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Gewinnmitnahme bei Aktien: Tipps, Zeitpunkt und Strategie

Gewinnmitnahme bei Aktien: Tipps, Zeitpunkt und Strategie
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Gewinnmitnahme entsteht durch das Realisieren von Kursgewinnen
  • Hauptmotiv einer Gewinnmitnahme ist Annahme, dass das Ende eines Aufwärtstrends bevorsteht
  • Die Nutzung charttechnischer Indikatoren und spezieller Order-Tools helfen, typische Anlegerfehler zu vermeiden und den richtigen Zeitpunkt für eine Gewinnmitnahme zu finden

Was bedeutet Gewinnmitnahme bei Aktien?

Eine Gewinnmitnahme bei Aktien bezeichnet im Börsenjargon einen Gewinn, der dadurch erzielt wird, dass Aktien nach einer Kurssteigerung zu einem höheren Kurs verkauft werden, als sie gekauft wurden. Der Kursgewinn ergibt sich also aus der Differenz zwischen dem Verkaufskurs und dem Kaufkurs. Mögliche Dividenden und Zinserträge werden dabei außer Acht gelassen. Lediglich die Realisierung von Kursgewinnen bildet also die Grundlage bei Gewinnmitnahmen.

Da viele Anleger mit dieser Maßnahme versuchen, bereits erzielte Buchgewinne abzusichern, wird eine Gewinnmitnahme gerne auch als Gewinnsicherung bezeichnet.

Warum sollte man Kursgewinne bei Aktien sichern?

Das Hauptmotiv einer Gewinnmitnahme bzw. einer Gewinnsicherung ist die Annahme, dass sich der Aufwärtstrend eines Aktienkurses nicht ewig fortsetzen wird, sondern früher oder später in einen Abwärtstrend umschlägt.

Solange der Kurs einer Aktie seit dem Kauf zwar gestiegen ist, die Aktie jedoch nicht verkauft wurde, handelt es sich lediglich um einen Buchgewinn. Der Gewinn existiert also nur auf dem Papier und ist noch nicht real. Erst mit dem Verkauf der Aktie werden die Gewinne zementiert und der Buchgewinn wird zu einem realen Gewinn für den Anleger.

Möchte man seine Aktien also nicht ewig halten, muss man sich auch mit der Frage beschäftigen, wann die Kursgewinne realisiert werden sollen. Die Frage stellt sich also vor allem bei kurz- und mittelfristigen Tradern und Anlegern, weniger bei sehr langfristigen Buy-&-Hold-Investoren, die ihre Bestände üblicherweise erst in der sogenannten Entnahmephase verkaufen.

Bei der Frage, wann der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, um Gewinne mitzunehmen, stecken Anleger permanent in der Bredouille. Schließlich hat niemand eine Glaskugel, die einem verrät, wie lange ein Aufwärtstrend noch anhält und wann dieser in einen Abwärtstrend umschlagen wird. Es handelt sich also um kein einfaches Unterfangen, den optimalen Zeitpunkt zu ermitteln.

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Gewinnmitnahme: 6 Tipps für Anleger

Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte und Tipps, die man beachten sollte und die dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt für eine Gewinnmitnahme zu identifizieren und typische Fehler zu vermeiden. Wir wollen diese im Folgenden näher beleuchten.

Tipp 1: Sie kennen die Zukunft nicht

Bleiben Sie realistisch und versuchen Sie nicht, die Zukunft vorherzusagen. Zu viele Anleger versuchen es und scheitern dabei. Auch Profis haben sich beim Blick in die Glaskugel schon sehr oft die Finger verbrannt.

Lassen Sie sich also nicht von der Idee unter Druck setzen, den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf einer Aktie am höchsten Punkt im Kursverlauf erwischen zu müssen. Der Unsicherheitsfaktor lässt sich nie völlig ausschalten und dies stellt eine wichtige Erkenntnis für den klugen und rationalen Anleger dar. Es geht weniger darum, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen, als vielmehr darum, Verkäufe zu falschen Zeitpunkten zu vermeiden.

Tipp 2: Nicht zu früh verkaufen

Wie zahlreiche Studien zeigen, werden Aktien, die bereits Verluste eingebracht haben, in der Regel viel zu lange gehalten. Dabei dominiert die Hoffnung, die Verluste irgendwann wieder wettmachen zu können, wenn man die Buchverluste nur lange genug aussitzt. So bleiben viele Anleger einfach weiter investiert, obwohl es längst angebracht wäre, zu handeln.

Bei Gewinnen verhält es sich genau umgekehrt. Während bei Verlustgeschäften oft die Hoffnung und der Mut dominiert, bekommen Anleger gerade bei Gewinnen sehr häufig kalte Füße. Wurde ein passabler Kursgewinn bei einer Aktie erzielt, entwickeln Anleger oft die Sorge, diese wieder zu verlieren. Die Konsequenz ist, dass sie oft viel zu früh während eines intakten Aufwärtstrends verkaufen und somit auf weitere Kursgewinne verzichten.

Die Gründe für einen Verkauf liegen also oft einzig und allein in der Anlegerpsychologie und nicht in entsprechenden Indikatoren, die das Brechen eines Aufwärtstrends nahelegen würden.

Tipp 3: Keine Gewinnmitnahmen, um Kursverluste auszugleichen

Ein weiterer Fehler, den Anleger häufig begehen, ist der Versuch, Kursverluste bei einer Aktie durch die Mitnahme von Kursgewinnen bei einer anderen Aktie auszugleichen. Verluste schmerzen immer sehr und zwar in der Regel deutlich mehr, als Gewinne Freude bereiten. Um dieses negative Gefühl auszugleichen, geben leider viel zu viele Anleger dem Drang nach, gut laufende Aktien zu verkaufen und die Kursgewinne, die mit ihnen erzielt wurden, damit abzuschöpfen.

Das ist ein schwerwiegender Fehler, den es zu vermeiden gilt. Wie bereits Altmeister André Kostolany wusste, gehört Verlieren zum Anlegerdasein dazu. Wer an der Börse agiert, sollte imstande sein, sich Verluste einzugestehen und diese auch aushalten zu können, ohne sie mit gut laufenden Aktien wieder ausgleichen zu wollen.

Tipp 4: Je kurzfristiger der Trade, umso wichtiger der Chart

Es ist gewissermaßen ein Paradoxon. Je länger die Haltedauer einer Aktie, desto größer das Gewinnpotential. Schließlich kann eine Aktie in einem Monat höher steigen, als in einer Woche. Auf der anderen Seite steigt jedoch mit der Haltedauer auch das Maß an Ungewissheit. Die Technische Analysekann vor allem bei kurzfristigen Kursbewegungen sehr zuverlässig sein, auf längere Sicht kann sie jedoch auch zu vielen unangenehmen Überraschungen führen.

Gleitende Durchschnitte und Kanäle können beispielsweise bei Swing-Trades, die man ein paar Tage oder ein paar Wochen hält, eingesetzt werden. Sie funktionieren ebenso bei Daytrades, wobei man hier zusätzlich besondere Aufmerksamkeit auf Oszillatoren richten und bei den ersten Anzeichen einer Divergenz aussteigen sollte.

Beim Positions-Trading bemisst sich die Haltedauer nach Monaten, gegebenenfalls auch nach Jahren. Hier können frühere Widerstandsniveaus für das Setzen von Zielkursen herangezogen werden, bei denen man Gewinnmitnahmen in Erwägung zieht. Als Widerstände bezeichnet man Kurse, bei denen eine Aktie über einen bestimmten Zeitraum mehrfach abgeprallt ist. Sie zeigen also Kursniveaus an, bei denen die Marktteilnehmer üblicherweise aussteigen. Für viele Anleger und Trader stellt das Erreichen eines Widerstands also einen guten Zeitpunkt dar, um Kasse zu machen und Gewinne zu sichern.

Auch der RSI (Relative Stärke-Indikator) wird bei der Entscheidung über Gewinnmitnahmen gerne herangezogen, da er anzeigt, ob Aktien als überkauft notieren. Wie auch bei allen anderen charttechnischen Indikatoren gilt, dass er kein magisches Erfolgsrezept darstellt, aber anzeigen kann, ob eine Aktie ein positives Momentum aufweist, ohne gleichzeitig „überhitzt“ zu sein. Beim MACD (Moving Average Convergence Divergence), ein Indikator, der drei exponentielle Durchschnitte berücksichtigt, ist die Logik ähnlich.

Welche Indikatoren man auch immer für die Entscheidung über Gewinnmitnahmen heranzieht, es ist wichtig, dass man Indikatoren aus unterschiedlichen Gruppen miteinander kombiniert, damit die Indikatoren nicht alle dieselben Daten als Ausgangsbasis haben (ev. internen Link zum Artikel „Aktienkauf: So findet man den idealen Zeitpunkt“ einfügen)

Tipp 5: Stoppkurse für die Gewinnmitnahme nutzen

Auf lange Sicht empfiehlt es sich grundsätzlich immer, mit Stoppkursen zu arbeiten, denn sie können dem Anleger Sicherheit bieten. Wer etwa eine Aktie zu einem Kurs von 100 $ gekauft hat und die Aktie aktuell bei 120 $ steht, könnte beispielsweise einen Stop-Loss Auftrag für 110 $ erteilen. Dadurch würde man die Sicherheit erhalten, mindestens 10 % Rendite zu erzielen und man würde die Gefahr reduzieren, aus den weiter oben beschriebenen psychologischen Gründen, die Aktie bei 20 % Rendite zu verkaufen, obwohl noch weiteres Kurspotential vorhanden gewesen wäre.

Die Zielkurse können dann fortlaufend entweder manuell oder mit einem Trailing-Stop Auftrag nachgezogen werden. Auf diese Weise können nach und nach höhere Gewinne abgesichert werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass bei klassischen Stop-Loss Aufträgen die Aktien immer zum aktuellen Marktpreis verkauft werden. Im Falle einer schnellen und starken Kurskorrektur kann es also passieren, dass die Verkaufsorder deutlich unter dem gewünschten Kurs verkauft wird.

Dieses Risiko kann schließlich noch mit einem Stop-Limit Auftrag reduziert werden, bei dem eine Kursuntergrenze zusätzlich um ein Limit ergänzt wird und die Verkaufsorder nur dann ausgeführt wird, wenn der Kurs nicht zusätzlich auch noch unter das Limit rutscht.

Tipp 6: Auch die Mitnahme von Teilgewinnen kann sinnvoll sein

Bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit über die Mitnahme von Teilgewinnen scheiden sich die Geister. Einerseits kann die Sicherung von Teilgewinnen als Ausdruck von Unsicherheit interpretiert werden. Entweder finden sich Signale für einen weiteren Kursanstieg oder einer fallenden Notierung oder eben nicht. Viele Anleger betrachten die Mitnahme von Teilgewinnen also als eine Art „Nichts Halbes und nichts Ganzes“-Strategie.

Auf der anderen Seite bieten Teilverkäufe jedoch auch den Vorteil, dass man mit einem Teil der Aktienbestände weiterhin von Kursgewinnen profitieren kann und sich ein möglicher Verlust im Falle einer Trendumkehr auf eine kleinere Position beschränkt. Das Risiko wird dadurch etwas reduziert, aber ebenso die möglichen Renditen. Abgesehen davon ergeben sich mit dem freigewordenen Kapital bei der Mitnahme von Teilgewinnen unter Umständen auch neue Investmentchancen. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Teilgewinnen ist also eher individuell zu beantworten.