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Haushaltsbuch – gute Übersicht über Einnahmen und Ausgaben

Haushaltsbuch – gute Übersicht über Einnahmen und Ausgaben
Klaus Eppele | stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit schon einmal ein Haushaltsbuch geführt, um einen guten Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu erhalten? Auch wenn von manchen Menschen das Führen eines Haushaltsbuches eher als altmodisch betrachtet wird, gibt es dennoch einige gute Gründe, diese Möglichkeit zu nutzen. 

Wir möchten in unserem Beitrag daher näher darauf eingehen, was ein Haushaltsbuch ist und warum man dieses führen kann. Darüber hinaus gehen wir darauf ein, wie Sie ein Hausbuch führen können, in welcher Form es beim Einsparen hilft und welche Fehler in dem Zusammenhang vermieden werden können.

Warum sollte ich ein Haushaltsbuch führen?

Es gibt einige gute Gründe, warum das Führen eines Haushaltsbuches für zahlreiche Bürger sinnvoll sein kann, nämlich:

  • Sparsamkeit fördern
  • Vermeidung von Schulden
  • Anstoß zum Umdenken
  • Kontrolle über Finanzen
  • Streitigkeiten innerhalb der Familie verhindern

Ein wesentlicher Grund für das Führen eines Haushaltsbuches ist bei vielen Menschen, dass dadurch die Sparsamkeit gefördert wird. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben und vor allem unregelmäßige Kosten auflisten und sich deshalb deren oft erst bewusst werden. Das wiederum führt dazu, dass Sie manche Ausgaben zukünftig vermeiden oder zumindest reduzieren können, demnach sparsamer sind. Es ist also vor allem ein geändertes Ausgabenverhalten, welches aufgrund des Führens eines Haushaltsbuches entstehen kann. 

Ein weiterer, ebenfalls häufiger Grund für das Führen eines Haushaltsbuches ist es, mögliche Schulden zu verhindern. Oft wissen Verbraucher nämlich gar nicht, wie viel Geld sie Monat für Monat ausgeben, weil nicht selten der Dispositionskredit die Kosten abfedert, auch wenn das Girokonto dadurch regelmäßig überzogen ist. Insbesondere kleinere Ausgaben sammeln sich schnell an, sodass das Girokonto ebenfalls schnell ins Minus geraten kann. Wenn Sie jedoch ein Haushaltsbuch führen, können Sie auf diese Weise schnell erkennen, wenn die Ausgaben regelmäßig höher als die Einnahmen sind. Dann haben Sie die Möglichkeit, rechtzeitig gegenzusteuern und zu viel Schulden oder sogar eine Überschuldung zu verhindern. 

Ein Haushaltsbuch gibt nicht selten einen Anschluss zum Umdenken, wenn Sie sich nämlich durch das Aufschreiben der Ausgaben darüber bewusst werden, wofür Sie Ihr Geld im Alltag ausgeben. Manche Ausgaben werden sicherlich als überflüssig eingestuft oder Sie erkennen, dass einfach einige materielle Dinge gar nicht notwendig sind. Auf diese Weise haben Sie zudem eine bessere Kontrolle über Ihre Finanzen, was ein weiterer Grund für das Haushaltsbuch sein kann. 

Woran viele Verbraucher beim Haushaltsbuch als gutes Argument gar nicht denken: Es können auf diese Weise sogar Streitigkeiten innerhalb der Familie verhindert oder entschärft werden. Oftmals gibt es nämlich ein gemeinsames Budget, was jedoch häufiger am Monatsende nicht mehr ausreicht. Dann entsteht schnell ein Streit darüber, wer verantwortlich ist, dass die Ausgaben wieder einmal höher als die Einnahmen waren. Ist dann im Haushaltsbuch festgehalten, wer welche Ausgaben getätigt hat, lässt sich ein solcher Streit leicht lösen oder verhindern.

Wie führe ich mein Haushaltsbuch am besten?

Es gibt zwar kein festgelegtes Schema oder gar Vorschriften, wie man ein Haushaltsbuch führen muss. Dennoch haben sich in der Praxis aufeinander aufbauende Schritte bewährt, wie Haushaltsbücher optimal geführt werden und demzufolge sehr effizient genutzt werden können. In der Praxis hat sich im Zusammenhang mit dem Führen eines Haushaltsbuches die folgende Schritt-für-Schritt Anleitung bewährt, die fünf Phasen enthält:

  • Regelmäßige Einnahmen erfassen
  • Fixe Ausgaben aufschreiben
  • Variable Ausgaben erfassen
  • Freies Einkommen für variable Ausgaben definieren
  • Einnahmen- und Ausgabenseite saldieren

Die ersten Schritte besteht beim Führen des Haushaltsbuches in der Regel darin, dass Sie Ihre regelmäßigen Einnahmen aufschreiben. Fixe Einnahmen sind relativ einfach zu identifizieren. Sie bestehen in der Regel aus dem Gehalt, einem selbständigen Einkommen, Kindergeld oder Renten. Im zweiten Schritt werden diesen Einnahmen nun sämtlichen Fixkosten gegenübergestellt, die Sie ebenfalls im Haushaltsbuch notieren. Dazu zählen in erster Linie:

  • Miete oder Hausrate
  • Kosten für den Lebensunterhalt (Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung)
  • Versicherungsprämien
  • Mietnebenkosten wie Strom und Heizkosten
  • Ausgaben für Telekommunikation
  • Mobilitätskosten (Benzin, Bahnticket etc.)
  • Kreditraten
  • Sparraten
  • Vereinsbeiträge
  • Freizeitausgaben

Neben diesen Fixkosten, die Sie in der Regel Monat für Monat haben, sollten Sie im weiteren Verlauf auch die variablen Ausgaben erfassen. Diese sind es nämlich, die in der Regel dazu führen, dass die Ausgaben in der Summe höher als gedacht ausfallen und aufgrund derer das Führen eines Haushaltsbuches besonders sinnvoll ist. In dem Zusammenhang ist es ebenfalls hilfreich, dass Sie Ihr Budget ermitteln, welches überhaupt für diese veränderlichen Ausgaben bereitstellt. Das Budget ist normalerweise die Differenz zwischen Ihren Einnahmen und den regelmäßigen Fixkosten. Im letzten Schritt errechnen Sie einen monatlichen Saldo, also in welchem Umfang entweder die Einnahmen höher als die Ausgaben sind oder die regelmäßigen sowie unregelmäßigen Ausgaben Ihr Einkommen überschreiten. 

Wie hilft das Haushaltsbuch beim Sparen?

Ein Haushaltsbuch hilft Ihnen oft beim Einsparen, weil Sie manchmal erst dadurch entdecken, welche Ausgaben Sie in der Summe monatlich oder innerhalb eines anderen Zeitraums haben. Auf diese Weise identifizieren Sie eigentlich nicht notwendige Kosten und können so sparsamer mit Ihrem Geld umgehen. Dazu muss allerdings ein gewisser Sparwille vorhanden sein, denn es ist eine wichtige Reaktion auf das Ergebnis des Haushaltsbuches, dementsprechende Veränderungen vorzunehmen. 

Auf welche Weise kann ich ein Haushaltsbuch führen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie ein Haushaltsbuch in der Praxis führen können, insbesondere:

  • Handschriftliches Haushaltsbuch
  • Haushaltsbuch mittels Excel oder einer Software
  • Online-Tools
  • Haushaltsbuch per App

Das originäre Haushaltsbuch ist auch heute noch ein handschriftliches Buch, beispielsweise eine sogenannte Kladde. Dort notieren Sie tatsächlich Ihre Ausgabe und vorher die Einnahmen mittels eines Stiftes. Hier bietet es sich an, zum Beispiel jeweils die linke Spalte einer Doppelseite für die Einnahmen und die rechte Spalte für die Ausgaben zu nutzen. Am Ende können Sie beispielsweise jeden Monat einen Saldo bilden und haben auf diese Weise einen guten Überblick über Einnahmen und Ausgaben, zumal Sie jederzeit Zugriff haben und nicht auf Online-Tools oder einen PC angewiesen sind. 

Eine etwas modernere Form des Haushaltsbuches besteht darin, die Daten in Excel zu erfassen. Das Tabellenkalkulationsprogramm ist dafür bestens geeignet, denn dort können Sie beispielsweise für jeden Monat einen separaten Folder anlegen und die Ausgaben dementsprechend übersichtlich und platzsparend über Jahre hinweg erfassen. Ähnlich funktionieren spezielle Computerprogramme, die es mittlerweile in zahlreichen Varianten am Markt gibt. Hier erfassen Sie ebenfalls regelmäßig Ihre Ausgaben, wobei in der Regel per Software fixe Ausgaben automatisch auf den nächsten Monat übertragen werden. Solche Computerprogramme können somit Arbeit und demzufolge Zeitaufwand einsparen.

Eine Weiterentwicklung der Computersoftware sind Online-Tools, die es ebenfalls im Bereich der Haushaltsbücher gibt. Dazu stehen mittlerweile eine Reihe von Plattformen zur Verfügung, die in der Regel einige, weitere Funktion beinhalten. So werden Ihre Ausgaben beispielsweise automatisch analysiert und mit Durchschnittswerten verglichen, sodass auf diese Weise leicht Einsparpotenzial zu identifizieren ist. Ferner gibt es eine Reihe von Individualisierungsmöglichkeiten, die solche Tools in der Regel beinhalten. Selbstverständlich existieren Haushaltsbücher inzwischen auch per App, sodass Sie über Ihr Smartphone auf mobilem Weg jederzeit die Möglichkeit haben, Einnahmen und Ausgaben zu erfassen sowie eine Gegenüberstellung vorzunehmen.

Welche Fehler sollte ich beim Führen des Haushaltsbuches vermeiden?

Eigentlich ist das Führen eines Haushaltsbuches relativ einfach, wenn Sie die in unserem Beitrag genannten Informationen kennen. Trotzdem kommt es in der Praxis häufiger vor, dass Haushaltsbücher nicht so effektiv sind und das Ergebnis liefern, was sich die entsprechenden Nutzer wünschen. Schuld daran sind normalerweise Fehler, die allerdings in den weitaus meisten Fällen recht einfach zu vermeiden sind. Die häufigsten Fehler im Zusammenhang mit dem Führen eines Haushaltsbuches sind:

  • Keine Sortierung der Posten vornehmen
  • Jede kleinste Kleinigkeit erfassen
  • Ausgaben „schönschreiben“
  • Keine Veränderungen vornehmen
  • Variable Ausgaben nicht oder nur überschlagsweise erfassen
  • Einmalige Jahresausgaben vergessen

Eine wichtige Grundlage für die Effektivität eines Haushaltsbuches ist es, dass dieses übersichtlich ist. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie eine Sortierung der Posten vornehmen. Dann ist es möglich, exakt die Ausgaben zu identifizieren, die vielleicht verantwortlich dafür sind, dass die Kosten jeden Monat höher als Ihre Einnahmen sind. Daher bietet es sich an, sämtliche Ausgaben einer bestimmten Kategorie zuzuordnen, wie zum Beispiel Lebensunterhalt, Mobilitätskosten und Freizeitausgaben.

Jede kleinste Kleinigkeit erfassen

Eine definitiv unterschätzte Gefahr besteht beim Haushaltsbuch darin, tatsächlich jede kleinste Kleinigkeit aufzuschreiben. Es ist auch von der Höhe des Einkommens abhängig, ob zum Beispiel wirklich jede Ausgabe von einem oder zwei Euro notiert werden muss. Tatsächlich geben nicht wenige Verbraucher das Führen eines Haushaltsbuches jedoch deshalb vorzeitig auf, weil es schlichtweg „nervt“, jede kleinste Ausgabe extra zu erfassen. Daher sollten Sie sich durchaus eine Untergrenze setzen, ab der Sie Ausgaben überhaupt notieren. Je nach Einkommen könnte dieser Betrag zum Beispiel bei zwei, fünf oder zehn Euro liegen. 

Ausgaben „schönschreiben“

Ein weiterer Fehler beim Führen eines Haushaltsbuches ist es, wenn Sie sich faktisch selbst betrügen. Das bedeutet, dass Sie vielleicht solche Ausgaben nicht aufführen oder mit verminderten Kosten notieren, die Sie eigentlich gar nicht haben wollen, diese jedoch trotzdem immer wieder entstehen lassen. Ein typisches Beispiel sind die Kosten für das Rauchen, weil Sie vielleicht nicht wahrhaben wollen, wie viel Geld Sie dafür Monat für Monat ausgeben. Tatsächlich ist das Beschönigen oder Weglassen von Ausgaben jedoch kontraproduktiv, denn das Haushaltsbuch hat genau den Sinn und Zweck, ehrlich gegenüber sich selbst zu sein. Nur so können Veränderungen vorgenommen und anschließend Einsparungen vorgenommen werden.

Keine Veränderungen vornehmen

Damit kommen wir auch bereits automatisch zu einem weiteren Fehler, den Sie beim Haushaltsbuch machen können. Dieser besteht darin, dass die zwar einerseits gewissenhaft alle Aufwendungen in Form fixer und variabler Kosten notieren. Das nützt allerdings auf der anderen Seite wenig, wenn Sie anschließend keine Konsequenzen daraus ziehen. Ein Haushaltsbuch wird immerhin mit der Intention erstellt, dass überflüssige Kosten identifiziert werden und im Idealfall anschließend einfach weggelassen werden können. Vermeiden lässt sich dieser Fehler dadurch, dass Sie tatsächlich in regelmäßigen Abständen eine Analyse vornehmen und überlegen, an welcher Stelle sie entweder Ausgaben reduzieren oder vielleicht auch Einnahmen erhöhen können.

Wer sollte ein Haushaltsbuch in der Praxis führen?

Es ist sicherlich nicht notwendig, dass alle Bürger und Bürgerinnen im Erwachsenenalter ein Haushaltsbuch führen. Wer zum Beispiel weiß, dass die Einnahmen auf den Monat gerechnet die Ausgaben ohnehin deutlich übersteigen, hat natürlich wenig Anlass, ein Haushaltsbuch zu führen. Darum ist es insbesondere für Menschen sinnvoll, mit dem Führen eines Haushaltsbuchs zu beginnen, bei denen die Ausgaben entweder bereits höher als die Einnahmen sind oder die einfach einen größeren Anteil ihres monatlichen Einkommens einsparen möchten, aber nicht wissen, an welcher Stelle dies durch Reduzierung einiger Kosten möglich ist. 

Typischerweise sind es häufig die folgenden Personengruppen, die entweder auf gut deutsch knapp bei Kasse sind oder den Ansporn haben, an geeigneten Stellen Kosten einzusparen und somit eine positivere Einnahmen- und Ausgabenbilanz zu schaffen:

  • Auszubildende
  • Studenten
  • Berufsanfänger
  • Geringverdiener
  • Arbeitslose
  • Hausfrauen
  • Rentner

Beamte, Alleinstehende und Familien in einer abhängigen Beschäftigung mit gutem Einkommen sowie Millionäre hingegen zählen überdurchschnittlich häufig zu den Personen, die kein Haushaltsbuch führen. Ein Problem stellt das definitiv nicht dar, denn das Haushaltsbuch soll schlichtweg eine Hilfe sein, insbesondere im jeweiligen Zeitraum nicht bewusste Ausgaben zu identifizieren und dementsprechend reagieren zu können.

Wie lange sollte man ein Haushaltsbuch führen?

Diese Frage ist sehr individuell zu beantworten, da es von der entsprechenden Situation und der finanziellen Lage abhängig ist, welche Bedeutung das Haushaltsbuch hat. Sicherlich macht es wenig Sinn, das Haushaltbuch lediglich einmalig zu führen, also beispielsweise nur von einem Monat die Einnahmen und Ausgaben aufzuschreiben. Die meisten Experten raten dazu, solche Bücher mindestens über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten zu führen, da dieser vergleichsweise repräsentativ sein dürfte. Manche Menschen führen allerdings auch schon seit Jahren Haushaltsbücher, sodass es tatsächlich sehr individuell ist, welcher Zeitraum zu empfehlen ist. 

Wie erfasse ich seltenere Ausgaben im Haushaltsbuch?

Am einfachsten sind im Haushaltsbuch natürlich die Posten, die ohnehin monatlich als Ausgaben anfallen. Dazu zählen insbesondere die Miete, Ausgaben für Nahrungsmittel und Hygieneartikel sowie Mobilitätskosten, insbesondere für die Bahn-Fahrkarte oder in Form des Benzins. Darüber hinaus gibt es allerdings eine Reihe von Aufwendungen, die zum Beispiel maximal einmal jährlich anfallen. Dazu zählen unter anderem:

  • BahnCard (Jährliche Gebühr)
  • Versicherungsprämien
  • Vereinsbeiträge
  • Urlaub
  • Inspektion
  • Renovierung

Bei diesen unregelmäßigen Ausgaben sollten Sie zunächst erfassen, in welcher Frequenz diese auftreten. Nehmen wir zum Beispiel Versicherungsprämien, die oft einmal pro Jahr gezahlt werden. Um diese sinnvoll in den Haushaltsplan zu integrieren, rechnen Sie die jährlichen Prämien einfach auf einen Monat herunter. Zahlen Sie also beispielsweise für Ihre Privathaftpflichtversicherung, für die Kfz-Versicherung und für eine private Unfallversicherung zusammen Versicherungsprämien in Höhe von 840 Euro, dividieren Sie diesen Betrag einfach durch zwölf. Demzufolge erscheinen die Versicherungsprämien im Haushaltsbuch als monatliche Ausgaben in Höhe von 70 Euro. Auf diese Weise verfahren Sie auch mit anderen, unregelmäßigen Ausgaben, indem Sie diese im Haushaltsbuch auf einen Monat herunterrechnen.