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Bruttoinlandsprodukt: Top 10 Länder weltweit

Bruttoinlandsprodukt: Top 10 Länder weltweit
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Inhaltsverzeichnis

Sicherlich haben auch Sie schon einmal vom Bruttoinlandsprodukt gehört, welches häufig mit BIP abgekürzt wird. Doch wissen Sie auch, was genau hinter dieser Messgröße eingesteckt? Wir möchten in unserem Beitrag darauf eingehen, worum es sich beim Bruttoinlandsprodukt handelt und warum dieses von großer Bedeutung ist. Ferner erläutern wir, worin der Unterschied zwischen dem nominalen und dem realen BIP besteht. Darüber hinaus zeigen wir die drei unterschiedlichen Berechnungsmethoden. Am Ende des Beitrages gibt es eine interessante Liste mit den Ländern, die rund um den Globus das größte BIP haben.

Was ist das Bruttoinlandsprodukt?

Das Bruttoinlandsprodukt ist eine wichtige Messgröße, die im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Leistung eines Landes steht. Dabei ist stets ein bestimmter Zeitraum die Grundlage für die Berechnung des BIP. Vereinfacht dargestellt wird mit dem Bruttoinlandsprodukt gemessen, welchen Wert sämtliche im Inland produzierten Güter sowie Dienstleistungen haben. Man spricht in dem Zusammenhang auch von Leistungswertschöpfung. Anschließend findet beim BIP noch eine Preisbereinigung statt und auf Grundlage der Vorjahrespreise wird zudem auf diese Weise die reale Wirtschaftsentwicklung dargestellt. In erster Linie dienen das Bruttoinlandsprodukt und dessen Veränderung als Maßstab für das Wirtschaftswachstum innerhalb einer Volkswirtschaft. Dort ist es sogar die wichtigste Messgröße überhaupt.

Warum ist das BIP von großer Bedeutung?

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum das Bruttoinlandsprodukt aufgrund seiner Aussagekraft von großer Bedeutung ist, insbesondere:

  • Maßstab im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum
  • Verfügbare Einkommen der Haushalte darstellen
  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als Wohlstandsindikator

Die Hauptaufgabe des Bruttoinlandsproduktes besteht darin, dass am BIP das Wirtschaftswachstum abgelesen werden kann. Die Grundlage ist schlichtweg die Veränderungsrate des BIP. Das Wirtschaftswachstum wiederum gilt global als eine Art Erfolgskriterium, wie gut Politiker und sonstige Beeinflusser der Wirtschaft ihre Aufgaben erledigt haben. Darüber hinaus gibt es mittels des Bruttoinlandsprodukts die Möglichkeit, einen Vergleich mit anderen Ländern zu ziehen. Dies gilt sowohl für die absolute Zahl als auch die Veränderung zum Vorjahr.

Ebenfalls wichtig ist das Bruttoinlandsprodukt, weil sich darin die Produktionsentwicklung ablesen lässt. Gleiches gilt für die Konsummöglichkeiten, die im Bereich einer Volkswirtschaft zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist es ebenfalls möglich, sich ein Bild über das Bruttoinlandsprodukt zum verfügbaren Einkommen innerhalb einer Volkswirtschaft zu machen. Weitere interessante Daten, die sich ebenfalls aus dem BIP ableiten lassen, sind insbesondere das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Es handelt sich dabei um eine Art Wohlstandsindikator, da in diesem Fall heruntergerechnet wird, was jeder Bürger am Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Dadurch ist es einfach möglich, unterschiedliche Staaten oder Wirtschaftsräume im Hinblick auf den materiellen Wohlstand miteinander zu vergleichen.

Was ist der Unterschied zwischen dem nominalen und realen Bruttoinlandsprodukt?

In der Praxis haben Sie vielleicht schon einmal mitbekommen, dass es einen Unterschied zwischen dem nominalen und dem realen Bruttoinlandsprodukt gibt. Kennzeichnend für das nominale BIP ist, dass dieses die Summe sämtlicher im Inland stattfindenden Wertschöpfung angibt. Das wiederum führt dazu, dass das nominale BIP in Abhängigkeit zum Preisindex steht, der sich natürlich innerhalb einer Volkswirtschaft stetig ändern kann. Eine Folge davon ist, dass das nominale Bruttoinlandsprodukt ansteigt, wenn auch die Marktpreise steigen und somit die Inflationsrate. Auf der anderen Seite sinkt das nominale Bruttoinlandsprodukt, wenn es sich tendenziell um eine Deflation mit sinkenden Preisen handelt.

Im Unterschied dazu soll das reale Bruttoinlandsprodukt möglichst unabhängig von Preisveränderungen sein und wird aus dem Grund häufig genutzt. Das passiert so, dass sämtliche Güter und Dienstleistungen nicht abhängig vom Preisindex sind, sondern stattdessen findet die Bewertung zu den Preisen eines sogenannten Basisjahres statt. Hierzulande wird nach wie vor das Jahr 2005 als Grundlage genutzt. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen dem nominalen und dem realen BIP, die sich durch die folgende Gleichung verdeutlichen lässt:

Reales BIP = nominales BIP / Preisindex

Berechnung des Bruttoinlandsproduktes – die drei Berechnungsmethoden

Da sich aus dem Bruttoinlandsprodukt zahlreiche Informationen ableiten lassen, ist es nicht ungewöhnlich, dass manchmal die Entwicklung von der einen und manchmal von der anderen Seite betrachtet werden soll. Unter anderem aus diesem Grund gibt es gleich drei unterschiedliche Methoden, wie die Berechnung des BIP stattfinden kann, nämlich:

  • Entstehungsrechnung
  • Verwendungsrechnung
  • Verteilungsrechnung

Mit diesen drei unterschiedlichen Berechnungsmethoden und deren Unterschiede möchten wir uns im Folgenden etwas näher beschäftigen.

Entstehungsrechnung BIP

Die Entstehungsrechnung hat den Produktionsansatz zugrunde liegen und beinhaltet, dass hier die Angebotsseite näher betrachtet wird. Zu diesem Zweck wird in erster Linie die Wertschöpfung sämtlicher Produzenten ermittelt. Das geschieht dadurch, dass die Differenz zwischen dem Gesamtwert aller Waren sowie Dienstleistungen und dem Vorleistungsverbrauch im ersten Schritt ermittelt wird. Anschließend werden dann bestimmte Gütersteuern addiert und auf der anderen Seite Subventionen subtrahiert. Auf dieser Grundlage findet die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes im Rahmen der Entstehungsrechnung nach dem folgenden Schema statt:

Wertschöpfung aller Produzenten (Produktionswert)

– Vorleistungen

= Bruttowertschöpfung

+ Steuern

– Subventionen

= Bruttoinlandsprodukt

Verwendungsrechnung BIP

Eine alternative Möglichkeit zu Berechnung des Bruttoinlandsproduktes beschäftigt sich nicht mit der Angebots-, sondern stattdessen mit der Nachfrageseite. Es handelt sich dabei um die Verteilungsrechnung, die auch als Ausgabensatz bezeichnet wird. Jedenfalls stehen die privaten Konsumausgaben im Mittelpunkt, zu denen zudem die Konsumausgaben des Staates, die Bruttoinvestitionen sowie die Exporte hinzugerechnet werden. Anschließend findet noch die Subtraktion der Importe statt, sodass man in der Summe das Bruttoinlandsprodukt erhält. Demzufolge findet die Ermittlung des BIP auf Grundlage der Verwendungsrechnung wie folgt statt:

Private Konsumausgaben

+ Konsumausgaben des Staates

+ Bruttoinvestitionen

+ Exporte

– Importe

= Bruttoinlandsprodukt


Verteilungsrechnung BIP

Die dritte Methode, um das Bruttoinlandsprodukt zu berechnen, nennt sich Verteilungsrechnung. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es in dem Fall darum aufzuzeigen, auf welche Art und Weise sowie an wen die Verteilung des erwirtschafteten Bruttoinlandsproduktes stattfindet. Hier geht es demnach in erster Linie um die geleisteten Einkommen, die ein Arbeitnehmer, Unternehmen und in Form von Abgaben ebenso an den Staat fließen. In dem Fall findet die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes auf der folgenden Grundlage statt:

Arbeitnehmerentgelt (ausschließlich Inländer)

+ Unternehmens- und Vermögenseinkommen

= Volkseinkommen

+ Produktions- und Importabgaben an den Staat

– Subventionen seitens des Staates

+ Abschreibungen

= Bruttonationaleinkommen

– Primäreinkommen aus der restlichen Welt

= Bruttoinlandsprodukt

Diese Berechnung ist demnach am umfangreichsten, weil hier noch etwas mehr Zahlen mit einbezogen werden müssen, als es bei der Entstehungs- und der Verwendungsrechnung der Fall ist.

Welche Länder haben das höchste Bruttoinlandsprodukt?

Wie wir in unserem Beitrag bereits mehrfach erwähnt haben, dient das Bruttoinlandsprodukt als wichtiger Maßstab auch dazu, im internationalen Vergleich die Wirtschaftsentwicklung gegenüberzustellen. So wird beispielsweise das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aus verschiedenen Ländern als Maßstab dafür genommen, wie es um den Wohlstand der jeweiligen Bevölkerung bestellt ist. Darüber hinaus lässt sich das BIP natürlich auch in absoluten Zahlen zwischen den verschiedenen Ländern und Wirtschaftsregionen vergleichen. Obwohl die deutsche Wirtschaft von verschiedenen Seiten aus in den letzten Jahren teilweise deutlich kritisiert wurde, belegt die Bundesrepublik Deutschland auf Grundlage der Zahlen von 2020 den vierten Platz im Ranking der 20 Länder mit dem größten Bruttoinlandsprodukt.

Unserer folgenden Tabelle können Sie entnehmen, welche zehn Länder im Jahre 2020 auf Basis des Bruttoinlandsproduktes die Top 10 Plätze eingenommen haben.

PlatzLandBIP in Billionen USD
1USA20,89
2China14,86
3Japan5,04
4Deutschland3,84
5Großbritannien2,70
6Indien2,66
7Frankreich2,62
8Italien1,88
9Kanada1,64
10Korea1,63


Eine Anmerkung zur Tabelle: Manche Länder und Regionen lassen sich natürlich nur mit einer relativ geringen Aussagekraft im Hinblick auf das absolute Bruttoinlandsprodukt miteinander vergleichen. Oftmals ist es stattdessen wichtiger, sich die Entwicklung des BIP innerhalb einer Region über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu betrachten. Dann wird nämlich deutlich, ob und in welchem Umfang die Wirtschaft wächst und damit eine positive Entwicklung nimmt.