Riester-Rente: Ab einem Alter von 92 Jahren lohnenswert

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Die Riester-Rente lohnt sich dann, wenn ein Alter erreicht wird, das deutlich über der statistischen Lebenserwartung in Deutschland liegt. (Foto: Syda Productions / Shutterstock.com)

Klaus Jäger, Experte für die Riester-Rente und Professor für Wirtschaftstheorie an der Freien Universität Berlin, hat im Rahmen von mehreren Musterrechnungen für die „WirtschaftsWoche“ ermittelt:

Die Riester-Rente lohnt sich nur dann, wenn ein Alter erreicht wird, das im Lokalteil der Stadtzeitung bereits einen Bericht wert ist. Mindestens 92 Jahre müsste ein 30-jähriger Riester-Sparer werden, wenn er ein jährliches Bruttoeinkommen von 52.500 Euro besitzt.

Erst im nahezu biblischen Alter von 92 Jahren hat er dann die eingezahlten Beiträge sowie Zinsen als Rente ausgezahlt bekommen.

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Riester-Rente: In erster Linie für Geringverdiener

Wie aus den weiteren Musterrechnungen hervorgeht, lohnt sich die Riester-Rente deshalb in erster Linie für Geringverdiener: Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 18.000 Euro bekommt ein 30-jähriger Riester-Sparer mit zwei Kindern bereits im Alter von 71 Jahren seine eingezahlten Beiträge zurück.

Je höher jedoch das Einkommen ist, desto älter muss auch der Riester-Sparer werden, um von seinen eingezahlten Beiträgen profitieren zu können: Liegt das jährliche Einkommen bei 36.000 Euro brutto, so muss schon ein Alter von 88 Jahren erreicht werden.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland schlägt sich jedoch ganz eindeutig nicht auf die Seite der Riester-Sparer: Frauen werden durchschnittlich 83 und Männer 78 Jahre alt.


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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.