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Candlesticks: Definition, Vorteile, Markt- / Aktienentwicklungen

Candlesticks: Definition, Vorteile, Markt- / Aktienentwicklungen
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Inhaltsverzeichnis

Mit Candelstick-Charts haben Anlegerinnen und Anleger die Möglichkeit, Entwicklungen auf dem Aktienmarkt in einem kurzfristigen Zeithorizont sichtbar zu machen. Wir zeigen Ihnen, wie sich die „Kerzen“ zusammensetzen und worauf es bei der Analyse der Charts ankommt.

Was sind Candlesticks?

Candlesticks sind eine Möglichkeit, um Kursverläufe am Aktienmarkt in Form von sogenannten „Kerzen“ darzustellen. Die Darstellungsform beinhaltet mehr Analysedimensionen als die klassische Linienchart. Damit gibt es im Rahmen der technischen Aktienanalyse mehr Details, die berücksichtigt werden können. Grundsätzlich lassen sich Candelsticks auf die Kursentwicklung aller Vermögenswerte an der Börse anwenden, also auf Aktien, Aktienindizes, ETFs oder Futures.

Ihren Ursprung hat die Candlestick-Chart in Japan. Dort sind ähnliche Grafiken bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts beim Reishandel in Sakata entstanden. Die Charts selbst werden häufig einem Reishändler namens Homma zugeschrieben.

Heute ist sind Candlestick-Charts elementar für Auswertungen im Trading. Die Analysemethode zählt zu den präzisesten Formen und lässt sich zudem sehr einfach umsetzen.

Elemente der Candlesticks

Um eine Candlestick-Darstellung zu erzeugen, werden folgende Elemente benötigt:

  • Vermögenswert: eine Aktie oder ein anderes Wertpapier
  • Zeitperiode: wenige Sekunden, Minuten oder Stunden, maximal ein Tag
  • Entwicklung: Geht der Kurs nach oben oder unten
  • Eröffnungskurs und Schlusskurs innerhalb der gewählten Zeitspanne
  • maximaler und minimaler Kurs innerhalb der gewählten Zeitspanne

Wie lassen sich Candlesticks lesen?

Candlestick-Charts haben ihren Namen deshalb, weil die einzelnen Elemente des Schaubilds immer wie eine Kerze (engl. „candle“) aussehen. Entsprechend besteht eine Kerze aus diesen Elementen:

  • Docht: Damit wird die maximale Kursentwicklung eines Basiswerts angezeigt. Der Docht kann sich oberhalb (positiv) oder unterhalb (negativ) des Kerzenkörpers befinden.
  • grüner/schwarz Kerzenkörper: Das obere Ende des Kerzenkörpers gibt den Schlusskurs, das untere Ende den Eröffnungskurs an. Grüne Kerzen stehen für eine positive Kursentwicklung.
  • roter/weiß Kerzenkörper: Das obere Ende des Kerzenkörpers gibt den Eröffnungskurs, das untere Ende den Schlusskurs an. Rote Kerzen stehen für eine negative Kursentwicklung.

Jede Kerze steht für eine Kursbewegung innerhalb einer vorher definierten Zeitspanne. Häufig wird ein Handelstag an der Börse als Referenz genommen. In einem Umfeld, wo sehr schnell mit Aktien gehandelt wird, können die Candlesticks aber auch nur wenige Minuten umfassen.

Was sich aus den Candles ableiten lässt

  • bullish candle: Hierbei handelt es sich um eine Kerze mit Docht oben. Sie zeigt eine Aufwärtsentwicklung des Kurses.
  • bearish candle: Hier ist der Docht unten. Die Kerze zeigt eine Abwärtsbewegung.
  • Doji: In diesem Fall liegen Eröffnungs- und Schlusskurs gleichauf. Die Kerze hat dann keinen Körper.

Wichtige Formationen innerhalb der Candlestick-Charts

Bei der Chartanalyse von Candlesticks ergeben sich verschiedene Formationen. Zu den gängigsten zählen:

  • Hammer/Pincandle: In diesem Fall hat die Kerze einen sehr langen Docht und nur einen kleinen Kerzenkörper. Ist der Docht oben, ist es die Pincandle-Form, zeigt er nach unten, ist es der „Hammer“. Aus der Form lässt sich schließen, dass der Kurs sehr stark angestiegen, aber ebenso stark wieder gefallen ist. Ein Hammer/Pincandle kann deshalb ein mögliches Zeichen einer Trendumkehr sein. Solche Stellen finden sich häufig dann, wenn es eine sogenannte „Resistance“ gibt, eine Stelle, an welcher der Markt schon einmal war. Für Trader kann sich daraus ein schnelles Handeln ergeben. Sie müssen z.B. ihre Position schließen (Short/Long).
  • Hanging Man: Der Hanging Man ist eine weitere Interpretation des Hammers. Folgt nach einem Hammer eine Abwärtsbewegung der Candles, indem der Schlusskurs der folgenden Kerze unter dem Schlusskurs der vorangegangenen Kerze liegt, kann aus dem Hammer ein „Hanging Man“ werden. Der Kerzenkörper ist dann rot/weiß eingefärbt. Es kann daraus abgelesen werden, dass sich der Kurs negativ entwickelt.
  • Bullish-/Bearish Belt Hold: Der Bullish Belt Hold zeigt eine Kerze mit einem langen Körper und einem Docht oben. In diesem Fall war der Eröffnungskurs sehr niedrig und der Schlusskurs sehr hoch. Die Kerze weist auf eine starke Börsenrally hin, bei der sehr viele Anleger das Wertpapier gekauft haben. Das Gegenstück ist der Bearish Belt Hold. Der Kerzenkörper ist auch hier lang, der Docht aber unten. Hier können massive Verkäufe eines Basiswerts die Ursache sein.

Die genaue Candlestick-Analyse weist eine Vielzahl an möglichen sogenannten „Pattern“ auf. Expertinnen und Expertinnen lesen verschiedene Bilder daraus ab. So ergeben sich Kursbewegungen, die „Morning Star“ oder „Evening Star“ genannt werden.

Wie bei jeder Chartanalyse ist es das eine, mögliche Pattern zu erkennen, das andere aber, daraus die richtigen Schlüsse im Sinne der eigenen Strategie zu ziehen.

Vorteile von Candlesticks

Im Vergleich zur normalen Linienchart bieten Candelsticks Tradern eine präzisere Möglichkeit, um Kurs- und Marktbewegungen zu analysieren. Darüber hinaus sind die Charts sehr universell sowohl auf Märkte (Assets) als auch auf Zeiteinheiten (Timeframes) anwendbar. Das erleichtert die Interpretation von Kursentwicklungen und ermöglicht schnelleres Handeln. Das ist vor allem dann relevant, wenn Trader Verkaufspositionen eingegangen sind und z.B. short oder long gegangen sind.

Fazit: Umfangreiche Darstellung, die die richtigen Schlüsse erfordert

Candlesticks erleichtern die Analyse von Kursen an der Börse. Allerdings ist es wichtig, dass Trader dabei alle Dimensionen genau berücksichtigen und wie bei anderen Charts die Gesamtentwicklung im Blick behalten. Denn ohne die richtigen Schlüsse ist auch eine Candlestick-Chart wertlos.