Die 20 reichsten Deutschen auf einen Blick

Seit langer Zeit ist diese Liste kaum verändert und dennoch kennt man sie nicht alle. Ein Überblick über Deutschlands 20 reichste Menschen. (Foto: Production Perig / Shutterstock.com)

Laut Hunu Report (2018) gibt es mittlerweile rund 114 Dollar-Milliardäre aus Deutschland. Viele gehören Industriellenfamilien an, andere sind durch den Einzelhandel zu ihrem Vermögen gekommen. 20 kurze Portraits der Personen sollen Aufschluss über Herkunft, Erfolgsrezept und gegenwärtiges Vermögen geben.

Sämtliche angegebenen geschätzten Vermögen beruhen dabei auf Hochrechnungen aus Beteiligungen, Privatvermögen, Immobilieneigentum etc. Dies sind die 20 reichsten Deutschen (Quelle: Forbes; Stand: März 2018):

Platz 20: Erivan Haub (6,4 Mrd. US-$)

Erivan Haub von Tengelmann Group ist März 2018 mit 50 Jahren in Wyoming (die USA) gestorben. Zu den Geschäften von Tengelmann Group gehören TEDi, KiK Textilien und Non-Food GmbH und Obi. Das Unternehmen investiert aktiv in Start-Ups, Immobilien Management und Dienstleistungen (zum Beispiel Rechnungsprüfung).

Platz 19: Aloys Wobben (6,6 Mrd. US-$)

Aloys Wobben ist Elektroingenieur und Unternehmer und gilt sowohl als Pionier im Bereich der Windenergie als auch als der reichste Niedersachse.

1984 gründete er in Aurich die Enercon GmbH, die heute als Hersteller von Windenergieanlagen weltweit agiert. 2012 schied Wobben aus dem aktiven Geschäftsleben aus, doch soll durch die Aloys-Wobben-Stiftung die langfristige Unabhängigkeit Enercons garantiert werden.

Platz 18: Ludwig Merckle (6,7 Mrd. US-$)

Ludwig Merchle besitzt 24% von HeidelbergCement. Ihm gehören auch 25% von Phoenix Pharma Group: einem pharmazeutischen Unternehmen. Dazu kommen 50% von Zollern und Pistenraupen von Kässbohrer. Keine Überraschung, dass Ludwig Merckle zu den Top-20 der reichsten Deutschen gehört.

Platz 17: Andreas von Bechtolsheim (6,8 Mrd. US-$)

Der Name Andreas von Bechtolsheim ist eng mit Arista Networks verbunden. Aber er verdiente ein Teil seines Vermögens auch mit Google, darin er frühzeitig investierte. 2018 steht er auf Platz 17 der reichsten Deutschen.

Platz 16: August von Finck (9,2 Mrd. US-$)

Eher mit trübem Blick lässt sich das Vermögen der Bankiers-Familie betrachten. August von Finck gründete mit seiner noch heute tätigen Privatbank „Merck Finck & Co.“ ein Unternehmen, welches zur NS-Zeit zahlreiche jüdische Banken arisierte. Besitztümer und Vermögenswerte wurden überschrieben und den jüdischen Eigentümern weggenommen.

Platz 15: Dietmar Hopp (10,2 Mrd. US-$)

1972 gründeten die vier IBM-Kollegen Hasso Plattner, Claus Wellenreiter, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira und Dietmar Hopp das Softwareunternehmen Systemanalyse und Programmentwicklung, kurz SAP.

Der wohl bekannteste Mitgründer und Besitzer des Fussball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim belegt in unserem Ranking den 15. Platz.

Platz 14: Walter Droege (10,3 Mrd. US-$)

Walter Droege und seine Frau Hedda Brahm Droege gründeten 1988 die Droege International Group, die mittlerweile zu einem weltweit agierenden Beratungs- und Investmentunternehmen avanciert ist.

Rund 61.400 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen 2014, und erwirtschaftete im selben Jahr einen Umsatz von 8,4 Mrd. €. Walter Droege besitzt 78% des Unternehmens und agiert als CEO, während seine Frau als Vize und Eigentümerin der restlichen 28% auftritt.

Platz 13: Michael Otto (11 Mrd. US-$)

Michael Otto ist Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Vorstandschef der Otto Group. Das Versandhaus aus Hamburg zählt heute zum weltweit erfolgreichsten Konzern seiner Branche.

Wie so viele Menschen aus dieser Liste, geht der Großteil der Firmengeschichte auf seinen Vater, Werner Otto, zurück. 1971 stieg Michael Otto direkt als Vorstand im Bereich Einkauf Textil ins Unternehmen ein.

Platz 12: Udo & Harald Tschira (11,7 Mrd. US-$)

Klaus Tschira, ein im Vergleich zu Hasso Plattner und Dietmar Hopp eher unbekannter Mensch, gehörte ebenfalls zu den Gründern des Softwarekonzerns SAP und unterstützte als Mäzen und Förderer diverse Organisationen.

2015 verstarb Tschira im Alter von 74 Jahren und hinterließ sein Vermögen den beiden Söhnen Udo und Harald, die seine Geschäfte und insbesondere die Klaus Tschira Stiftung weiterführen.

Platz 11: Alexander Otto (11,8 Mrd. US-$)

Ein Teil seines Vermögens kommt aus Aktien von Otto Group. Alexander Otto ist aber auch der Vorsitzender der Geschäftsführung von ECE Group und investiert in Einkaufszentren. Außerdem ist er derzeit an der Deutschen EuroShop AG beteiligt.

Platz 10: Hasso Plattner (12,7 Mrd. US-$)

Die ewige Nummer Zwei der Popularität, wenn es um die SAP Gründer geht: Dennoch hat Hasso Plattner besser gewirtschaftet als seine Mitgründer und belegt daher Platz 10. Plattner ist immer noch mit SAP verknüpft, er ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und gilt in Deutschland als ein großer Förderer der Wissenschaft.

Platz 9: Heinz Hermann Thiele (12,9 Mrd. US-$)

Sein Unternehmen Knorr-Bremse AG ist der größte Hersteller von Bremssysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Heinz Hermann Thiele fing 1969 als juristischer Sachbearbeiter in der Patentabteilung bei Knorr-Bremse an. Heute steht er auf Platz 9 der reichsten Deutschen.

Platz 8: Reinhold Würth (13,6 Mrd. US-$)

Reinhold Würth, seines Zeichens Gründer des Schrauben-Handelsunternehmens Würth, baute sein Unternehmen aus dem Vorbesitz seines verstorbenen Vaters auf und entwickelte es von einer regional ansässigen Handelsfirma zu einer international operierenden Gruppe. Damit sichert er sich Platz 8.

Platz 7: Klaus-Michael Kühne (15,3 Mrd. US-$)

Fußballvereine haben seit mehreren prominente deutsche Geldgeber. Klaus-Michael Kühne ist einer von Ihnen und unterstützt seinen Herzensclub, den Hamburger SV.

Als Mehrheitseigner und Verwaltungsratsmitglied des Logistikkonzerns Kühne + Nagel ist seit 1998 tätig. Bereits im Alter von 29 Jahren wurde er nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Vorstandsvorsitzender.

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Platz 6: Theo Albrecht, jr. (20,2 Mrd. US-$)

Die Gebrüder Albrecht, Gründer des Lebensmitteldiscounters Aldi, stehen nach wie vor an der Spitze der Liste. 1945 übernahmen die Brüder das elterliche Lebensmittelgeschäft. 1961 trennten die Brüder die Kette in Nord (Theo) und Süd (Karl). Nach seinem Tod 2010 verwalten nun Sohn Theo Albrecht, jr. und seine Mutter sein Vermögen.

Platz 5: Dieter Schwarz (20,9 Mrd. US-$)

Dass sich mit Lebensmittelmärkten gutes Geld verdienen lässt, zeigte der Unternehmer und Lidl-Gründer Dieter Schwarz. Dessen Vater Josef Schwarz eröffnete 1973 den ersten Discountermarkt und bis zu seinem Tod 1977 gründete er 29 weitere Märkte.

Anschließend übernahm Dieter Schwarz die Kette und expandierte in ganz Deutschland. Erst 1988 wurden die Märkte international aufgebaut, heute gibt es Lidl-Märkte in fast allen Ländern Europas.

Platz 4: Stefan Quandt (22 Mrd. US-$)

Der Bruder von Susanne Klatten tritt nur selten öffentlich auf. Auch beansprucht er keine großen Positionen bei BMW, so wie Ferdinand Piëch dies bei VW tut. Sein Geltungsdrang ist nicht so ausgeprägt wie der anderer Großaktionäre. Quandt investiert in verschiedene Unternehmen von denen er sich wirtschaftliche Erfolge aber keine Wunder verspricht.

Platz 3: Susanne Klatten (25 Mrd. US-$)

Informationen über die Milliardärs-Geschichte der Familie Quandt findet man zu genüge. Doch ein Erpressungsversuch brachte die Familie ungewollt in die Öffentlichkeit. In den Jahren 2007 und 2008 wurde BMW Großaktionärin Susanne Klatten Opfer des Erpressers Sgarbi.

Als sprachgewandter und gutaussehender Mann wusste er offenbar genau, was Susanne Klatten fehlte und verführte sie zu einer Affäre, bei der er anschließend versuchte mit bloßstellenden Bildern Gelder zu erpressen. Klatten hingegen erstatte Anzeige und Sgarbi wurde verhaftet.

Platz 2: Georg Schaeffler (25,3 Mrd. US-$)

Die Schaeffler Gruppe befasst sich mit Maschinenbau und ist ein großer Automobilzulieferer. Nach dem Tod von Georg Schaeffler 1946 erhielt Sohn Georg F.W. Schaeffler 80% des Unternehmens und damit auch des Vermögens.

Platz 1: Beate Heister & Karl Albrecht, jr. (29,8 Mrd. US-$)

Wie beschrieben, lebten die Geschwister von der Öffentlichkeit abgeschieden und recht bescheiden. Über die Geschwister ist so gut wie nichts bekannt, da sie sich von der Öffentlichkeit total abgeschirmt haben. Das wohl schlimmste Erlebnis der Familie war die Entführung von Theo 1971.

Das Gesamtvermögen der beiden Geschwistern befindet sich in zwei nicht auflösbaren Stiftungen. Beate Meister und Karl Albrecht, jr. sind dabei die beiden Kinder von dem Gründer von Aldi Süd, Karl Albrecht, sr. Sie führen unser Ranking an.


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Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.