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Hypothekenanleihen – wie funktionieren diese Rentenpapiere?

Mehrere Menschen sitzen an einem Tisch und beraten sich über Hypothekenanleihen.
Phimwilai | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Hypothekenanleihen

  • Eine Hypothekenanleihe ist ein verzinsliches Wertpapier, dass durch ein Grundpfandrecht besichert ist.
  • Hypothekenanleihen werden alternativ als Immobilienanleihen bezeichnet und Anleger erhalten feste Zinsen.
  • Die Rentenpapiere gelten als relativ sicher, nämlich aufgrund der Hypotheken bzw. Grundschulden als Grundpfandrechte.
  • Kaufen und verkaufen können Anleger Hypothekenanleihen in erster Linie an der Börse.
  • Bei der Auswahl sollten einige Punkte beachtet werden, wie zum Beispiel Sicherstellung, Zinscoupon und die Laufzeit.

Insbesondere bei Anleihen gibt es für Anleger eine große Auswahl am Markt. Die Papiere unterscheiden sich zum Beispiel in ihrer Sicherheit, Rendite und der Konstruktion. Eine speziellere Form der Rentenpapiere sind die sogenannten Hypothekenanleihen, ebenso als Immobilienanleihen bezeichnet. In unserem Beitrag erfahren Sie, was man unter einer Hypothekenanleihe versteht und wie diese funktioniert. Wir gehen ferner auf die Vor- und Nachteile dieser Anleihen ein, für wen sie sich eignen und worauf Sie bei der Wahl achten sollten.

Was versteht man unter Hypothekenanleihen?

Eine Hypothekenanleihe ist ein verzinsliches Wertpapier, dessen Besonderheit darin besteht, dass eine Besicherung in Form von Grundpfandrechten existiert. Früher waren das vor allem Hypotheken, heute handelt es sich meistens um Grundschulden. Aufgrund der Besicherung durch Grundpfandrechte gelten Hypothekenanleihen in der Summe als sicherer im Vergleich zu vielen, anderen Wertpapieren.

Sollte der Emittent der Immobilienanleihe seinen Verpflichtungen zur Rückzahlung des vom Anleger investierten Kapitals nicht nachkommen, würde in dem Fall die Grundschuld oder Hypothek als Sicherheit greifen. Dem Inhaber der Anleihe steht in einem solchen Fall das Recht zu, eine Verwertung der Immobilie vorzunehmen, also insbesondere eine Zwangsversteigerung anzuberaumen.

Im Hinblick auf die Besicherung gibt es bei den Hypothekenanleihen zwei Varianten, nämlich:

  • Anleihen mit erstrangiger Absicherung
  • Anleihen mit nachrangiger Absicherung

Die Sicherheit der Hypothekenanleihen ist somit unterschiedlich und bei der erstrangigen Anleihe höher als bei einer nachrangigen Immobilienanleihe. Ausgegeben werden solche Anleihen von Banken, aber auch Unternehmen treten als Emittenten auf.

Beispiel: Wie funktionieren Hypothekenanleihen?

Im ersten Schritt funktionieren Immobilienanleihen aus Sicht des Anlegers genauso, wie die meisten, anderen Rentenpapiere ebenfalls. Das bedeutet, Sie entscheiden sich für eine Hypothekenanleihe und kaufen diese für den entsprechenden Nominalwert, beispielsweise 5.000 Euro. Während der Laufzeit wird meistens jährlich ein Zins gezahlt. Bei Fälligkeit erhalten Sie Ihr investiertes Kapital zu 100 Prozent zurück. Zuvor können Sie die Anleihe in der Regel vorzeitig an der Börse verkaufen, dann jedoch zum aktuellen Kurs.

Die Besonderheit in der Funktion der Hypothekenanleihen besteht darin, dass Sie durch das Grundpfandrecht eine Immobilie verwerten können, sollte der Emittent in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder gar insolvent werden. Kann er die Hypothekenanleihe nicht zurückzahlen, dürfen Sie als Inhaber die Immobilie als Sicherheit verwerten (lassen).

Immobilienanleihen gelten als relativ sichere Rentenpapiere

In der Summe sind Hypothekenanleihen sicherer als viele andere Rentenpapiere. Trotzdem gibt es auch bei Immobilienanleihen Risiken, denn die Sicherstellung könnte eventuell trotz Verwertung der Immobilie nicht ausreichen, weil manchmal bei der Zwangsversteigerung ein geringer Wert als Ihr Investment zu erzielen ist.

Was sind die Vorteile und Chancen einer Hypothekenanleihe?

Bevor Sie sich als Anleger für oder gegen eine Hypothekenanleihe entscheiden, sollten Sie zu den Eigenschaften Informationen einholen. Dazu gehört es unter anderem, dass Sie sich über die Vor- und Nachteile informieren. Die aus unserer Sicht wichtigsten Vorzüge von Immobilienanleihen sind:

  • Oftmals höhere Rendite als bei Immobilienfonds
  • Relativ geringe Mindestanlagesumme von meistens 1.000 Euro
  • Sicherheit durch Grundpfandrecht
  • Täglich an der Börse handelbar
  • Laufende Zinszahlung (meistens jährlich)
  • Portfoliobeimischung für sicherheitsorientierte Anleger

Den größten Vorteil sehen die meisten Anleger bei Hypothekenanleihen darin, dass ihr angelegtes Kapital tendenziell sicherer ist als bei vielen anderen Rentenpapieren. Die Wahrscheinlichkeit liegt höher, dass Sie zumindest einen Teil Ihres Kapitals selbst bei einer Insolvenz des Emittenten zurückgehalten, weil mit den Immobilien ein Sachwert hinter der Anlage steht.

Was sind die Nachteile und Risiken einer Hypothekenanleihe?

Neben den Vorteilen gibt es auf der anderen Seite ebenso Risiken und Nachteile, insbesondere die folgenden:

  • Aufgrund der höheren Sicherheit häufiger geringere Rendite
  • Erzielbarer Wert der Immobilien nicht selten geringer als die Gesamtsumme der Anleihen
  • Kursrisiko bei vorzeitigem Verkauf
  • Emittentenrisiko
  • Währungsrisiko bei Anleihen in fremder Währung

Zwar ist das Emittentenrisiko bei Immobilienanleihen geringer als bei vielen anderen Rentenpapieren, jedoch existiert es dennoch. Zudem gibt es insofern in Form der Zinsentwicklung ein Kursrisiko, als dass zum Beispiel oft bei steigenden Kapitalmarktzinsen die Kurse der Anleihen sinken. Das ist für Sie als Anleger jedoch nur „problematisch“, wenn Sie die Immobilienanleihen vor Fälligkeit veräußern möchten.

Für wen eignen sich Hypothekenanleihen?

Hypothekenanleihen können eine gute Portfoliobeimischung sein, welches breiter gestreut ist. Da sie vergleichsweise sicher sind, sind die Immobilienanleihen vorrangig für auf Sicherheit bedachte Anleger ein mögliches Investment. Zudem handelt es sich in gewisser Weise um eine Anlage in Immobilien, wenn auch sehr indirekt. Der Grund ist, dass das vom Anleger verliehene Kapital einer Immobilienanleihe genutzt wird, um zum Beispiel den Erwerb oder den Bau von Immobilien zu finanzieren.

Trotzdem dürfen Sie Hypothekenanleihen nicht mit Pfandbriefen verwechseln, die ebenfalls häufig in Verbindung mit einer Immobilienfinanzierung stehen. Was die Rendite angeht, so ist diese bei Immobilienanleihen erheblich von der Bonität des Emittenten abhängig. Zusammengefasst eignet sich eine Hypothekenanleihe als Geldanlage unter den folgenden Voraussetzungen:

  • Sie suchen eine relativ sichere Geldanlage, die allerdings dennoch nicht komplett risikofrei sein muss.
  • Sie möchten eine durchschnittliche bessere Rendite als bei Immobilienfonds erzielen.
  • Ein Investment in Immobilienaktien als Alternative ist Ihnen zu riskant.
  • Sie wünschen sich laufende Erträge in Form der Zinsen.
  • Sie möchten Ihr Kapital möglichst täglich verfügbar halten.

Hypothekenanleihen und Pfandbriefe differenzieren

Auch wenn die jeweiligen Konstruktionen Ähnlichkeiten haben, so müssen Sie dennoch Hypothekenanleihen und Pfandbriefe differenzieren. Zwar gibt es in beiden Fällen eine Absicherung durch Grundpfandrechte. Die Vorgaben für Pfandbriefe sind jedoch deutlich strenger, denn sie müssen die Richtlinien innerhalb des Pfandbriefgesetzes berücksichtigen.

Wie und wo kann man Hypothekenanleihen handeln?

Der Handel mit Hypothekenanleihen findet vorrangig an der Börse statt. Das bedeutet, Sie geben Ihrem Broker oder Ihrem Kreditinstitut den Auftrag, die von Ihnen ausgewählten Hypothekenanleihen zu erwerben. Diese Order wird dann an die Börsen weitergeleitet und ausgeführt. Allerdings gibt es auch bei einer Hypothekenanleihe meistens die Alternative, diese innerhalb des außerbörslichen Handels zu kaufen und wieder zu verkaufen.

Manche Emittenten verkaufen die Immobilienanleihen auch direkt und nehmen diese vorzeitig zurück, wie zum Beispiel Banken oder Unternehmen – dies ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall.

Worauf sollte ich bei der Wahl von Hypothekenanleihen achten?

Da es eine Reihe von Hypothekenanleihen am Markt gibt, ist es für Sie als Anleger empfehlenswert, bei der Wahl auf einige Eigenschaften und Merkmale zu achten. Das sind insbesondere:

  • Wie gut ist die Bonität des Emittenten?
  • Wie hoch sind die Zinsen?
  • Welche Laufzeit hat die Hypothekenanleihe?
  • Wie sieht die allgemeine Zinsentwicklung am Markt aus?
  • Welche Besicherung gibt es (erstrangig oder nachrangig)?
  • Wie wird das Kapital verwendet?

Über die Bonität des Emittenten informieren Sie sich am besten dadurch, dass Sie sich das jeweilige Rating zu der Hypothekenanleihe betrachten. Die Rating-Agenturen veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Bewertungen, die sich mit der Kreditwürdigkeit von Emittenten wie Banken, Unternehmen sowie Staaten beschäftigen.

Ähnliche Anlageformen im Vergleich

Neben Immobilienanleihen gibt es noch ähnliche Anlageformen, die ebenfalls thematisch mit Immobilien beschäftigt sind. Zudem besteht alleine vom Begriff her nicht selten eine Verwechslungsgefahr, beispielsweise zwischen Immobilienanleihen, Immobilienfonds und Immobilienaktien. Deshalb möchten wir in der folgenden Tabelle die ganz ähnlichen Anlageformen, zumindest namentlich, gegenüberstellen und im Hinblick auf verschiedene Eigenschaften differenzieren.

EigenschaftenHypothekenanleihenOffene ImmobilienfondsImmobilienaktienCrowdinvesting
Ertrag / Zinsenfestvariabelvariabelvariabel / fest
Sicherheitenrelativ hochmittelmittel bis geringmittel bis gering
Verfügbarkeit Kapitaljederzeitnach 2 Jahren HaltedauerjederzeitEnde Laufzeit
Handelbar an BörseJaneinjanein
Rendite (Durchschnitt)3 bis 6%3 bis 5%7 bis 8%5 bis 8%
Mindestkapital1000 Euro25 bis 50 Euroab 10 Euro100 bis 1000 Euro