+++ Trading-Rekord 2024 +++ 42 Gewinn-Trades für bis zu 1,2 Mio. Euro Gewinn +++ ONLINE Live-Konferenz: 01.06.24, 11 Uhr +++

Rechtsschutzversicherung – sinnvoll? | Kosten, Vergleich & Tipps

Rechtsschutzversicherung - Kosten und Vergleich
© qOppi | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur Rechtsschutzversicherung zusammengefasst

Definition: Private Zusatzversicherung zum Schutz des Versicherten in rechtlichen Streitigkeiten und gerichtlichen Auseinandersetzungen

Arten der Rechtsschutzversicherung: Privatrechtsschutz, Arbeitsrechtsschutz, Verkehr-, Wohn- und Mietrechtsschutz, Vermieterrechtsschutz

Bausteine des Rechtsschutzes: Beruf, Miete, Verkehr, Immobilien und Privates

Kosten: Variabel – Je mehr abgesichert wird, desto höher ist der monatliche Versicherungsbeitrag; abhängig von gewählten Bausteinen, Leistungen und Konditionen wie Kautions- und Versicherungssumme sowie einer potenziellen Selbstbeteiligung

Kündigungsfrist: in der Regel 3 Monate

Was ist eine Rechtsschutzversicherung?

Bei einer Rechtsschutzversicherung handelt es sich um einen privatrechtlichen Versicherungsvertrag, durch den der Versicherer sich verpflichtet, vereinbarte Leistungen zu erbringen und Kosten zu übernehmen, die durch das Eintreten rechtlicher Interessen entstehen. 

Wenn eine Streitigkeit bis vor Gericht getragen wird und erst dort entschieden werden kann, muss man folglich nicht alles selbst bezahlen, sondern hat einen Anspruch darauf, dass die Rechtsschutzversicherung dies abdeckt.

Eine Rechtsschutzversicherung deckt Kosten, die im Rahmen eines Rechtsstreites anfallen. Dazu gehören unter anderem Gerichtskosten sowie die Kosten für den eigenen und je nach Ausgang des Gerichtsstreites für den gegnerischen Anwalt. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für Schadensfälle in juristischen Streitigkeiten jedoch nur bis zu einer zuvor definierten Versicherungssumme.

Rechtsschutzversicherungen funktionieren zudem nach einem Baukastenprinzip. Man kann sich aus einzelnen Bausteinen den für sich selbst passenden Schutz zusammenstellen. Dabei lassen sich folgende Bausteine im Rechtsschutz absichern: Privates, Beruf, Verkehr sowie Miete und Immobilien.

Rechtsschutzversicherung Facts

Was übernimmt eine Rechtsschutzversicherung?

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt nicht nur die Anwaltskosten bei einem gerichtlichen Streit. Eine gute Rechtsschutzversicherung zahlt neben den üblichen Kosten außerdem notwendige Gutachten und Gerichtskosten. In einigen Rechtsschutz-Policen ist auch die Zahlung einer Kaution im Falle einer Verhaftung vorgesehen.

Folgende Kosten werden in der Regel durch die Rechtsschutzversicherung übernommen:

  • Anwaltskosten im Rahmen der gesetzlichen Gebührenordnung
  • Gerichtskosten sowie Kosten für Gerichtsvollzieher
  • Kosten für Zeugen und Sachverständige
  • Kosten für Verwaltungsverfahren (Widerspruch, Einspruch)
  • Kosten der Gegenseite, sofern der Versicherte zu deren Erstattung verpflichtet ist
  • Stellung einer Kaution bei Strafsachen
  • Ausland: Kosten für Übersetzungen von Unterlagen und Stellung einer Kaution in Strafangelegenheiten

Was deckt die Rechtsschutzversicherung nicht?

Am häufigsten kommen Leistungsausschlüsse, bei denen der Rechtsschutz nicht greift, in folgenden Fällen vor:

  • Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Spekulationsgeschäften
  • Spiel- und Wettverträge
  • Abwehr von Schadensersatzansprüchen
  • Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Baumaßnahmen (Baurisikoausschluss)
  • Auseinandersetzungen mit dem Rechtsschutzversicherer
  • Kosten für das Gerichtsverfahren bei einer Scheidung
  • Nachlass-Streitigkeiten beim Erbe

Grundsätzlich werden auch Geldstrafen oder Bußgelder des Versicherten nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung nicht von der Versicherung beglichen.

Kann die Rechtsschutzversicherung die Kostenübernahme verweigern?

Ja, die Rechtsschutzversicherung kann die Kostenübernahme in bestimmten Fällen verweigern. Dazu gehören:

  • Rechtsgebiet wird nicht von der Versicherung abgedeckt: Je nachdem, welche Art von Rechtsschutzversicherung abgeschlossen wurde, kann es sein, dass andere Rechtsgebiete nicht mit versichert sind. Wer zum Beispiel keine Verkehrsrechtschutzversicherung abgeschlossen hat, sondern nur einen Privatrechtsschutz, kann nicht erwarten, dass Gerichtskosten bei Verkehrsunfällen übernommen werden.
  • Geringe Erfolgsaussichten des Rechtsstreites: Der Versicherer prüft die Erfolgsaussichten einer Rechtsverfolgung beziehungsweise eines Rechtsstreits. Sollte ihm die Erfolgsaussichten als zu gering erscheinen, kann er die Kostenübernahme ablehnen. 
  • Die Wartezeit ist noch nicht überschritten: In der Regel gelten für den Rechtsschutz bestimmte Wartezeiten, sodass die Versicherung nicht noch schnell bei einem anstehenden Rechtsstreit abgeschlossen werden kann. Sollte ein Rechtsstreit innerhalb der vertraglich fixierten Wartezeit anstehen, kann die Versicherung daher die Kostenübernahme verweigern.
  • Der Vertrag enthält bestimmte Ausschlussklauseln, die Anwendung finden: Nicht selten schließen Versicherungsanbieter bestimmte Rechtstreitigkeiten in ihren Verträgen aus. Greift eine dieser Ausschlussklauseln, ist eine Kostenübernahme aussichtslos.
  • Der Rechtsstreit war bereits bekannt: Vor der Vertragsunterzeichnung ist dem Versicherer stets mitzuteilen, ob sich der Betroffene bereits in einem Rechtsstreit befindet oder dieser unmittelbar ansteht. Sollte man einen anstehenden Rechtsstreit verschwiegen haben, hat die Versicherung das Recht den Rechtsschutz zu verweigern.
  • Vorsätzliche Vergehen: Der Rechtsschutz kann auch verweigert werden, wenn dem Versicherten schuldhaftes Handeln zur Last gelegt wird.

Wichtig: Damit man im Ernstfall nicht von etwaigen Leistungsausschlüssen überrascht wird, empfiehlt es sich, die Vertragsbedingungen des Rechtsschutzes genau zu lesen und verschiedene Anbieter einer Rechtsschutzversicherung miteinander zu vergleichen.

Wenn die Versicherung bestätigt, dass diese für den Rechtsstreit zahlt, übernimmt der Rechtsschutz in aller Regel neben den notwendigen Anwaltskosten auch andere anfallende Kosten. 

Arten: Welche Bausteine gibt es bei Rechtsschutzversicherungen?

Grundsätzlich kann man mit einer Rechtsschutzversicherung verschiedene Rechtsbereiche abdecken. Dafür bieten die Rechtschutz-Versicherer mehrere Bausteine an, die je nach Bedarf miteinander kombiniert werden können.

Die wichtigsten Bausteine einer Rechtsschutzversicherung:

  • Privatrechtsschutz: Dieser Grundbaustein des Rechtsschutzes ist verpflichtend, wenn man eine Rechtsschutzversicherung abschließen möchte. Privatrecht ist Bestandteil jedes Rechtsschutztarifs.
  • Arbeitsrechtsschutz: Mit dem Arbeitsrechtsschutz ist man in juristischen Auseinandersetzungen im Berufsleben versichert.
  • Verkehrsrechtsschutz: Auch im Straßenverkehr kann es zu Situationen kommen, die ein juristisches Nachspiel haben. Mit einem passenden Verkehrsrechtsschutz ist man bei juristischen Streitigkeiten in Verbindung mit Verkehrsunfällen abgesichert.
  • Wohn- & Mietrechtsschutz: Treten rechtliche Probleme und gerichtliche Streitigkeiten mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft auf, ist ein passender Wohnrechtsschutz von Vorteil.
  • Vermieterrechtsschutz: Er gibt Vermietern Sicherheit bei rechtlichen Streitigkeiten mit dem Mieter, beispielsweise bei nicht bezahlten Mieten oder Wohnungsmängeln.
Rechtsschutzversicherung: Bereiche

Bei einer Rechtsschutzversicherung müssen Versicherte also nur für Leistungen bezahlen, die als Baustein gewählt wurden. Alles, was jedoch nicht im Vertrag eingeschlossen ist, wird auch nicht bezahlt.

Was umfasst der Privatrechtsschutz?

Der private Rechtsschutz umfasst Rechtsfälle einer Privatperson im privaten Bereich, also Streitfälle im Alltag. Üblicherweise sind folgende Leistungsarten enthalten:

  • Vertrags- und Sachenrecht
  • Sozial-, Verwaltungs- und Steuerrecht
  • Strafrecht
  • Opferrechtsschutz
  • Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche
  • Beratung im Familien-, Lebenspartnerschafts- und Erbrecht
  • Rechtsschutz bei Ordnungswidrigkeiten

Was umfasst der Arbeitsrechtsschutz?

Der Arbeitsrechtsschutz ist ein Baustein einer Rechtsschutzversicherung, der darauf ausgerichtet ist, Versicherungsnehmer in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten zu unterstützen.

Zu den umfassten Leistungen des Arbeitsrechtsschutzes gehören beispielsweise:

  • Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Kündigungen, sei es durch den Arbeitgeber oder durch den Arbeitnehmer
  • rechtliche Unterstützung bei Unstimmigkeiten bezüglich Arbeitsverträgen, Gehältern, oder Arbeitsbedingungen

Was deckt der Verkehrsrechtsschutz?

Der Verkehrsrechtsschutz ist eine spezifische Form der Rechtsschutzversicherung, die darauf abzielt, Versicherungsnehmer in rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr zu unterstützen. Ein zentraler Bestandteil des Verkehrsrechtsschutzes ist die rechtliche Hilfe bei Verkehrsunfällen. Dies umfasst zum Beispiel:

  • die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegenüber Dritten,
  • die Verteidigung gegen unberechtigte Forderungen oder
  • Unterstützung bei Bußgeldverfahren und
  • Einspruch gegen Strafzettel.

Was beinhaltet der Mietrechtsschutz?

Der Mietrechtsschutz ist ein Baustein, der darauf ausgerichtet ist, Versicherungsnehmer in rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Mietverhältnissen zu unterstützen. Ein zentraler Aspekt des Mietrechtsschutzes ist die Unterstützung bei Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter.

Dies umfasst beispielsweise Auseinandersetzungen über:

  • Mietvertragsklauseln,
  • Mietminderungen,
  • Schönheitsreparaturen,
  • Kündigungen oder
  • die Rückzahlung von Kautionen.

Was umfasst der Vermieterrechtsschutz?

Der Vermieterrechtsschutz ist eine spezialisierte Form der Rechtsschutzversicherung, die darauf abzielt, Vermieter in rechtlichen Angelegenheiten zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen Streitigkeiten wegen

  • ausbleibende Mietzahlungen,
  • Kündigungen,
  • Mängel am Mietobjekt,
  • Schadensersatzforderungen und
  • Nebenkostenabrechnungen.

Der Vermieterrechtsschutz bietet auch Hilfe bei der Durchsetzung von Räumungsklagen und bei der Klärung von Fragen rund um die Nutzung des Mietobjekts.

Wie sinnvoll ist eine Rechtsschutzversicherung?

Im Gegensatz zur Privathaftpflichtversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung, die jeder haben sollte, stellt der Rechtsschutz eine Versicherung da, die nicht für jede Person sinnvoll ist. Denn schließlich ist eine Rechtsschutzversicherung oftmals mit hohen Beitragszahlungen verbunden. Wer den Rechtsschutz nicht in Anspruch nimmt, verliert demnach unnötig viel Geld.

Im Gegensatz dazu steht jedoch die Tatsache, dass juristische Streitigkeiten oft mehr Kosten als ursprünglich erwartet verursachen, was für Personen ohne Rechtsschutz zu einer erheblichen finanziellen Herausforderung werden kann. Im schlimmsten Falle können diese gerichtlichen Kosten ohne Rechtsschutz existenzbedrohend sein.

Ob eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist, hängt daher stets von dem Risiko potenzieller Rechtsstreitigkeiten ab. Diese wiederum stehen in Verbindung mit der derzeitigen Lebenssituation und, ob es Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber oder Vermieter gibt.

Doch Achtung: Die Rechtsstreite dürfen beim Abschluss der Versicherung noch nicht bestehen – oder gar bekannt sein. Aus diesem Grund ist die Entscheidung, ob eine Rechtsschutzversicherung tatsächlich sinnvoll für Sie ist.

Um Ihnen die Entscheidung für und gegen eine Rechtsschutzversicherung zu erleichtern, zeigen wir Ihnen noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile auf:

Was sind die Vorteile der Rechtsschutzversicherung?

Der wesentliche Vorteil einer Rechtsschutzversicherung ist die Kostenübernahme der entstehenden Gerichtskosten.

Weitere Vorteile einer Rechtsschutzversicherung:

  • Schutz vor horrenden Anwalt- und Gerichtskosten
  • Kostenlose telefonische Beratung
  • Freie Anwaltswahl
  • Optionale Versicherungssumme im Ausland
  • Vermittlung von Fachanwälten

Zu den Vorteilen zählt auch, dass eine kostenlose Rechtsberatung auch dann erfolgt, wenn die Versicherten für das betroffene Rechtsgebiet nicht versichert sind.

Welche Nachteile birgt die Rechtsschutzversicherung?

Ein Nachteil des Rechtsschutzes ist die vereinbarte Wartezeit in einigen Rechtsschutzversicherungen.

Weitere Nachteile einer Rechtsschutzversicherung:

  • Teilweise hohe Beiträge
  • Nicht alle Streitfälle werden uneingeschränkt übernommen
  • Zahlungsverzicht bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit

Wann lohnt sich welche Rechtsschutzversicherung?

Wie bereits oben erwähnt sich eine Rechtsschutzversicherung je nach persönlichem Lebensumstand. Als wichtigen Tipp können wir Ihnen an die Hand geben, dass Sie nicht immer den vollen Rechtsschutz mit allen Bausteinen benötigen. Betrachten Sie lieber ihre eigene Lebenssituation und schließen Sie lediglich die Bausteine ab, die Sie wirklich benötigen. So sparen Sie Geld und sichern sich dennoch für den Notfall vor hohen Gerichts- und Anwaltskosten ab.

In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen beispielhaft, wann sich welche Rechtsschutzversicherung für Sie lohnen könnte:

Rechtsschutz-BausteinWen betreffend:Wann lohnenswert:
VermieterrechtsschutzVermieterSie agieren als Vermieter und in ihrer Vergangenheit sind bereits Konflikte mit Mietern aufgetreten. n diesem Fall ist der Abschluss einer Vermieterrechtsschutzversicherung eine Überlegung wert, um Kosten zu vermeiden.
VerkehrsrechtsschutzPKW-FahrerSie sind tagtäglich mit dem PKW unterwegs oder fahren stets lange Strecken. In diesem Fall ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung empfehlenswert. Schließlich kann es in diesem Fall schnell passieren, dass man in einen Unfall verwickelt wird und nicht klar ist, wer die Schuld am Unfall trägt. Daher raten Experten jedenfalls eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abzuschließen.
MietrechtsschutzMieterSie haben als Mieter Bedenken, dass beim Auszug aus einer Wohnung mietrechtliche Streitigkeiten auftreten könnten, möglicherweise, weil Ihr Vermieter in der Vergangenheit wenig kooperativ und einsichtig war. Hier wäre ein Mietrechtsschutz in Betracht zu ziehen.
ArbeitsrechtsschutzArbeitnehmerSie als Arbeitnehmer rechtliche Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber befürchten, unter anderem was die Erstellung eines wohlwollenden Arbeitszeugnisses, die Androhung einer ungerechtfertigten Abmahnung oder gar Kündigung angeht. Für Arbeitnehmer lohnt sich eine Arbeitsrechtsschutzversicherung vor allem dann, wenn Sie einem hohen Kündigungsrisiko ausgesetzt sind. In einem sehr sozialen Unternehmen mit einer sehr geringen Fluktuationsrate ist der Abschluss nicht unbedingt notwendig.
PrivatrechtsschutzPrivatpersonHier gibt es viele mögliche Szenarien, die einen privaten Rechtsschutz erfordern, z. B. wenn Sie teure Streitigkeiten um Verträge, Schadensersatzleistungen, die Steuererklärung oder auch die Anerkennung der Erwerbsminderung annehmen.
Wann sich welcher Rechtsschutzbaustein für Sie lohnt

Ab wann greift eine Rechtsschutzversicherung?

Der Rechtsschutz greift in der Regel nicht sofort nach Abschluss der Versicherung, also mit Beginn des Vertrages. Vielmehr enthalten die meisten Rechtsschutzversicherungen eine Wartezeit von drei Monaten, in derer der Rechtsschutz noch nicht greift und folglich keine Kosten übernommen werden. Erst Rechtsfälle, die nach diesen drei Monaten Wartezeit auftreten, werden von dem Rechtsschutz gedeckt.

Wichtig: Üblich sind drei Monate als Wartezeit beim Rechtsschutz. Manche Anbieter verlangen allerdings eine deutlich längere Wartezeit, zum Beispiel bis zu 6 Monaten. Für Sie ist es daher entscheidend, die Vertragsbedingungen des Rechtsschutzes umfassend zu prüfen, um Streitigkeiten wegen der Wartezeit zu vermeiden.

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung?

Die Kosten einer Rechtsschutzversicherung variiert nicht nur nach Anbieter, sondern auch nach den Leistungen, die die Versicherung bietet. Grundsätzlich gilt: Je mehr Gebiete man absichert, desto höher ist der monatliche Beitrag für die Rechtsschutzversicherung.

Die Kosten eines Rechtsschutzes hängen nicht nur von den abgedeckten Leistungen ab, sondern auch von den folgenden Faktoren:

  • Versicherungssumme: Je höher die Summe ist, mit der sie versichert sein wollen, desto höher sind natürlich auch ihre Beiträge.
  • Selbstbeteiligung: Wer eine niedrige Selbstbeteiligung hat, muss davon ausgehen, dass auch die Beitragszahlungen höher ausfallen können.
  • Versicherte Person: Je nachdem, wen Sie alles mit dem Rechtsschutz versichern möchten, variiert die Höhe der Beiträge. In der Regel ist die Versicherung einer Einzelperson günstiger als die zusätzliche Versicherung von Kindern oder Partnern.
  • Zahlperiode: Wer monatliche Ratenzahlungen wählt, muss unter Umständen in Summe mehr bezahlen, als jemand, der jährlich die Zahlungen regelt.

Aufgrund der vielen Einflussfaktoren lässt sich die Frage, wie viel eine Rechtsschutzversicherung kostet, nicht pauschal beantworten. Um Ihnen dennoch einen Überblick über die Kosten zu geben, geben wir Ihnen ein Beispiel: Angenommen eine 26-Jährige Person aus NRW ohne Kinder möchte einen Rechtsschutz abschließen:

  • bei einem reinen Privatrechtsschutz, einer Selbstbeteiligung von 150 Euro und einer unbegrenzten Deckungssumme fangen die Angebote bei knapp über 10 Euro pro Monat an,
  • bei einem Privatrechtsschutz inklusive Verkehrsrechtsschutz mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro und einer unbegrenzten Deckungssumme starten die Beiträge bei knapp 18 Euro monatlich,
  • bei einem privaten Rechtsschutz mit Verkehrs- und Berufsschutz sowie einer Eigenbeteiligung von 300 Euro sind mit mindestens 19 Euro je Monat zu rechnen – die Deckungssummen variieren hier jedoch stärker.

Quelle: Eigene Recherche Vergleichsportale | Stand: 29.01.2024

Vergleich: Wie findet man die richtige Rechtsschutzversicherung für sich?

Um die richtige Rechtsschutzversicherung für sich selbst zu finden, müssen Sie im ersten Schritt ihre Anforderungen beziehungsweise Bedürfnisse dokumentieren. Fragen Sie sich dafür:

  • Möchten Sie nur sich selbst versichern oder auch ihren Partner?
  • Wie hoch soll die Versicherungssumme sein?
  • Wie viel Selbstbeteiligung können oder möchten Sie aufbringen?
  • Welchen Baustein des Rechtsschutz benötigen Sie überhaupt?
  • Wie möchten Sie zahlen – monatlich, quartalsweise oder jährlich?

Sobald Sie Ihre Anforderungen wissen, geht es an die Recherche. Haben Sie bereits einen Anbieter, dem Sie vertrauen? Dann recherchieren Sie auf dessen Website, welche Konditionen der Versicherungsträger zu bieten hat. Oder holen Sie sich ein individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot ein.

Sollten Sie wiederum keinen Anbieter bevorzugen oder auch einfach das beste Angebot herausfinden wollen, nutzen Sie Vergleichsportale wie zum Beispiel Check24, um die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. In der Regel können Sie konkrete Angaben zu Ihrem gewünschten Rechtsschutz machen, wie zum Beispiel Versicherungssumme, Selbstbeteiligung und Bausteine, um die passende Rechtsschutzversicherung für Sie zu finden.

Dies ist auch bei dem nachfolgenden Vergleichsrechner von financeAds der Fall: Filtern Sie einfach entsprechend ihren Wünschen und erhalten Sie einen Preisvergleich der Versicherungen, die ihren Anforderungen entsprechen.

Der Rechtsschutz-Vergleichsrechner beruht auf verschiedenen Versicherungsanbietern am Markt, die von financeAds bereitgestellt werden. Der Vergleichsrechner ermöglicht keinen umfassenden Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben aus dem Vergleichsrechner. Ebenso schließen wir jegliche Haftung für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die Nutzung der angebotenen Inhalte entstehen, aus.

Worauf ist bei der Wahl der Rechtsschutzversicherung zu achten?

Bei der Wahl einer geeigneten Rechtsschutzversicherung ist es sinnvoll, nicht nur nach Preis, sondern vor allem nach Leistungen zu vergleichen. So vermeidet man es, Tarife mit schlechten Leistungen abzuschließen. Sollte es tatsächlich zum Schadensfall kommen, ist es wichtig, dass die Versicherung den Fall auch wirklich übernimmt und man finanziell bei der Einforderung der eigenen Rechte unterstützt wird.

Um solche Fallen beim Versicherungsabschluss zu umgehen, sollten die Vertragsbedingungen genau analysiert und verglichen werden, ehe man sich auf einen Anbieter festlegt. Das Kleingedruckte muss beachtet werden, damit man im Ernstfall nicht von etwaigen Leistungsausschlüssen überrascht wird.

Doch was zeichnet eine gute Rechtschutzversicherung aus? Das beantworten wir im folgenden Abschnitt:

Welche Anforderungen sollte eine gute Rechtsschutzversicherung erfüllen?

Auf diese Klauseln sollte man beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung achten:

  • Die Deckungs- bzw. Versicherungssumme sollte mindestens 250.000 € betragen.
  • Die Kautionssumme sollte weltweit mindestens 100.000 € betragen.
  • Der Versicherungsschutz sollte auch außerhalb Europas bestehen.
  • Stichentscheid: Der Versicherer sollte die Kosten für die Stellungnahme eines unabhängigen Gutachters übernehmen, falls er Übernahmen eines Rechtsschutzfalls ablehnt.
  • Eine Wartezeit von drei Monaten ist üblich und sollte daher auch nicht überschritten werden.
  • Die Versicherung sollte von der „Ereignis-Theorie” ausgehen. Dabei ist der Zeitpunkt des Schadenereignisses maßgeblich.
  • Das Unternehmen sollte Mitglied im Versicherungsombudsmann e.V. sein.
  • Im Familien- und Erbrecht sollte Mediation mitversichert sein.
  • Kapitalanlegerklagen sollten mitversichert sein.

Was ist eine Selbstbeteiligung beim Rechtsschutz?

Eine Selbstbeteiligung beim Rechtsschutz bedeutet, dass die entstandene Summe an Kosten von z.B. einem gerichtlichen Streit, nicht nur vom Versicherungsanbieter getragen wird, sondern ein Anteil davon auf den Versicherungsnehmer entfällt. Die Höhe der Selbstbeteiligung wird zuvor vereinbart. Durch die Selbstbeteiligung kann die Beitragshöhe der Versicherung reduziert werden.

Tarife der Rechtsschutzversicherung

Zudem ist es wichtig, dass der Versicherungsschutz an die persönliche Lebenssituation angepasst werden kann. Ganz egal, ob man gerade eine Firma gegründet hat, frisch verheiratet ist oder mit dem Studium begonnen hat, jede neue Lebenssituation ändert auch die Bedürfnisse hinsichtlich der eigenen Versicherungen.

Deshalb bieten Rechtsschutzversicherer meist verschiedene Tarife an, die mit besonderen Nachlässen in der Versicherungsprämie einhergehen. Für diese Personengruppen gibt es zumeist besondere Tarifvarianten bei der Rechtsschutzversicherung:

  • Singles
  • Verheiratete oder in Lebensgemeinschaft lebende Paare
  • Familien
  • Senioren
  • Freiberufler
  • Firmen

Wer ist bei einer Rechtsschutzversicherung mitversichert?

Eine Rechtsschutzversicherung gilt zunächst für die Person, die diese abgeschlossen hat. Wenn man als Familie oder Paar zusammenlebt, kann man jedoch auch Angehörige mitversichern lassen. Dafür gibt es oftmals spezielle Familientarife – auch Familienrechtsschutz genannt. In diesen Fall können sogar erwachsene, unverheiratete Kinder sind mitversichert werden.

Ist eine Rechtsschutzversicherung Pflicht?

Nein, eine Rechtsschutzversicherung ist nicht verpflichtend. Vielmehr handelt es sich bei der Rechtsschutzversicherung um eine private Zusatzversicherung, die man freiwillig abschließen kann.

Die Rechtsschutzversicherung ist damit keine Pflichtversicherung, wie beispielsweise die KFZ-Haftpflichtversicherung. 

Gibt es Rechtsschutzversicherungen ohne Wartezeit?

Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Frist wurde eingeführt, damit ein Versicherungsnehmer die Police nicht erst abschließt, wenn sich ein Streitfall bereits abzeichnet.

Eine Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit gibt es in folgenden Bereichen:

  • Schadenersatzrechtsschutz
  • Strafrechtsschutz
  • Rechtsschutz bei Ordnungswidrigkeiten
  • Disziplinar- und Standes-Rechtsschutz

Außerdem kann man oft die Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit in Anspruch nehmen, wenn der Versicherungsfall unvorhersehbar eintritt, wie etwa im Verkehrsrecht, wenn beispielsweise ein neu gekauftes Fahrzeug unerwartet Mängel aufweist.

Wie lange läuft ein Rechtsschutzversicherungsvertrag?

In der Regel läuft eine Rechtsschutzversicherung über ein Jahr. Je nach Anbieter und Vertrag kann die Dauer jedoch variieren. Zudem verlängern sich die Verträge oftmals automatisch, wenn bis zu dem Stichtag der Kündigungsfrist keine Kündigung erfolgt ist.

Wie kündigt man eine Rechtsschutzversicherung?

Die ordentliche Kündigungsfrist einer Rechtsschutzversicherung beträgt in der Regel drei Monate. Häufig haben die Verträge eine Laufzeit von einem Jahr. Versicherte können die Police bis spätestens drei Monate vor Ende der Laufzeit kündigen.

Einige Rechtsschutzverträge haben aber auch längere Laufzeiten. Längere Verträge können Kunden zum Ablauf des letzten Vertragsjahres kündigen. Bei Verträgen über fünf Jahre ist die Kündigung schon eher möglich, meist frühestens zum Ende des dritten Jahres. Sogenannte „Kündigungsdienste” können helfen, die Frist für eine rechtzeitige Kündigung nicht zu verpassen.

Wann besteht beim Rechtsschutz ein Anspruch auf ein Sonderkündigungsrecht?

Unter bestimmten Voraussetzungen hat man ein Sonderkündigungsrecht für die Rechtsschutzversicherung. Zu diesen Umständen gehören unter anderem eine Beitragserhöhung, ein Risikowegfall oder veränderte Gefahrenumstände.

Das Sonderkündigungsrecht gilt in folgenden Fällen:

Der Anbieter zahlt nicht

Lehnt die Versicherung die Kostenübernahme für einen rechtlichen Streit ab, obwohl sie vertraglich dazu verpflichtet wäre, kann der Versicherte innerhalb eines Monats kündigen. Alternativ können sich Kunden an den Versicherungsombudsmann wenden und ihn bitten, die Angelegenheit zu klären. Dies ist für Verbraucher kostenlos.

Beitragserhöhung

Erhöht der Anbieter den Beitrag, ohne die Leistung der Rechtsschutzpolice zu verbessern, darf der Versicherte innerhalb eines Monats kündigen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem er die Information über die Beitragserhöhung erhalten hat. Kündigen kann man dann mit sofortiger Wirkung. Jedoch nicht vor dem Zeitpunkt, ab dem die Beitragserhöhung gilt.

Risikowegfall

Fällt das versicherte Risiko weg, können Kunden den Vertrag mit sofortiger Wirkung beenden. Möglich ist das, wenn der Versicherte beispielsweise sein Auto abmeldet und deshalb keinen Verkehrsrechtsschutz mehr braucht, oder bei einem Berufsrechtsschutz nach dem Eintritt in die Rente, da dieser dann nicht mehr notwendig ist.

Veränderte Gefahrenumstände

Nach dem Abschluss der Rechtsschutzversicherung können Umstände dazu führen, dass die Versicherung ein erhöhtes Risiko für Rechtsstreitigkeiten befürchtet. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Versicherte sich zu seinem Auto zusätzlich ein Motorrad anschafft. In solchen Fällen darf der Anbieter den Beitrag erhöhen. Ein Sonderkündigungsrecht hat der Kunde dann, wenn der Beitrag um mehr als 10 % steigt oder der Anbieter es ablehnt, die erhöhte Gefahr zu versichern.

Wie sollte das Sonderkündigungsrecht genutzt werden?

Um das Sonderkündigungsrecht zu nutzen, hat man unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder man kündigt mit sofortiger Wirkung oder legt fest, dass die Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten soll, spätestens zum Ende des laufenden Versicherungsjahres. Letzteres kann für die Suche nach einem neuen Anbieter sinnvoll sein, um Zeit zu gewinnen. So kann man in Ruhe die Leistungen des alten Vertrages mit Policen des neuen Anbieters vergleichen. Um einen lückenlosen Versicherungsschutz sicherzustellen, sollte der neue Vertrag beginnen, sobald der alte endet.

Man sollte sich also rechtzeitig um einen neuen Vertrag kümmern, falls man die Versicherung wechseln will. Nur wenn der neue Vertrag ohne einen Tag Unterbrechung an den alten anschließt, entfällt die übliche Wartezeit.

Wann haben Versicherer ein Recht auf Sonderkündigung?

Nicht nur Kunden dürfen eine Rechtsschutzversicherung kündigen. Auch der Versicherer kann den Vertrag regulär zum Ende des Versicherungsjahres beenden oder ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht nutzen.

Ein Sonderkündigungsrecht hat der Versicherer in folgenden Fällen:

  • Nach einem Versicherungsfall: Falls ein Kunde innerhalb von zwölf Monaten mindestens zwei Schäden meldet, für die Versicherungsschutz besteht, können sowohl Versicherung als auch Kunde den Vertrag beenden. Nachdem der Rechtsschutzanbieter die Deckungszusage für den zweiten Schaden erteilt hat, haben beide Seiten einen Monat Zeit, um zu kündigen.
  • Zahlungsverzug: Zahlt der Versicherte auch nach Aufforderung seine Beiträge nicht, kann der Anbieter fristlos kündigen.

Wird man als Versicherungsnehmer gekündigt, ist man vier Wochen nachdem man das Schreiben erhalten hat, nicht mehr versichert. Sobald die Kündigung wirksam wird, müssen keine Beiträge mehr bezahlt werden.