Euwax: Unterschiede beim Stop-Loss-Verfahren

Das Handelssegment Euwax (Abkürzung für European Warrant Exchange) wurde 1999 als spezielles Segment der Börse Stuttgart eingerichtet.

An der Euwax werden eine Vielzahl von derivativen Anlage- und Hebelprodukten gehandelt – wie zum Beispiel Zertifikate. Dieses Handelssegment bietet dem Anleger eine Plattform für konservative bis hin zu hochspekulativen Anlagestrategien.

Mehr dazu: Das geschieht an der Börse Stuttgart.

Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzplattformen bietet die Stuttgarter Börse eine aktive Betreuung von Stop-Loss-Orders.

Zuständig hierfür sind die Quality-Liquidity-Provider, welche eine Stop-Loss-Order auch dann ausführen können, wenn kein Umsatz auf dem festgelegten Stop-Limit oder unterhalb davon stattgefunden hat.Voraussetzung ist dann jedoch, dass die aktuelle Taxe auf dem Niveau des Limits liegt. Somit richtet sich die Aktivierung und Ausführung der Order nach der aktuellen Marktlage.

Das Stop-Loss-Verfahren in seinen Grundzügen

Das Stop-Loss-Verfahren ist eine Handelsoption für Verkaufsorder im Wertpapierhandel, welches eine Kursuntergrenze bezeichnet. Wird ein vom Anleger angegebener Kurs unterschritten, so erfolgt ein Verkaufsauftrag zum nächsten handelbaren Kurs.

Mehr dazu: 3 gute Gründe für den Einsatz des Stop-Loss-Verfahrens.

Obwohl es erst einmal sinnlos zu sein scheint, ein Wertpapier nicht über, sondern unter einem angegebenen Kurs verkaufen zu wollen, kann ein Stop-Loss-Auftrag durchaus sinnvoll sein.

Will man den Kurs eines Wertpapiers nicht ständig beobachten oder bei einem sinkenden Kurs vor dem Verlustgeschäft rechtzeitig aussteigen, so ist dieses Verfahren empfehlenswert.

Beispiel:

Der Kaufpreis einer Wertpapierorder liegt bei 15 €.

Der aktuelle Kurs beläuft sich auf 18 €. Da der Anleger mit einem weiterhin steigenden Kurs rechnet, will er nicht verkaufen.

Um jedoch das Verlustrisiko so gering wie möglich zu halten, setzt er den Stop-Loss-Auftrag auf 17 € fest.

Sollte der Kurs im weiteren Verlauf auf 17 € sinken, werden immerhin noch 2 € Gewinn gemacht, ohne dass der Anleger den Kurs ständig im Auge haben muss.

Die Euwax und das Stop-Loss-Verfahren: Hier gelten besondere Regeln

Zu beachten ist, dass die Merkmale der Stop-Loss-Verfahren von Börsenplatz zu Börsenplatz variieren können.

An der Münchener Börse beispielsweise wird eine Stop-Loss-Order für Aktien erst dann aktiviert, wenn am Referenzmarkt tatsächlich ein Umsatz stattgefunden hat.

Außerdem werden Stop-Loss-Orders für Aktien an fast allen Börsen anhand der Geldtaxe ausgeführt. Die Börse Stuttgart hingegen legt eine Brieftaxe zu Grunde.

Beispiel:

Ein Anleger wählt bei einem Aktienkurs von 11 € ein Stop-Loss-Limit von 10 €.

Fällt die Aktie, dann wird an allen Märkten, die anhand der Geldkurse abrechnen, die Order ab einem Kurs von 10,10 € aktiviert und wandert als unlimitierter Verkauf in den Markt.

Gilt hingegen wie an Stuttgarter Börse die Brieftaxe, muss der Kurs noch weiter fallen.

Erst wenn die Indikation beispielsweise bei 9,90 zu 10 € liegt, wird der Stop-Loss-Auftrag aktiv.

16. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt