Aktiengewinne: Definition, Rechenbeispiel & Versteuerung

Wirtschaftsdiagramm

Viele Börseneinsteiger fragen sich, wie man mit Aktien Gewinne machen kann. Anhand eines Beispiels wird der Aktiengewinn einfach erklärt. (Foto: SyB | Adobe Stock)

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Wer den Anteilsschein einer Aktiengesellschaft erwirbt, tut dies natürlich in der Hoffnung auf Gewinne. Die Gewinnerzielungsabsicht ist Bestandteil der marktwirtschaftlichen Ausrichtung unserer Gesellschaft und als solche weder verwerflich noch illegitim. Hierbei Gier zu unterstellen ist geradezu grotesk. Schließlich würde ohne Gewinne neben dem marktwirtschaftlichen Prinzip auch die sozialwirtschaftliche Ordnung zusammenbrechen.

Doch was genau ist ein Aktiengewinn eigentlich? Und wie kommen Aktiengewinne zustande?

Definition: Was ist ein Aktiengewinn?

Sollte sich eine zuvor gekaufte Aktie beziehungsweise ein Wertpapier gut entwickeln, steigt der Preis dieser Aktie an. Entscheidet sich der Anleger im Folgenden dazu, diese Aktie zu veräußern, verzeichnet der Verkäufer einen Aktiengewinn, der die Differenz zwischen dem ehemaligen Kaufpreis sowie dem aktuellen Verkaufspreis der entsprechenden Aktien widerspiegelt.

Rechenbeispiel: Wie entstehen Aktiengewinne?

Der Anleger Herr Schmidt kauft 10 Siemens-Aktien zum Preis von je 85 €. Demnach beträgt der Gesamtpreis 850 € (10 x 85 €). 6 Monate später liegt der Kurs der Siemens-Aktie schon bei 127,50 €. Der Aktiengewinn beträgt in diesem Fall also + 50 %.

Wenn Herr Schmidt nun alle 10 gekauften Siemens-Aktien zum Kurs von je 127,50 € wieder verkauft, dann hat er 10 mal 42,50 € Gewinn gemacht. Somit hat er insgesamt 425 € verdient.

Beim Handel mit Aktien entstehen natürlich auch Gebühren. Die Gebühren für Kauf und Verkauf im obigen Beispiel betragen insgesamt 22 €. Diese Kosten müssen vom Gewinn abgezogen, wodurch dieser sich auf 403 € verringert.

Abgesehen davon schüttete Siemens im Investitionszeitraum des Herrn Schmidt eine Dividende von 3,50 € pro Aktie aus. Unter dem Strich beläuft sich der Gewinn der gesamten Aktienanlage also auf 438 €.

Aktiengewinne – nicht ohne das Risiko von Verlusten

Beim Handel ist es keineswegs sicher, durch ein entsprechendes Geschäft immer Gewinne zu erzielen. Das Risiko von Verlusten muss in jedem Fall eingegangen werden.

Möglich ist eben auch, dass der Kurs der Siemens-Aktie auf das obige Beispiel bezogen auf 60 € sinkt. Demnach würde Herr Schmidt bei einem Verkauf nach einem halben Jahr nur noch 600 € (10 x 60 €) erhalten und müsste damit einen Verlust von 250 € hinnehmen.

Gebühren würden selbstverständlich trotz der Verluste anfallen. Diese erhöhen demnach den Verlust um weitere 22 € auf 272 €. Allerdings darf Herr Schmidt trotz allem mit der Dividende rechnen, was den gesamten Verlust auf 237 € verringert.

Versteuerung: So müssen Aktiengewinne versteuert werden

Aktiengewinne wie alle anderen Gewinne unterliegen in Deutschland der Steuerpflicht. Derartige Erträge werden seit 2009 im Rahmen der Abgeltungssteuer mit einem pauschalen Steuersatz in Höhe von 25 % belegt. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

In aller Regel wird die Abgeltungssteuer von der Bank einbehalten und unmittelbar an das jeweilige Finanzamt abgeführt. Hierbei werden die Bankgebühren oder eine anfallende Maklercourtage abgezogen sowie möglicherweise der so genannte Sparerfreibetrag berücksichtigt.

Wer in Aktien investiert, kann sich keineswegs sicher sein, bei derartigen Geschäften auch einen Gewinn zu erzielen. Wie Aktiengewinne generell zustande kommen und zusammensetzen, sollte jedoch jeder Börsenneuling wissen.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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