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Was sind Genussscheine?

Inhaltsverzeichnis

Genussscheine stellen eine Anlageform ähnlich einer Anleihe oder einer Aktie dar. Für deren Ausgestaltung gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, sondern allenfalls Rahmenbedingungen. Daher lassen sich Genussscheine sehr unterschiedlich gestalten. Aufgrund ihrer zwitterhaften Eigenschaften lassen sich Genussscheine nicht eindeutig dem Eigen- oder Fremdkapital zuordnen und gehören somit zu den Mezzanine-Finanzierungsformen.

Genussscheine im Detail

Genussscheine sind an der Börse handelbare Inhaberpapiere und verbriefen ein Genussrecht. Dieses Recht stellt die Gewinnbeteiligung in Form einer jährlichen Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn des ausgebenden Unternehmens dar. An der Börse Stuttgart erhalten Anleger derzeit das größte Angebot an Genussscheinen in Deutschland. Diese können zwischen 8 Uhr und 22 Uhr gehandelt werden. Ähnlich einer Anleihe besitzt der Inhaber des Papiers ein Rückzahlungsrecht zum Ende der Laufzeit. Eine Teilnahme an der Hauptversammlung bleibt ihm allerdings verwehrt. Für diesen „Verzicht“ auf Einflussnahme bieten die Emittenten solcher Papiere oft eine angemessene Rendite.

Wichtig für den Anleger sind die genauen Ausstattungsdetails von Genussscheinen. Da diese nicht gesetzlich geregelt sind, können auch vorzeitige Rückzahlungen, Nachschusspflichten oder sonstige Modalitäten aufgeführt sein. Hier gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Es gibt Genussscheine sowohl mit fester als auch unbegrenzter Laufzeit sowie mit festen Auszahlungen, erfolgsabhängiger Beteiligung oder variabler Verzinsung. Somit sollten Anleger das Produktinformationsblatt bzw. das Verkaufsprospekt stets genauestens studieren.

Vorteile von Genussscheinen für den Emittenten

Die Vorteile für ein Unternehmen, welches Genussscheine begibt, sind vielfältig:

  • Die Ausschüttungen an die Genussscheininhaber schmälern den Gewinn und haben somit gegenüber Aktien einen steuerlichen Vorteil.
  • Die gesetzliche Flexibilität erlaubt eine individuelle Ausgestaltung der Genussrechte und so können beispielsweise Rückzahlungsansprüche oder variable Zinssätze Bestandteile solcher Papiere werden.
  • Es existiert ein Kündigungsrecht bei Verschlechterung der steuerlichen Hintergründe.

Chancen und Risiken für Anleger

Die Chancen für Anleger bei Genussscheinen sind unter anderem:

  • eine regelmäßige Ausschüttung bzw. Gewinnbeteiligung (immer auf Produktgestaltung achten)
  • Da Genussscheine börsennotiert sind, gibt es auch die Möglichkeit, durch Kursgewinne die Rendite zu steigern. Entweder man steigt zu einem Kurs unter 100 Prozent ein und wartet bis zur Rückzahlung oder der Anleger verkauft zu einem höheren Kurs als dem Kaufkurs.

Die Risiken sind ebenfalls zu beachten:

  • Das Bonitätsrisiko des Emittenten: Bei Insolvenz werden Genussscheine nachrangig behandelt.
  • Genussscheine sind oft sensibel gegenüber Zinsänderungen am Markt, somit drohen Kurseinbußen während der Laufzeit.
  • Die Ausschüttung ist möglicherweise an Gewinne des Unternehmens gebunden: Dadurch kann es passieren, dass bei einem Verlustausweis keine Ausschüttung erfolgt.
  • Teilweise gibt es schwer durchschaubare Prospekte und Klauseln – hier sollten Anleger genau auf das Kleingedruckte und sämtliche Rahmenbedingungen achten.

Genussscheine können unter bestimmten Bedingungen eine sinnvolle Ergänzung in der Finanzierungsstruktur von Unternehmen darstellen. Auch für Privatanleger sind diese Produkte je nach Ausgestaltung interessant. Die vorhandenen Risiken sollten jedoch stets im Blick behalten werden.