nVidia und AMD: Krypto-Hype treibt die Aktienkurse

Der explodierende Kurs der Kryptowährung Ethereum hat zuletzt auch den Aktienmarkt erreicht. (Foto: dominic8 / Shutterstock.com)

Der Höhenflug von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum zieht weitere Kreise. Da Krypto-Miner mit ihren Computern Hashfunktionen (Reduzierung großer Datenmengen auf kleinere Zeichenfolgen) errechnen und dafür mit Kryptowährungen wie Bitcoins und Ether belohnt werden, steigt die Nachfrage nach entsprechender Hardware.

Hauptprofiteure sind Anbieter von schnellen Computerchips und vor allem Grafikkarten – allen voran nVidia (GeForce Grafikkarten) und AMD (Radeon Grafikkarten).

Krypto-Hype verhilft nVidia und AMD zum Höhenflug

Waren in der Vergangenheit oft Supercomputer notwendig, um das „Minen“ bzw. Schürfen von Bitcoins & Co profitabel zu betreiben, hat sich dies inzwischen geändert.

Nach einem massiven Preisanstieg bei Kryptowährungen – allein der Kurs von Ethereum ist in diesem Jahr um mehr als 2.500 % gestiegen – ist Krypto-Mining inzwischen schon mit einem sehr gut ausgestatteten Gaming-PC in wenigen Monaten profitabel, vorausgesetzt der Strompreis ist nicht zu hoch.

Nachfrage nach nVidia- und AMD-Grafikkarten steigt

Während sich ASIC-Maschinen (Application Specific Integrated Circuits)  hervorragend für das Minen von Bitcoins eignen, spielen beim Schürfen der Kryptowährung Ethereum AMD- und nVidia-Grafikkarten eine größere Rolle. Um noch mehr Hashes pro Sekunde zu erzeugen, schalten viele Nutzer vier bis sechs Grafikkarten zu einem sogenannten GPU-Mining-Rig zusammen.

Die Folge: Die Nachfrage nach nVidia- und AMD-Grafikkarten steigt rapide, was dazu geführt hat, dass AMD Radeon RX 570 und RX 580 Grafikkarten zuletzt praktisch ausverkauft waren. Auch nVidia kämpft damit, die Nachfrage nach schnellen GeForce GTX Grafikkarten zu erfüllen.

nVidia und AMD reagieren mit neuen Produkten

Um die hohe Nachfrage von Seiten der „Miner“ zu erfüllen, wollen nVidia und AMD spezielle Produkte für die Krypto-Mining-Szene anbieten.

Bei nVidia plant man eine abgespeckte GeForce GTX 1060 Grafikkarte, die ohne Monitor-Anschluss auskommt. Diese Grafikkarte soll zwar günstiger im Preis sein, dafür jedoch mit eingeschränkter Garantie daherkommen. Auch bei AMD plant man Ähnliches. Ältere Radeon Polaris Grafikkarten sollen neu aufgelegt werden, um die Bedürfnisse der Krypto-Miner zu befriedigen.

Fazit: Solange die Kryptowährung Ethereum steigt, ist kein Ende des Nachfragebooms für AMD und nVidia in Sicht

Der Boom rund um Kryptowährungen und die steigende Nachfrage nach Mining- bzw. Gaming-Hardware hat bereits den Aktienkurs von nVidia und AMD deutlich steigen lassen – zur Freude der Anleger.

nVidia-Aktien markierten zuletzt ein neues Rekordhoch bei 168,50 US-Dollar, womit die Papiere allein in den letzten 12 Monaten um mehr als 220 % zulegten. AMD-Anleger können sich immerhin über ein Kursplus von über 180 % in den letzten 12 Monaten freuen.

Interessierte Anleger, die noch nicht investiert sind, sollten sich vom Krypto-Hype nicht anstecken lassen. Zwar dürfte der Nachfrageboom nach Gaming-Hardware von nVidia und AMD nicht so schnell abreißen, weil auch klassische Spieler neueste Hardware für neue Anwendungen im Bereich Virtual und Augmented Reality benötigen, allerdings könnte der Ethereum-Boom auch schnell wieder zu Ende sein.

Anleger sollten daher mögliche Kursrückschläge abwarten. Insbesondere der Grafikchip-Hersteller nVidia hat neben Hardware für Krypto-Fans noch deutlich mehr zu bieten, kommen dessen Supercomputer inzwischen auch beim Autonomen Fahren und im modernen Datenzentrum zum Einsatz.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands