Die 20 reichsten Deutschen auf einen Blick

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Nicht nur auf dem Lebensmittelmarkt spielt Aldi ganz vorne mit. Auch bei der Liste der reichsten Deutschen spielt der Discounter eine gewichtige Rolle. (Foto: wolterke / Adobe Stock)

Laut der aktuellen Forbes Rangliste (Oktober 2021) gibt es insgesamt 136 Dollar-Milliardäre aus Deutschland. Viele der reichsten Deutschen gehören Industriellenfamilien an, andere sind durch den Einzelhandel zu ihrem Vermögen gekommen. 20 kurze Portraits der Personen sollen Aufschluss über Herkunft, Erfolgsrezept und gegenwärtiges Vermögen geben.

Sämtliche angegebenen geschätzten Vermögen beruhen dabei auf Hochrechnungen aus Beteiligungen, Privatvermögen, Immobilieneigentum und weiteren Vermögenswerten. Dies sind die 20 reichsten Deutschen (Quelle: Forbes; Stand: Oktober 2021):

Platz 20: Dietmar Hopp (8,1 Mrd. US-Dollar)

1972 gründeten die vier IBM-Kollegen Hasso Plattner, Claus Wellenreiter, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira und Dietmar Hopp das Softwareunternehmen Systemanalyse und Programmentwicklung, kurz SAP.

Durch sein Engagement bei der TSG 1899 Hoffenheim ist Dietmar Hopp vor allem Fußballfans ein Begriff – oftmals als Ziel von Anfeindungen fremder Fans. Finanziell

Platz 19: Horst Julius Pudwill (8,4 Mrd. US-Dollar)

Horst Julius Pudwill ist wohl nur den wenigsten Deutschen ein Begriff. 1985 gründete der frühere Verkaufsrepräsentant für Volkswagen in Asien sein Unternehmen Techtronic Industries, das Elektrowerkzeuge und -haushaltsgeräte herstellt. Den Umsatz erwirtschaftet das Unternehmen mit Sitz in Hongkong vor allem in Nordamerika, unter anderem durch die Marken Hoover und Dirt Devil als auch Lizenzprodukten für AEG.

Platz 18: August von Finck (8,7 Mrd. US-Dollar)

Die Bankiersfamilie von Finck begründet ihren Reichtum auf der Privatbank Merck Finck & Co. Im Dritten Reich profitierte die Bank durch mehrere Arisierungen jüdischer Banken und geriet aufgrund dieser NS-Vergangenheit in der Nachkriegszeit zunächst in starke finanzielle Probleme. Die Bank wurde 1990 durch von Finck veräußert, seitdem investiert der Milliardär vor allem in Schweizer Unternehmen. So gehörten ihm in der Vergangenheit beispielsweise Mehrheiten an der Hotelgruppe Mövenpick und dem Maschinenbauer Von Roll. Auch der Degussa Goldhandel gehört zu den Unternehmen, in die August von Finck involviert ist.

August von Finck lebt seit mehreren Jahrzehnten in der Schweiz und geriet in den vergangenen Jahren vor allem durch finanzielle Spenden an die AfD in die Schlagzeilen.

Platz 17: Hasso Plattner (8,7 Mrd. US-Dollar)

Im Gegensatz zu Dietmar Hopp steht SAP-Gründer Hasso Plattner nur selten in der Öffentlichkeit. Während Hopp sich immer weiter aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, bleibt Plattner weiter eine Führungsfigur von SAP. Seit 2003 steht er dort dem Aufsichtsrat vor. Daneben gilt Plattner in Deutschland als ein großer Förderer der Wissenschaft und der Künste. So finanzierte er mit seiner Stiftung beispielsweise den Wiederaufbau des Potdamer Palais Barberini.

Platz 16: Michael Otto (8,7 Mrd. US-Dollar)

Michael Otto ist Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Vorstandschef der Otto Group. Das Versandhaus aus Hamburg zählt heute zu den weltweit Onlineshops im Konsumentenbereich. Bekannte Untermarken von Otto sind dabei beispielsweise About You, Bonprix, Neckermann.de und Quelle. Daneben ist die Otto Group als Muttergesellschaft des Versanddienstleisters Hermes Europe, des Inkasso-Dienstleisters EOS Gruppe und der Hanseatic Bank auch in anderen Branchen aktiv.

Privat engagiert sich Michael Otto vor allem für Umwelt und Nachhaltigkeit und ist unter anderem Ehrenvorsitzender der Umweltstiftung WWF Deutschland und Präsident der Stiftung 2°, die sich für eine CO²-neutrale Wirtschaft einsetzt.

Platz 15: Friedhelm Loh (9,5 Mrd. US-Dollar)

Als Inhaber der Friedhelm Loh Group ist der aktive Christ Vorsitzender von 94 international tätigen Tochtergesellschaften. Sein Vater Rudolf Loh gründetein den Nachkriegsjahren die beiden Firmen Hailo (Haushaltsgeräte) und Rittal (Schaltschränke). Nach dessen Tod wurden die Marken aufgeteilt, Friedhelm Loh übernahm die Führung über Rittal und baute das Unternehmen und die Holdinggesellschaft von damals rund 200 auf inzwischen rund 11.600 Mitarbeitern aus.

Seit 2016 ist Loh außerdem Mitglied des Aufsichtsrats der Klöckner & Co SE.

Platz 14: Wolfgang Maguerre (9,5 Mrd. US-Dollar)

Maguerre gründete in den frühen 80er Jahren das Pharmaunternehmen Octapharma in der Schweiz. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro, vor allem im Bereich von Medikamenten zur Behandlung der Blutgerinnung. Inhaber Maguerre besitzt dabei neun Patente im Bereich Infektionen und Blutplasma.

Auch als Philantroph trat Wolfgang Maguerre in den vergangenen Jahren in Erscheinung. So unterstützte er die Sanierung des Theaters in seiner Heimatstadt Heidelberg mit mehr als 15 Millionen Euro. Auch während der Corona-Krise spendete er 500.000 Euro zugunsten Heidelberger Geschäfte.

Platz 13: Andreas von Bechtolsheim (9,9 Mrd. US-Dollar)

Andreas von Bechtolsheim tritt aktuell vor allem als Gründer und Chairman des US-Netzwerktechnik-Herstellers Arista Networks in Erscheinung. Bekannt – und reich – wurde er jedoch vor allem als Mitbegründer der Computerfirma Sun Microsystems (heute Teil von Oracle) und als einer der ersten Investoren von Google. In den späten 90ern unterstützte er das noch junge Unternehmen mit 100.000 US-Dollar. Nach dem Börsengang Googles 2004 war diese Beteiligung auf einen Wert von 500 Millionen US-Dollar angewachsen.

Platz 12: Uğur Şahin (10,7 Mrd. US-Dollar)

Uğur Şahin ist einer der ganz großen Gewinner der Corona-Krise. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Özlem Türeci ist er Gründer des Pharmaunternehmens BioNTech, dem führenden Entwickler von Impfstoffen gegen COVID-19. Der Schwerpunkt seiner Forschung lag schon lange zuvor auf Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und weiteren schweren Krankheiten. Der neuartige mRNA-Impfstoff kann auch auf diesen Gebieten in Zukunft einen Durchbruch bringen – was das Vermögen Şahins weiter in die Höhe treiben dürfte.

Platz 11: Alexander Otto (11,7 Mrd. US-Dollar)

Als jüngster Sohn von Unternehmensgründer Werner Otto und seiner Frau Maren kommt ein großer Teil des Vermögens Alexander Ottos ebenfalls aus Aktien der Otto Group. Hauptsächlich ist er jedoch Vorsitzender der Geschäftsführung der ECE Group, die sich auf Investitionen in Großimmobilien wie Einkaufszentren konzentriert.

Daneben engagiert sich Alexander Otto mit mehreren Stiftungen in seiner Heimatstadt Hamburg. So unterstütze er beispielsweise die Modernisierung der Hamburger Kunsthalle.

Platz 10: Georg Friedrich Wilhelm Schaeffler (11,8 Mrd. US-Dollar)

Als Sohn des Unternehmensgründers Georg Schaeffler ist Georg Friedrich Wilhelm Schaeffler heute Hauptgesellschafter der Schaeffler Gruppe, eines der größten Zulieferer der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Seit 2009 gehört auch die Continental AG zur Schaeffler Gruppe. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen fast 84.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro.

Platz 9: Reinhold Würth (15,8 Mrd. US-Dollar)

Reinhold Würth baute sein Unternehmen aus dem Vorbesitz seines verstorbenen Vaters auf und entwickelte das Schrauben-Handelsunternehmen Würth von einer regional ansässigen Handelsfirma zu einer international operierenden Gruppe. Damit sichert er sich Platz 8 im Ranking der reichsten Deutschen.

In der Sammlung Würth sind Werke berühmter Künstler wie Lucas Cranach der Ältere und Emil Nolde vereint. Diese Kunstwerke werden an mehreren Stellen in Europa ausgestellt.

Platz 7/8: Andreas & Thomas Strüngmann (je 21,1 Mrd. US-Dollar)

Die Zwilinge Andreas und Thomas Strüngmann profitierten ebenfalls von der Corona-Krise. Als Gründer des Pharmaunternehmens Hexal halten sie rund 50% der Biontech-Aktien, die nach der Entwicklung des COVID-19-Impfstoffes rapide im Kurs angestiegen sind.

Platz 6: Theo Albrecht, jr. (21,1 Mrd. US-Dollar)

Die Gebrüder Albrecht, Gründer des Lebensmitteldiscounters Aldi, stehen nach wie vor an der Spitze der Liste. 1945 übernahmen die Brüder das elterliche Lebensmittelgeschäft. 1961 trennten die Brüder die Kette in Nord (Theo) und Süd (Karl). Nach seinem Tod 2010 verwalten nun Sohn Theo Albrecht, jr. und seine Mutter sein Vermögen.

Platz 5: Stefan Quandt (22,8 Mrd. US-Dollar)

Anders als seine Schwester Susanne Klatten steht Stefan Quandt selten im Licht der Öffentlichkeit. Als Großaktionär des BMW-Konzerns und Alleinaktionär der Management-Holding Delton ist Quandt zu seinem Vermögen gekommen. Über seine GmbH Aqtivator fördert er Projekte für Kinder und Familien in Bezug auf Integration und Chancengleichheit.

Platz 4: Susanne Klatten (28,5 Mrd. US-Dollar)

Susanne Klatten ist Deutschlands reichste Frau. Als Tochter des Industriellen Herbert Quandt erbte sie 1982 sein Vermögen. Seitdem tritt Klatten vor allem als Anteilseignerin von BMW in die Öffentlichkeit. Außerdem besitzt sie Anzetile an weiteren Unternehmen, darunter der Windturbinenhersteller Nordes und das Kohlenstofffaserunternehmen SGL Carbon.

Zusammen mit dem Analyseunternehmen Phioneo rief sie 2016 die SKala-Initiative ins Leben, die rund 100 gemeinnützige Organisationen in der ganzen Bundesrepublik fördert. Daneben ist Klatten eine der größten Parteispender der CDU und der FDP.

Platz 3: Dieter Schwarz (30,0 Mrd. US-Dollar)

Dass sich mit Lebensmittelmärkten gutes Geld verdienen lässt, zeigte der Unternehmer und Lidl-Gründer Dieter Schwarz. Dessen Vater Josef Schwarz eröffnete 1973 den ersten Discountermarkt und bis zu seinem Tod 1977 gründete er 29 weitere Märkte.

Anschließend übernahm Dieter Schwarz die Kette und expandierte in ganz Deutschland. Erst 1988 wurden die Märkte international aufgebaut, heute gibt es Lidl-Märkte in fast allen Ländern Europas.

Platz 2: Klaus-Michael Kühne (35,9 Mrd. US-Dollar)

Fußballvereine haben seit mehreren prominente deutsche Geldgeber. Klaus-Michael Kühne ist einer von Ihnen und unterstützt seinen Herzensclub, den Hamburger SV.

Als Mehrheitseigner und Verwaltungsratsmitglied des Logistikkonzerns Kühne + Nagel ist seit 1998 tätig. Bereits im Alter von 29 Jahren wurde er nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Vorstandsvorsitzender.

Platz 1: Beate Heister & Karl Albrecht, jr. (43,3 Mrd. US-Dollar)

Ähnlich wie Theo Albrecht jr. stehen auch die Erben von Aldi Süd nur ungern in der Öffentlichkeit. Gemeinsam kontrollieren die Geschwister die Siepmann-Stiftung, die das Unternehmen steuert und das Gesamtvermögen und das Markenrecht hält. Gemeinsam bilden die beiden Aldi-Gesellschaften den größten Discounter der Welt.

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Felix Reinecke
Von: Felix Reinecke. Über den Autor

Felix Reinecke war in der Vergangenheit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen tätig und verstärkt seit 2011 das Team von GeVestor.

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