Kupfer

Der Weltmarkt für Kupfer unterliegt starken Schwankungen. Lesen Sie hier Neuigkeiten und wissenswerte Artikel rund um den Kupfermarkt.
9 min | Stand 23.12.2021
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zum Thema Kupfer

Kupfer ist ein Halbedelmetall, welches relativ weich und formbar ist. Aufgrund seiner guten Leitfähigkeiten für Wärme und Elektrizität wird es u. a. in Kabeln, Schaltkreisen und Spulen verwendet. Größter Kupfer-Produzent ist aktuell Chile, gefolgt von China, Peru und den Vereinigten Staaten.

Kupfer als Anlageobjekt – wann das bekannte Halbedelmetall ins Depot gehört

Jeder kennt das chemische Element Kupfer. Viele Menschen bezahlen jeden Tag unbemerkt mit Kupfermünzen, wenn sie 10, 20 oder 50 Cent-Münzen zum Einkaufen verwenden, die im Kern aus einer Kupfer-Nickel-Legierung bestehen. Ohne Kupfer wäre unsere fortschrittliche digitalisierte Gesellschaft nicht vorstellbar, da in vielen Alltagsgegenständen Kupfer enthalten ist. Unter anderem wird Kupfer in der Elektro- und Installationstechnik, für moderne Computer, Smartphones und andere Maschinen und Geräte und zur Herstellung Kunstgegenständen genutzt. Schon seit Jahrtausenden schätzt man Kupfer und seine Patina in der Kunst, für Schmuck, im Bauwesen für Dächer und Regenrinnen oder für andere hochwertige Gegenstände ein.

In allen Kabeln, die elektrischen Strom leiten sowie in Transformatoren und Platinen wird Kupfer wegen seiner exzellenten elektrischen Leitfähigkeit eingesetzt. Aufgrund seiner vorzüglichen Eigenschaft als Wärme- und Stromleiter ist es aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Kupfer leitet Strom besser als Gold und überzeugt vor allem durch die Eigenschaft, dass es als weiches Metall ohne Aufwand weiterverarbeitet werden kann.

Aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften ist Kupfer ein begehrtes Metall, dessen Preis in den letzten Jahren fortlaufend gestiegen ist. Es gehört als wichtiges Funktionsmetall zu den Halbedelmetallen. Als Halbedelmetalle bezeichnet man korrosionsbeständige Metalle, die nicht mit Luft und Wasser reagieren.

Neben den bekannten Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin werden ebenso Halbedelmetalle wie Zink, Zinn, Silicium oder Aluminium aufgrund ihres industriellen Werts an der Börse gehandelt. Der Handel erfolgt nicht mit physischen Rohstoffen, sondern mit sogenannten Verbriefungen oder Zertifikaten. Kupfer wird unter der Wertpapierkennnummer (WKN) COM007 und der internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) XC0005705501 gehandelt.

Dieser Artikel gibt Privatanlegern aus Investorensicht einen Einblick, welche Eigenschaften Kupfer wertvoll machen, wie es gewonnen und verarbeitet wird und welches die wichtigsten Erzeugerländer sind. Außerdem geht der Artikel darauf ein, wie und wo Kupfer gehandelt wird und wie Anleger vom steigenden Kupferpreis profitieren können.

Eigenschaften und Verwendungszwecke für Kupfer

Das chemische Element Kupfer, das unter dem Elementsymbol „Cu“ und der Ordnungszahl 29 bekannt ist, ist ein chemisches Element, das in der Erdkruste mit einem Anteil von 2,5 Prozent vorkommt. Sein Schmelzpunkt liegt bei 1.083,4 Grad Celsius. Kupfer findet sich hoher Konzentration in Gesteinen von unterirdischen Erzlagerstätten, wo es in der Regel in Form von Kupfererzen auftritt. Man kann Kupfer aus Erzen, Sand und Kupferkies gewinnen. Kupfer ist weltweit verbreitet und wird hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent und in China gefördert und abgebaut. Als Übergangsmetall kann es vor allem an seiner rot-bräunlichen Farbe erkannt werden.

Sein lateinischer Name „cuprum“ bedeutet übersetzt „Erz von der griechischen Insel Zypern,“ was aufzeigt, dass eines der wichtigsten Abbaugebiete im Altertum der Mittelmeerraum rund um die Insel Zypern war. Kupfer wird als primäres Metall in der Metallurgie genutzt. Als Metallurgie bezeichnet man alle Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Metallen. Kupfer wird in der Schwerindustrie sowie in der Automobilindustrie und in vielen anderen Branchen großflächig eingesetzt. Von der Textil- bis zur Landwirtschaft, im Bauwesen, beim Bau von Häusern bis zum Schutz vor Stromschlägen, von der Stromversorgung bis zum Betrieb von Kommunikationstechnik – überall wird Kupfer benötigt. Als eines der widerstandsfähigsten und gleichzeitig formbaren Halbedelmetalle wird es für nahezu alle Produktionsprozesse eingesetzt.

Der rot-bräunliche Farbton von Kupfer wird durch Oxidsalz-Kupfer-Verbindungen bewirkt. Kupfer hat insgesamt eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, da es viele Verbindungen mit anderen Metallen eingehen kann. Aus diesem Grund ist es für die Industrieproduktion eines der wesentlichsten Übergangsmetalle, um Hochleistungsprodukte zu produzieren. Kupfer wird industriell vor allem genutzt, um eine signifikante Menge an Leitungs- und Verbindungsstellen zwischen Metallteilen zu bilden. Seit mehr als 100 Jahren wird es erfolgreich in industriellen Fertigungsverfahren eingesetzt.

Kupfer finden, schürfen und weiterverarbeiten – wie aus Kupfererz Kupfer wird

Kupfer wird in Bergwerken und Kupferminen gefördert. Bis zur Herstellung des Endproduktes erfolgen verschiedene komplizierte Herstellungs- und Produktionsschritte. Ausgangsstoff der Kupferherstellung ist Kupfererz. Die größten Kupfererz-Produzenten unserer Erde befinden sich gemäß einer aktuellen Statistik in Chile. Im Jahr 2020 wurden in diesem südamerikanischen Land über 5,7 Millionen Tonnen Kupfererz gefördert. Auf den weiteren Plätzen folgen Peru, China, der Kongo und die Vereinigten Staaten von Amerika, die pro Land mehr als 1 Million Tonnen Kupfererz fördern.

Wie das Statistikprotal Statista berichtet, wurden im Jahre 2019 in Deutschland rund 600.000 Tonnen Kupfererz gewonnen. In Europa wurden im gleichen Zeitraum insgesamt knapp 4 Millionen Tonnen Kupfererz gefördert. In Europa sind die größten Kupferlagerstätten in Russland und Polen zu finden. In Bulgarien, Finnland Portugal, Spanien und Schweden wird Kupfer im industriellen Stil in Europa gefördert. Die größten Kupferreserven vermutet man in Chile mit einer Kapazität von mehr als 200 Millionen Tonnen.

So läuft die Förderung von Kupfererzen in einer Kupfermine ab

Chile als wichtigster Kupfererz-Produzent verfügt über zahlreiche Kupferminen und Kupferbergwerke. Die größte Kupfermine der Welt befindet sich in der chilenischen Atacamawüste. Die Kupfermine Chuquicamata ist mehr als 1 Kilometer tief und mehrere Kilometer lang. Das Abbauareal erstreckt sich insgesamt über mehr als 120 km². Tausende von Bergarbeitern arbeiten rund um die Uhr in der Mine, um Kupfererz abzubauen. Hierfür sprengen die Bergleute Felswände und fahren das Geröll mit überdimensionalen LKWs ab, um das Gestein einzuschmelzen.

Ein einzelner LKW kann bis zu 400 Tonnen Geröll und Kupferkies aufnehmen. Für den Abbau von Kupfer in Bergwerken und Minen wird viel Wasser benötigt. Umweltschützer kritisieren, dass vor allem in Wüstenregionen ein Großteil des vorhandenen Grundwassers für den Abbauprozess genutzt wird. Für Chile schätzt man, dass mehr als 20 Prozent des gesamten chilenischen Wasserbedarfs im Bergbau benötigt werden.

Der Herstellungsprozess von Kupfer – in drei Schritten von Kupferkies zu reinem Kupfer

  1. Erzeugen von Kupferstein

Der geschürfte Kupferkies wird im ersten Produktionsschritt zusammen mit Koks zu Kupferstein (Cu2S) geröstet. Koks ist ein kohlenstoffhaltiger Brennstoff, der aus Braun- oder Steinkohle gewonnen wird. Hierfür werden beide Komponenten unter Luftzufuhr bei einer Hitze von 500 Grad bis über 1.000 Grad geröstet. Ziel dieses Produktionsschrittes ist es, Eisenoxide und Kupferstein zu trennen oder fachlich genannt zu verschlacken. Dies geschieht durch die Zugabe von kieselsäurehaltigen Stoffen. Die Eisensilikat-Schlacke schwimmt nach der Röstung auf dem Kupferstein und wird abgegossen. Der Kupferanteil von Kupferstein beträgt knapp 70 Prozent.

  1. Weiterverarbeitung zu Rohkupfer

Im nächsten Schritt wird der gewonnene Kupferstein glutflüssig erhitzt und zu Rohkupfer weiterverarbeitet. Hierfür wird das Konverter-Verfahren genutzt, dass das Ziel hat, Störelemente, die die Qualität und Reinheit beeinflussen, zu entfernen. Beim Konverter-Verfahren wird durch selektive Oxidation mit reinem Sauerstoff der Kupferanteil im gewonnen Rohkupfer auf bis zu 98 Prozent erhöht. Beim sogenannten Schlackenblasen wird Eisensulfid zu Eisenoxid gegossen.

  1. Die Elektrolyse garantiert höchstmögliche Reinheit

Im letzten Schritt wird das Rohkupfer elektrolytisch gereinigt. Bei der Elektrolyse werden chemische Verbindungen unter Einwirkung von Elektrizität aufgespalten. Bei der Elektrolyse wird elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt. Zum Schluss dieses Prozesses liegt der Reinheitsgehalt des Kupfers bei 99,99 Prozent.

Nach der Produktion wird Kupfer in der Industrie weiterverarbeitet und für unterschiedlichste Produkte genutzt.

Wie Anleger von Kupfer als Geldanlage profitieren können

In der Regel wird Kupfer an der Börse in Form vom Zertifikaten gehandelt. Goldhändler bieten in Einzelfällen ebenfalls physisches Kupfer als Kupferbarren an. Der Edelmetallhändler Degussa offeriert beispielsweise gegossene Kupferbarren in einer Variante von 500 Gramm und einen größeren Barren zu 1.000 Gramm an. Geworben wird mit Kupferbarren zum einen als modernes Accessoire und zum anderen als zukunftsorientierte Geldanlage.

Bei Preisen von knapp 40 Euro pro Kilobarren Kupfer ist eine ernst zu nehmende Geldanlage mit physischen Barren nicht zu empfehlen. Bei einem Investment von 10.000 Euro würde sich ein Barren-Berg von 250 Kilogramm aufhäufen. Der Kauf von Zertifikaten, die den Kupferpreis abbilden, kann gleichzeitig lukrativ sein, da Kupfer ein begehrtes Halbedelmetall ist, dessen Preis in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist.

Preisentwicklung von Kupfer in den letzten Jahren mit deutlichen Schwankungen

Wer sich für die Entwicklung des Kupferpreises in den letzten zehn Jahren interessiert, stellt fest, dass der Kupferpreis enormen Schwanken unterliegt. 2012 lag der Kupferpreis bei knapp 7.500 Euro pro Tonne. Im Laufe der Jahre bis 2016 halbierte sich der Wert nahezu. Im Jahre 2016 wurde eine Tonne Kupfer für unter 4.000 Euro gehandelt. Seit dem Jahr 2016 hat Kupfer erneut eine rasante Entwicklung hingelegt. Im Jahr 2021 notierte die Tonne Kupfer bei über 8.600 Euro.

Betrachtet man kürzere Zeithorizonte, ist ähnliches sichtbar. Zum Beispiel verzeichnete der Kurs von Kupfer am 12.05.2021 einen Höchstwert von 8.640,02 Euro pro Tonne. Einen Monat zuvor, am 12.04.2021 mussten Käufer von Zertifikaten, die den Kupferpreis abbilden, 7.443,96 Euro zahlen.

Ausblick auf die Entwicklung des Kupferpreises in den nächsten Jahren

Zertifikate und Wertpapiere unterliegen im Allgemeinen Schwankungen, die durch Angebot und Nachfrage und andere wirtschaftliche Stellschrauben beeinflusst werden. Trotz dieser Tatsache erwarten Experten, dass sich der Kupferpreis in den nächsten Jahren tendenziell positiv entwickelt.

Grund für diese Annahme ist der enorme Bedarf von Kupfer auf dem Weltmarkt. Gemäß dem Deutschen Kupferinstitut beträgt der jährliche Bedarf an Kupfer weltweit 28 Millionen Tonnen. Schätzungsweise 870 Millionen Tonnen Kupferreserven befinden sich in den Böden unseres Planeten und warten auf ihre Förderung. Diese Kupferreserven reichen für die nächsten 200 Jahre aus.

Durch die Globalisierung, Vernetzung und Digitalisierung kommt Kupfer eine wichtigere Bedeutung zu. Die Elektroindustrie benötigt für ihre Produkte täglich Tonnen an Kupfer. Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls die Elektrifizierung infolge des menschengemachten Klimawandels. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, sind alle Industrieunternehmen weltweit auf funktionierende Stromnetze angewiesen, die erneuerbare Energien transportieren. Kupfer als wichtiger Bestandteil von Kabeln, Halbleitern, Akkumulatoren und Transformatoren wird in den nächsten Jahren aus diesem Grund verstärkt nachgefragt werden. Gleiches gilt für die Automobilindustrie, die pro Elektroauto im Durchschnitt dreimal mehr Kupfer benötigt, wie für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die Hälfte dieses Kupfers wird für den Akkumulator genutzt.

Bereits im Jahre 2017 schrieb die Branchenzeitung Ecomento:

Die zunehmende Verbreitung von Elektromobilität könnte bis 2027 zu einer Verneunfachung des weltweiten Kupferbedarfs der Stromer-Branche führen. Sowohl in den Batterien von Elektrofahrzeugen wie auch deren Elektromotoren kommt Kupfer zum Einsatz. Dem Branchenverband International Copper Association (ICA) zufolge können in einem einzelnen Elektro-Pkw bis zu sechs Kilometer Kupferverkabelung verbaut sein.

Eine steigende Nachfrage, weitere Streiks in den Kupferminen in Chile, über die in den Jahren 2017 und 2018 und ebenso im Jahr 2021 berichtet wurde sowie die Drosselung von Fördermengen könnte in den nächsten Jahren den Kupferpreis weiter steigen lassen. Treten die benannten Entwicklungen tatsächlich ein, kann das Halbedelmetall ein adäquates und vielversprechendes Anlageobjekt sein. Wie bei Wertpapieren üblich, kann kein Analyst ohne Zweifel die effektive Entwicklung des Kupferkurses vorhersagen. Innovationen im Fahrzeugbau oder der Batterietechnik können im Laufe der nächsten Jahre ebenfalls zu einer Reduktion der Nachfrage führen und den Kupferkurs negativ beeinflussen. Tendenziell bleibt Kupfer ein essenzielles und von vielen Branchen nachgefragtes Halbedelmetall und interessantes Anlageobjekt.

Wann Kupfer eine gute Ergänzung für Depots ist

Steigt der Kurs für Kupfer weiter an und benötigen die „Green-Technologies“ in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wie vorausgesagt enorme Mengen an Kupfer, um die Elektrifizierung der Wirtschaft und des Verkehrswesens umzusetzen, kann Kupfer ein sinnvolles Anlageobjekt darstellen.

Vor allem für Anleger, die aus Gründen der Risikostreuung breit investieren, könnte Kupfer eine interessante Ergänzung des Depots darstellen. Kupfer wird an Warenterminbörsen wie der London Metal Exchange (LME) oder der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt.

Die ersten 8 Monate des Jahres 2021, in den der Kupferpreis um mehr als 30 Prozent zugelegt hat, zeigen, welches Potenzial in Kupfer als Investmentobjekt steckt. In der Folge sind die Preise anderer Rohstoffe ebenfalls gestiegen. Da die rapide steigende Nachfrage aus China und weiteren Industrieländern dafür sorgt, dass Kupfer auf den Weltmärkten ein knappes und gefragtes Halbedelmetall ist, kann sich Kupfer zusammenfassend eignen, um das eigene Depot zu diversifizier