Finanzkrise 2012: Silbermünzen als Zahlungsmittel eine Alternative

Die Verschuldung in der Eurozone oder in den USA wird zusehends abenteuerlicher. Achtung:

Sogar Währungsreformen sind faktisch nicht ausgeschlossen. Ein Beispiel ist Argentinien 2001.

Über Nacht könnte in der Eurozone wie vor zehn Jahren in dem südamerikanischen Land eine neue Währung eingeführt werden beziehungsweise die alte Währung könnte nach einem Schnitt einen neuen Wert bekommen. Wer dann auf der sicheren Seite stehen will, braucht Alternativ-Zahlungsmittel. Denn: der erste Schritt wäre die Schließung von Banken – zumindest für einige Tage.

In Argentinien schlossen die Banken damals für einige Tage so, dass Konteninhaber nur noch begrenzt Geld abheben konnten – 250 Dollar pro Woche. Wer noch Zahhlungsmittel zu Hause hat, die allgemein anerkannt sind, würde in einer solchen Zeit stark im Vorteil sein. Silbermünzen sind eine Alternative.

Silbermünzen: die neue Währung?

In einer solchen Situation würde keine Zentralbank Silber plötzlich zum neuen Zahlungsmittel erklären. Darum geht es auch nicht – entscheidend ist vielmehr, dass Zahlungsmittel allgemein anerkannt werden und den Tausch fördern. Offiziell ist ein solches Geld aktuell verboten – und dann mit hoher Sicherheit ebenfalls -, faktisch ist das Verbot nicht durchsetzbar.

Solange Händler nicht offiziell Preise in Silbermünzen ausweisen würden, können Beteiligte tauschen, was und wie viel sie wollen. Silbermünzen haben gegenüber Goldmünzen dabei den Vorteil, dass kleinere Tauscheinheiten möglichen sind.

Allein: Silber hat in den vergangenen Wochen stark verloren. Fraglich scheint, ob der Preis noch weiter fällt. Das spricht aktuell gegen den Kauf von  Silber. Hier einige Fakten:

  • Silber hatte 2010 das beste Jahr der Geschichte seit 1989. Mit gut 80% legte das Edelmetall auf mehr als 30 Dollar pro Unze zu. 2011 hat es mit einem kleinen Minus beendet.
  • Die Schwankungen scheinen zu steigen. So war 2011 das Jahr mit zwei der besten Monate seit 1989 – Dies waren der April mit einem Plus von 28,60% sowie der Februar mit +20,7%.
  • Gleichzeitig finden sich auch zwei Monate mit den größten Minuszahlen seit 1989. Der September hat zu einem Minus in Höhe von -26,4% geführt, der Mai zu einem Minus von -20,7%.
  • Auch der schlechteste Tag der vergangenen zwölf Jahre findet sich im Jahr 2011. Dies war der 12. Mai mit einem Tagesminus von -17,1%.

GeVestor meint: Daher ist Silber mit Vorsicht zu genießen. Schnell kann es wieder bergab auf deutlich unter 20 Dollar pro Unze gehen. Es ist zu riskant, etwa ausschließlich auf Silber als Ersatz-Währung zu setzen. Gold bietet sich als Investment ebenso an – zumindest zum Teil.

Zusätzlich sind mit Ausblick auf die schwelende Finanzkrise auch 2012 Aktien wichtig. Nicht als Währung, aber als eintauschbarer Sachwert. Unternehmensbeteiligungen mit Substanz werden bis auf psychologisch begründete Dellen in der nächsten größeren Krise ihren Wert behalten. Hier verweisen wir auf unsere Dax-Empfehlungen, sogar aus dem Automobilsektor.

Falls Sie es sich bei der Auswahl sehr einfach machen wollen, greifen Sie einfach nach einem ETF börsengehandelten Fonds auf den Dax. Silbermünzen können 2012 eine gute Beimischung zu einer solchen Auswahl sein.

2. Januar 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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