Mit dem Rentenfaktor die Rentenzahlung berechnen

Der Rentenfaktor hilft bei der Berechnung monatlicher Rentenzahlungen, dient aber nur als Richtwert. Weitere Faktoren sind entscheidend. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Beim Abschluss einer fondsgebundenen Rentenversicherung können Versicherer ihren Kunden keine garantierte Rentenhöhe nennen. Da diese von der Entwicklung des Fonds abhängt, in den das Guthaben eingezahlt wird.

Um den Kunden dennoch einen Wert zu nennen, wie hoch die ausbezahlte Rente am Ende sein wird, behelfen sich die Versicherer mit dem Rentenfaktor. Mit diesem können sich die Kunden dann ihre zu erwartende Rente selber ausrechnen.

Definition des Rentenfaktors und wie er sich berechnet

Der Rentenfaktor gibt an, in welchem Verhältnis zum erwirtschafteten Vertragsguthaben die zu erwartende Rentenzahlung stehen wird. Er wird immer pro 10.000 € angegeben und ermöglicht daher eine relativ einfache Berechnung.

Beispiel: Eine Versicherungsgesellschaft wirbt mit einem Rentenfaktor von 50. Das bedeutet, dass bei einem Vertragsguthaben von 100.000 € die monatliche Rentenzahlung mindestens 500 € betragen wird. Bei einem Guthaben von 200.000 € läge sie bei 1.000 € pro Monat. Bei einem Rentenfaktor von 40 läge die monatliche Zahlung bei einem Guthaben von 100.000 € nur bei 400 €, bei einem Guthaben von 200.000 € bei 800 € usw.

Der Rentenfaktor als guter Anhaltspunkt zur Berechnung der Rentenzahlung

Mit dieser Berechnung ist es aber nicht getan, schließlich setzt sich die tatsächliche Rentenzahlung aus mehr Faktoren als dem Rentenfaktor zusammen. So berechnet die Versicherung noch die Lebenserwartung des Kunden, den Verwaltungsaufwand, den Beginn der Auszahlungen (je früher, desto geringer fällt die Rente aus) und die Verzinsung des Guthabens, sodass der Rentenfaktor meist nur ein erster Anhaltspunkt für die Rentenzahlung im Alter ist.

Einen tatsächlichen Wert erfahren Versicherungskunden auch erst bei beginnender Auszahlung. Noch ein Faktor, der Einfluss auf die Rentenhöhe haben kann ist, ob der Kunde eine Garantiezeit wünscht. Soll beispielsweise nach seinem Tod die Rente noch für eine gewisse Zeit an den Ehepartner weitergezahlt werden, verringert das ebenfalls die monatliche Auszahlung.

Auch wenn all diese Aspekte für Laien schwierig zu berechnen sind, ist der Rentenfaktor ein guter Anhaltspunkt, um die ungefähre Leistung einer Versicherung auf Basis eines vorhandenen Guthabens berechnen zu können.

Versicherungsverträge sollten immer gründlich geprüft werden

Doch Vorsicht: Nicht jede Versicherungsgesellschaft gibt einen garantierten Rentenfaktor an. Viele behalten sich in ihren Verträgen die Anpassung des Rentenfaktors an verschiedene Umstände vor, was sich auf die Höhe der garantierten Rente niederschlagen kann.

Aktien und Co.: So sorgt die junge Generation richtig fürs Alter vorAltersarmut wird von der jungen Generation häufig noch unterschätzt, dabei ist private Vorsorge für die Rente wichtiger denn je.  › mehr lesen

Wenn sich zum Beispiel die Lebenserwartung erhöht, wird der Rentenfaktor häufig angepasst. Für Verträge, die einen gewissen Rentenfaktor garantieren gilt oft, dass er in der Regel niedriger ausfällt als bei Verträgen mit einem variablen Rentenfaktor. Garantierte Angebote erscheinen daher auf den ersten Blick oft unattraktiver, lohnen aber eine genaue Prüfung.

Schließlich hängen Anpassungen immer vom Kapitalmarkt ab, so wie auch die Höhe der Überschussbeteiligungen bei einer Rentenversicherung immer von der Leistungsfähigkeit der Versicherungsgesellschaft und der Entwicklung an den Märkten abhängen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.