Mikrokredite – Definition & Übersicht

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Investieren in Mikrokredite ist meist eine Geldanlage mit sozialem Engagement und überschaubaren Renditen. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)


Fakten zu Mikrokrediten

Grundgedanke: Mikrokredit als Form der Entwicklungspolitik

Ursprungszeit: etwa 1870 (Genossenschaftsmodell mit Solidaritäts- und Selbsthilfeprinzip)

Bekannte Kreditgeber: Elmar Pieroth, 1970 in Togo; Muhammad Yunus, 1976, Bangladesch)

Europa: z. B. Niederlande, Modell „Tante Agathe“; Frankreich, Projekt „Adie“

Deutschland: Mikrokreditfonds Deutschland, GLS Gemeinschaftsbank, später GRENKE Bank AG

Bezieher (weltweit): 150 bis 200 Millionen, Gesamtvolumen bei etwa 70 Milliarden US-Dollar


Kredite sind heute bei allen Banken oder sonstigen Geldinstituten zu bekommen. Allerdings muss der Kreditnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um in den Genuss einer Kreditvergabe zu gelangen. Da nicht alle diese Voraussetzungen erfüllen, ist es für sie schwierig bis unmöglich, einen Kreditvertrag zu erhalten. In diesen Fällen gibt es andere Möglichkeiten, etwa einen Mikrokredit. Was das ist, wo und wie man ihn bekommt, erklären wir hier.

Definition: Was ist ein Mikrokredit?

Wie es der Begriff bereits andeutet, handelt es sich bei einem Mikrokredit im Grunde um einen Kredit mit geringen Kreditsummen, sprich einem Kleinkredit, zwischen einigen Hundert und maximal 25.000 €. Die Vergabe von Mikrokrediten bezeichnen Finanzexperten auch als „Microlendig. Bei der Mikrofinanz geht also um Kredite, bei denen die Kredithöhe so gering ist, dass eine klassische Bank nichts an ihnen verdienen würde. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem Mikrodarlehen bzw. einer Mikrofinanzierung, die vor allem für Menschen geeignet sind, die sonst nicht als kreditwürdig angesehen werden, beispielsweise für Frauen, die durch Kindereerziehung zusätzlich belastet sind oder wegen eines Schufa Eintrags. Diese Mikrokredite werden meist von spezialisierten Mikrofinanzinstituten gewährt.

Diese Kreditform stammt ursprünglich aus Ländern der sogenannten Dritten Welt, wird inzwischen aber auch bei uns angeboten. In verschiedenen Ländern mit schlechter Entwicklungspolitik und geringem Einkommen, wie z. B. Afrika, Asien, Südamerika oder Osteuropa, werden sie beispielsweise als Startfinanzierung an Handwerker oder Bauern vergeben, die ansonsten auf Kredite von Privatvermittlern (bei uns werden diese auch gerne als „Kredithaie“ bezeichnet) zurückgreifen müssten, bei denen sie Wucherzinsen zu zahlen hätten.

Sehr häufig dienen solche Mikrokredite beispielsweise als Anschubfinanzierung für Kleinstunternehmer, die schon in finanzielle Probleme geraten, wenn sie für betriebsbedingte Anschaffungen 500 € oder 1.000 € aufbringen müssen. Für sie ist die Mikrofinanz bzw. ein Mikrokredit eine Möglichkeit, mit einem geringen Kreditbetrag eine Anschaffung zu tätigen, ohne mit ihrem Unternehmen in finanzielle Schieflage zu geraten. Zusätzlicher ist auch die Sofortauszahlung des Kreditbetrages ein positiver Nebeneffekt. Ein langwieriger Kreditantrag ist meist nicht notwendig.

Übersicht zur Mikrofinanzierung

Mikrokredit als ethisch-soziale Geldanlage

Die kreditgebenden Institutionen verfolgen nicht in erste Linie das Ziel, mit Mikrokrediten hohe Gewinne zu erzielen. Vielmehr geht es darum, armen Menschen den Einstieg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen bzw. sie dabei zu unterstützen, überhaupt den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu sichern sowie um die Armut zu besiegen.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Begriff „ethische Investition auf. Vielleicht kennen Sie das von sich selbst, dass Sie überschüssiges Geld am liebsten in Unternehmen investieren möchten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Welt zumindest nicht zu verschlechtern, sondern sie im besten Fall zu verbessern.

Diese Vorgehensweise findet sich auch bei Personen, die anderen Mikrokredite zur Verfügung stellen, also nach dem Prinzip „Investitionen anstelle von Spenden“. Sie legen ihr Geld in Fonds an, die nach ethischen Grundsätzen handeln und Mikrokredite vergeben. Die Investoren möchten ihr Geld nicht in unethisch handelnde Unternehmen investieren und zugleich die Gewissheit haben, dass sie sich sozial engagieren, beispielsweise als Entwicklungshilfe für arme Menschen.

Vorrangige Zielgruppe für Mikrokredite

Normalerweise können klassische Kredite sowohl von Privatpersonen, als auch von Geschäftskunden beantragt werden. Das ist bei einem Mikrodarlehen anders. Diese Kreditform wendet sich nicht an Privatpersonen.

Vor allem folgende Personen können ein Mikrodarlehen erhalten:

  • Junge Unternehmer/Unternehmen mit wenig Berufserfahrung
  • Selbstständige/Unternehmer mit begrenzten Qualifikationen
  • Existenzgründer nach dem Ausstieg aus einem festen Beschäftigungsverhältnis
  • Existenzgründer, die der Arbeitslosigkeit entfliehen möchten
  • Migranten bzw. Deutsche mit Migrationshintergrund
  • Frauen, die durch den Beruf, die Familie und die Kindererziehung zusätzlich belastet sind
  • Alleinerziehende, berufstätige Frauen
  • Freiberufler bzw. sonstige Selbstständige
  • Existenzgründer bzw. Unternehmer mit negativem Eintrag bei der Schufa

Zielgruppe von Mikrokrediten

Kreditgeber – Wo erhält man einen Mikrokredit?

Waren es in den Ländern der Dritten Welt zunächst Geschäftsleute wie Mohammad Yunus (er erhielt im Jahre 2006 den Friedensnobelpreis für sein Engagement), die Mikrokredite an Personen vergaben, so werden diese inzwischen von verschiedensten staatlichen sowie nichtstaatlichen Institutionen vergeben.

Diese Anbieter vergeben Mikrokredite auf nationaler und internationaler Ebene:

  • Soros Economic Development Fund (SEDF)
  • International Finance Corporation (IFC, Tochterinstitution der Weltbank)
  • European Bank for Reconstruction and Development (EBRD)
  • KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau, Deutschland)
  • Bank im Bistum Essen eG (katholische Genossenschaftsbank, investiert weltweit direkt in Microlender bzw. Kleinstkreditnehmer)
  • Opportunity International Deutschland (gemeinnützige Stiftung)
  • Oikocredit (ökumenische Entwicklungsgenossenschaft, Beteiligung von Privatanlegern durch Kauf von Genossenschaftsanteilen)
  • Invest in Vision Microfinance Funds (in Deutschland aufgelegter Mikrofinanzfonds, für Microlender in Schwellen- und Entwicklungsländern)
  • European Fund for Southeast Europe (EFSE, größter Mikrofinanzfonds weltweit, arbeitet auf Basis des Public Private Partnership)
  • ResponsAbility Global Microfinance Fund (in Luxemburg aufgelegter Fonds, Mitglieder sind Schweizer sowie ausländische Bankinstitute, für Privatanlegern zugänglich)
  • Vision Microfinance (Mikrofinanz-Fonds aus Luxemburg, enthält vor allem festverzinsliche Anlagen, meist in Form von Microlender-Darlehen)
  • Mikrokreditfonds Deutschland (Fondsvermögen aus dem Bundeshaushalt und dem Europäischen Sozialfonds, für Kleinstunternehmer und Gründer zugänglich)

Es sind vor allem Fonds, die sich auf das Einsammeln von Kapital und dessen Weitergabe in Form der Mikrofinanzierung spezialisiert haben. Sie werden zum Teil oder sogar ganz von Staaten oder der Staatengemeinschaft gestützt und finanziert. Auch Stiftungen sind auf dem Gebiet der Mikrokredite tätig.

Welche Arten von Mikrokrediten gibt es?

Seit der Vergabe erster Mikrokredite in Entwicklungsländern als Entwicklungshilfe hat sich eine ganz eigene Branche entwickelt, die diese Kredite vergibt. Um möglichst vielen Kreditnehmern den Zugang zu solchem Kapital zu ermöglichen, wurden inzwischen verschiedene Formen von Mikrokrediten entwickelt.

Zu den am häufigsten genutzten Mikrokredit-Arten gehören:

  • Mikrokreditfonds
  • Genossenschaftsbanken
  • Peer-to-Peer-Mikrokredite (z. B. über Smava, Auxmoney)

Bei Mikrokreditfonds zahlt man für einen Mikrokredit Zinsen von bis zu 30 %. Diese Zinsen erscheinen auf den ersten Blick hoch, liegen aber im Vergleich weit unter dem, was örtliche Geldverleiher an Zinsen verlangen, wenn sie einen Kredit gewähren. Investoren können mit Renditen von etwa  2 % pro Jahr rechnen und haben zudem die Gewissheit, dass ihr Geld relativ sicher angelegt ist.

Auf Mikrokredite spezialisierte Genossenschaftsbanken, wie beispielsweise die Oikocredit, zählen zu den sicheren Investments. Wer sein Geld in eine solche Genossenschaftsbank investieren möchte, der muss lediglich einen Mitgliedsbeitrag zahlen und Anteile kaufen. Für diese erhält er eine jährliche Dividende von ungefähr 2 %, was den jährlichen Mitgliedsbeitrag kompensiert.

Vor allem im Zeitalter des Internets gewinnen die eben genannten Peer-to-Peer-Webportale zunehmend an Bedeutung, wenn es darum geht, sich durch einen Mikrokredit benötigtes Kapital in nicht zu großer Menge zu besorgen. Wer sein Geld auf solchen Plattformen verleiht, der kann mitunter hohe Renditen von mehr als 6 % erreichen.

Hätten Sie es gewusst?
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Die P2P-Portale haben ihren Ursprung im Bitcoin-Handel. Weiters sind die Investoren nicht gewerblich aktiv, sondern privat, d. h. die P2P-Kredite werden nur von privaten Geldgebern angeboten. Jedoch sind Vollbanken im Hintergrund, die für den rechtlichen Rahmen sorgen, um den Investoren Sicherheit zu bieten.

Kreditantrag: Unter welchen Voraussetzungen wird ein Kredit gewährt?

Wer schon einmal einen Kredit bei der Bank beantragt hat, weiß, dass die Hürden bis zur Gewährung relativ hoch sind und der Kreditantrag und die beantragende Person erst genau geprüft wird, beispielsweise im Hinblick auf Schufa Einträge. So möchte sich die Bank absichern und verhindern, dass sie Geld verliert.

Wichtige Faktoren für einen Bankkredit sind:

  • Kredithöhe
  • Höhe des Eigenkapitals
  • Laufzeit des Kredits
  • Bonität des Kreditnehmers
  • Höhe der Monatsraten
  • Sicherheiten

Wer bei diesen Faktoren zu schlecht abschneidet, der erhält in der Regel keinen Kredit von der Bank. Zwar müssen Kreditnehmer auch bei einem Mikrodarlehen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, diese sind aber nicht so streng, wie bei einer klassischen Kreditvergabe.

Unter diesen Bedingungen wird ein Mikrokredit gewährt:

  • Einnahmen: müssen nachweisbar ausreichend hoch sein
  • Ausgaben: dürfen nicht zu hoch ausfallen
  • Verbindlichkeiten: sind erlaubt, dürfen aber nicht zu umfangreich sein
  • Kapitaldienstfähigkeit: die Bedienung der Monatsraten muss sichergestellt sein
  • Rücklastschriften: zu viele wirken sich negativ aus

Die Grundvoraussetzung für die Gewährung eines Mikrokredits ist immer, dass der gewerbliche Kreditnehmer ausreichend hohe Einnahmen mit seinem Einkommen generiert, die nicht nur den Lebensunterhalt sichern, sondern darüber hinaus hoch genug sind, um die monatlichen Kreditraten (bestehend aus Tilgungs- und Zinsanteil) über die gesamte Laufzeit hinweg sicherzustellen.

Der wichtigste Unterschied zwischen einem herkömmlichen Kredit und einer Mikrofinanzierung ist die erforderliche Kredithöhe. Um einen klassischen Kredit (z. B. Annuitätendarlehen) zu erhalten, muss die Kreditsumme bei Privatkunden mehr als 100 € betragen, sonst gilt der Kredit als Minikredit. Bei Geschäftskunden sollte die Summe 10.000 € oder mehr betragen, da der Kredit ansonsten als Mikrokredit eingestuft wird.

Anders als der Mikrokredit, der als Zielgruppe gewerbetreibende Kleinstunternehmer oder auch Gründer hat, ist ein Minikredit hauptsächlich für Privatpersonen geeignet und kann von diesen in Anspruch genommen werden. Außerdem ist der Mikrokredit an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden, den Minikredit darf man frei verwenden.

Tipp – Kreditarten im klassischen Sinn:

Ratenkredit: Tilgung erfolgt über die Laufzeit durch regelmäßige, sich verändernde Raten

Annuitätendarlehen: Tilgung mithilfe immer gleichhoher Raten

Dispo-Kredit: erweiterter Kreditrahmen des Girokontos, meist zu hohe Zinssätze

Arbeitgeberdarlehen: zinsgünstiges Darlehen durch den Arbeitgeber

Konditionen beim Mikrokredit

Wer einen Mikrokredit beantragen möchte, der sollte sich vorher mit den Konditionen befassen, die die Kreditgeber ihm anbieten. Diese Konditionen können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.

Folgende Konditionen sind üblich:

  • Zinssatz: ortsabhängig, zwischen maximal 8,5 und 8,9 % (im Bundesland Hessen liegt er nur bei 5,75 %)
  • Bearbeitungsgebühren: entfallen beim Mikrokredit
  • Laufzeiten: bis maximal 30 Monate
  • Sicherheiten: abhängig von der Bonität, können individuell und flexibel vereinbart werden, mit oder ohne Bürgschaft möglich
  • Rückzahlung: ist für Freiberufler auch vorzeitig möglich und kostenfrei
  • Aufstockung bzw. Neuantrag: jederzeit möglich

Solche Konditionen kommen vor allem der Gruppe der Freiberufler sehr entgegen. An sie vergeben Banken in der Regel aufgrund der schwer kalkulierbaren Einnahmesituation keine Kredite. Durch solch einen Kleinkredit und seine Konditionen erhalten auch sie die Möglichkeit, zu investieren, Anschaffungen zu tätigen und auf diese Weise ihr Unternehmen voranzubringen.

Vor- und Nachteile von Mikrokrediten

Wie jede andere Kreditform auch, so hat auch der Mikrokredit seine Stärken und Schwächen. Eine grundsätzliche Stärke dieser Kleinkredite besteht darin, dass sie sich flexibel, zügig und vor allem zielorientiert einsetzen lassen. Als Alternative zu den klassischen Finanzprodukten ergänzen sie das bestehende Kreditportfolio.

Ein Mikrokredit kann vom Unternehmer oder Gründer selbst dann beantragt werden, wenn er gleichzeitig einen bestehenden Bankkredit zurückzahlt. In diesem Fall dient der Mikrokredit vielleicht dazu, um eine entstandene Finanzierungslücke zu kompensieren.

Hier die Vorteile auf einen Blick:

  • Alternativer Zugang zu Kapital
  • Individuelles Finanzierungsinstrument
  • Mensch ist Mittelpunkt der Finanzierung
  • Armutsbekämpfung
  • Beantragung für Unternehmensgründer im Nebenerwerb
  • Zulassung aller Branchen
  • Bearbeitung ist kostenfrei, zügig sowie ohne bürokratische Hürden
  • Auszahlung der Kreditsumme erfolgt kurzfristig
  • Kooperationspartner für Mikrokredite helfen in allen Belangen
  • Möglichkeit der Co-Finanzierung mit Banken
  • Hilfestellung bei Problemen während der Laufzeit
  • Möglichkeit kostenfreier Sondertilgungen bzw. Kapitalablösungen (zu jeder Zeit)
  • Möglichkeit der regelmäßigen Inanspruchnahme von Mikrokrediten (nach erfolgreicher Abwicklung und Rückzahlung)
Tipp

Vergleichen Sie Angebote verschiedener Anbieter und investieren Sie nicht Ihr ganzes Kapital, sondern nur stückweise.

Ein Beispiel kann dies verdeutlichen. Benötigt ein Kreditnehmer beispielsweise eine Kredithöhe von 20.000 €, ergibt sich aus dieser Summe, in Verbindung mit der Maximallaufzeit, die nicht unerhebliche Rate von circa 630 € monatlich. Diese Ratenhöhe können viele Unternehmen nicht stemmen. Neben den genannten Vorteilen kann ein Mikrokredit aber auch Nachteile mit sich bringen. Dafür sind in erster Linie die Rahmenbedingungen für diese Kreditform verantwortlich, die eine nach oben begrenzte Laufzeit von maximal drei Jahren vorschreiben.

Nachteile beim Mikrokredit sind unter anderem:

  • Rückkopplung an den Kreditgeber: zusätzlicher Zeitaufwand für den Kreditnehmer durch den stetigen Kontakt
  • Produktwerbung: unerwünschter Versuch unseriöser Anbieter, zusätzliche Produkte, wie Versicherungen, zu verkaufen

Pro und Contra von Mikrokrediten

Alternativen zum Mikrokredit

Wer dringend Geld benötigt, der kann zwar auf den Mikrokredit mit seiner geringen Höhe und kurzen Laufzeit zurückgreifen, hat aber noch andere Möglichkeiten. Eine Alternative zum Mikrokredit ist beispielsweise ein Privatdarlehen aus dem Kreis der Familie oder ein Kredit über eine der darauf spezialisierten Kreditbörsen. Beide laufen unter der Bezeichnung “Kredit von privat”. Eine weitere Alternative ist die Kreditvergabe eines sogenannten Kontokorrentkredits, der auch als Dispositionskredit bezeichnet wird. Dieser kann bei der eigenen Hausbank angefragt werden.

Fazit

Der Mikrokredit, der ausschließlich an Gründer, Kleinstunternehmer, Gewerbetreibende oder Freiberufler vergeben wird, ist eine noch nicht so alte Kreditform, deren Ursprünge in verschiedenen Ländern mit schlechter Entwicklungspolitik und hoher Armut liegt, die aber durch das Modell der Genossenschaft auch in Europa im 19. Jahrhundert zumindest im Ansatz bekannt war.

Angeboten wird die Mikrofinanzierung von staatlichen oder staatlich unterstützten Institutionen bzw. Fonds. Ziel ist es, denjenigen einen Zugang zu den Kapitalmärkten zu ermöglichen, die unter normalen Umständen keine Chance auf einen Kredit hätten, z. B. für die Armutsbekämpfung.

Der Kleinstkredit mit sehr niedrigen Kreditsummen zwischen einigen Hundert und höchstens 25.000 € darf eine Laufzeit von drei Jahren nicht überschreiten, wodurch sich bei der maximal möglichen Kreditsumme relativ hohe Raten ergeben. Insgesamt ist der Mikrokredit eine gute Möglichkeit, finanzielle Engpässe zu überbrücken oder für sein Unternehmen Anschaffungen zu tätigen, ohne gleich in Schwierigkeiten zu geraten.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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