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Bitcoin-Spaltungen: Überblick und Gründe

Bitcoin-Spaltungen: Überblick und Gründe
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Inhaltsverzeichnis

Eine Spaltung von Bitcoin geht oft einher mit dem Begriff der Hard Fork. Bei der Spaltung handelt es sich um die Abtrennung oder Aufteilung der Ur-Blockchain von Satoshi Nakamoto, dem Synonym hinter der Entwicklung von Bitcoin. Bitcoin Spaltungen gab es seit der ersten Veröffentlichung seines Whitepapers bereits mehrere. 

Welche Bitcoin-Spaltungen gab es bisher?

Im Laufe der Jahre hat es mehrere Versuche und erfolgreiche Abspaltungen von der Bitcoin Blockchain gegeben. Zu den bekanntesten Bitcoin Abspaltungen gehören die Kryptowährungen Bitcoin Cash und Bitcoin Gold. Für die Bitcoin Spaltungen gab es jeweils ganz unterschiedliche Gründe. Darunter der Wunsch der Entwickler, die Leistungsparameter der Bitcoin Blockchain zu verändern oder die Senkung der Transaktionskosten erreichen zu wollen. 

Einige Hard Forks sind aus Streitigkeiten innerhalb der Community erfolgt, denn innerhalb der Bitcoin Netzwerkregeln gibt es die Möglichkeit, dass sich User entscheiden, wie sie weitermachen möchten. Findet dann ein Verbesserungsvorschlag nicht die Mehrheit, kann sich die Gruppe der Befürworter von der ursprünglichen Blockchain lösen. Bei Bitcoin Cash und Bitcoin Gold sind jeweils neue Kryptowährungen entstanden. Der Tausch der Bitcoin gegen die neuen Coins verlief in beiden Fällen problemlos. 

Was sind die Gründe für eine Bitcoin-Spaltung?

Die Referenzimplementierung von Bitcoin, also der Blockchain, auf der der digitale Coin Bitcoin läuft, wird als Bitcoin Core bezeichnet. Es ist die ursprüngliche, von Satoshi Nakamoto veröffentlichte Version der Blockchain, die er für die Einführung der digitalen Währung verwendet hat. Diese hat jedoch ein großes Skalierungsproblem, was sie ausgesprochen langsam macht. 

Die maximale Transaktionsanzahl pro Sekunde ist auf 7 beschränkt. Damit sollen mögliche Angriffe auf das Netzwerk verhindert werden, genauer gesagt, diese nicht lohnend zu machen. Doch häufig kam und kommt es zu einem Rückstau der Transaktionen, denn Bitcoin und folgenden Kryptowährungen haben die Welt nachhaltig verändert und zur Entwicklung zahlreicher neuer Geschäftsmodelle geführt. 

Um die Limitierung der Blockgröße zu ändern, wollten einige Entwickler nicht der Idee einer moderaten Anhebung der Blockgröße folgen. Statt Off-Chain-Lösungen, bei denen Transaktionen nicht alle auf der Blockchain gespeichert werden müssen, verfolgten sie ihren eigenen Weg. Die bekanntesten Verfechter der Bitcoin Abspaltung waren Roger Ver und die Firma Bitmain. Bitmain besitzt einen der größten Anteile an Mining-Rechenpower, mit dem das Netzwerk von Bitcoin am Laufen gehalten wird.

Hard Fork führte 2017 zu Bitcoin Cash

Zusammen mit Bitcoin ABC, ehemals eCash, gelang es den Befürwortern einer Skalierungslösung für die Bitcoin Blockchain, die Bitcoin Spaltung durch einen Hard Fork umzusetzen. Bitmain stellte sich auf die Seite von Bitcoin ABC und von Roger Ver. Am 01. August 2017 entstand Bitcoin Cash, eine neue Kryptowährung, die sich bis zu diesem Datum die Transaktionshistorie mit Bitcoin Core teilt. 

Bitcoin Cash, BCH, hat statt der ursprünglichen Blockgröße von 1 MB nun 8 MB, was dazu führt, dass mehr Transaktionen pro Sekunde im Netzwerk verarbeitet werden können. Möglich macht das SegWit, Segregated Witness. Die Technologie wurde als Verbesserungsvorschlag Nummer 91, BIP 91, eingereicht und erhielt im Juli 2017 die absolute Mehrheit mit 97 % der abgegebenen Stimmen aus der Community. Die Protokoll-Erweiterung war aber einigen ein Dorn im Auge. Darunter die Gruppe um Roger Ver, Bitcoin ABC und Bitmain.

Sie erzwangen daraufhin mit einem erst kurz zuvor ermöglichten User-Activated Hard Fork, UAHF, die Bitcoin Spaltung. Es war die erste Bitcoin Spaltung seit der Bitcoin Entwicklung, die umstritten (contentious) war, also wegen Streitigkeiten innerhalb der Community ausgelöst wurde. Während die neue Blockchain-Variante ihren Platz im Markt fand, wurde die ursprüngliche Bitcoin Blockchain, mit dem Lightning Network und einem Soft Fork Segregated Witness, vergrößert. 

Die Hard Fork von Bitcoin Cash erfolgte am 01. August 2017 bei Block 478.558. 

Key Facts zur Bitcoin Spaltung

Hard ForkSoft Fork
Dauerhaft neue BlockchainVeränderungen am Protokoll
Nach Bitcoin Spaltung gilt nur die neue BlockchainAlte und neue Regeln gelten für eine festgelegte Zeit
Änderungen des Protokolls erfolgen in einem SchrittÄnderungen des Protokolls erfolgen schrittweise
Die Ursprungs-Chain bleibt erhaltenDie Ursprungs-Chain „verschwindet“
Software einer Computer-Node muss aktualisiert werdenSoftware einer Computer-Node muss nach und nach aktualisiert werden.
Zwei Blockchains existieren nebeneinander und jede davon verfügt über eine eigene ProtokollsoftwareEine Blockchain, nur die Protokollsoftware wird verändert beziehungsweise erweitert. 

Kurze Zeit später folgt Bitcoin Spaltung von Bitcoin Gold

Noch im selben Jahr kam es erneut zu einer Bitcoin Spaltung, und zwar dem Hard Fork von Bitcoin Gold. Grund waren hier gewünschte Verbesserungen im Algorithmus, sodass das Schürfen von neuen Coins (Mining) mit weniger aufwendiger Hardware möglich wäre. Ähnlich wie bei Ethereum lässt sich Bitcoin Gold mit Grafikkarten-Chips, sogenannten GPUs, minen. 

Bei Bitcoin werden durch den SHA256-Algorithmus hoch optimierte ASICs-Miner benötigt. Mit Bitcoin Gold sollte der Zentralisierung entgegengewirkt werden, die einige Entwickler in der Community bei der weiter steigenden Konzentration auf ASICs als Gefahr ansahen. Inzwischen hat sich auch Bitcoin Gold am Markt als feste Größe etabliert, wenn auch nicht so erfolgreich wie Bitcoin Cash und Bitcoin. Aber das Netzwerk arbeitet schneller und dadurch effizienter. 

Weitere Spaltungen von Bitcoin

Insgesamt soll es 105 Bitcoin Spaltungen gegeben haben. Darunter auch solche, die der Community vorgeschlagen wurden, aber keine Mehrheit fanden. Zu den Bitcoin Spaltungen, die außer Bitcoin Cash und Bitcoin Gold zu neuen Kryptowährungen führten, gehört Bitcoin Diamond. Ebenfalls im Jahr 2017 fand diese Bitcoin Spaltung statt, deren Entwickler sind jedoch bis heute anonym. 

Auf einer ganz neuen, also leeren Blockchain, entstand im April 2017 die Bitcoin Spaltung BitCore. Der sogenannte hybride Fork wurde von Bitpay entwickelt und soll eine Alternative zu Bitcoin Core darstellen, auf der sich dezentrale Apps entwickeln lassen. Auch bei Bitcoin Cash ist es inzwischen zu einer Hard Fork gekommen und Bitcoin Classic ist entstanden. Ebenso basiert Bitcoin Candy auf einer Abspaltung der Blockchain von Bitcoin Cash. 

Zur bisher letzten Bitcoin Spaltung ist es am 20. Mai 2018 durch Micro Bitcoin gekommen.