So hoch ist die Rente mit Ihrem jetzigen Gehalt

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Wie hoch die Rente im Alter ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab. „Pi mal Daumen“ lässt sie sich auf Basis des Monatsgehalts berechnen. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Altersarmut und Sorgen um die Rente sind in der jüngeren Generation allgegenwärtig. Auch wenn der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales Norbert Blüm 1986 versicherte: „Denn eins ist sicher: Die Rente“ wissen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute, dass vor allem für Geringverdiener die gesetzliche Rente in ein paar Jahren kaum noch ausreichen wird.

Millionen Arbeitnehmer fallen zum Renteneintritt in die Altersarmut und müssen Grundsicherung beantragen, obwohl sie während ihrer Zeit im Berufsleben immer über die Runden kamen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund fatal, dass Menschen, die über Jahrzehnte fleißig in den typischen Arentebeiterberufen als Bäcker, Krankenschwester oder Erzieher gearbeitet haben, im Alter kaum genug zum Leben haben, wenn sie nicht privat vorgesorgt haben.

Die gesetzliche Rente berechnet sich anhand von zwei spezifischen Komponenten:

  1. Wie lange ein Arbeitnehmer in die Rentenkasse einbezahlt hat und
  2. Wie viel in die Rentenkasse eingezahlt wurde.

Je mehr und je länger in die Kasse eingezahlt wird, desto höher fällt die Rente im Alter aus. Rentenpunkte, der aktuelle Rentenwert sowie der Rentenartfaktor bestimmen die Höhe der Rente. Der Rentenartfaktor bezieht sich auf die Art der Rente. Handelt es sich um die Altersrente, gilt der Faktor 1,0.

Rentenpunkte bestimmen die Höhe der Rente

Ganz grob lässt sich sagen, dass pro gearbeitetem Jahr mit einem Durchschnittsverdienst (dieser lag 2020 bei geschätzten 40.551 Euro Bruttoverdienst im Jahr) ein Rentenpunkt gutgeschrieben wird. Die Rente fällt umso größer aus, je mehr gearbeitet wurde. Für Einkommen über dem Durchschnitt gibt es mehr als einen Rentenpunkt, für Arbeitslosigkeit gibt es weniger. Rentenrechtlich werden Bezieher von Arbeitslosengeld so gestellt, als betrüge ihr Verdienst 80 Prozent ihres letzten monatlichen Bruttolohns. Die Abzüge betragen also 20 Prozent.

Auch für Zeiten der Kindererziehung, in denen nicht gearbeitet wurde, gibt es Rentenpunkte, ebenso wie für die Ausbildung.  Die genaue Berechnung des Anspruches ist komplex und vielfältig und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Die deutsche Rentenversicherung bietet Beratungsmöglichkeiten und Hilfestellungen an. Ein pauschaler Überblick über verschiedene Gehälter verrät gleichzeitig grob, wie hoch die Rente im Alter ausfallen könnte.

Was ist ein Rentenpunkt Wert?

Ein Rentenpunkt in Deutschland West war im Jahr 2020 34,19 Euro wert. Ein Rentenpunkt in ostdeutschen Bundesländern hat einen Wert von 33,23 Euro. Für 2021 beträgt der Wert des Rentenpunktes in westdeutschen Bundesländern ebenfalls 34,19 Euro – in ostdeutschen Bundesländern steigt der Wert auf 33,47 Euro. In den letzten Jahren ist der Rentenwert, der an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist, deutlich angestiegen. Im Jahre 2017 betrug der Wert eines Rentenpunkts zum Beispiel 31,03 Euro (West) oder 29,69 Euro (Ost).

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Stagnation der Deutschen Wirtschaft müsste der Wert eines Rentenpunkts auf Grundlage von § 68 SGB VI sinken. Dies verhindert allerdings die sogenannte gesetzliche Rentengarantie der großen Koalition, die bis 2026 Rentensenkungen durch ein Absinken der Rentenpunkte verhindert.

Wie hoch ist die monatliche Rente nach Berechnungsgrundlage Kalenderjahr 2021?

1000 Euro brutto pro Monat

Das Einkommen von 1.000 Euro brutto pro Monat beträgt rund ein Drittel des deutschen Durchschnittsgehalts. Für ein durchgearbeitetes Jahr gibt es 0,33 Rentenpunkte. Ein Rentenpunkt im Jahr 2021 in einem westdeutschen Bundesland hat einen Wert von 34,19 Euro. Für 45 durchgearbeitete Jahre, in denen jeder Monat pauschal 1.000 Euro bringt, gibt es dann zur Rente im Jahr 2061 513 Euro pro Monat.

1.500 Euro brutto pro Monat

Auch mit diesem Einkommen liegt man unter dem Durchschnittsgehalt und erhält von der Rentenversicherung 0,49 Rentenpunkte pro gearbeitetem Jahr. Auf 45 Jahre gerechnet ergibt das eine Rente von knapp 769 Euro im Monat.

Welche Rente entspricht welchem Gehalt?

Eine Tabelle hilft, die verschiedenen Rentenstufen abhängig vom Gehalt zu verdeutlichen. Die Basis der Berechnung ist, dass 45 Jahre lang in jedem Monat über all die Jahre dasselbe Gehalt verdient wird. Dieser Fall ist recht unwahrscheinlich, sodass es die rechnerische Höchstrente nur in der Theorie gibt. Gleichzeitig ist die Tabelle eine Hilfe, um einen ungefähren Eindruck der zukünftigen Rentenhöhe zu gewinnen.

Gehalt in EuroRente in Euro
1000513
1500769
20001026
25001282
30001538
35001795
40002052
45002308
50002564
55002821
60003077
62003077
63003077

Alle Angaben Ca.-Werte in Euro

Die gesetzliche Rente ist gedeckelt. Ab einem Einkommen von 6.000 Euro gibt es keine Steigerung mehr und sie beträgt unabhängig von einem höheren Verdienst 3.077 Euro. Dies ist der Fall, da durch die Deckelung der Beitragsbemessungsgrenze ein Versicherter pro Jahr maximal 2 Rentenpunkte erwirtschaften kann. Theoretisch kann er rechnerisch eine Höchstrente von 3.077 Euro erwirtschaften, was 90 Entgeltpunkten * 34,19 Euro Rentenwert entspricht.

Als Beitragsbemessungsgrenze wird die Grenze definiert, bis zu der von einem Einkommen Rentenversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung beträgt 2021 6.900 Euro pro Monat in westdeutschen Bundesländern und 6.450 Euro in ostdeutschen Bundesländern.

Solidarprinzip und demografische Entwicklung – so entwickeln sich die Rentenansprüche

Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach dem sogenannten Solidarprinzip aufgebaut. Die arbeitende Bevölkerung finanziert jeweils die Rentenansprüche der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Durch die negative demografische Entwicklung und geburtenschwache Jahrgänge haben die Beschäftigten der folgenden Generationen in Bezug auf die Rentenversicherung eine hohe Last zu tragen. Mit dem Eintritt der sogenannten „Baby-Boomer-Generation“ in die Rente wird ein hoher Druck auf die gesetzliche Rentenversicherung aufgebaut.

Beitragssätze zwischen 22 % bis 25 % sind keine Utopie, sondern können bereits ab 2040 Realität werden. Gleichzeitig sinken die Rentenansprüche der arbeitenden Generation. Sie sind aufgefordert, trotz steigender Beiträge privat vorzusorgen. Neben privaten Rentenversicherungen gerät auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) stärker in den Fokus.

Wie sich die Rentenansprüche in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln, ist schwer vorherzusagen, da diese an die konjunkturelle Entwicklung geknüpft sind. Eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenzen sowie eine Erhöhung der umlagefinanzierten Alterssicherung scheint unausweichlich.

Fazit: Die gesetzliche Rente im Alter – private Vorsorge zwingend erforderlich

Die gesetzliche Rentenversicherung ist nach dem Solidarprinzip aufgebaut. Dies bedeutet, dass die arbeitenden Generationen die Renten der Pensionäre im Alter finanzieren. Abhängig von den Jahren, in denen ein Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und von der Höhe der Beiträge erwirbt sich der Rentner sogenannte Rentenpunkte. Diese ergeben zusammengerechnet die Höhe der gesetzlichen Altersrente.

Es ist absehbar, dass für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird. Gleichzeitig werden die Beitragssätze durch den demografischen Wandel weiter steigen. Wie sich das Rentenniveau und die Stabilität der gesetzlichen Rente langfristig entwickeln wird, ist nicht eindeutig zu beziffern. Fest steht, dass neben der gesetzlichen Rente die private Vorsorge und die betriebliche Altersvorsorge wichtige Bausteine zur Alterssicherung sind.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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