Gold und Öl – was passiert hier?

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Beides hoch. Letztlich haben sowohl Gold als auch Öl weitere Anstiegschancen. Beide konsolidieren gerade die vergangene Rallye. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Haben Sie mir geglaubt? Als wir im März beim 61,8er Retracement im Gold die ersten Umkehrsignale gesehen haben, bin ich long gegangen. Heute stehen wir schon 150 US-Dollar höher. Nahezu still und heimlich konnte sich Gold nach oben mogeln.

Gold im Wochenchart

Hier sehen Sie die Unterstützung im Bereich des 61,8er Retracements bei 1.690 US-Dollar. Kurz unter 1.680 US-Dollar wurde Gold dann immer wieder hochgekauft.

Jetzt kämpfen wir mit dem 38,2er Retracement um 1.837 US-Dollar. Das ist nicht unüblich. Die Kurse könnten jetzt auch kurz konsolidieren, bevor es im Anschluss zu einem weiteren Anstieg kommt. Nächster Halt könnte dann das 23,6er Retracement sein bei etwa 1.928 US-Dollar. Doch jetzt müssen wir erst einmal die 1.850 knacken.

Viele Anleger haben Gold links liegen gelassen, weil es auch medial kaum noch erwähnt wird. Außer in eisernen Kreisen die sich dem Gold verschrieben haben. Doch mit so viel Bitcoin und den anderen Kryptowährungen, die alle für Schlagzeilen sorgen, kann Gold schon einmal in Vergessenheit geraten. Das ist vielleicht auch besser so. Wenn hier weniger gezockt wird und die Großbanken sich eher Sorgen um Bitcoin machen als den Goldpreis nach unten zu drücken.

Noch lange nicht am Ziel

So könnten wir meine Prognose für Gold zusammenfassen. Ich gehe aktuell davon aus, dass wir bis Ende nächsten Jahres wieder über der 2.000 US-Dollar stehen. Mein Optionsschein hat einen sportlichen Basispreis von 2.500 US-Dollar – die müssen aber bis Ende 2022 nicht erreicht werden, damit der Schein Gewinn abwirft, solange ich ihn rechtzeitig verkaufe.

WTI im Wochenchart

An der Tankstelle ärgert sich in den USA schon so mancher Biden-Wähler über die hohen Preise. Das war unter Trump günstiger. Da wird jetzt sogar schon die Frage gestellt, ob die bösen Tweets den orangenfarbenen Präsidenten wirklich so schlimm waren. Ober ob man das nicht ausgehalten hätte, wenn es dafür weiterhin günstige Tankfüllungen geben würde.

Tja, die Chance ist jetzt erst einmal vorbei. Der US-Amerikaner an sich tankt gerne günstig und manchmal ist das scheinbar der einzige politische Nenner, auf den sich die Masse einigen kann. Kein Wunder. Die Entfernungen sind riesig und ohne Auto sind die meisten Bürger aufgeschmissen. Das liegt natürlich auch am maroden oder nicht existenten öffentlichen Nahverkehr. Doch das ist ein anderes Thema.

Der Benzingott wird angebetet, wie kein Zweiter. Hier ärgert sich der Wähler mehrmals im Monat, wenn der Sprit teurer ist als gewohnt. Der Chart erzählt dagegen eine etwas anderes Geschichte derzeit.

Sie sehen den Corona-Crash beim WTI, der vermutlich so schnell nicht wiederholt wird. Die Futures wurden im Minus gehandelt, weil das Öl irgendwohin musste. Jetzt hat sich die Lage wieder normalisiert. Wir stehen dort, wo wir die meiste Zeit über im Jahr 2019 standen. Doch vermeintlich ist es nicht das Ende des Anstiegs.

Die Extreme gehen in beide Richtungen. 2008 nach dem Lehmann-Crash kostete WTI über 140 US-Dollar. Beim Corona-Crash 0 US-Dollar. Also treffen wir uns jetzt einfach in der Mitte und peilen die 70 US-Dollar an. Das stimmt zwar für den Moment, wird aber auf Dauer nicht gutgehen. Geopolitisch wird mit Biden sicherlich auch fest an den Raffinerien gerüttelt, sodass es hier zu Schwankungen kommen wird. Tendenziell bin ich bullisch für den Ölpreis eingestellt. Davor haben hierzulande ja auch schon einige Angst, wenn die neue Kanzlerin von den Grünen kommt.

Fazit:

Beides hoch. Letztlich haben sowohl Gold als auch Öl weitere Anstiegschancen. Beide konsolidieren gerade die vergangene Rallye. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir von den Jahreshochs noch einiges entfernt sind.

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Gold und Öl unter der Lupe in der ChartanalyseÄhnlich wie beim Gold brauchen wir also noch mindestens einen Tag Geduld, bis wir wirklich etwas sehen, mit dem wir arbeiten / traden können. › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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