Kindergeldzuschlag: Das steht Ihnen mit einem Kind in Ausbildung zu

Die Regelungen für das Kindergeld sind oft undurchsichtig. Diese Grundsätze müssen Sie beim Kindergeldzuschlag und Kindergeld in der Ausbildung beachten. (Foto: Steidi / shutterstock.com)

Kindergeld kann für ein unverheiratetes Kind in einer Berufsausbildung, dassnoch zuhause wohnt, bis zum vollendeten 25. Lebensjahr erhalten werden. Mit einer Berufsausbildung ist eine Ausbildung gemeint, die auf einen zukünftigen Beruf hinarbeitet.

In dieser Ausbildung sollen also Fähigkeiten und Kenntnisse erworben werden, durch die der spätere Beruf ausgeübt werden kann. Damit können eine Schule, eine betriebliche Ausbildung oder auch ein Studium gemeint sein. Die Auszahlung des Kindergeldes erfolgt durch die zuständige Bundesagentur für Arbeit.

Beispiel: Studentin mit Nebenjob

Beispiel: Eine Studentin verdient in einem Nebenjob 800 € pro Monat. Sie erhält dennoch den vollen Satz des Kindergeldes. In ihrem Fall sind das 184 €. Das liegt daran, dass sie das Erste von zwei Kindern in ihrer Familie ist.

Denn das Kindergeld wird anhand der Kinderanzahl in einer Familie berechnet. So ergeben sich für das erste und zweite Kind jeweils 184 €. Für das dritte 190 € und für das vierte und jedes weitere Kind 215 € pro Monat.

Duales Studieren und Zweitstudium

Dass Kinder in der Ausbildung so einfach hinzuverdienen können, war allerdings noch nicht immer so. Erst seit 2012 werden keine Einkommensüberprüfungen mehr bei Kindern unter 25 Jahren durchgeführt.

Also können Kinder sowohl während der ersten Berufsausbildung, als auch bei einem Erststudium hinzuverdienen, ohne den Anspruch auf das Kindergeld zu verlieren. Seitdem behält auch ein Student eines dualen Studienganges weiterhin den Anspruch auf sein Kindergeld.

Folgt allerdings noch eine weitere Ausbildung, beispielsweise ein Zweitstudium, treten Einschränkungen ein. Das Kind erhält nur weiterhin Kindergeld, wenn es nicht mehr als zwanzig Stunden in der Woche arbeitet und nur bis das 25. Lebensjahr erreicht ist.

Habe ich Anspruch auf den Kindergeldzuschlag?

Der Kindergeldzuschlag ist als Ergänzung zum Kindergeld für Alleinerziehende und Elternpaare mit einem geringen Einkommen gedacht. Welche Höhe der Zuschlag beträgt, hängt vom Einkommen und Vermögen der Eltern und der Kinder ab. Die Höhe des Kindergeldzuschlags wird aus der Differenz des Einkommens der Familie und der Einkommensobergrenze berechnet. Ab 2018 sind es maximal 170 € pro Monat. Der Zuschlag wird in der Regel für sechs Monate bewilligt und kann ab dem Monat der Antragstellung ausgezahlt werden, jedoch nicht rückwirkend.

Besteht der Anspruch auf Kindergeldzuschlag für mehrere Kinder, welche im selben Haushalt leben wie die Eltern, wird ein so genannter „Gesamtkindergeldzuschlag“ errechnet.

Wer Arbeitslosengeld П oder Sozialgeld bezieht, hat keinen Anspruch auf den Kindergeldzuschlag.

Welche Voraussetzungen sind zu beachten?

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Um den Kindergeldzuschlag zu erhalten, gibt es einige Voraussetzungen: Durch die Zahlung von Kindergeldzuschlag wird der Bedarf der Familie gedeckt, wodurch kein Anspruch auf Arbeitslosengeld П und Sozialgeld mehr besteht.

Das Einkommen und Vermögen übersteigt nicht die Höchsteinkommensgrenze. Um die Höchsteinkommensgrenze zu ermitteln, ist eine Berechnung von Lebensunterhalt und Wohnanteil der Eltern als Bemessungsgrenze im Sinne der Regelungen zum Arbeitslosengeld II nötig. Die Höchsteinkommensgrenze entspricht dem Gesamtbedarf der Eltern, zuzüglich dem Gesamtkinderzuschlag, den die Familie für ihre Kinder erhalten könnte.

Sobald das Bruttoeinkommen darüber liegt, besteht kein Anspruch mehr auf den Zuschlag. Für die Kinder, für die der Zuschlag beantragt werden soll, muss Kindergeld bezogen werden. Der Bedarf der Familie muss durch den Kindergeldzuschlag abgegolten sein, so dass kein weiterer Anspruch auf zusätzliches Arbeitslosengeld oder sonstige Sozialleistungen besteht.

Die Eltern erreichen mit ihren monatlichen Einnahmen die Mindesteinkommensgrenze. Diese liegt bei Elternpaaren bei 900 €. Bei Alleinerziehenden liegt sie bei 600 €.

Kindergeldzuschlag: Eine wichtige Familienleistung des Bundes

Der Kindergeldzuschlag wird von den Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit gezahlt und ist auch dort zu beantragen. Die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit sind ebenfalls für die Zahlungen des Kindergeldes zuständig. Seit Oktober 2008 kann der Kindergeldzuschlag unbefristet beantragt werden.

Der Kindergeldzuschlag ist als eine wichtige Familienleistung des Bundes anzusehen und ist deshalb im Bundeskindergeldgesetz verankert. Dieser soll gezielt Familien im Niedrigeinkommensbereich helfen, sie unabhängig von Leistungen der Grundsicherung machen und Kinderarmut bekämpfen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.