Trading Fonds – Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Trading Fonds haben keinen Ausgabeaufschlag
  • Die Fondsgesellschaft berechnet stattdessen eine Vertriebsprovision oder höhere Verwaltungsgebühr
  • Im kurz- bis mittelfristigen Anlagebereich weisen Trading Fonds meistens geringere Kosten als klassische Fonds auf
  • Eine kostengünstige Alternative zu Trading Fonds stellen insbesondere Indexfonds dar, die sogenannten ETFs

Bei Investmentfonds gibt es eine Reihe von Kosten, die Sie als Anleger beachten sollten. Dazu gehören beispielsweise die Managementgebühr, eine Verwaltungsgebühr sowie einen Ausgabeaufschlag, den zahlreiche Fonds veranschlagen. Bei sogenannten Trading-Fonds allerdings gibt es diesen Ausgabeaufschlag nicht, dafür eine Vertriebsgebühr.

Wir möchten in unserem Beitrag darauf eingehen, was Trading Fonds sind, wie sie funktionieren und worin sie sich von den „Classic“ Fonds unterscheiden. Sie erfahren ebenso, wie hoch die Rendite ausfällt und worin die Vor- und Nachteile dieser Art von Investmentfonds bestehen.

Was ist ein Trading Fonds?

Wenn eine Fondsgesellschaft einen Aktienfonds, Rentenfonds oder eine andere Fondsart ausgibt, dann handelt es sich dabei entweder um einen klassischen (“Classic”) oder um einen Trading Fonds. Die Trading-Fonds werden häufig ebenfalls als sogenannte No-Loaded Funds bezeichnet. Es handelt sich dabei um Investmentfonds, bei denen Sie als Anleger und Käufer der Fondsanteile keinen Ausgabeaufschlag zahlen müssen. Das bedeutet, dass der Ausgabepreis des Fondsanteils identisch mit dem Rücknahmepreis ist. Sie bezahlen dementsprechend für die Fondsanteile nicht mehr, als Sie beim Verkauf zurückerhalten.

Zwar gibt es bei Trading Fonds keinen Ausgabeaufschlag. Allerdings berechnet die Fondsgesellschaft demgegenüber eine jährliche Vertriebsgebühr. Alternativ kann auch die ebenfalls jährliche Verwaltungsgebühr höher ausfallen, als bei Investmentfonds mit einem Ausgabeaufschlag. Auf jeden Fall zahlen Sie bei Trading Fonds höhere, laufende Kosten, als es bei klassischen Fonds der Fall ist.

Wie funktionieren Trading Fonds?

Vom Grundsatz her funktionieren Trading Fonds wie alle Investmentfonds. Das bedeutet, dass die Fondsgesellschaften die Anteile ausgeben, die Sie als Anleger erwerben können. Die Fondsanteile wiederum stellen einen Teil des Sondervermögens dar, welches durch die Fondsgesellschaft verwaltet wird. Auch bei den Trading Fonds gibt es mehrere Arten von Fonds, die sich danach unterscheiden, in welche Basiswerte die Fondsgesellschaft investiert. Das sind in der Regel:

  • Geldmarktpapiere
  • Renten (Anleihen)
  • Immobilien
  • Aktien

Die besondere Funktionsweise der Trading Fonds besteht lediglich darin, dass kein Ausgabeaufschlag berechnet wird. Stattdessen zahlen Sie entweder eine jährliche Vertriebsprovision oder eine höhere Verwaltungsgebühr. Deshalb eignen sich Trading Fonds vorwiegend für kurz- bis mittelfristig orientierte Anleger, was wir im Verlauf unseres Beitrages mit einer Beispielrechnung verdeutlichen werden.

Info

Nahezu alle am Markt angebotenen Investmentfonds lassen sich entweder der Gruppe der Classic oder Trading Fonds zuordnen. Sie als Anleger müssen entscheiden, welche der zwei Fondsvarianten für Sie die günstigere Alternative darstellt.

Was sind die Unterschiede zwischen Trading Fonds und Classic Fonds?

Sowohl bei Classic als auch bei Trading Fonds handelt es sich um Investmentfonds, die als Publikumsfonds bezeichnet werden. Das bedeutet, dass die Fondsanteile seitens interessierter Anleger und Sparer jederzeit gekauft und wieder verkauft werden können. Das geschieht direkt über die entsprechende Fondsgesellschaft, da weder Classic noch Trading Fonds mit ihren Anteilen an der Börse gehandelt werden. Was aber sind die Unterschiede zwischen diesen zwei Varianten? 

Im Grunde gibt es lediglich einen großen Unterschied. Dieser besteht darin, dass Trading Fonds keinen Ausgabeaufschlag haben, Classic Fonds hingegen schon. Dafür zahlen Sie jedoch bei den Trading Fonds eine jährliche Vertriebsprovision oder höhere Verwaltungsgebühren. Daraus allerdings ergibt sich in der Folge ein weiterer Unterschied

Dieser besteht darin, dass Trading Fonds vorwiegend für kurz- bis mittelfristig orientierte Anleger geeignet sind. Das bedeutet, dass Sie Fondsanteile für ein Zeitraum zwischen einigen Monaten und rund sechs Jahren halten möchten. Classic Fonds hingegen sind vor allem für Anleger gedacht, die recht langfristig in Fonds investieren möchte.

Wie hoch ist die Rendite bei Trading Fonds?

Die Frage nach der Rendite ist nicht pauschal zu beantworten, weil es stets auf den einzelnen Fonds ankommt, wie hoch diese ausfällt. Grundsätzlich sind es auch bei den Trading Fonds zwei Faktoren, die sich auf die Höhe der Rendite auswirken, nämlich:

  • Performance (Wertentwicklung)
  • Kosten

Wenn Sie also die Rendite eines Trading Fonds ermitteln möchten, dann betrachten Sie sich im ersten Schritt die Wertentwicklung aus der Vergangenheit. Im zweiten Schritt stellen Sie der Performance die anfallenden Kosten gegenüber, die sich bei Trading Fonds meistens aus den folgenden Komponenten zusammensetzen:

  • Managementgebühr
  • Verwaltungsgebühren
  • Vertriebsprovision

Diese einzelnen Kosten werden zur Gesamtkostenquote (TER) zusammengefasst. Erzielt der Trading Fonds beispielsweise eine Performance (Wertentwicklung) von 6,5 Prozent und beläuft sich die Gesamtkostenquote auf 1,5 Prozent, läge Ihre Rendite bei fünf Prozent. So können Sie im Grunde für alle Investmentfonds die zumindest voraussichtliche Rendite berechnen. Wie sich Ihr Ertrag allerdings dann tatsächlich darstellen wird, können Sie lediglich prognostizieren.

Info

Indexfonds, die sogenannten ETFs, können eine kostengünstige Alternative zu Classic und Trading Fonds darstellen. Die Gesamtkostenquote liegt bei ETFs meistens im Bereich zwischen 0,4 und 0,5 Prozent. Einen Ausgabeaufschlag gibt es dort ohnehin nicht.

Rechenbeispiel: Trading Fonds vs. Classic Fonds

Die entscheidende Frage für Anleger ist, ob Classic oder Trading Fonds die günstigere Alternative darstellen und mit welcher Fondsvariante Sie entsprechend die besseren Renditen erzielen. Im Beitrag haben Sie erfahren, dass sich Trading Fonds insbesondere an kurz- bis mittelfristig orientierte Anleger richten, deren Anlagehorizont bis zu rund sechs Jahren reicht. Tatsächlich befindet sich in diesem Bereich der sogenannte Break Even. 

Das bedeutet, dass Trading Fonds bei einer Haltedauer zwischen maximal sechs bis sieben Jahren noch günstiger sind, sich das Blatt allerdings anschließend bei einer längeren Anlagedauer zu Gunsten der Classic Fonds wendet. Deshalb möchten wir im folgenden Beispiel zum einen die Anlage in einen Classic Fonds und zum anderen in einen Trading Fonds gegenüberstellen. In der jeweiligen Beispielrechnung zeigen wir auf, welche Kosten beim jeweiligen Fonds anfallen. Daher können Sie dem Beispiel entnehmen, ob der Classic oder der Trading Fonds die günstigere Alternative wäre.



Trading Fonds

Anlagesumme: 10.000 Euro

Managementgebühren: 1,50 %

Verwaltungsgebühren: 0,25 %

Vertriebsprovisionen: 0,80 %

Gesamtkosten pro Jahr: 255 Euro

Anlagedauer: 7 Jahre

Gesamtkosten in 7 Jahren: 1.785 Euro

Classic Fonds

Anlagesumme: 10.000 Euro

Managementgebühren: 1,50 %

Verwaltungsgebühren: 0,25 %

Ausgabeaufschlag: 5,00 %

Gesamtkosten pro Jahr: 246 Euro

Anlagedauer: 7 Jahre

Gesamtkosten in 7 Jahren: 1.725 Euro

Sie erkennen an dieser beispielhaften Rechnung, dass Sie bei einer Haltedauer der Fondsanteile von sieben Jahren insgesamt mit dem Classic Fonds etwas günstiger fahren. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf 1.725 Euro, während Sie beim Trading Fonds 60 Euro mehr zahlen. Dabei müssen Sie innerhalb der Berechnung und Gegenüberstellung berücksichtigen, dass Sie natürlich den Ausgabeaufschlag, den Sie bei Classic Fonds zahlen, auf die gesamte Anlagedauer herunterrechnen müssen.

Welche Trading Fonds gibt es am Markt?

Auch wenn die Classic Fonds am Markt in der Mehrzahl sind, so gibt es dennoch eine ausreichende Auswahl an Trading Fonds. Diese finden Sie in allen Bereichen vor, also sowohl bei Renten-, offenen Immobilien- als auch Aktienfonds. Typische Beispiele für einen Trading Fonds sind unter anderem:

  • Cape Capital S.U.- Cape Opt.Eq.F.AI EUR – LU1200256946
  • HELLAS Opportunities Funds – I EUR ACC – LU0920841169
  • Waverton Asia Pacific Fund – M GBP DIS – IE00BQ1KPR26

Was sind die Vorteile und Nachteile von Trading Fonds?

Zu den wesentlichen Vorteilen der Trading Fonds zählen insbesondere: 

  • Gut geeignet bei einer kurz- bis mittelfristigen Anlagedauer
  • Kein Ausgabeaufschlag
  • Verschiedene Fonds zur Auswahl
  • Höhere Flexibilität, weil bei spontaner Verfügung oft geringere Kosten als bei Classic Fonds angefallen sind

Demgegenüber sollten Sie ebenfalls folgende Nachteile kennen, bevor Sie sich für die Anlage in Trading Fonds entscheiden:

  • Meistens höhere Kosten bei längerfristiger Anlagedauer als bei Classic Fonds
  • Kleinere Auswahl als bei Classic Fonds am Markt
  • Vertriebsgebühren als Kosten unter Umständen etwas versteckter als offensichtlicher Ausgabeaufschlag

Ob Classic oder Trading Fonds für Sie die bessere Wahl sind, hängt vor allem davon ab, über welchen Zeitraum hinweg Sie die Fondsanteile voraussichtlich halten möchten. Häufig sind die Kostenunterschiede allerdings besonders im mittleren Anlagebereich vergleichsweise gering. Daher kommt es ebenso auf Ihre Anlagesumme an, wie viel Gebühren Sie mit der einen oder anderen Formvariante einsparen können.