GRATIS Online-Webinar: Energie-Unabhängigkeitsgipfel - bis zu +6.011 % Gewinn mit nur DREI Unternehmen | 10.10., 18 Uhr

Ausgabeaufschlag bei Fonds: Beispiele und Berechnung

Ausgabeaufschlag bei Fonds: Beispiele und Berechnung
makibestphoto | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie Ihr Geld in Fonds anlegen, dann ist das in den meisten Fällen mit Gebühren verbunden. Dazu gehören zum Beispiel die Management- und Verwaltungsgebühren. Darüber hinaus müssen Sie bei einer Reihe von Fonds einen sogenannten Ausgabeaufschlag zahlen. Worum es sich dabei handelt, wie der Ausgabeaufschlag funktioniert und berechnet wird und welche Fonds mit diesem Kostenfaktor erfahren Sie in unserem Beitrag.

Was ist der Ausgabeaufschlag?

Der Ausgabeaufschlag ist für Anleger eine Kostenart, die in erster Linie bei Fonds zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zu anderen Fondsgebühren, insbesondere den Management- und den Verwaltungsgebühren, handelt es sich beim Ausgabeaufschlag nicht um eine jährlich anfallende Gebühr, sondern stattdessen um einmalige Kosten. Der Ausgabeaufschlag bezieht sich immer prozentual auf den Anteilswert des jeweiligen Fondsanteils

Eine andere Bezeichnung für den Ausgabeaufschlag ist zum Beispiel das Agio. In den meisten Fällen bewegt sich der Ausgabeaufschlag zwischen 0,5 bis 6 Prozent, bezogen auf den jeweiligen Anteilswert. Die Berechnung des Ausgabeaufschlages basiert auf der Differenz zwischen dem Ausgabe- und dem Rücknahmepreis, worauf wir allerdings im weiteren Verlauf unseres Beitrages noch näher eingehen werden.

Wie und wann müssen Anleger einen Ausgabeaufschlag zahlen?

Einen Ausgabeaufschlag müssen Anleger insbesondere bei sogenannten Classic-Fonds zahlen. Das sind die meisten Investmentfonds, weil tendenziell die Anlagedauer eher im mittleren bis langfristigen Bereich angesiedelt ist. Auf der anderen Seite gibt es sogenannte Trading-Fonds. Hier veranschlagt die Fondsgesellschaft meistens keinen Ausgabeaufschlag, dafür allerdings eine Vertriebsprovision.

Wenn es sich um einen Fonds mit Ausgabeaufschlag handelt, dann müssen Sie als Anleger diesen sofort beim Erwerb der Fondsanteile zahlen, nämlich in der Form, als dass Sie einen höheren Ausgabe- als späteren Rücknahmepreis zahlen müssen. Der Ausgabeaufschlag fällt also einmalig an, während andere Fondsgebühren, insbesondere die Managementgebühren, jährlich berechnet werden.

Wie hoch ist der Ausgabeaufschlag bei Fonds?

Die Höhe des Ausgabeaufschlages ist natürlich in erster Linie von der jeweiligen Fondsgesellschaft abhängig, prinzipiell aber auch davon, um welche Art von Publikumsfonds es sich handelt. An den folgenden Durchschnittswerten können Sie sich orientieren, wenn Sie gerne wissen möchten, bei welcher Fondsart welcher Ausgabeaufschlag zu zahlen ist:

  • Geldmarktfonds: ca. 1 %
  • Offene Immobilienfonds: ca. 2 bis 3 %
  • Rentenfonds: ca. 2,5 bis 3,5 %
  • Aktienfonds: ca. 4 bis 6 %
  • Mischfonds: ca. 4 bis 6 %
  • Spezialfonds wie Garantiefonds: ca. 4 bis 7 %

Wie Sie an diese Auflistung erkennen, können sich die Ausgabeaufschläge je nach Fondsart massiv voneinander unterscheiden. Am günstigsten sind für gewöhnlich Geldmarktfonds, weil auch das Fondsmanagement eine relativ einfache Aufgabe hat und die Auswahl bei den entsprechenden Fonds nicht mit größerem Aufwand verbunden sind. Je komplexer der Fonds jedoch, desto höher ist in der Regel auch der Ausgabeaufschlag, sodass vor allem Spezialfonds und Aktienfonds durchaus mit Ausgabeaufschlägen von bis zu sechs und zum Teil sogar sieben Prozent versehen sein können.

Wie funktioniert die Berechnung des Ausgabeaufschlags?

Es gibt beim Ausgabeaufschlag zwei Methoden, auf die wir im nächsten Abschnitt näher eingehen werden. Zunächst möchten wir allerdings kurz erläutern, was eigentlich die Grundlage für die Berechnung des Ausgabeaufschlages ist. Bei jeder Fondsgesellschaft gibt es zu den entsprechenden Fonds einerseits einen Ausgabepreis und zum anderen einen Rücknahmepreis. Der Ausgabepreis ist derjenige Betrag, den Sie als Anleger oder Sparer zahlen müssen, wenn Sie die entsprechenden Fondsanteile kaufen möchten. Bei aktiven Fonds können Sie die Anteile nicht über die Börse handeln, sondern kaufen Sie direkt über die Fondsgesellschaft. 

Das bedeutet, dass Sie Ihre Anteile später auch an die Gesellschaft zurückverkaufen. Der Preis, zu dem die Fondsgesellschaft Ihnen die Anteile wieder abnimmt, wird als Rücknahmepreis bezeichnet. Handelt es sich um einen Fonds mit Ausgabeaufschlag, so ist der Rücknahmepreis stets niedriger als der Ausgabeaufschlag. Exakt diese Differenz zwischen Ausgabe – und Rücknahmepreis ergibt dann den Ausgabeaufschlag, der normalerweise nicht in Euro, sondern stattdessen in Prozent angegeben wird. Wie die entsprechende Berechnung grundsätzlich funktioniert, möchten wir am folgenden Beispiel verdeutlichen:

Rücknahmepreis: 46,30 €

Ausgabepreis: 48,34 €

Differenz: 2,04 Euro

Ausgabeaufschlag: 4,40 Prozent

In diesem Fall beträgt die Differenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis demzufolge 2,04 Euro, sodass sich daraus ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 4,40 Prozent ergibt. 

Formel  

Den Ausgabeaufschlag bei Fonds berechnen

$$\bo\text"Ausgabeaufschlag"↙\text"(in Prozent)"=((\text"Ausgabepreis"*100)/\text" Rücknahmepreis")-100$$

Ergebnis berechnen

Ausgabeaufschlag: Netto- und Bruttomethode zur Berechnung

Grundsätzlich existieren zwei Methoden, mittels derer sich der jeweilige Ausgabeaufschlag für einen Fondsanteil ermitteln lässt. Es handelt sich dabei zum einen um die Netto– und zum anderen um die Brutto-Methode. Die Nettomethode wird wesentlich häufiger verwendet und ist der Standard für die Berechnung des Ausgabeaufschlages. Die Grundlage für die Berechnung ist in dem Fall der Rücknahmepreis. 

Dabei handelt es sich um den Wert eines Fondsanteils, worauf die Berechnung des Ausgabeaufschlages im Zuge der Netto-Methode. Nehmen wir dazu an, dass der Ausgabeaufschlag (Agio) bei fünf Prozent liegt. Wenn Sie für beispielsweise 100 Euro Fondsanteile erwerben, diesen Betrag also einzahlen, würden Sie dennoch lediglich Anteile im Gegenwert von 95,24 Euro erhalten. 

Die Berechnung nach der Brutto-Methode funktioniert etwas anders, wobei allerdings nur ein geringer Unterschied beim Wert des Fondsanteils zur Berechnung mittels der Nettomethode existiert. Die Grundlage für die Berechnung nach der Brutto-Methode ist in dem Fall nicht der Rücknahmepreis, sondern stattdessen der Ausgabepreis. In unserem vorherigen Beispiel würde das bedeuten, dass wenn Sie wiederum 100 Euro einzahlen, Sie bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent Fondsanteile im Wert von 95 Euro erwerben. Demzufolge haben die Fondsanteile bei der Netto-Methode einen etwas höheren Wert, was sicherlich auch der Grund ist, dass diese Methode in der Praxis zum Standard geworden ist.

Wer erhält den Ausgabeaufschlag? 

Da es sich beim Ausgabeaufschlag seitens der Anleger und Sparer um einen Kostenfaktor handelt, stellt sich die durchaus berechtigte Frage, wer diese Gebühren eigentlich erhält. Meistens allerdings findet keine Aufteilung statt, sondern wer den Ausgabeaufschlag erhält, ist vielmehr davon abhängig, über welchen Weg Sie die entsprechenden Investmentfonds gekauft haben. Hier gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Bank inklusive Beratung
  • Fondsgesellschaft als Emittent
  • Finanz- oder Vermögensberater

Im Grunde hängt es also davon ab, über wen Sie die Fondsanteile gekauft haben, wer letztendlich den Ausgabeaufschlag erhält. Gehen Sie zum Beispiel zu Ihrer Hausbank und geben dem Mitarbeiter den Auftrag, die entsprechende Fondsanteile zu erwerben, fließt der Ausgabeaufschlag meistens auch an die Bank. Wurden Sie hingegen extern beraten, zum Beispiel von einem Vermögensberater, dann fließt der Ausgabeaufschlag oft dorthin. 

Wie wirkt sich der Ausgabeaufschlag auf meine Rendite aus?

Da der Ausgabeaufschlag einen Kostenfaktor darstellt, wirkt er sich negativ auf Ihre erzielbare Rendite auf. Dazu kommt, dass der Ausgabeaufschlag im Gegensatz den meisten anderen Fondskosten nicht in der Gesamtkostenquote, der TER, enthalten ist. Das bedeutet, dass der Fonds zum Beispiel eine Total Expensive Rate von 2,2 Prozent hat, der Ausgabeaufschlag darin aber noch gar nicht enthalten ist. Daher stellt sich die Frage, wie Sie den Ausgabeaufschlag so einrechnen, dass dieser faktisch auf das Jahr gerechnet mit in die Gesamtkosten einfließt. Die Berechnung ist im Prinzip relativ einfach und funktioniert so:

  • Ausgabeaufschlag: 6 %
  • Anlagedauer (Haltedauer der Fondsanteile): 10 Jahre
  • Jährliche Gebühr: 0,6 %

Sie müssen also im Prinzip nur den einmaligen Ausgabeaufschlag durch die Anzahl der Jahre dividieren, die Sie Fondsanteile vermutlich halten werden. Oft ist dies nur begrenzt möglich, denn zahlreiche Anleger und Sparer wissen nicht unbedingt beim Kauf schon, ob sie diese nach 5, 10 oder 15 Jahren wieder veräußern. Somit sollten Sie mit den wahrscheinlichsten Werten agieren. Auf jeden Fall können Sie den einmaligen Ausgabeaufschlag so einrechnen und erhalten dann die tatsächliche und auch realistische Kostenquote für den Fonds.

Kann ich den Ausgabeaufschlag bei Fonds vermeiden?

Tatsächlich ist das möglich. Eine Variante wäre es natürlich, dass Sie sich gezielt für sogenannte Tradingfonds entscheiden, bei denen kein Ausgabeaufschlag veranschlagt wird, weil eben der Rücknahmepreis gleich dem Ausgabepreis ist. Allerdings ist die Auswahl eher begrenzt. Zudem zahlen Sie dann zwar keinen Ausgabeaufschlag, meistens allerdings eine Vertriebsprovision. 

Die bessere Möglichkeit besteht darin, dass Sie gezielt nach Angeboten schauen, denn hin und wieder bieten insbesondere Direktbanken und Online-Broker die Fondsanteile bestimmter Fondsgesellschaften vorübergehend oder manchmal sogar dauerhaft oder zumindest mit einem reduzierten Ausgabeaufschlag an. Das kann sich definitiv lohnen, insbesondere wenn Sie eine eher geringe Haltedauer planen. Grundsätzlich ist es ohnehin so, dass der Ausgabeaufschlag natürlich in immer geringerem Umfang negativ auf die Rendite wirkt, desto länger Ihre Anlage– und somit auch Haltedauer der Fonds ist. Sie sollten also durchaus auf Rabattaktionen achten, die es bei Banken und Brokern immer wieder im Hinblick auf den Ausgabeaufschlag gibt.

Ausgabeaufschlag bei Indexfonds

Wenn wir über einen Ausgabeaufschlag sprechen, dann sind damit zunächst mal aktiv gemanagte Fonds gemeint, also:

  • Geldmarktfonds
  • Rentenfonds
  • Aktienfonds
  • Offene Immobilienfonds
  • Mischfonds

Darüber hinaus gibt es noch eine andere Formvariante, die bei vielen Anlegern und Sparern in den letzten Jahren besonders beliebt geworden sind: Exchange Traded Funds. Die sogenannten ETFs oder Indexfonds zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie eine meistens wesentlich geringere Gesamtkostenquote als aktiv gemanagte Fonds haben. Nun haben Sie allerdings im bisherigen Beitrag gelernt, dass der Ausgabeaufschlag ohnehin nicht in der Gesamtkostenquote enthalten ist. Daher stellt sich die durchaus berechtigte Frage, ob es auch bei ETFs einen Ausgabeaufschlag gibt. 

Tatsächlich ist es so, dass bei Indexfonds keine Ausgabeaufschläge berechnet werden. Das hat auch damit zu tun, dass – im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds – die ETFs an der Börse gehandelt werden können. Dort bilden sich die Preise also durch Angebot und Nachfrage und werden nicht von der entsprechenden Fondsgesellschaft festgelegt. Der nicht vorhandene Ausgabeaufschlag „unterstützt“ bei ETFs noch einmal, dass die Gesamtkosten meistens wesentlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds sind. Bei den meisten ETFs zahlen Sie lediglich 0,4 bis 0,6 Prozent an Jahresgebühr, während Sie bei aktiv gemanagten Fonds unter Einbezug des Ausgabeaufschlages oft auf eine Kostenquote von mehr zwei Prozent kommen.

Fazit zum Ausgabeaufschlag bei Fonds

Der Ausgabeaufschlag zählt bei vielen Fonds zu den Gebühren, die Sie oftmals unwissentlich zahlen. Während zum Beispiel Management- und Verwaltungsgebühren offensichtlich sind, ist der Ausgabeaufschlag faktisch als Differenz zwischen Rücknahme- und Ausgabepreis etwas „versteckt“. Angegeben wird der Ausgabeaufschlag in Prozent und beim einmaligen Kauf der Anteile bezahlt. Sie haben allerdings durch bestimmte Rabattangebote oder auch durch die Wahl von ETFs statt aktiv gemanagten Fonds die Möglichkeit, dem Ausgabeaufschlag zu entgehen oder zumindest ein verringertes Agio zu zahlen.