Mischfonds: Niedrigzinsen belasten Renditen

Auch vergleichsweise konservative Anlagen wie Mischfonds können gewisse Risiken bergen. Eines scheint sicher: Mit der Entwicklung in der Vergangenheit wird die der kommenden Jahre nicht mehr viel gemeinsam haben.

Die bei Anlegern so beliebten Mischfonds sind in den zurückliegenden Jahren von nachhaltigen Zinsrückgängen von einem höheren Zinsniveau massiv unterstützt worden. Diese Rahmenbedingungen der Märkte haben viele konservative Mischfonds und deren rentenorientierte Strategien bevorteilt. Doch nun, da sich das Ende der Niedrigzinsphase abzeichnet, schwindet die Attraktivität derartiger Finanzprodukte.

Mischfonds – durch Niedrigzinsen unter Druck

Nach und während der üppigen Anleiheaufkauf-Programme der Notenbanken der USA und der Europäischen Gemeinschaft, die auf eine moderate Inflation zielen, scheint die Niedrigzinsphase in den wichtigsten Industrienationen auszulaufen. In den Vereinigten Staaten zeigen bereits die ersten Leitzinserhöhungen erste zarte Blüten.

Bis zum Jahr 1994 pendelte die Umlaufrendite in Deutschland um etwa 6%. Danach sackte diese nach und nach ab und tendiert aktuell gegen 0% oder sogar darunter. Die Verringerung der Zinsen führte bei den meisten Anleihen zu einem Anstieg der Kurse, wovon vor allem auch Anleihe- und Mischfonds profitierten.

Weitere Zinsrückgänge sind auch schon wegen der aktuellen, historischen Tiefstände der Zinsniveaus recht unwahrscheinlich. Anleger werden sich wohl in der Zukunft auf die veränderte Situation an den Finanzmärkten, die durch steigende Zinsen und fallende Kurse gekennzeichnet ist, einstellen müssen.

Wie Anleger auf die Renditeschwäche bei Mischfonds reagieren können

Während Anleger bei Mischfonds mit Schwerpunkt Europa bzw. Euroland bis vor kurzer Zeit noch mit Renditen um die 10% rechnen konnten, sind derzeit nur noch jährliche Gewinne von 1 bis 3% im Bereich des Möglichen. Dies lässt sich recht anschaulich an der Kursentwicklung zwei der bekanntesten deutschen Mischfonds erkennen: dem Fondra von Allianz Global Investors und dem Unirak der Fondsgesellschaft Union Investment.

Das wichtigste Argument Pro Mischfonds ist die relativ niedrige Volatilität. Allerdings nützt eine geringe Schwankungsbreite wenig, wenn die Renditen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Eine Alternative für konservativ orientierte Anleger sind die so genannten Absolute Return Fonds.

Die Absolute Return Fonds, die auf den Kapitalerhalt des investierten Geldes zielen, werden gerade in jüngster Zeit, in der starke Kursschwankungen überwiegen, bei vielen Investoren bevorzugt. Jedoch ist bei solchen Finanzprodukten darauf zu achten, dass es enorme Qualitätsunterschiede gibt.

Denn bei Absolute Return Fonds kommt es vor allem auf den geschickten Einsatz von Derivaten an, die zur Absicherungen gegen Zinssteigerungen und Währungsabwertungen sowie gegen eine mögliche Inflation dienen. Am Ende der Niedrigzinsphase kommen Mischfonds mehr und mehr unter Druck. Absolute Return Fonds bieten sich für konservativ orientierte Anleger als Alternative an.

29. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt