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Fondsgebundene Rentenversicherung: Definition und Kündigung

Fondsgebundene Rentenversicherung: Definition und Kündigung
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist eine Form der privaten Rentenversicherung, bei der der Anlagefokus auf risikoreichere Anlageformen wie Aktienfonds gelegt wird
  • Im Gegensatz zur klassischen Rentenversicherung bestehen größere Renditechancen, aber auch größere Risiken und keine garantierte Rentenzahlung
  • Im Vergleich zu Fondssparplänen sind fondsgebundene Rentenversicherungen zwar teurer, bieten Anlegern in der Auszahlungsphase jedoch auch steuerliche Vorteile
  • Eine vorzeitige Kündigung von Fondspolicen ist häufig mit Verlusten verbunden, allerdings gibt es auch Alternativen zur Auflösung

Börseninvestments eignen sich hervorragend für die Altersvorsorge. Rational betrachtet gelten sie mittlerweile als alternativlos, da die Renditen von Aktien mittel- und langfristig deutlich über jenen von Anleihen und Sparprodukten liegen. Viele Anleger trauen sich jedoch nicht alleine an die Börse. Für sie könnte die fondsgebundene Rentenversicherung eine attraktive Alternative darstellen, denn diese wird unter Anlegern zunehmend beliebter. Laut Branchenverband GDV ist das Geschäft um fondsgebundene Rentenversicherungen in den fünf Jahren von 2017 bis 2022 um 117 Prozent gewachsen.

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Unter einer fondsgebundenen Rentenversicherung versteht man eine Form der privaten Altersvorsorge, bei der im Unterschied zu klassischen Rentenversicherungen aktiv gemanagte Aktien- und Mischfonds sowie ETFs im Fokus stehen, während Anleihen- und Geldmarkt-Fonds eher nur eine ergänzende Rolle spielen.

Die fondsgebundene Rentenversicherung soll der zusätzlichen finanziellen Absicherung im Alter dienen und dabei helfen, die gesetzliche Rente und/oder Betriebsrente aufzubessern. Das Geld der Versicherten wird dabei in chancenorientierte, riskantere Anlageklassen investiert, um von steigenden Aktienmärkten zu profitieren. Das Ziel ist also, eine deutlich höhere Rendite als mit klassischen Rentenversicherungen zu erzielen und somit eine höhere monatliche Rente zu erhalten.

Im Gegensatz zu einer klassischen Rentenversicherung gibt es bei der fondsgebundenen Variante allerdings keine Garantierente, da sich die Rente nach der Wertentwicklung der Investmentfonds richtet. Da die zugrunde liegenden Anlageprodukte ein höheres Risiko aufweisen und dadurch zwar die Chance auf eine höhere Rendite bieten, bergen sie jedoch auch eine größere Gefahr von Verlusten.

Wie funktioniert eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Die Versicherungen bieten meist Musterlösungen für defensive, ausgewogene und chancenreiche Portfolios an und haben somit für beinahe jeden Anlegertyp eine passende Strategie parat. Die Kunden können die Fondsauswahl üblicherweise auch selbst treffen und die Wunschfonds während der Laufzeit nach Belieben austauschen.

Der Trend unter Privatanlegern, vermehrt auf kostengünstige Indexfonds und ETFs zu setzen, setzt sich auch bei Fondspolicen fort. Für die langfristige Geldanlage hat es schließlich enorme Auswirkungen, ob die zugrunde liegenden Anlageprodukte laufende Kosten von 0,2 % – 0,5 % p. a. im Falle von ETFs oder von durchschnittlich 1,3 % p. a. im Falle von aktiv gemanagten Aktienfonds aufweisen. (Vorschlag: Artikel zu Fondskosten verlinken) Wie mittlerweile eine Vielzahl an Untersuchungen belegt, können aktive Fondsmanagements ihre im Vergleich zu ETFs höheren Kosten umso weniger einspielen, je länger die Vergleichsperiode andauert.

Zusätzlich zur Fondsrente, die im Idealfall deutlich höher ausfallen sollte, als bei klassischen Rentenversicherungen, können auch zusätzliche Leistungen wie Hinterbliebenenvorsorge oder finanzieller Schutz bei Berufsunfähigkeit in das Leistungspaket der fondsgebundenen Rentenversicherung integriert werden.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer fondsgebundenen Rentenversicherung gegenüber einer klassischen Rentenversicherung?

Ob sich eine fondsgebundene Rentenversicherung für die private Altersvorsorge lohnt, kann nur individuell und nicht pauschal beurteilt werden. Es lohnt sich allerdings, die Vorteile und Nachteile der fondsgebundenen Rentenversicherung im Vergleich zur klassischen Rentenversicherung näher zu beleuchten.

Der Hauptvorteil gegenüber der klassischen Variante besteht in den besseren Renditechancen und damit einer höheren Rente im Alter. Der Risikograd kann dabei gemäß den eigenen Wünschen im Hinblick auf Renditeerwartungen und Sicherheitsbedürfnissen individuell angepasst werden. Die Versicherungen bieten in der Regel verschiedene Lösungen an, von defensiv über ausgewogen bis risikoreich.

Der größte Nachteil gegenüber der klassischen Rentenversicherung besteht darin, dass die Versicherten das Risiko einer fehlenden Garantierente tragen. Das Risiko eventueller Verluste muss also von den Versicherten mit einkalkuliert werden. Fondsgebundene Rentenversicherungen sollten daher so früh wie möglich abgeschlossen und möglichst lange durchgehalten werden, um Marktschwankungen durch einen langen Beitragszeitraum ausgleichen zu können. Je länger die Ansparphase dauert, desto geringer ist das Risiko von Verlusten.

Die Integration zusätzlicher Leistungen, wie eine finanzielle Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebenenvorsorge ist bei beiden Varianten der privaten Rentenversicherung möglich. Auch die Besteuerung in der Auszahlungsphase ist bei beiden Formen identisch. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, beide Varianten miteinander zu kombinieren, um die Vorteile beider Rentenarten für sich zu nutzen.

Fondsgebundenen Rentenversicherung vs. klassische Rentenversicherung auf einen Blick

Vorteile der fondsgebundenen RentenversicherungNachteile der fondsgebundenen Rentenversicherung
Chance auf eine höhere RenditeKeine garantierte Rentenhöhe
Risikograd kann selbst bestimmt werdenHöheres Verlustrisiko
Wunschfonds können selbst ausgewählt werden 

Was sind die Vorteile und Nachteile einer fondsgebundenen Rentenversicherung gegenüber einem Fondssparplan?

Wenn man von den Wertentwicklungen an den Aktienmärkten profitieren möchte, benötigt man natürlich nicht zwangsläufig eine Fondspolice. Ein herkömmlicher Fondssparplan ist ebenfalls ein ideales Instrument, um für das Alter vorzusorgen. Allerdings gibt es auch hier verschiedene Vorteile und Nachteile, die wir einander gegenüberstellen wollen.

Ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Fondssparplänen ist die Möglichkeit steuerlicher Vorteile in der Auszahlungsphase. Bei Fondssparplänen werden bei der Umschichtung bzw. bei der Auszahlung des Anlagevermögens stets 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig.

Bei der Rentenversicherung können die Versicherten hingegen zwischen einer lebenslangen monatlichen Rente und einer einmaligen Auszahlung des angesparten Kapitals wählen. Die lebenslange monatliche Rentenzahlung wird mit dem Ertragsanteil besteuert. Eine einmalige Kapitalauszahlung wird mit dem halben steuerlichen Gewinn besteuert, vorausgesetzt, die Laufzeit des Vertrags betrug mindestens 12 Jahre und endete nicht vor dem vollendeten 62. Lebensjahr.

Ein weiterer Vorteil der Fondspolice gegenüber dem Fondssparplan besteht darin, dass bei einem herkömmlichen Sparplan natürlich keine zusätzlichen Versicherungsleistungen berücksichtigt werden können. Sollte beim Anleger jedoch der Wunsch einer entsprechenden Versicherungsleistung bestehen, kann sehr einfach gesondert eine entsprechende Versicherung abgeschlossen werden, was zudem den Vorteil einer geringeren Komplexität im Vergleich zu einer Fondspolice mit sich bringt, da Anlageprodukt und Versicherungsleistung gesondert behandelt werden können.

Der größte Nachteil von Rentenversicherungen gegenüber Fondssparplänen liegt in den höheren Kosten. Die Kosten eines Fondssparplans sind in der Regel deutlich geringer als bei der Fondspolice, überhaupt dann, wenn kostengünstige ETFs bespart werden. Vor allem in den ersten Jahren der Ansparphase werden bei der Rentenversicherung die Abschlusskosten und Verwaltungsgebühren mit den Versicherungsbeiträgen bezahlt. Das schmälert vor allem in den Anfangsjahren die Erträge der Versicherung enorm.

Beim Fondssparplan fallen diese Kosten hingegen gar nicht erst an. Allerdings sollte man als Anleger über ausreichende Kenntnisse verfügen, um das Anlageportfolio selbst verwalten zu können. Vor allem sollte man auch dazu imstande sein, keine unüberlegten und irrationalen Handlungen in schwierigen Marktphasen vorzunehmen, die zu finanziellen Schäden führen würden. Anleger, die sich dies nicht zutrauen, die sich nicht um die Verwaltung des eigenen Portfolios kümmern möchten oder die zu wenig Kenntnisse über den Kapitalmarkt mitbringen, können aber auch die Serviceleistung eines Robo-Advisors zu relativ geringen Gebühren nutzen.

Fondsgebundenen Rentenversicherung vs. Fondssparplan auf einen Blick

Vorteile der fondsgebundenen RentenversicherungNachteile der fondsgebundenen Rentenversicherung
Steuerliche Vorteile in der AuszahlungsphaseHöhere Kosten, vor allem in den Anfangsjahren
Integration zusätzlicher Versicherungsleistungen möglichHöhere Komplexität des Anlageprodukts
Keine Kenntnisse über Portfolioverwaltung vonnötenKündigung meist mit Verlusten verbunden

Kann man eine fondsgebundene Rentenversicherung kündigen?

Sollten sich für Anleger bereits vor dem geplanten Rentenbeginn finanzielle Engpässe ergeben, so ist es für viele oftmals die naheliegendste Lösung, die Rentenversicherung einfach zu kündigen. Auch wenn keine finanziellen Engpässe bestehen, ziehen es viele Versicherte in Erwägung, den Vertrag vorzeitig zu kündigen, um das Geld anderweitig anlegen zu können.

Der vorzeitige Rückkauf ist in der Regel jedoch mit Verlusten verbunden, denn bei einer Kündigung erhält man nur den Rückkaufswert ausbezahlt. Der Rückkaufswert ist umso kleiner, je kürzer die Vertragslaufzeit ist. Vor allem, wenn der Vertrag in den Anfangsjahren gekündigt wird, kann es durchaus passieren, dass der Rückkaufswert durch hohe Kosten und Gebühren sogar niedriger ist, als die Einzahlungen.

Wenn überhaupt, sollte eine Fondspolice daher immer erst nach einigen Jahren Laufzeit gekündigt werden, je später umso besser. Weiters sollte beachtet werden, dass auf den Rückkaufswert einer fondsgebundenen Rentenversicherung eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent bezahlt werden muss, wenn sie vor einer Vertragslaufzeit von 12 Jahren gekündigt wird.

In vielen Fällen ist die Kündigung jedoch die denkbar ungünstigste Option, die Versicherten zur Verfügung steht. Üblicherweise gibt es Alternativen zur Kündigung, die man am besten im Rahmen einer individuellen Beratung mit einem neutralen Experten besprechen sollte.

Welche Alternativen gibt es zur Kündigung einer fondsgebundenen Rentenversicherung?

Da viele Versicherte beim Abschluss ihrer privaten Rentenversicherung nicht ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht informiert wurden, empfehlen Anwälte gerne, die Möglichkeit eines Widerrufs der Rentenversicherung prüfen zu lassen. Ein Widerruf ist für die Versicherten in der Regel günstiger, als eine Kündigung. Bei einem erfolgreichen Widerruf erhalten die Versicherten üblicherweise ihre eingezahlten Beiträge plus Zinsen zurück. Der Versicherer darf außerdem keine Kosten und Gebühren vom Auszahlungsbetrag abziehen.

Ist ein Widerruf nicht möglich, so kann auch in Erwägung gezogen werden, die Rentenversicherung zunächst beitragsfrei zu stellen. So erhält man auch die Chance, später weiter in die Versicherung einzuzahlen, um später doch noch von den Vorteilen der fondsgebundenen Rentenversicherung profitieren zu können.

Versicherte sollten generell bedenken, dass es sich bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung um ein Kapitalanlageprodukt im Versicherungsmantel handelt, dessen Struktur deutlich komplexer ist, als ein reines Anlageprodukt. Sollte der Wunsch nach einer Veränderung bei einem bereits laufenden Vertrag bestehen, erscheint daher eine individuelle Beratung durch einen neutralen Experten in den meisten Fällen unerlässlich zu sein.