Litecoin vs. Bitcoin – Das sind die Unterschiede

Im Windschatten von Bitcoin – der Wert der weltgrößten Kryptowährung hat jüngst die Marke von 6.000 US-$ überschritten – legte auch der Litecoin deutlich zu. In der Krypto-Szene wird Bitcoin auch als das Gold unter den Kryptowährungen bezeichnet, während Litecoin als Silber unter den Digital-Währungen gilt.

Hier stellt sich für außenstehende Beobachter und Anleger die Frage, was zeichnet Litecoin aus und was sind die Unterschiede zum Bitcoin?

Kryptowährungen – Was ist Litecoin?

Die Kryptowährung Litecoin ist de facto eine Abspaltung vom Bitcoin. Litecoin gibt es seit Oktober 2011, als Erfinder der Kryptowährung gilt der ehemalige Google-Mitarbeiter Charlie Lee. Die Software, die Litecoin verwendet, läuft unter der sogenannten MIT/X11-Lizenz, wodurch jeder die Software verändern und für sich nutzen kann.

So wie der Bitcoin sieht sich auch der Litecoin als dezentrale Internetwährung, die auf der Blockchain-Technik basiert. Wie der Bitcoin kann auch der Litecoin dazu verwendet werden,  um Dienstleistungen oder Produkte im Internet zu kaufen.

Nutzer können mit dem Litecoin Überweisungen im Internet rund um die Uhr und grenzübergreifend in Sekundenschnelle tätigen, es gibt keine Banktage oder ähnliches zu beachten. Damit erfüllt der Litecoin eine ähnliche Funktion wie auch der Bitcoin und ermöglicht mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit, die bislang keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben, Finanztransaktionen abzuwickeln.

Litecoin vs. Bitcoin – wo liegen die Unterschiede?

Doch wo liegen nun die Unterschiede zwischen Litecoin und Bitcoin? Zum einen sind die Transaktionskosten beim Litecoin deutlich niedriger. Zuletzt kostete eine Überweisung mit der Digital-Währung Litecoin wenige Cent-Beträge, während eine Transaktion mit dem Bitcoin – je nach Dringlichkeit – schon mal mehrere US-Dollar verschlingen kann.

Zum anderen lassen sich Transaktionen mit dem Litecoin in der Regel schneller abwickeln als beim Bitcoin, denn etwa alle 2,5 Minuten wird auf der Litecoin Blockchain ein neuer Block generiert, während es beim Bitcoin ca. 10 Minuten dauert.

Damit ermöglicht der Litecoin etwa 4-mal schnellere Transaktionen als der Bitcoin. Unter dem Strich kann der Litecoin deutlich mehr Transaktionen pro Sekunde (56 Transaktionen/Sekunde) abwickeln und das auch zu deutlich niedrigeren Kosten als der Bitcoin.

Auch bei der Zahl der ausstehenden Coins gibt es Unterschiede zwischen Litecoin und Bitcoin, wenngleich es sich bei beiden Coins um sogenannte deflationäre Kryptowährungen handelt. Dies bedeutet, dass bei beiden Kryptowährungen die Inflation langfristig gegen Null tendiert – sprich die Anzahl der Coins ist begrenzt.

Während die Zahl der Coins beim Bitcoin auf 21 Millionen begrenzt ist, sind es beim Litecoin später einmal 84 Millionen Coins – zuletzt waren etwa 53 Millionen Litecoins im Umlauf. Pro erzeugten Block werden 25 Litecoins erschaffen, diese Menge halbiert sich in etwa alle 4 Jahre (alle 840.000 Blöcke).

Während beim Bitcoin Transaktionen mittels SHA256 Algorithmus verifiziert werden, kommt beim Litecoin der Proof-of-Work Algorithmus Scrypt zum Einsatz. Dies bedeutet, dass diese Kryptowährung (Kürzel: LTC) auch mittels herkömmlicher Computer-Prozessoren und Grafikkarten „geschürft“ werden kann, während der Bitcoin hauptsächlich mit ASIC-Minern errechnet bzw. „gemint“ wird.

Fazit: Litecoin präsentiert sich als interessante Alternative zum Bitcoin

Zuletzt waren rund 3 Mrd. US-$ in die Kryptowährung Litecoin investiert, womit Litecoin inzwischen zu den Top 5 der größten Kryptowährungen gehört. Verglichen mit dem Bitcoin kann Litecoin mit deutlich schnelleren Transaktionszeiten und günstigeren Kosten aufwarten. Auch soll die Digital-Währung auch in Zukunft weiterentwickelt werden. Litecoin-Gründer Charlie Lee kündigte zur Jahresmitte an, von der Kryptobörse Coinbase zu Litecoin zurückzukehren, um sich auf die Weiterentwicklung der Kryptowährung voranzutreiben.

Anleger müssen allerdings beachten, dass der Litecoin bislang nur bei wenigen kleinen Händlern als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Hier liegen die Vorteile beim Bitcoin, der nicht nur in Japan als offizielles Zahlungsmittel anerkannt ist, sondern auch von einigen großen Unternehmen (Dell, Expedia etc.) akzeptiert wird.

Der Litecoin-Programmcode gilt als solide, dennoch sind auf der Bitcoin-Seite deutlich mehr Entwickler zu finden, die das Projekt vorantreiben. Daher bleibt der Litecoin nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, die auf die Vorteile des Litecoins bei der Transaktionsgeschwindigkeit und den -Kosten setzen.

Unter dem Strich unterliegen Investments in Kryptowährungen generell sehr hohen Schwankungen und sollten daher – wenn überhaupt – nur als Depotbeimischung in Betracht gezogen werden.

6. November 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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