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Unterstützung & Widerstand: Technische Analyse für Anleger

Unterstützung & Widerstand: Technische Analyse für Anleger
solarseven / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Unterstützung und Widerstand sind Preisniveaus, die dabei helfen, Trends und mögliche Umkehrpunkte zu identifizieren
  • Unterstützungen sind Preisniveaus, unter die Kurse selten fallen; Anleger nutzen sie für Kaufentscheidungen und zum Begrenzen von Verlusten
  • Widerstände sind Preisniveaus, über die Kurse selten steigen; Anleger verwenden sie für Verkaufsentscheidungen und zur Gewinnmitnahme
  • Die zusätzliche Anwendung von technischen Indikatoren wie Trendlinien, gleitenden Durchschnitten und dem RSI verbessert die Analyse, hilft bei der Identifikation von Trends und führt zu präziseren Handelsentscheidungen

Die Zielsetzung der Chartanalyse besteht darin, anhand der vorangegangenen Kursentwicklung einer Aktie Prognosen für die zukünftige Wertentwicklung abzuleiten. Dies kann sowohl die Fortführung von einem bestehenden Aufwärtstrend oder Abwärtstrend sein, als auch die mögliche Umkehr eines Trends. Unterstützungen und Widerstände stellen dabei grundlegende Werkzeuge für die charttechnische Analyse dar.

In diesem Artikel erläutern wir das Konzept von Unterstützung und Widerstand als Werkzeuge für die technische Analyse und wie diese identifiziert werden. Außerdem werden die Anwendungsmöglichkeiten für Anleger aufgezeigt und mit welchen weiteren technischen Indikatoren Unterstützung und Widerstand kombiniert werden können.

Was ist eine Unterstützung bei Aktien?

In der Terminologie der Finanz- und Aktienmärkte bezieht sich der Begriff „Unterstützung“ auf ein Preisniveau, bei dem eine bestimmte Aktie oder ein anderer Basiswert historisch dazu neigt, nicht tiefer zu fallen oder zumindest eine geringere Abwärtsbewegung zu zeigen. Eine Unterstützung kann daher als eine Art Preisboden betrachtet werden, unter den der Kurs normalerweise nicht weiter fällt. Anleger nutzen Unterstützungsniveaus beispielsweise, um Kaufentscheidungen zu treffen, oder um mögliche Verluste durch Stop-Loss-Orders zu begrenzen.

Wie erkennt man eine Unterstützung?

Chartanalysten identifizieren Unterstützungsniveaus anhand historischer Kursdaten. Dabei sind insbesondere jene Punkte von Bedeutung, an denen der Kurs in der Vergangenheit gestoppt hat oder umgekehrt wurde. Wenn der Kurs einer Aktie in der Nähe dieses Unterstützungsniveaus liegt, so wird

erwartet, dass die Nachfrage zunimmt, da einige Anleger dazu neigen, bei diesen Preisen zu kaufen. Dies kann dazu beitragen, den Kurs zu stabilisieren oder zu steigern.

Wenn der Kurs einer Aktie unter das Unterstützungsniveau fällt, könnte dies auf eine Änderung des Marktsentiments oder auf eine Verschlechterung der fundamentalen Lage des Unternehmens hindeuten.

Was ist der Unterschied zwischen einer Unterstützungslinie und einer Unterstützungszone?

In einem Chart werden die Tiefs der Vergangenheit identifiziert und eine horizontale Linie an den Stellen gezogen, wo sich die unteren Kursgrenzen befinden. Diese Linie ist die Unterstützungslinie.

Unterstützungen innerhalb eines steigenden oder fallenden Trends liegen in der Regel an der Trendlinie, die die markanten Tiefs miteinander verbindet. Trendlinien selbst können also auch zur Unterstützung werden.

Diese Kursmarken sind für die technische Analyse allerdings nur bedingt zu gebrauchen. Wichtiger ist es stattdessen, einen breiteren Bereich zu identifizieren, in dem sich die früheren Wendepunkte befinden. Hierbei handelt es sich um die Unterstützungszone (auch Unterstützungsniveau oder Unterstützungslevel genannt). In diesem Bereich findet der Preiskampf zwischen den Bullen (optimistische Anleger) und Bären (pessimistische Anleger) statt.

Was ist ein Widerstand bei Aktien?

Im Unterschied zur Unterstützung bezieht sich der Begriff „Widerstand“ auf ein Preisniveau, bei dem eine Aktie historisch dazu neigt, nicht mehr weiter zu steigen oder zumindest eine geringere Aufwärtsbewegung zu zeigen. Ein Widerstand kann daher als eine Art Preisdecke betrachtet werden, über die der Kurs normalerweise nicht steigt. Widerstandsniveaus werden häufig dazu genutzt, um Verkaufsentscheidungen zu treffen und Gewinne zu realisieren.

Wie erkennt man einen Widerstand?

In der Chartanalyse werden Widerstandsniveaus häufig an jenen Punkten identifiziert, an denen der Kurs in der Vergangenheit gestoppt hat oder umgekehrt wurde. Wenn der Kurs einer Aktie in der Nähe dieses Widerstandsniveaus liegt, wird erwartet, dass das Angebot zunimmt, da einige Anleger dazu neigen, bei diesen Preisen zu verkaufen. Dies kann dazu führen, dass der Kurs stabilisiert wird oder eine Abwärtsbewegung zeigt. Anleger nutzen Widerstandsniveaus, um Verkaufsentscheidungen zu treffen oder Gewinne zu realisieren.

Was können wichtige Marken sein?

Anleger neigen dazu, sich an runden Kursmarken, wie 50 EUR, 100 EUR oder 1.000 Punkten zu orientieren. Diese Kursmarken werden auch in den Medien häufig als psychologisch wichtige Kurslevels dargestellt, bei denen es deshalb gehäuft zu Kauf- oder Verkaufsentscheidungen von Anlegern kommt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Widerstandslinie und einer Widerstandszone?

Im Gegensatz zur Unterstützungslinie entsteht die Widerstandslinie durch die Identifikation der Hochs der Vergangenheit und der Verbindung dieser Punkte durch eine horizontale Linie im Chart.

Widerstände innerhalb eines steigenden oder fallenden Trends liegen in der Regel an der Trendlinie, die die markanten Hochs miteinander verbindet. Trendlinien selbst können also auch zum Widerstand werden.

Auch beim Widerstand bietet es sich an, einen etwas breiteren Bereich als Widerstandszone zu markieren, in dem sich die Wendepunkte der Vergangenheit befinden, denn auch hier erfolgt der wesentliche Preiskampf zwischen Bullen und Bären. Die Widerstandszone wird häufig auch als Widerstandsniveau oder Widerstandslevel bezeichnet.

Wann ist eine Unterstützung oder ein Widerstand nicht mehr von Bedeutung?

Die Relevanz einer Unterstützung oder eines Widerstands geht verloren, sobald der Kurs dieses Levels deutlich durchquert wurde. Wenn beispielsweise der Kurs einer Aktie den Widerstand durchbricht, wird dieser Widerstand nun zur neuen Unterstützung. Im Gegenzug wird der bisherige Widerstand zur neuen Unterstützung, wenn der Aktienkurs unter das Widerstandsniveau fällt. Man spricht in diesen Fällen auch von einem „Rollentausch“ von Unterstützung und Widerstand.

Wie können Anleger Unterstützung und Widerstand nutzen?

Gerade für Neueinsteiger im Aktienhandel ist es wichtig, sich mit dem Chart einer Aktie zu beschäftigen. Es gilt, sich ein generelles Bild davon zu verschaffen, wo sich die Grenzen des Wachstums und des Verlusts befinden können. Unterstützung und Widerstand gelten dabei als Basisindikatoren für die Technische Analyse, denn sie geben wichtige Hinweise, zu welchen Preisen Käufer bereit sind, Aktien zu kaufen und zu welchen Preisen Verkäufer bereit sind, Aktien zu verkaufen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Anleger Unterstützung und Widerstand als Teil ihrer Handelsstrategie nutzen können. Hier sind einige davon:

1. Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen

Anleger können Unterstützungsniveaus nutzen, um Kaufentscheidungen zu treffen, da es wahrscheinlich ist, dass die Nachfrage steigt und der Kurs sich stabilisiert oder einen bevorstehenden Aufwärtstrend anzeigt, wenn er diese Niveaus erreicht. Umgekehrt können Widerstandsniveaus genutzt werden, um Verkaufsentscheidungen zu treffen, da die Wahrscheinlichkeit einer Abwärtsbewegung höher ist.

2. Stop-Loss-Orders setzen

Anleger können Unterstützungsniveaus nutzen, um Stop-Loss-Orders zu platzieren. Wenn der Kurs unter das Unterstützungsniveau fällt, könnte dies auf eine negative Entwicklung und einen bevorstehenden Abwärtstrend hindeuten. Eine Stop-Loss-Order könnte dazu beitragen, Verluste zu begrenzen.

3. Gewinnrealisierung

Widerstandsniveaus können genutzt werden, um Gewinne zu realisieren. Wenn der Kurs einer Aktie das Widerstandsniveau erreicht, könnte dies eine Gelegenheit sein, Gewinne zu sichern, da es schwierig sein könnte, dieses Niveau zu überschreiten.

4. Trendumkehr identifizieren

Eine Änderung der Kursrichtung an Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus könnte auf eine mögliche Trendumkehr hinweisen. Anleger können dies als Signal für eine entsprechende Anpassung ihrer Handelsstrategien nutzen und sich auf einen bevorstehenden Aufwärtstrend oder Abwärtstrend des Aktienkurses einstellen.

5. Bestätigung durch andere Analysetools

Unterstützungs- und Widerstandsniveaus können mit anderen Analysetools wie Trendfolgeindikatoren,Oszillatoren oder anderen technischen Indikatoren kombiniert werden, um Handelsentscheidungen zu bestätigen.

Gerade der letzte Punkt soll an dieser Stelle nochmals besonders betont werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Unterstützungs- und Widerstandsniveaus nicht immer effektiv sind. Sie dürfen nicht als feste Regeln verstanden werden. Märkte können sich auch anders verhalten als in der Vergangenheit und es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Muster in der Zukunft wiederholen.

Wenn man bedenkt, dass Aktien auf lange Sicht steigen, so liegt es auf der Hand, dass Aktienkurse notwendigerweise immer wieder Widerstände durchbrechen müssen. Deshalb sollten Anleger bestenfalls auch andere Faktoren und Indikatoren bei ihren Handelsentscheidungen berücksichtigen.

Mit welchen Indikatoren sollte man Unterstützung und Widerstand kombinieren?

Unterstützung und Widerstand stellen nur die Basis für weiterführende charttechnische Analysemethoden dar. In Kombination mit anderen technischen Indikatoren lässt sich eine umfassendere technische Analyse bewerkstelligen und die Genauigkeit von Handelsentscheidungen verbessern. Dazu kommen beispielsweise die folgenden Indikatoren in Frage:

  • Gleitende Durchschnitte (Moving Averages): Gleitende Durchschnitte können helfen, Trends zu glätten und potenzielle Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus zu identifizieren. Kreuzungen zwischen kurz- und langfristigen gleitenden Durchschnitten können als Signal für eine Trendumkehr dienen.
  • Relative Stärke Index (RSI): Der Relative Stärke Index misst die Geschwindigkeit und Stärke von Kursbewegungen. Überkaufte oder überverkaufte Bedingungen können auf bevorstehende Umkehrungen hinweisen, insbesondere wenn sie mit Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus korrelieren.
  • Moving Average Convergence Divergence (MACD): Der MACD-Indikator zeigt die Konvergenz und Divergenz von gleitenden Durchschnitten an. Signallinienkreuzungen und Divergenzen können als Hinweis auf Trendänderungen dienen.
  • Bollinger Bänder: Die Bollinger Bänder zeigen potenzielle Überkauft- oder Überverkauftzustände an. Wenn sich der Kurs in der Nähe der oberen oder unteren Bandgrenzen befindet und gleichzeitig ein Unterstützungs- oder Widerstandsniveau erreicht, könnte dies auf eine Trendumkehr hindeuten.
  • Fibonacci Retracement Niveaus: Fibonacci Retracement Niveaus werden oft dazu verwendet, um potenzielle Unterstützungs- und Widerstandszonen zu identifizieren, indem sie die Wahrscheinlichkeit von Rücksetzern bzw. Korrekturen (Retracements) nach signifikanten Preisbewegungen berücksichtigen.
  • Handelsvolumen (Volume): Das Handelsvolumen kann Aufschluss darüber geben, wie stark ein Unterstützungs- oder Widerstandsniveau ist. Ein Anstieg des Volumens bei Erreichen eines Niveaus kann auf eine erhöhte Marktbeteiligung und Bestätigung hinweisen.

Abschließend sollte beachtet werden, dass auch die Kombination von Unterstützung und Widerstand mit anderen technischen Indikatoren die Qualität von Handelsentscheidungen zwar verbessern kann, aber niemals eine Garantie darstellt. Es ist eine Grundregel an den Aktienmärkten, dass sich vergangene Entwicklungen niemals mit Sicherheit auf die Zukunft projizieren lassen. Allerdings hat sich auch die folgende Einsicht als wichtige Börsenweisheit etabliert, zu der bereits der Schriftsteller Mark Twain gelangt ist:

„Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ – Mark Twain