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Depot diversifizieren: Diese Branchen sollten Sie 2023 im Depot haben

Depot diversifizieren: Diese Branchen sollten Sie 2023 im Depot haben
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Diversifikation ist gemeint, dass Sie Ihr Kapital zum Beispiel auf unterschiedliche Aktienwerte verteilen
  • Die Kapitalstreuung können Sie auf mehrere Weise vornehmen, indem Sie beispielsweise nach Branchen selektieren
  • Zu den aktuell interessanten Branchen zur Diversifikation zählen aktuell zum Beispiel der Finanzsektor, die Energie- und die Gesundheitsbranche
  • Die Diversifikation können Sie sehr individuell gestalten, zum Beispiel neben Branchen auch nach Ländern oder Regionen

Nahezu alle Anlage- und Vermögensberater empfehlen ihren Kunden ab einer gewissen Anlagesumme die Diversifikation. Eine Möglichkeit der Kapitalbeteiligung besteht darin, dass Sie Aktien aus bestimmten Branchen ins Depot nehmen. In unserem Beitrag gehen wir zunächst darauf ein, was eine Diversifikation genau ist und warum ein diversifiziertes Depot wichtig ist. Ferner geben wir eine Empfehlung, welche Branchen Sie in 2023 im Depot haben sollten.

Was ist Diversifikation eigentlich?

Der Begriff Diversifikation, alternativ wird auch häufiger die Bezeichnung Diversifizierung gebraucht, ist nicht unbedingt allen Anlegern bekannt. Mit dem Diversifizieren ist nichts anderes gemeint, als dass Sie Ihr zu Anlagezwecken verfügbares Kapital auf mehrere Produkte oder Anlageformen verteilen. Dabei wird zwischen zwei Varianten der Diversifikation differenziert, nämlich:

  • Horizontale Diversifikation
  • Vertikale Diversifikation

Mit einer horizontalen Diversifikation ist gemeint, dass Sie innerhalb der gleichen Anlageklasse bleiben, Ihr Kapital dann allerdings dort auf verschiedene Produkte verteilen. Ein typisches Beispiel für eine horizontale Diversifikation wäre dementsprechend, dass Sie verschiedene Aktientitel im Depot haben

Mit der vertikalen Diversifikation ist hingegen gemeint, dass Sie aus unterschiedlichen Anlageklasse wählen. Ein typisches Beispiel wäre, dass Sie einen Teil Ihres Kapitals in Festgeld, Aktien und Anleihen investieren. Der große Vorteil an einer Diversifikation ist in beiden Fällen, dass Sie diese vollkommen individuell durchführen können. Es bleibt Ihnen überlassen, welche Anlageprodukte Sie wählen, aus welchen Risikoklassen diese stammen und mit welcher Gewichtung Sie die entsprechenden Produkte in Ihr Portfolio aufnehmen. 

Wenn Sie zum Beispiel insgesamt 50.000 Euro investieren möchten und dabei in erster Linie ertragsorientiert sind, könnte eine passende Diversifikation wie folgt aussehen:

In diesem Beispiel hätten Sie also die 50.000 Euro sehr gut diversifiziert. Innerhalb der entsprechende Sparte können Sie natürlich noch eine weitere Risikostreuung vornehmen, indem Sie zum Beispiel die im Beispiel genannten 10.000 Euro auf fünf unterschiedliche Aktienwerte verteilen.

Krisensicherheit: Darum ist ein diversifiziertes Depot so wichtig

Es gibt tatsächlich gute Gründe dafür, dass Anlage-, Bank- und Vermögensberater fast ausnahmslos ihren Kunden eine Diversifikation anraten. Im Wesentlichen sind es zwei Hauptvorteile, die durch ein Diversifizieren erreicht werden, nämlich:

  • Geringeres Gesamtrisiko / Reduzierung von Verlusten
  • Durchschnittlich bessere Renditen

Das geringere Gesamtrisiko ergibt sich dadurch, dass eben durch das Diversifizieren eine Einzelposition weniger Gewicht in Ihrem Portfolio hat. Dazu ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie würden Ihr gesamtes Anlagekapital in nur einen Aktientitel investieren. 

Kommt es nun bei dieser Aktie zu einem Kursrutsch oder wird die Aktiengesellschaft sogar insolvent, würde sich das dramatisch negativ auf Ihr Gesamtvermögen auswirken. Nehmen wir dazu an, dass die Aktien um 40 Prozent im Kurs fallen. Für Sie würde das dann einen Gesamtverlust von ebenfalls 40 Prozent bedeuten.

Wenn Sie stattdessen eine Diversifizierung vornehmen und die Anlagesumme beispielsweise auf fünf unterschiedliche Aktientitel verteilen, dann läge der Gesamtverlust Ihres Portfolios nicht mehr bei 40, sondern nur noch bei acht Prozent. Das kommt deshalb zustande, weil eben – im Beispiel – die eine verlustreiche Aktie nur noch 20 Prozent Ihres Gesamtdepots ausmacht. Auf diese Weise wird deutlich, dass Sie statistisch mit der Diversifikation eine Verringerung des Gesamtrisikos erreichen.

Depot diversifizieren: Höherer Ertrag & Inflationsschutz

Ein zweiter Vorteil des Diversifizierens besteht darin, dass Sie dadurch durchschnittlich einen höheren Ertrag erzielen. Der Hauptgrund ist, dass viele Anleger ohne das Verteilen ihres Kapitals auf mehrere Aktientitel oder sonstige Anlageprodukte dazu neigen, besonders sicher zu investieren. Dann entgeht Ihnen allerdings oft eine mögliche, bessere Rendite. Mit der Diversifikation hingegen nehmen Sie oft auch etwas risikoreicher Anlageformen in den Blick, die allerdings auf der anderen Seite eine gute Rendite verbrieft. 

Ein diversifiziertes Depot ist allerdings noch aus einem anderen Grund in der aktuellen Lage sehr wichtig. Es geht vor allem um Inflationsschutz und Krisensicherheit, die sich Anleger natürlich aufgrund der momentan vorherrschenden Krisen (Ukraine-Krieg, Energiekrise) besonders wünschen. Wenn wir bei Aktien bleiben, sollten Sie daher beim Diversifizieren unbedingt auf Branchen achten, denn diese sind momentan ganz unterschiedlich von den Krisen und sonstigen Wirtschaftseinflüssen betroffen.

Diversifikation 2023: Diese Branchen sollten Sie im Depot haben

Am Ende unseres Beitrages möchten wir Ihnen gerne eine Empfehlung geben, welche Branchen in 2023 unserer Ansicht nach besonders interessant sein könnten. Im Rahmen der Diversifizierung könnten Sie dann mehrere Aktien aus der entsprechenden Branche in Ihr Portfolio aufnehmen, um eine möglichst gute Rendite zu erzielen. Die Empfehlungen erstrecken sich auf die folgenden Branchen:

  • Technologie
  • Energie
  • Finanzen
  • Gesundheit
  • Nachhaltigkeit

Details zu empfehlenswerten Branchen 2023

Lassen Sie uns kurz auf die entsprechenden Branchen eingehen und warum diese unserer Ansicht nach in 2023 zu einem diversifizierten Depot zählen sollten.

Technologie als moderne Branche mit Zukunft 

Aktien aus der Technologie-Branche sollten unserer Ansicht nach in keinem Portfolio fehlen. Nachdem Anfang 2000 die sogenannten dot.com Blase geplatzt ist, sind Technologiewerte bei Weitem nicht mehr so überbewertet, wie es zur damaligen Zeit der Fall war. Die Branche an sich ist sehr interessant, denn gerade in der heutigen Zeit gibt es immer wieder technische Neuerungen, die auf dem einen oder anderen Gebiet zu einem Durchbruch führen.

Finanzen als klassische Branche

Ebenfalls sollten klassische Branchen in Ihrem Depot nicht fehlen, wozu unter anderem auch der Finanzsektor zählt. Trotz Krisen zeigte sich die Finanzbranche oft sehr stabil, zumal die gesamte Wirtschaft natürlich nicht ohne den Finanzsektor auskommen kann. Besonders interessant sind für manche Anleger momentan sogenannte FinTechs, also Unternehmen aus der Finanzbranche, welche die Finanztechnologie einbeziehen.

Gesundheit als Dauerbrenner

Zu den Branchen, die wir ebenfalls für 2023 als aussichtsreich ansehen, gehört auch die Gesundheitsbranche. Nicht erst seit der Pandemie wird deutlich, wie wichtig ein gutes Gesundheitssystem ist, in dem es allerdings auch immer wieder zu Neuerungen und Verbesserungen kommen muss. Daher sind auch Aktientitel interessant, die im Gesundheitssektor angesiedelt sind, wie zum Beispiel Biotech Unternehmen.

Energiebranche: Aktien als zyklische Werte

Ebenfalls zu den traditionellen Branchen zählt die Energie- und Versorger-Branche. Diese ist natürlich aufgrund der aktuellen Energiekrise in aller Munde. Hier wird sehr deutlich, wie wichtig ausreichende Energie ist. Besonders interessant wird in 2023 sein, ob die fossilen Energieträger noch einmal einen Aufwind erleben oder es doch deutlicher in Richtung erneuerbare Energien geht. Diesen Punkt sollten Sie bei der Selektion und Diversifikation der Aktientitel beachten.

Nachhaltigkeit als eine Zukunftsbranche

Zu den Zukunftsbranchen, die schon jetzt immer mehr Interesse wecken, zählt auf jeden Fall die Nachhaltigkeit. Hier geht es zum Beispiel um Themen wie Elektromobilität oder sonstige, alternative Antriebe. Aber auch sogenannte grüne Investments erfahren bei Anlegern einen wachsenden Zuspruch. Daher zählen aus unserer Sicht Aktientitel von nachhaltig arbeitenden Unternehmen definitiv zu den Branchen, die Sie im kommenden Jahr im Depot haben sollten.

Diversifikation: offensiv und defensiv

Hier gilt es zunächst zwischen zwei Anlageausrichtungen zu unterscheiden. Anleger können in „offensive Wachstumswerte“, aber auch in „defensive Werte“ investieren, die sich in Krisenzeiten durch ein geringes Verlustrisiko auszeichnen.

Ein ausgewogenes Depot sollte daher mindestens 50% aus defensiven Einzelwerten wie zum Beispiel Novo Nordisk, Nestlé oder Reckitt Benckiser bestehen, die als solide Basis dienen. Idealerweise werden diese Werte von offensiven Wachstumswerten wie etwa Amazon, Google oder Facebook ergänzt, um die Chance auf eine Überrendite zu wahren.

Risikobegrenzung durch Diversifikation

Sie kennen sicherlich den bekannten Grundsatz: „Je höher die Rendite, desto höher das Risiko“. Dieser bezieht sich jedoch nur auf Einzel-Investments. Durch geschickte Mischung verschiedener Wertpapiere können Sie eine Verbesserung der Risikostreuung (Diversifikation) erzielen. Damit verbessern Sie auch das Rendite-Risiko-Verhältnis.

Der folgende Chart verdeutlicht die Wirkung der Diversifikation (Risikostreuung durch Investitionen in verschiedene Wertpapiere). Bereits ab zwei Wertpapieren ist das Risiko (in Form von Kursschwankungen = Volatilität) des Depots geringer als das Risiko der beiden Einzelwerte. Die Renditechance bleibt dagegen gleich.

Das ideale Depot nach Markowitz

Sein richtungweisendes Werk heißt „Portfolio Selection“. Darin findet sich unter anderem dieser Satz: „Ein gutes Portfolio ist mehr als eine lange Liste von Wertpapieren.“ Dem Wissenschaftler Markowitz kam es darauf an, dass sich Investoren mit verschiedenartigen Anlagen möglichst wenig dem Gleichlauf der Börsen aussetzen.

Wer in seinem Depot folglich Wertpapiere kombiniert, deren Kursentwicklungen kaum voneinander abhängen – also nur wenig miteinander korreliert sind – , kann sein Verlustrisiko minimieren und zugleich seine Chance auf Erträge erhöhen.

Für diese Erkenntnis erhielt Markowitz 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Auch heute noch berücksichtigen Anleger weltweit diese Aussagen, wenn sie ihr Depot strukturieren.

Um einen idealen Mix aus Risikominimierung und Renditechance zu erreichen, bedarf es nach Markowitz nicht mehr als 35 verschiedener Werte im Depot. Um die Aussagekraft seiner Theorie zu erhärten, nahm Markowitz an, dass die Korrelationen der Märkte stabil seien.

In Wirklichkeit gestaltet sich der Aufbau eines Depots natürlich komplexer. Denn einzelne Wertpapierklassen sind eben nicht, wie von Markowitz angenommen, stabil untereinander korreliert. Auch Volatilitäten schwanken. Da sich die Abhängigkeiten zwischen Anlageklassen und einzelnen Wertpapieren zudem ständig ändern, bleibt Investoren in der Realität nur eine Annäherung an den Idealzustand.