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Wandelanleihen: Was Sie darüber wissen sollten

Wandelanleihen: Was Sie darüber wissen sollten
Sfio Cracho
Inhaltsverzeichnis

An den Börsen war heute nicht viel los. Die meisten Anleger warten offensichtlich auf frische Impulse durch die neue Berichtssaison, die in den kommenden Tagen beginnt. Daher können wir uns noch einmal einem Thema widmen, das ich gestern schon kurz angerissen habe, als ich Ihnen hier im Schlussgong den Verkehrstechnik-Spezialisten Schaltbau vorgestellt habe.

Zur Erinnerung: Die Schaltbau Holding AG bietet – wie gestern geschrieben – aktuell die Zeichnung einer Pflichtwandelanleihe an. Im Nachgang erreichten mich einige Anfragen zum Thema Wandelanleihe. Daher habe ich mich dazu entschlossen, heute noch einmal tiefer in das Thema einzusteigen.

Wandelanleihe = Niedriger Zinskupon

Verglichen mit herkömmlichen Anleihen ist der Zinskupon bei Wandelanleihen in der Regel niedriger. Es gibt jedoch einen Punkt, der die niedrige Zins-Rendite wieder wettmacht. Typisch für Wandelanleihen ist nämlich das sogenannte Wandlungsrecht.

Das heißt: Sie können gegen Ende der Laufzeit wählen: Wollen Sie lieber Ihr Geld zurück, sprich den gezahlten Nominalwert? Oder soll der Emittent Ihnen stattdessen seine Aktien geben, und das in einer Anzahl, die von vornherein feststeht?

Wandlungspreis und Umtauschverhältnis: Die wichtigsten Kennzahlen

Entscheidend bei Wandelanleihen sind der Wandlungspreis und das Umtauschverhältnis. Das Umtauschverhältnis sagt Ihnen, wie viele Aktien Sie für Ihre Wandelanleihe bekommen, der Wandlungspreis, ab wann sich diese Wahl lohnt.

Dazu folgendes Beispiel: Sie besitzen Wandelanleihen der Mustermann AG, deren Nominalwert bei 1.000 Euro liegt. Am Laufzeitende können Sie wählen, ob Sie lieber den Nominalwert oder die Aktien wollen. 20 Aktien sollen Sie bekommen, falls Sie sich für die zweite Möglichkeit entscheiden (= Umtauschverhältnis). Das heißt: Die Auszahlung in Aktien lohnt sich für Sie, sobald die Aktien mehr als 50 Euro wert sind (= Wandlungspreis).

Wie wirkt sich das Wahlrecht in der Praxis aus? Ganz einfach: Sie haben damit ein Aktieninvestment, bei dem Abstürze ausgeschlossen sind. Wenn der Aktienkurs steigt, wählen Sie einfach die Auszahlung in Aktien. Bleibt er dagegen unter Ihren Erwartungen, lassen Sie sich den Nominalbetrag auszahlen.

Kursverlauf wie die Aktie – nur weniger steil

Eine Wandelanleihe ist also eine Art verkapptes Aktieninvestment mit Sicherheitsnetz. Das hat Auswirkungen auf den Kurs. Der verläuft so ähnlich wie der Kurs der zugrunde liegenden Aktie, allerdings nicht ganz so steil. Üblicherweise macht der Chart Kurssteigerungen zu etwa zwei Dritteln mit, Kursstürze dagegen werden nur zu einem Drittel nachvollzogen.

Wandelanleihen sind somit ideal, wenn Ihnen eine Aktiengesellschaft zwar sehr attraktiv erscheint, Sie aber Angst vor Verlustrisiken haben.

Sie werden allerdings schnell merken: Wandelanleihen gibt es oft nur in sehr großer Stückelung. 50.000 Euro oder 100.000 Euro sind oft die Mindestbeträge, die ein Investor für den Kauf eines einzelnen Papiers aufbringen muss.

Das schränkt die Eignung dieser an sich so attraktiven Wertpapiere für Privatanleger doch sehr stark ein. Es gibt aber eine Lösung für dieses Problem: Wandelanleihen-Fonds. Mit diesen können Sie auch schon mit niedrigeren Beträgen in mehrere Dutzend Wandelanleihen investieren.