Effektivzinssatz – Definition & Übersicht

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Die Effektivverzinsung zeigt dem Anleger die reale Verzinsung einer Anleihe. Mit Hilfe einer Faustformel kann der Effektivzins einfach berechnet werden. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)


Der Effektivzinssatz im Überblick

Bedeutung: Effektivzins gibt an, wie viel ein Kredit kostet oder wie hoch die Rendite einer Investition ist

Funktionen: Der Zins ermöglicht den Kreditvergleich sowie die Berechnung der Rendite

Verwendung: Kredite, Bauspardarlehen & Investitionen

Marktteilnehmer: Banken, Geldinstitute & Investoren


Wann immer man als Verbraucher ein Darlehen bzw. einen Kredit beantragt oder eine Investition tätigt, wird man mit dem Thema Zinssätze konfrontiert. Sowohl bei Krediten, als auch bei Investitionen ist der wichtigste Zinssatz der Effektivzins.

Definition: Was ist der Effektivzinssatz?

Der Effektivzinssatz ist ein Begriff der bei Aufnahme von Krediten und bei Investitionen wie beispielsweise Anleihen auftaucht. Der Effektivzinssatz gibt an, wie viel ein Kredit kostet bzw. wie hoch die zu erwartende Rendite bei einer Investition ist. Dieser Zinssatz taucht in der Regel bei Krediten in Verbindung mit dem sogenannten Sollzins auf und gibt letztlich die Gesamtkosten an, die dem Kreditnehmer jährlich entstehen. Im Effektivzinssatz sind alle relevanten Kosten enthalten. Er zeigt Investoren außerdem, wie viel Gewinn ihre Geldanlage auf ein Jahr gerechnet bis zum Ende der Laufzeit bringen kann.

Was laut Gesetzgeber nicht im Effektivzins enthalten sein darf, sind:

  • Schätzgebühren (z. B. Wertermittlungsgebühren oder Taxkosten)
  • Bereitstellungszinsen (Zinssatz für einen noch nicht abgerufenen Kreditbetrag)
  • Teilzahlungszuschläge (z. B. für Baufinanzierungen mit vereinbarter Teilauszahlung)
  • Kontoführungsgebühren
  • Gebühren für geleistete Sondertilgungen

Kreditinstitute sind laut §§ 6 und 6a PAngV (Preisangabenverordnung) dazu verpflichtet, sowohl den effektiven Jahreszinssatz, als auch die Methode der Berechnung des effektiven Jahreszins sowie der in ihr enthaltenen Kostenfaktoren, explizit zu nennen.

Bietet eine Bank bzw. Kreditinstitut ihren Kunden sogenannte bonitätsabhängige Darlehen an, dann ist sie verpflichtet, den Zweidrittelzins zu benennen. Der Zweidrittelzins gibt Aufschluss, welchen Effektivzins die Bank zwei Dritteln aller Konsumenten durchschnittlich anbietet. Auch hier liegt der Zweck im Schutz des Verbrauchers.

Durch all diese verpflichtenden Angaben bezüglich des Effektivzinses hat der Kunde beispielsweise die Möglichkeit, für eine fundierte und überlegte Entscheidung zur Beantragung einer Baufinanzierung verschiedene Zinssätze miteinander zu vergleichen.

Hinweis zum Kreditvergleich

Wer einen Kredit oder eine Baufinanzierung benötigt, sollte die Angebote unterschiedlicher Banken oder Geldinstitute vergleichen. Dazu kann man Vergleichsportale bzw. Verbraucherportale im Internet nutzen. Von diesen werden solche Vergleiche und auch Tests regelmäßig durchgeführt, bewertet und anschließend veröffentlicht.

Wie wird der Effektivzinssatz berechnet?

Es gibt eine relativ einfache Formel, mit der sich der Effektivsinssatz berechnen lässt. Um sie zu nutzen, benötigt man lediglich die Kreditkosten, die Höhe des Nettodarlehensbetrages sowie die Laufzeit des Darlehens in Monaten. Daraus lässt sich die Berechnungs-Formel gemäß der Uniformmethode erstellen.

Formel  

Fausformel zur Berechnung des Effektivzins

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Die Effektivverzinsung zeigt dem Anleihen-Besitzer welche individuelle Rendite er mit seiner Anleihe erzielen kann.
$$\bo\text"Effektivzins" = ((\text"Nominalzins" + \text"Agio bei der Rückzahlung"/\text"Laufzeit")/\text"Kaufkurs")*100)$$
Ergebnis berechnen

Wie man diese Formel anwendet und warum sich der Vergleich von verschiedenen Kreditangeboten stets rentiert, lässt sich am einfachsten an einem fiktiven Beispiel zeigen, das die benötigten Beträge und Zeiträume enthält.

Beispiel für den Effektivzinssatz

Frau Eifrig benötigt einen Kredit in Höhe von 20.000 € (= Nettodarlehensbetrag). Die Gesamtkosten möchte sie in einem Zeitraum von 60 Monaten tilgen. Zur Auswahl stehen ihr zwei Kredite: Bei Kredit A enstehen einschließlich Restschuldversicherung Kreditkosten von insgesamt 2.200 € . Auf Basis dieser Zahlen berechnet sie den effektiven Jahreszins:

eff. Jahreszins (Kredit A) = (2.200 : 20.000) x (24 : 60 + 1) x 100 = 4,32 %

Kredit B beinhaltet ebenfalls eine Restschuldversicherung sowie eine Bearbeitungsgebühr, sodass die Kreditkosten hier 4.000 € betragen. Entsprechend höher liegt der Effektivzinssatz:

eff. Jahreszins (Kredit B) = (4.000 : 20.000) x (24 : 60 + 1) x 100 = 7,86 %

Frau Eifrig wird sich auf Grundlage dieser Berechnung vermutlich für das Kreditangebot A entscheiden, da dieses einen um etwa 3,5 % niedrigeren Effektivzins beinhaltet.

Was bedeutet die Effektivverzinsung einer Investition?

Mit dem Begriff Effektivverzinsung wird ausgedrückt, wie hoch die Rendite bei einer Investition, beispielsweise der Kauf einer Anleihe, ausfällt. Anleihen können vorallem über eine längere Laufzeit verschiedene Zinssätze in unterschiedlichen Jahren aufweisen, was eine genaue Einschätzung der Rentabilität auf den ersten Blick erschweren kann. Mit Hilfe des Effektivzinssatz kann man den Gewinn einer Anleihe schon im vorhinein ausrechnen. Denn die Effektivverzinsung von Investitionen zeigt, mit welcher Rendite der Investor innerhalb einer ganzen Laufzeit bei dem von ihm ausgesuchten Projekt rechnen kann.

Das Ermitteln der Effektivverzinsung ist also im Grunde ebenfalls ein wichtiges Werkzeug, mit dessen Hilfe sich eine Investition sozusagen bewerten lässt. Liegen dem Investor zwei oder auch mehrere verschiedene Angebote für eine Geldanlage vor, kann ein Vergleich ihrer Effektivverzinsung dazu beitragen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Für Unternehmen ermöglicht die Berechnung der Effektivverzinsung, sich ausschließlich an Investitionsprojekten zu beteiligen, bei denen eine höhere, als die gewünschte Mindestrendite erwirtschaftet wird. Vor allem börsennotierte Unternehmen unterliegen der Verpflichtung, nur in solchen Bereichen Investitionen zu tätigen, bei denen die Erwartungen der Aktionäre bezüglich der Rendite erfüllt werden.

Die Effektivverzinsung bei Investitionen in Anleihen

Hat man Geld investiert, hilft einem die Verzinsung also dabei, von Beginn an genau informiert zu sein, wie vorteilhaft die Finanzmittel angelegt sind. Möchte man sein Kapital beispielsweise in Anleihen investieren, ist es sinnvoll, vorher die oben genannte Formel zu nutzen, weil sie dem Investor hilft, sich für die richtige Geldanlage zu entscheiden. Anhand des Effektivzinssatzes kann der Käufer einer Anleihe berechnen, wie viel Gewinn er aus dem Anleihenkauf ziehen kann. Der Effektivzins bei Anleihen wird als Zinssatz definiert, bei dem die Kosten für die Anleihe genau gleich dem Barwert der Anleihe ist.

Verfügt man hingegen nicht über das notwendige Fachwissen zum Thema interner Zinsfuß sowie der bei Anleihen unwichtigen Nominalverzinsung, setzt man sich zumindest der großen Gefahr aus, sein investiertes Geld zu verlieren. Zu einer strukturierten Investition bildet das Wissen um diese beiden Mittel zu den wesentlichen Grundlagen, die es zu verwenden gilt.

Beispiel für die Berechnung der Rendite bei Anleihen:

Formel: Rendite = 100% x (Nominalzins + (100% – Marktpreis)/Laufzeit)/ Kaufkurs %

Fiktiver Fall: Eine Anleihe XY  mit einer Laufzeit von 10 Jahren, einem Marktpreis von 102 % und einem Nominalzinssatz von 1,50%

1. Schritt: (100 -102) x 10% = -0,2 %

2. Schritt: – 0,2 + 1,50 = 1,30

3. Schritt: (1,30 / 102 )x 100% = 1,27 % (= Effektivverzinsung)

Interne-Zinsfuß-Methode

Die wichtige Methode des internen Zinsfußes ermöglicht es, Investitionsprojekte miteinander zu vergleichen. Der interne Zinsfuß und seine Berechnung sind hierbei am wichtigsten. Durch diese Berechnung lässt sich die Verzinsung von investiertem Kapital genau herausfinden.

Zunächst wird der Barwert beim Einstieg in die Investition auf Null gesetzt. Zudem werden sämtliche Ein- und Ausgaben gegengerechnet. Die Effektivverzinsung gewinnt erst mit dauernder Laufzeit an Bedeutung und kommt immer stärker zum Tragen. Das bedeutet auch, dass der Barwert aller Auszahlungen gleich dem Barwert sämtlicher Einzahlungen ist.

Die Berechnung der Effektivverzinsung ist also nützlich, um eine Investition zu bewerten. Hat man zwei oder mehrere Anlagemöglichkeiten, hilft der Vergleich der Effektivverzinsung einer Investition, um eine Entscheidung zu treffen.

Effektivzinssatz Rechnung

 

Unterschied: Effektivzins vs. Nominalzins

Sind im Effektivzins auch gebühren und ähnliche Kosten enthalten, zeigt der Nominalzins lediglich die Kosten für den reinen Kreditbetrag. Weitere Faktoren sind bei ihm nicht berücksichtigt, sodass er weniger aussagekräftig ist, als der Effektivzinssatz.

Aus diesem Grund ist es für Kreditnehmer sinnvoll, sich bei verschiedenen Kreditangeboten vor allem die Höhe dieses Zinssatzes anzuschauen und mit den anderen zu vergleichen.

Effektivzins vs. Nominalzins

 

Wichtiger Hinweis

Bei einem Kreditvergleich sollte man aber auch andere Faktoren nicht unbeachtet lassen. Eine wichtige Rolle spielen auch die Höhe des Eigenkapitals, die eigene Bonität, die Ratenhöhe, die Zinsfestschreibungsdauer oder die Dauer der gesamten Laufzeit. Die Bank wird auf der Basis dieser Faktoren ihre Konditionen (und damit auch den Effektivzinssatz) festlegen.

Warum ist der Effektivzinssatz so wichtig?

Der effektive Jahreszins ist deshalb so wichtig, weil er ein wichtiges Hilfsmittel ist, um einen Kreditvergleich vorzunehmen. Denn erst, wenn alle tatsächlich anfallenden Kosten ermittelt sind, kann der Konsument die verschiedenen Kreditangebote bzw. die jeweiligen Zinssätze für Baufinanzierungen der Banken effektiv vergleichen.

Der Effektivzins ist normalerweise immer höher, als der Sollzinssatz, dafür kann er dem potenziellen Kreditnehmer detaillierte Informationen darüber liefern, welche Kosten auf ihn zukommen, wenn er sich für diesen oder jenen Kredit entscheidet. Damit ist der Effektivzinssatz existentieller Baustein für die Ermittlung des günstigsten Kreditangebotes.

Nur mit dem Soll- bzw. Nominalzins ließen sich keine aussagekräftigen Informationen zu einem Kredit oder einer Baufinanzierung sammeln, da er wichtige Faktoren nicht berücksichtigt.

Hauptaufgaben der Effektivverzinsung

Finanzexperten bezeichnen es als Hauptaufgabe des effektiven Jahreszins, die oft sehr unterschiedlich gestalteten Kredite zu vergleichbaren Produkten zu machen. Dabei gibt es allerdings eine Einschränkung. Mithilfe des Effektivzinssatzes lassen sich lediglich Darlehensangebote gegenüberstellen, die die gleiche Zinsfestschreibungsdauer besitzen. Werden die unterschiedlichen Faktoren auf rechnerischer Ebene korrekt eingebunden, ist eine Vergleichbarkeit der Kredite unter Verwendung verschieden ermittelter Prozentsätze gegeben.

Vor allem die folgenden Faktoren sind für die Berechnung wichtig:

  • Tilgungsfreijahre
  • Tilgungsersatz
  • Form der Tilgungsverrechnung
  • Bearbeitungs- bzw. Darlehensgebühren

Zu beachten ist jedoch, dass die weiter oben bereits genannten Faktoren nicht berücksichtigt und damit nicht im Effektivzins enthalten sind. Als Tilgungsfreijahre bezeichnen Experten einen, der regulären Dauer der Rückzahlung vorgelagerten Zeitraum, in dem der Kreditnehmer keine Tilgung der eigentlichen Darlehensschuld vornimmt. Er zahlt in den tilgungsfreien Jahren lediglich die Zinsen zurück.

Unter dem Tilgungsersatz (er wird auch als Tilgungssurrogat bezeichnet) versteht man eine Tilgungsaussetzung, bei der das Geld aber in anderer Form zurückgezahlt wird, etwa durch die Abtretung eines Anspruchs auf ein Bauspardarlehen.

Die Tilgungsverrechnung gibt an, zu welchem Zeitpunkt Tilgungszahlungen mit einer noch bestehenden Restschuld verrechnet werden sollen. Die heute gängige Praxis ist eine zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer vereinbarte sofortige Tilgungsverrechnung.

Als Darlehens- bzw. Bearbeitungsgebühren werden alle Kosten bezeichnet, die im Rahmen der Kreditantragsbearbeitung entstehen. Seit 2014 können Kreditnehmer, die von der Kredithöhe abhängige Bearbeitungsgebühren gezahlt haben, unter Umständen zurückfordern, da diese als unzulässig beurteilt wurden.

Welche Faktoren beeinflussen den Effektivzinssatz?

Der effektive Jahreszins, der von Kreditinstituten angeboten wird, unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, die letztlich seine Höhe bestimmen.

Als wichtigste Einflussfaktoren beim effektiven Jahreszins gelten:

  • Sollzins (oder Nominalzinssatz genannt)
  • Agio (wird auch als Ausgabeaufschlag bezeichnet)
  • Disagio (auch bekannt als Auszahlungskurs)
  • Kosten für die Kreditvermittlung
  • Tilgung
  • Zinsfestschreibungsdauer
  • Prämie für Restschuldversicherung
  • Abschlussgebühr bzw. Darlehensgebühr (anteilig, bei Bauspardarlehen)

Einer der wichtigen Einflussfaktoren für den Jahreszins ist darüber hinaus der sogenannte Leitzins, der von der Europäischen Zentralbank vorgegeben wird und an dem sich auch die deutschen Banken und Geldinstitute orientieren. Seit einigen Jahren bewegt sich dieser Leitzins nahezu auf einem Null-Niveau und sorgt damit insgesamt für niedrige Zinssätze im Bereich der Kredite. Allerdings gibt es, sozusagen als Nebenwirkung, auch nur sehr geringe Guthabenzinsen, weshalb viele Bankkunden nach neuen Möglichkeiten einer Geldanlage suchen.

Die Fachbegriffe Agio bzw. Disagio stehen grundsätzlich für hinzuzurechnende oder abzuziehende Beträge und dies auch im Rahmen von Kreditvereinbarungen. Das Wort Agio stammt aus der italienischen oder besser gesagt lateinischen Sprache und kann mit dem Wort „Bequemlichkeit” übersetzt werden. Für Agio gibt es zahlreiche Synonyme, z. B. Aufzahlung, Aufgeld, Erhöhung, Mehrpreis, Teuerung, Zulage bzw. Zuschlag. Im Gegensatz dazu werden für Disagio Synonyme wie Abgeld oder Abschlag verwendet. In der Regel muss der Kreditnehmer das Agio bzw. Disagio zahlen, da er der Leistungsempfänger ist.

Faktoren, die Effektivzins beeinflussen

 

Die Tilgung einer Kreditsumme ist oberstes Ziel des Kreditnehmers. Die Tilgung steht also für die Rückzahlung der Kreditsumme und auch der dafür fälligen Zinsen sowie weiterer Kosten. Durch die Bedingungen der Tilgung wird der Effektivzinssatz in hohem Maße beeinflusst, denn je länger eine Tilgung dauert, umso höher wird der Zinssatz sein, den der Kreditgeber fordert.

Unter der Zinsbindung versteht man einen Zeitraum, in dem der Sollzins eines Kredites unverändert bleibt. Nach Ablauf einer solchen Zinsbindungsphase muss sich der Kreditnehmer um eine Anschlussfinanzierung mit neuem Sollzinssatz und Effektivzinssatz kümmern.

Mit einer Restschuldversicherung kann der Kreditnehmer sich selbst und auch seine Familie absichern. Mit einer solchen Versicherung sollen „worst case”-Szenarien wie schwere Erkrankungen, Arbeitslosigkeit oder Tod des Kreditnehmers so abgesichert werden, dass weder die Bank noch erbberechtigte Hinterbliebene einen finanziellen Verlust bzw. finanzielle Belastungen erleiden.

Hätten Sie’s gewusst?

Aufgrund der Verflechtungen innerhalb der Europäischen Union ist das Recht zur Festlegung von Leitzinsen an die Europäische Zentralbank übergegangen. Sie versucht, durch die Anhebung oder Senkung des Leitzinses die Wirtschaftspolitik im europäischen Raum zu lenken. Ziel ist vor allem die Einflussnahme auf die Inflation

Fazit

Seine Hauptbedeutung hat der Effektivzinssatz in den Bereichen Darlehen, Krediten und Investitionen wie Anleihen. Bei einem Kredit zeigt der Zins dem potentiellen Kreditnehmer, welche Gesamtkosten auf ihn zukommen, wenn er einen Kreditvertrag abschließt. Mithilfe des Effektivzinssatzes lassen sich zudem Kredite mit ähnlichen Konditionen bezüglich der Sollzinsbindung miteinander vergleichen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Soll- bzw. Nominalzins und Effektivzins. Der Sollzins zeigt, wie hoch die Darlehenssumme selbst verzinst ist. Der Effektivzinssatz berücksichtigt dagegen weitere Kosten, wodurch er bei Vergleichen mehr Aussagekraft besitzt.

Die kreditgebenden Institutionen, also Banken oder sonstige Geldinstitute haben die Verpflichtung, ihren Kunden den Effektivzinssatz offenzulegen und auch ihn auch über die Methode zur Berechnung des Zinssatzes zu informieren. Dadurch will der Gesetzgeber dem Verbraucher die Möglichkeit eines fundierten Vergleichs geben.

Bei Investitionen, z.B in Unternehmen an der Börse, zeigt der Effektivzinssatz dagegen, wie hoch die Rendite bzw. der Gewinn ist, die der Investor durch seine Geldanlage erwarten darf. Die Berechnung des Effektivzinssatzes gilt darüber hinaus als Werkzeug, um eine Investition zu bewerten bzw. verschiedene zu vergleichen. Dazu stellt an einfach die Effektivverzinsung der Geldanlagen gegenüber.

Unternehmen, die an der Börse notiert sind und dementsprechend die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Aktionäre berücksichtigen müssen, sind dazu verpflichtet, nur Investitionen vorzunehmen, wenn die von den Anteilseignern gehegten Rendite-Erwartungen erfüllt oder übertroffen werden können. Ist dies nicht der Fall, müssen sie von einer Investition absehen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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