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Geldmarktfonds: Investieren in Geldmarktpapiere mit kurzen Laufzeiten

Geldmarktfonds: Investieren in Geldmarktpapiere mit kurzen Laufzeiten
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Inhaltsverzeichnis

Im Fondsbereich stehen Anlegern und Sparern heutzutage zahlreiche Optionen zur Verfügung. Schaut man sich einmal die Publikumsfonds an, also offene Investmentfonds, finden sich dort mehrere große Gruppen. Neben Aktien- und Rentenfonds zählen dazu unter anderem Geldmarktfonds.

Was sind Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds fallen in die Gruppe der offenen Investmentfonds, häufig auch als Publikumsfonds bezeichnet. Eine wesentliche Eigenschaft der Geldmarktfonds besteht darin, dass diese zu einem großen Teil in liquide Mittel sowie Geldmarktpapiere investieren. Charakteristisch ist, dass die entsprechenden Geldmarktinstrumente eine Restlaufzeit von maximal einem Jahr haben. Alternativ können auch Geldmarktpapiere genutzt werden, bei denen mindestens einmal im Jahr eine Zinsanpassung vorgenommen wird. Unter dieser Voraussetzung dürfen Wertpapiere in der Regel auch eine maximale Laufzeit von zwei Jahren haben.

Ebenfalls charakteristisch für Geldmarktfonds ist, dass Sie Ihr Kapital jederzeit verfügen können. Das geschieht, indem Sie einen entsprechenden Verkaufsauftrag über die in Ihrem Depot befindlichen Anteile an einem Geldmarktfonds erteilen. Die Preis- und Kursschwankungen des Geldmarktfonds bzw. Zinssätze der Geldmarktinstrumente sind relativ moderat, was vor allem auf die kurzen Laufzeiten zurückzuführen ist. Geldmarktfonds werden deshalb häufig genutzt, um Kapital zumindest mit einer kleinen Rendite zwischen zu parken.

Was sind Geldmarktpapiere?

Grundsätzlich handelt es sich bei Geldmarktpapieren um Wertpapiere mit einer sehr kurzen (Rest-) Laufzeit von meistens maximal zwölf Monaten. Am Markt gibt es unterschiedliche Arten von Geldmarktpapieren, insbesondere:

  • Anleihen mit geringer Restlaufzeit
  • Schatzwechsel
  • Unverzinsliche Schatzanweisungen
  • Treasury Bills (USA)
  • Einlagenzertifikate (der Banken)

Einen nicht geringen Anteil haben neben den Geldmarktpapieren innerhalb der Geldmarktfonds auch Termingelder und liquide Mittel.

Wie war die Entwicklung der Geldmarktfonds in den vergangenen Jahren?

Geldmarktfonds haben größtenteils Geldmarktpapiere im Portfolio, die wiederum als relativ sichere Anlageformen gelten. Dazu trägt auch die kurze Laufzeit der Papiere bei. Relativ sicher bedeutet im Anlagebereich allerdings fast immer, dass dies mit einem vergleichsweise geringen Ertrag einhergeht. Dies zeigt eindrucksvoll die Entwicklung der Geldmarktfonds in den letzten Jahren.

Bekanntlich waren die vergangenen rund fünf Jahre von einer Niedrigzinsphase geprägt. Da es sich bei nahezu allen Geldmarktpapieren um verzinsliche Wertpapiere handelt, die auf der anderen Seite recht sicher sind, waren auch die erzielbaren Renditen sehr gering. Innerhalb der letzten fünf Jahre gab es somit faktisch bei den Geldmarktfonds fast keine Entwicklung, da die erzielbaren Renditen mit den Geldmarktpapieren sich meistens im Bereich zwischen 0,2 bis maximal 1,0 Prozent bewegt haben.

Für welche Anleger eignen sich Geldmarktfonds?

Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften eignen sich Geldmarktfonds definitiv nicht für chancen- und ertragsorientierte Anleger. Für diese Kunden sind einfach die durchschnittlichen Renditen, die sich mit Geldmarktfonds erzielen lassen, zu gering. Im Mittelwert beträgt die jährliche Preissteigerung der Anteile an Geldmarktfonds kaum mehr als 1,5 Prozent. In den vergangenen Jahren lag die Durchschnittsrendite sogar noch teilweise deutlich darunter. Aus den Gründen sind Geldmarktfonds stattdessen deutlich besser für Anleger geeignet, die folgende Ansprüche an eine Geldanlage haben:

  • Jederzeitige Verfügbarkeit des angelegten Kapitals
  • Vergleichsweise hohe Sicherheit und wenig Risiken
  • Transparente und einfache Anlageform
  • Sparplanfähig

Wenn Sie Ihr Kapital also möglichst sicher für einen überschaubaren Zeitraum anlegen oder lediglich zwischenparken möchten, sind Geldmarktfonds durchaus geeignet. Hinzu kommen die Einfachheit des Produktes und die leichte Verständlichkeit. Darüber hinaus können Sie die Fondsanteile bequem kaufen und verkaufen, indem Sie einfach Ihrer Bank oder Ihrem Broker den entsprechenden Handelsauftrag erteilen. Die Anteile der Geldmarktfonds werden dann anschließend in Ihrem Depot verwahrt.

Welche Vorteile und Nachteile bieten Geldmarktfonds?

Bevor Sie sich für eine Geldanlage in Geldmarktfonds entscheiden, sollten Sie sich kurz über die entsprechenden Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken informieren. Ein großer Vorteil der Geldmarktfonds ist deren relativ hohe Sicherheit und geringer Schwankungsbreite, was die entsprechenden Fondspreise angeht. Diese Stabilität entsteht vor allem auf der kurzen Zinsbindung der entsprechenden Geldmarktpapiere. Darüber hinaus verfügen Geldmarktfonds über weitere Vorzüge, nämlich:

  • Geld jederzeit ohne vorherige Kündigung verfügbar
  • Diversifikation des Anlagevermögens
  • Meistens kein Ausgabeaufschlag
  • Für aktiv gemanagte Fonds verhältnismäßig geringe Kosten
  • Vermögensaufbau durch Fondssparpläne mit Geldmarktfonds möglich

Ein Hauptvorteil ist neben der recht hohen Sicherheit bei Geldmarktfonds definitiv die Tatsache, dass Sie Ihr Geld täglich verfügen können. Daher müssen Sie keine Kündigungsfrist einhalten. Der Verkauf funktioniert einfach über Ihre Bank oder Ihren Broker, indem die Anteile an Geldmarktfonds veräußert werden und Sie im Gegenzug der Gegenwert auf Ihrem Konto gutgeschrieben bekommen. Zudem erzielen Sie eine Diversifikation, da die Fondsgesellschaft natürlich in unterschiedliche Geldmarktpapiere investiert. Im Vergleich zu anderen, aktiv gemanagten Fonds, weisen Geldmarktfonds öfter keinen Ausgabeaufschlag aus und haben relativ moderate Gebühren.

Auf der anderen Seite gibt es durchaus Nachteile, die im Zusammenhang mit den Geldmarktfonds stehen und die Sie ebenfalls kennen sollten. Als Risiken bzw. Nachteile gelten insbesondere:

  • Ertragsrisiko
  • Schwankungen
  • Rückgang des Anteilswertes aufgrund Zahlungsverzug eines insolventen Emittenten
  • Großes Risiko bei hochverzinslichen Geldmarktpapieren
  • Durchschnittlich geringe Rendite

Ein Emittentenrisiko gibt es bei Geldmarktfonds übrigens nicht. Ihre Fondsanteile werden als sogenanntes Sondervermögen verwahrt. Das bedeutet, dass sie getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft sind. Selbst wenn der entsprechende Geldmarktfonds insolvent werden sollte, bekommen Sie Ihre Fondsanteile trotzdem zurück bzw. können sie im Depot belassen.

Welche Kosten gibt es bei Geldmarktfonds?

Grundsätzlich können bei Geldmarktfonds alle Kosten anfallen, die auch für andere Publikumsfonds typisch sind. Das bedeutet, dass im Zusammenhang mit den Geldmarktfonds folgende Gebühren (eventuell) in Rechnung gestellt werden können:

  • Managementgebühren
  • Verwaltungsgebühren
  • Ausgabeaufschlag

Hinzu kommen natürlich unter Umständen die Depotgebühren und Transaktionskosten, wenn Sie Geldmarktfonds kaufen oder verkaufen. Im Gegensatz zu beispielsweise Aktienfonds sind allerdings viele Geldmarktfonds nicht mit einem Ausgabeaufschlag ausgestattet. Wenn ein Geldmarktfonds doch einen Unterschied zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis macht, dann bewegt sich der Ausgabeaufschlag allerdings selten oberhalb von einem Prozent. Zum Vergleich: bei manchen Aktienfonds zahlen Sie ein Ausgabeaufschlag von über fünf Prozent.

Bei den Management- und Verwaltungsgebühren sind Geldmarktfonds ebenfalls relativ günstig. Diese beiden Kostenfaktoren nehmen oftmals weniger als 0,5 Prozent ein. Der Grund ist, dass die Ansprüche an den Fondsmanager natürlich nicht so hoch sind wie beispielsweise bei Aktienfonds, weil es sich bei Geldmarktpapieren um relativ einfache und sichere Titel handelt, bei denen zum Beispiel kein erfahrener Blick auf mögliche Schwankungen und Kursrisiken in dem Ausmaß geworfen werden muss.

Aufgrund dieser Faktoren bewegt sich die Gesamtkostenquote bei Geldmarktfonds häufig im Bereich zwischen 0,4 und 0,8 Prozent. Bei höheren Kosten wären Geldmarktfonds allerdings für viele Anleger ohnehin nicht mehr rentabel, weil eben die Renditen meistens nur zwischen 1,0 bis 2,0 Prozent im Jahr liegen.

Überblick: Geldmarktfonds vs. Tagesgeld und Festgeld

Geldmarktpapiere und somit auch Geldmarktfonds weisen einige Gemeinsamkeiten mit zwei anderen, ebenfalls sehr sicheren Anlageformen auf, nämlich zum einen dem Tagesgeld und zum anderen dem Festgeld. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch nicht unwichtige Unterschiede, die Sie eventuell kennen sollten, bevor Sie sich entweder für Geldmarktfonds, Tagesgeld oder Festgeld entscheiden. Daher möchten wir in der folgenden Tabelle einige Eigenschaften der drei Anlagemöglichkeiten nennen.

EigenschaftGeldmarktfondsTagesgeldFestgeld
    
Sicherheithochhochhoch
Renditegeringgeringgering bis mittel
VerfügbarkeitjederzeitjederzeitLaufzeitende
Flexibilitäthochhochgering
Laufzeitkeine feste Laufzeitkeine30 Tage bis mehrere Jahre
Diversifikationjaneinnein
AnbieterFondsgesellschaftenBankenBanken

Fazit zur Anlage in Geldmarktfonds

Geldmarktfonds zählen zu den offenen Investmentfonds, sodass Sie jederzeit Anteile kaufen und verkaufen können. Geeignet sind solche Geldmarktfonds insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger, da die Renditen relativ gering sind, die Sicherheit jedoch verhältnismäßig hoch ist. Ferner sind Geldmarktfonds gut geeignet, um dort Gelder über einen Zeitraum von drei, sechs oder zwölf Monaten zu “parken”. Für ein längerfristiges Investment sind Geldmarktfonds zwar technisch geeignet, aber aufgrund des durchschnittlich eher geringeren Ertrages nicht empfehlenswert.