmen.

Position Werte in õ Ihre Werte in õ 27. + Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen 28. – Ausgaben für den Zugang von Anlagevermögen 100.000 29. = Cash-Flow aus dem Investitionsbereich – 100.000

Stufe 4: Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich

In der 4. Stufe (Pos. 30 bis 33) erfassen Sie die Liquiditätsveränderungen des Finanzierungsbereichs. Sie machen transparent, ob die Finanzierung aus eigenen Mitteln vorgenommen wurde oder die Ausschüttungen beziehungsweise Entnahmen höher waren als die Einzahlungen der Gesellschafter oder des Unternehmers.

Des Weiteren wird deutlich, ob Sie Kredite zurückgezahlt oder neue Kredite zur Deckung des Finanzbedarfs aufgenommen haben. Die Werte, die Sie zur Ermittlung des Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich benötigen, finden Sie im Regelfall in der Bilanz beziehungsweise in den Erläuterungen zur Bilanz. In der Bilanz selbst können die Finanzierungswerte saldiert ausgewiesen sein, so dass Sie daraus die benötigten Zahlen nicht erkennen können.

In diesem Fall können Sie die Werte „Aufnahme und Rückzahlung von Krediten“ aus einer Kapitaldienstübersicht ersehen, die Sie leicht selbst anhand der Bankauszüge erstellen können.

Nachdem Sie die 4 Teilstufen Ihrer Cash-Flow-Rechnung isoliert berechnet haben, können Sie durch eine Zusammenfassung das Gesamtergebnis ermitteln.

Stufe 5: Cash-Flow als Veränderung der Gesamtliquidität

Wenn Sie die Ergebnisse der Teilsegmente (Pos. 13, 26, 29 und 34) zusammenrechnen, ermitteln Sie die gesamte Liquiditätsveränderung des Geschäftsjahres. Ergänzen Sie diesen Wert noch um den Bestand am Jahresanfang, um Ihren gesamten Finanzmittelbestand darzustellen.

Position Werte in õ Ihre Werte in õ 13. Cash-Flow aus dem Jahresergebnis + 180.000 26. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit – 170.000 29. Cash-Flow aus dem Investitionsbereich – 100.000 34. Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich + 80.000 + Finanzmittelbestand am Beginn des Geschäftsjahres + 70.000 = Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres + 60.000

Wenn Sie das Instrument des Stufen-Cash-Flow zur Planung einsetzen, haben Sie frühzeitig alle Informationen zur Hand, um die Liquidität Ihres Unternehmens zu sichern.

Sofern Sie den Stufen-Cash-Flow als Planungsinstrument einsetzen, können Sie die Werte nicht mehr den Bilanzunterlagen entnehmen, sondern müssen zu Ihrer Unternehmensplanung greifen. Für diesen Fall kommen folgende Planungsunterlagen in Frage: Rentabilitätsvorschaurechnung, Investitionsplan und Finanzplan.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, mit dem Stufen-Cash-Flow Ihre Liquidität für die Zukunft zu planen, um ein hohes Maß an Finanzierungssicherheit für Ihr Unternehmen zu erreichen. Stellen Sie diese Planwerte Ihrer Bank zur Verfügung, die dies beim Rating als positiv einstuft. Wenn Sie es vorziehen, Ihre Berechnung des Stufen-Cash-Flow manuell vorzunehmen, können Sie das folgende Formular dazu benutzen.

Position Werte in õ 1. + Bilanzgewinn 2. – Bilanzverlust 3. + Abschreibungen auf Anlagevermögen 4. – Zuschreibungen auf Anlagevermögen 5. + Bildung von Ansparabschreibungen 6. – Auflösung von Ansparabschreibungen 7. + Zunahme von Rückstellungen 8. – Abnahme von Rückstellungen 9. + Bildung von Rücklagen 10. – Auflösung von Rücklagen 11. + Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen 12. – Sonstige zahlungsunwirksame Erträge 13. = Cash-Flow aus dem Jahresergebnis (Summe 1 bis 12) 14. – Erhöhung der Vorräte 15. + Verminderung von Vorräten 16. – Erhöhung von Forderungen 17. + Verminderung von Forderungen 18. – Erhöhung der flüssigen Mittel 19. + Verminderung der flüssigen Mittel 20. – Erhöhung des sonstigen Umlaufvermögens 21. + Verminderung des sonstigen Umlaufvermögens 22. + Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23. – Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24. + Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten 25. – Verminderung der sonstigen Verbindlichkeiten
Position Werte in õ 26. = Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (Summe 14 bis 25) 27. + Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen 28. – Ausgaben für den Zugang von Anlagevermögen 29. = Cash-Flow aus dem Investitionsbereich (Summe 27 bis 28) 30. + Einzahlungen von Gesellschaftern/Unternehmer 31. – Auszahlungen an Gesellschafter/Unternehmer 32. + Aufnahme von Krediten 33. – Rückzahlung von Krediten 34. = Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich (Summe 30 bis 33) 13. Cash-Flow aus dem Jahresergebnis 26. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 29. Cash-Flow aus dem Investitionsbereich 34. Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich + Finanzmittelbestand am Geschäftsjahresbeginn = Finanzmittelbestand am Geschäftsjahresende (Summen 13, 26, 29 und 34)

Checkliste: Cash-Flow-Statement – eine überzeugende Darstellung der Liquiditätslage

  • Ermitteln Sie Ihren Cash-Flow nicht nur aus dem Jahresergebnis, sondern erfassen Sie auch die Veränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionen und Finanzierungen.
  • Fassen Sie den erfolgswirtschaftlichen Cash-Flow und den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit zum operativen Cash-Flow zusammen.
  • Ermitteln Sie die Veränderungen beim Working Capital, und setzen Sie diese Werte in die Berechnungen zum operativen Cash-Flow ein.
  • Achten Sie auf die richtige Interpretation des operativen Cash-Flow.
  • Nutzen Sie das Ergebnis des operativen Cash-Flow als Frühwarnindikator.
  • Stellen Sie fest, welchen Anteil der für Anlagevermögen investierten Mittel Sie selbst erwirtschaftet haben.
  • Besprechen Sie mit Ihrer Bank die Ergebnisse Ihrer Berechnungen.
  • Nehmen Sie günstige Ergebnisse zum Anlass, um mit Ihrer Bank über Ihre Ratingnote zu sprechen, da Sie als liquiditätssicheres Unternehmen das Ausfallrisiko minimieren.

So viel ist ein Unternehmen für Aktionäre wirklich wert

Als Aktionär freut man sich, wenn ein Unternehmen Gewinn macht. Und weil der allein wenig aussagt, schaut man dann in der Regel nach der Umsatzrendite, also wie viel Anteil der Gewinn vom Umsatz ausmacht.

Will man aber wissen, wie es finanziell um das Unternehmen steht, was viel wichtiger ist, wird der Cashflow interessant. Er ist das Ergebnis vom Rein und Raus der Geldflüsse und zeigt, wie viel Geld in der Firmenkasse ist, und zwar frei von jeglicher Zahlenkosmetik in der Bilanz.

Free Cashflow zur Unternehmensbewertung für Anleger die zentrale Größe

Der nächste Schritt ist der Blick auf den Free Cashflow. Die Unternehmensbewertung anhand des frei verfügbaren Cashflow ist für Anleger sehr interessant. Denn hier zeigt sich, in welcher Höhe Geld für die Dividenden der Aktionäre, für Aktienrückkäufe oder die Tilgung von Krediten vorhanden ist. Der Free Cashflow ist damit die Kennzahl für Kapitalgeber, also auch Anleger.

Zur Einordnung: Der Free Cashflow ist zusammen mit dem operativen Cashflow Teil des gesamten Cashflow. Beim operativen Cashflow geht es um den Geldzu- und abfluss aus dem laufenden Geschäft. Also Material, Löhne, Gehälter, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen etc.

Größen wie Abschreibungen oder Rückstellungen, die den Gewinn beeinflussen, werden diesem hinzuaddiert. Grund: Abschreibungen etwa mindern den Gewinn, doch sie sparen Steuern und es fließt kein Geld aus dem Unternehmen ab.

Free Cashflow: Geldflüsse aus laufendem Geschäft und Investitionen

Das Geld, das aus dem operativen Cashflow vorhanden ist, kann dann für anstehende Investitionen etwa in neue Anlagen oder Firmenzukäufe verwendet werden. Dieser Posten ist aber hier noch nicht berücksichtigt. Ebensowenig Geld, das aus der Auflösung von Investitionen zufließt.

Deshalb werden diese Posten nun hinzugerechnet bzw. abgezogen um zum Free Cashflow zu gelangen. Der ist in anderen Worten die Differenz zwischen dem operativen Cashflow und der Investitionstätigkeit. Nun offenbart sich das verfügbare Geld für die Kapitalgeber. Dieser Free Cashflow zeigt nun die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.

Ist er ausgeglichen, konnte das Unternehmen seine Investitionen allein aus dem laufenden Mittelzufluss stemmen. Ist er negativ, hat das Unternehmen nur zwei Möglichkeiten: Entweder es nimmt weitere Darlehen auf oder es muss geplante Investitionen streichen. Ist der Free Cashflow aber positiv, bleibt Geld für Dividenden oder Schuldentilgung übrig.

Die Cashflow-Marge als Kennzahl zur Unternehmensbewertung

Egal ob beim Kauf von Aktien oder Unternehmensanleihen: wer in ein Unternehmen investiert, der will auch wissen, wie gut die Geschäfte des Unternehmens laufen. Mit der Cashflow-Marge als Kennzahl können Anleger einen guten Überblick über die Rentabilität des Unternehmens gewinnen und einen Vergleich zu Wettbewerbern anstellen.

Worin die Vorteile der Cashflow-Marge liegen

Der erste Blick zur Beurteilung eines Unternehmens wird oftmals auf den Umsatz geworfen. Ein hoher Umsatz allein spricht aber nicht für ein gut laufendes Geschäftsmodel, Umsatz wird auch generiert, wenn Verluste geschrieben werden. Daher haben viele Kennzahlen zur Unternehmensbewertung nicht den Umsatz sondern der Gewinn als Grundlage.

Aber auch die Betrachtung des Gewinns hat ihre Schwachstellen. Der Gewinn ist durch bilanztechnische Kniffe leicht manipulierbar. Es fließen Summen für zahlungsunwirksame Vorgänge, wie die Bildung oder das Auflösen von Rückstellungen, mit in den Gewinn ein.

Diese Schwachstelle wird bei der Cashflow-Marge umgangen. Indem nur der wirkliche Geldfluss, der Cashflow, ins Verhältnis zum Umsatzerlös gesetzt wird, bekommen Anleger einen guten Überblick wie stabil die Geschäfte eines Unternehmens laufen.

Berechnung der Cashflow-Marge

Die Berechnung der Cashflow-Marge  erfolgt mit Hilfe einer einfachen Formel. Das Ergebnis zeigt auf wieviel Prozent der Umsatzerlöse dem Unternehmen zur freien Verfügung stehen. Die prozentuale Darstellung vereinfacht den Vergleich mit anderen Unternehmen aus der gleichen Branche.

Formel  

Cashflow - Marge

?
Die Cashflow-Marge bildet das Verhältnis vom Cash Flow der operativen Tätigkeit zu den Umsatzerlösen ab.
$$\bo\text"Cashflow-Marge" = (\text"Cashflow" ↙\text"(aus operativer Tätigkeit)"/ \text"Umsatzerlöse")*100$$
Ergebnis berechnen

Um eine aussagekräftige Kennzahl zu erhalten, sollte immer der operative Cashflow in die Formel eingesetzt werden. Im Gegensatz zum freien Cashflow, werden Einnahmen aus Vermietung, Verpachtung und Zinserträge beim operativen Cashflow nicht berücksichtigt. Der freie Cashflow gibt an wieviel Geld dem Unternehmen zu Verfügung steht, der operative Cashflow zeigt den Anteil an, der wirklich aus der Geschäftstätigkeit entsteht.

Um die Rentabilität von Unternehmen mit der Cashflow-Marge vergleichen zu können, ist daher der operative Cashflow in die Formel einzusetzen.

Verwendung der Cashflow-Marge als Kennzahl

Die Cashflow Marge kann Anlegern entscheidende Hilfestellung zur Bewertung von Unternehmen geben und so Investitionsentscheidungen zu treffen. Wichtig ist, dass die Cashflow-Marge nicht für eine kurzfristige Betrachtung geeignet ist. Über mehrere Jahre bietet sie aber einen sehr guten Indikator, um auf die Geschäftsfähigkeit und zur Entwicklung eines Unternehmens Rückschlüsse ziehen zu können.

Beim Vergleich mit anderen Unternehmen gilt, je höher die Cashflow-Marge, desto besser ist das Unternehmen im Markt positioniert. Im Bild ist die Berechnung der Cashflow-Marge für die BMW AG mit den Zahlen des Geschäftsjahres 2013 zu sehen:

Cashflow Marge Beispiel BMW

Die Cashflow-Marge liegt bei 12,42%. Diese Berechnung mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht des VW-Konzerns ergibt eine Cashflow-Marge von 6,39%. Der Vergleich zeigt, dass BMW in 2013 ein wesentlich rentableres Geschäftsjahr hatte.

Schwachpunkt der Cashflow-Marge

Die Cashflow-Marge  steht Anlegern als gutes Vergleichsinstrument zur Verfügung, wenn es um die Geschäftsfähigkeit von Unternehmen geht. Beim Aktienkauf ist es allerdings wichtig wie hoch die Bewertung der Aktien im Vergleich zum laufenden Geschäft ist. Hier kann die Cashflow-Marge keine Aussage liefern.

Bei der Bewertung des Aktienkurses beruhen viele Kennzahlen, wie das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) auch wieder auf dem Gewinn. Um auch hier den weniger manipulierbaren Cashflow als Grundlage zu nehmen, sollten Anleger das KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis) als Kennzahl nutzen.

Resümee zum Einsatz der Cashflow-Marge

Für Anleger, die langfristig orientiert sind, bietet die Cashflow-Marge eine gute Hilfestellung bei Investitionsentscheidungen. Mit der einfachen Formel erhält man einen schnellen Überblick über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens. Beim Vergleich mehrerer Unternehmen muss darauf geachtet werden, dass die Unternehmen derselben Branche angehören, da sonst Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Mit dem Einsatz der Cashflow-Marge lässt sich das Risiko bei der Investition in Unternehmensanleihen gut abschätzen. Beim Aktienkauf spiegelt die Cashflow-Marge allerdings nicht die aktuelle Börsenbewertung wider. Hier sollten andere Kennzahlen und die Mittel der technischen Analyse zur Hilfe genommen werden um den richtigen Einstiegszeitpunkt für Investitionen zu finden.

Den inneren Wert bestimmen

Zur Unternehmensbewertung mit Blick auf die eigene Aktie geht es nun um deren inneren Wert. Dieser errechnet sich aus den in der Zukunft erwarteten Zahlungsströmen, abgezinst auf den heutigen Tag. Diese Barwertermittlung nennt sich Discounted Cashflow. Vereinfacht gesagt, muss man dabei als Aktionär den Fremdkapitalposten abziehen um den Eigenkapitalanteil zu erhalten, also das angelegte Kapital.

Teilt man nun diesen Wert durch die Anzahl sämtlicher ausgegebenen Aktien, so erhält man schließlich den angemessenen Wert für jede eigene Aktie.

Will man zudem wissen, wie viel das Papier an der Börse wert ist, ob es also zu teuer oder günstig ist, nimmt man den Free Cashflow zum operativen Cashflow hinzu und erhält den gesamten Cashflow. Der umfasst dann sämtliche Aus- und Einzahlungen.

Damit lässt sich die Aktie auf ihr Verhältnis zu allen erwarteten Mittelzuflüssen hin überprüfen. Teilt man den Cashflow durch den aktuellen Börsenkurs, ergibt sich das KCV, das Kurs-Cashflow-Verhältnis. Je höher das KCV desto teurer die Aktie. Vor allem Profis orientieren sich lieber an diesem Wert als am üblichen KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis).

Immobilie und Mietobjekte: Cahsflow beachten!

Für viele Investoren ist die schwarze Null oder gar ein positiver Cashflow die Mindestanforderung an ein Investment. Alles andere wird kategorisch ausgeschlossen.

Und natürlich macht es auch keinen großen Sinn, sich zwanzig Wohnungen mit jeweils einer monatlichen Unterdeckung von 100 Euro ans Bein zu binden.

Immobilie mit negativem Cashflow? – Natürlich!

Trotzdem muss ich – und manch anderer Investor bestimmt auch – über solche Aussagen leicht schmunzeln. Meine lukrativsten Investitionen waren mit Sicherheit vor einigen Jahren meine Wohnungen in München.

München als (persönliches) Beispiel:

In München war es 2010 bzw. 2012 auch schon kaum möglich, Wohnungen mit positivem Cashflow zu kaufen. Alle Prognosen gingen aber nach oben, so dass ich 2013 die eigengenutzte Wohnung mit massivem Gewinn steuerfrei verkaufen konnte. Und auch die Wohnungen aus 2012 haben eine satte Wertsteigerung erlebt.

Und – das ist das tolle an A-Standorten wie München, Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart – mit den Jahren wurde die Rendite durch Mietanpassungen gesteigert, so dass mittlerweile auch bei den Wohnungen in München die schwarze Null steht bzw. ein positiver Cashflow vorhanden ist.

„Eine Immobilie ist in meinen Augen eine langfristige Kapitalanlage und an den richtigen Standorten wird sie sich bezogen auf Miete und Verkaufspreis auf lange Sicht positiv entwickeln.“

Die Leute, die ich kenne und die richtig vermögend mit Immobilien geworden sind, haben dies nicht mit einem positiven Cashflow von ein paar Hundert oder Tausend Euro im Monat vor Steuer geschafft. Sie haben es geschafft, weil sie ab und an gewinnbringend und oft auch steuerfrei verkauft haben. Und damit in großem Maße entschuldet oder reinvestiert haben.

A-Städte nicht das Maß aller Dinge:

Damit will ich Ihnen nicht sagen, dass Sie nur in den A-Städten investieren sollen. Aber ein ausgewogenes Portfolio beinhaltet auch Standorte, die vielleicht nach manchem Maßstab (noch) nicht rentabel sind, aber eine hervorragende Tendenz besitzen. Und die Aussicht auf nachhaltigen Werterhalt oder gar Wertsteigerung sind ebenfalls viel wert.

Ich persönlich werde bei den Münchner Wohnungen nach aktuellem Stand warten bis die zehn Jahre um sind und dann steuerfrei verkaufen. Sollte davor eine Preiskorrektur einsetzen (ich verwende den Begriff einer platzenden Blase nur ungerne), dann warte ich eben länger, bis eine Erholung wieder abgeschlossen ist.

Aber auch bei einer Preiskorrektur gehe ich davon aus, dass aufgrund des besonderen Marktes in München diese dort schwächer ausfallen wird als in Standorten oder Gegenden die trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs in den letzten zehn Jahren keinen Sprung nach vorne machen konnten. Diese Standorte werden auch in einer Krise nicht plötzlich attraktiver. Rendite kennt keine zweite Mission.

Ihre Investmententscheidung

Denken Sie, insbesondere wenn Sie Immobilien auch als langfristige Anlage sehen und/oder sicherheitsorientiert sind, durchaus auch über Immobilien mit schwächerer Anfangsrendite nach. Es muss dabei keinesfalls auch das mittlerweile (zu) teure München sein. Es führen viele Wege zum Ziel.

Cash Flow: Auch der Privatanleger sollte auf diese Kennzahl achten

Wer in eine Firma investiert, will vorher wissen, ob diese auf einer finanziell soliden Basis arbeitet. Egal, ob beim Erwerb von Aktien oder von Firmenanleihen – ein Blick auf den Cash Flow lohnt sich für den Privatanleger auf alle Fälle. Gerade bei den Werten aus MDAX und SDAX, den Werten des deutschen Mittelstandes, ist der Cash Flow eine gute Kennzahl, um wirklich gesunde Unternehmen herauszufinden.

Ein positiver Cash Flow ist ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen gut wirtschaftet und seinen Zahlungsverpflichtungen auch in Zukunft aus eigener Kraft nachkommen kann.

Ein negativer Cash Flow ist nicht zwingend ein Zeichen für eine schlechte Unternehmensführung. Hier heißt es aber genauer hinzuschauen, was die Gründe für den negativen Cash Flow sind. Tritt jedoch ein negativer Cash Flow über Jahre in Folge auf, bedeutet es, dass das Unternehmen seine Verpflichtungen nicht aus eigener Kraft erfüllen kann. In diesem Fall ist von einem Investment sicherlich abzuraten.


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Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen.