EBITDA und EBIT: Das ist der Unterschied

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EBITDA und EBIT, der kleine Unterschied in den Kennzahlen zur Unternehmensbewertung. Es kann sehr hilfreich sein die Abschreibungen aus dem Betriebsergebnis heraus zu rechnen (Foto: Dean Drobot / Shutterstock.com)

Der EBITDA ist wie der EBIT eine Kennzahl, um das Betriebsergebnis und somit die Effizienz von Unternehmen darzustellen und vergleichbar zu machen. Wie der Name schon erkennen lässt, ist der EBITDA eine Erweiterung der Kennzahl EBIT um die Punkte DA. EBITDA steht für Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation.

Übersetzt aus dem Englischen bedeutet es Gewinn vor  Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Hierbei sind D und A beide mit Abschreibung zu übersetzen und daher in der deutschen Version nur als ein Wort dargestellt. Gemeint sind damit einerseits Abschreibungen auf Sachanlagen und andererseits auf immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Lizenzen oder Patente).

Wo werden EBIT und EBITDA nun eingesetzt?

Die Darstellung des operativen Geschäfts eines Unternehmens braucht Größen, um sie zu veranschaulichen und vergleichbar zu machen. Hier werden diese Kennzahlen eingesetzt. Doch wozu braucht man die zusätzliche Bereinigung um die Faktoren D und A, also die Abschreibungen?

Da es ja darum geht, die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens darzustellen, gilt es, möglichst viele veränderliche Einflüsse aus der Darstellung herauszunehmen. Zinsen und Steuern sind hier nur ein Teil. Gerade in kapitalintensiven Branchen und bei jüngeren Unternehmen können hohe Abschreibungen das Ergebnis stark beeinflussen.

Hohe Investitionen bei der Firmengründung, der Anschaffung neuer Maschinenparks oder auch dem Zukauf anderer Unternehmen führen zu Abschreibungen. Diese würden das operative Ergebnis verfälschen. Somit würde bei einem Vergleich mit anderen Unternehmen oder mit früheren Ergebnissen kein aussagekräftiges Resultat vorliegen.

Investitionen sind nötig, um Wachstum zu erzeugen. Würde ein Unternehmen seine Investitionen zurückfahren, würde sich der EBIT erhöhen, während der EBITDA durch das Herausrechnen der Abschreibungen gleich bliebe.

EBITDA  – eine Kennzahl mit Licht und Schatten

Wir sehen also: Der EBITDA kann helfen, die Ertragskraft von Unternehmen mit hohem Investitionsvolumen besser zu vergleichen als der EBIT. Es kommt allerdings auf die Branche und die vorliegende Situation des Unternehmens an.

So werden zum Beispiel bei Firmenübernahmen, wenn für die Übernahme des Firmennamens ein höherer Wert gezahlt wird als der reine Sachwert, sogenannte „Goodwill-Abschreibungen“ mit eingerechnet. Dies sind zwar reelle Kosten, die auch abgeschrieben werden müssen, jedoch ist in einigen Fällen der gegenüberstehende Mehrwert nicht wirklich gegeben. Es gibt also keine eindeutige Bestimmung, wann es besser ist, den EBIT oder den EBITDA als Kennziffer zur Beurteilung von Unternehmen heranzuziehen.

Übersetzt aus dem Englischen bedeutet es Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Hierbei sind D und A beide mit Abschreibung zu übersetzen und daher in der deutschen Version nur als ein Wort dargestellt. Gemeint sind damit einerseits Abschreibungen auf Sachanlagen und andererseits auf immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Lizenzen oder Patente).

Durch EBITDA kann man die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens bewerten. Es handelt sich also um eine Kennzahl der Gewinnermittlung. Diese liefert eine gute Grundlage für den Vergleich zwischen national und international agierenden Unternehmen, da es sich um eine Zahl vor Abzug von Steuern, Abschreibungen und Zinsen handelt. Man kann diese Kennzahl auch zur Erfolgsmessung von Start-Ups heranziehen.

Diese Berechnung wird unter anderem angewandt, damit man eine Kennzahl hat, die frei von nationalen Besonderheiten ist. Ein einfaches Beispiel wäre hier die Umsatzsteuer, die pro Land variiert, oder Vorschriften bei Abschreibungen, Zöllen und anderen Abgaben.

EBIT ist im Gegenzug die Berechnung ohne Berücksichtigung der Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, deswegen Earnings Before Interest and Taxation, also „Gewinn vor Zinsen und Steuern“.

Wie bei allen Bilanzkennzahlen gilt auch hier: EBIT und EBITDA können helfen, einen Eindruck zu gewinnen, aber man sollte stets auch die jeweilige Gesamtsituation der Unternehmen mitberücksichtigen.

EBITDA ist nicht gleichzusetzen mit dem Cash-Flow

Die beiden Sachverhalte Cash-Flow und EBITDA sind nicht identisch. Es passiert schnell, dass diese gleichgesetzt werden, was aber nicht korrekt ist. Beim Cash-Flow werden Steuern, Abschreibungen und Zinsen nicht mit in die Berechnung einbezogen, was bei EBITDA aber genau der Fall ist.

In die Berechnung des Cash-Flows muss man diese Punkte mit einbeziehen, weil es sich um Aufwendungen handelt, die Teil des Cash-Flows sind. Hiermit wird ermittelt, woraus Einnahmen bezogen werden und wohin Ausgaben des Unternehmens fließen.

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Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen.

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