Aktienkauf: Billigst oder mit Limit kaufen?

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Aktien lassen sich entweder billigst oder mit Limit kaufen. Die jeweilige Variante beeinflusst dabei den Kaufpreis. Näheres lesen Sie hier. (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

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Wer sich Aktien für sein Depot kaufen möchte, muss sich entscheiden, ob er seine Order gegen eine Gebühr mit einem Zusatz versieht oder nicht. Der Anleger hat dabei stets zwei Möglichkeiten, seinen Auftrag zu platzieren. So kann er seine Order beim Aktienkauf „billigst“ oder mit einem Limit versehen. Doch was bedeuten diese beiden Ordertypen? Und welche Vor- und Nachteile weisen sie auf?

Was es in diesem Zusammenhang beim Aktienkauf mit “billigst” und “Limit” auf sich hat, erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

Aktienkauf billigst: Was ist der Ordertyp “billigst”?

Der Ordertyp “billigst” ist ein unlimitierter Auftrag, der auch Market-Order genannt wird. Denn mit der Order “billigst” wird ein Wertpapier-Kauf zum aktuellen Marktpreis ausgeführt. Das bedeutet, dass die Aktien sofort zum nächsten gestellten Kurs gekauft werden. Am Markt wird dabei der aktuell günstigste Preis gesucht, zu dem ein Verkäufer bereit ist, die gleiche Stückzahl der betreffenden Wertpapiere zu verkaufen.

Ein Beispiel: Der Kurs der Muster AG steht aktuell bei 55 €. Der Anleger platziert einen Kaufauftrag über 100 Aktien der Muster AG „billigst“. Auf der Gegenseite findet sich nur ein Verkäufer, der gegenwärtig bereit ist, 100 Stück Aktien der Muster AG zu 55,10 € zu verkaufen. Der Auftrag wird zu 55,10 € ausgeführt.

Vor- und Nachteile der Billigst-Order

Der Vorteil der Billigst-Order liegt in der schnellen Ausführung. Denn bei einem Aktienkauf per “billigst” erscheinen die Papiere meist schon am nächsten Tag im Depot. Der Anleger hofft zwar, die Aktien zu dem an diesem Tag günstigsten Kurs zu bekommen. Allerdings kann es sein, dass die Kurse gerade steigen und der Kunde die Aktien deutlich teurer kauft, als er dachte. Der Nachteil der Billigst-Order liegt folglich darin, dass der Anleger einen für ihn möglicherweise ungünstigeren Kurs in Kauf nehmen muss.

Übrigens: Wer kein Limit setzt, kauft „billigst“! Wer sich gegen ein Limit als Ordertyp entscheidet, kauft seine Bank oder sein Broker die genannten Papiere in der gewünschten Anzahl für ihn an der Börse automatisch „billigst“.

Um dem Nachteil der ungünstigeren Preisausführung zu entgehen, kann der Anleger seinen Auftrag mit einem sogenannten Limit versehen.

Aktienkauf mit Limit: Was bedeutet dieser Ordertyp?

Ein Limit ist eine Art Grenzmarke für eine Orderausführung. Der Kunde weist also seine Bank an, eine Aktie nur unter der Voraussetzung zu kaufen, dass ein bestimmter Preis oder Kurs nicht überschritten wird. Die Bank kann das Papier dann nicht teurer einkaufen als vom Anleger vorgegeben.

Ein Beispiel: Möchte ein Investor nicht mehr als 100 € für eine Aktie zahlen, kann er diesen Preis als Limit vorgeben. Werden die gewünschten Aktien dann nach der Auftragserteilung beispielsweise zu einem Kurs von 105 € gehandelt, wird die Order nicht ausgeführt. Dies geschieht erst dann, wenn der Kurs entweder auf 100 € oder darunter fällt oder wenn das Limit zeitlich abgelaufen ist.

Denn wer ein Limit setzt, sollte zusätzlich den Zeitraum nennen, für den dieses gelten soll. Das kann ein Tag, mehrere Wochen oder bis zum Monatsende sein.

Zeitliche Befristung des limitierten Auftrags

Bei der Festlegung des Limits kann der Anleger auch angeben, wie lange das Limit zeitlich gesehen gültig sein soll. Dabei kann man in der Regel zwischen 3 Zeitlimits auswählen.

Zum einen kann der Kaufauftrag mit dem Zusatz „tagesgültig“ versehen -, zum anderen aber auch mit dem Zusatz „ultimo“ platziert werden. Tagesgültige Aufträge werden am gleichen Tag ausgeführt, an dem das entsprechende Kurslimit erreicht wird. Wird dieses hingegen nicht erreicht und die Order nicht ausgeführt, erlischt der Kaufauftrag am nächsten Tag automatisch. Bei Bedarf muss der Kunde also einen neuen Auftrag erteilen.

Wird der Auftrag mit dem Zusatz „ultimo“ erteilt, gilt er bis Monatsende.

Als dritte Option kann der Anleger ein genaues Datum eingeben, bis wann der limitierte Auftrag gültig sein soll.

Wichtig: Fällt die limitierte Order in einem Zeitraum, in der der Wert “ex Dividende” (Tag nach der Dividendenausschüttung) gehandelt wird, wird die Order in der Regel von der Börse gestrichen. Auch dann muss der Anleger einen neuen Auftrag erteilen.

Mehr zum Thema: Ex Dividende: Was ist das?

Kann der Auftrag nicht ausgeführt werden, geht der Anleger leer aus

Allerdings kann es vorkommen, dass ein Aktiengeschäft zu den vorab definierten Bedingungen nicht zustande kommt.

Wenn innerhalb des festgelegten Zeitraums niemand die gewünschte Aktie zum genannten Preis verkaufen will, geht der Anleger leer aus. Die Gebühren für den erteilten Auftragszusatz muss er dann aber trotzdem bezahlen.

Vor- und Nachteile eines Aktienkauf mit Limit

Der Vorteil bei der Erteilung von Kaufaufträgen mit einem Limit liegt darin, dass der Anleger nicht Gefahr läuft, einen für ihn ungünstigeren Kurs zu erhalten.

Bei einer limitierten Order kann es allerdings sein, dass der Anleger die gewünschten Papiere nicht sofort erhält. Daher sollte er darauf achten, dass das Limit nicht unrealistisch weit von der aktuellen Notierung entfernt ist.

Aktienkauf: billigst oder Limit? Experten raten zu limitierten Aufträgen

Insgesamt raten Wertpapierexperten beim Aktienkauf eher zu limitierten Aufträgen. Die Gefahr zu hoher Kaufpreise bei nicht-limitierten Aufträgen ist nämlich nicht zu unterschätzen.

Nur in Einzelfällen – zum Beispiel, wenn der Kauf eines Papiers sofort erfolgen muss – ist ein Aktienkauf mit dem Zusatz „billigst“ zu empfehlen.1qq

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Petra Hoffknecht
Von: Petra Hoffknecht. Über den Autor

Petra Hoffknecht arbeitet als freiberufliche Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Sie schreibt regelmäßig für das Handelsblatt, die VDI Nachrichten, Magazine des Sparkassenverlags und diverse Regionalzeitungen wie beispielsweise die Neue Osnabrücker Zeitung oder die Südwest Presse in Ulm.

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