Goldpreis: Diese Faktoren treiben den Preis

Beim Blick auf den Goldmarkt müssen Sie als Investor bestimmte Faktoren immer im Hinterkopf haben. Die politische Großwetterlage ist einer […]

Beim Blick auf den Goldmarkt müssen Sie als Investor bestimmte Faktoren immer im Hinterkopf haben.

Die politische Großwetterlage ist einer davon. Gerade beim Blick in die USA spielt die Einschätzung der politischen Lage eine wichtige Rolle.

Politische Großwetterlage als wichtiger Einflussfaktor für den Goldpreis

Nehmen wir nur die Zeit direkt nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump. Dort hat er mit ambitionierten Zielen in der Politik den Goldpreis unter Druck gesetzt.

So hat er eine Steuer-Reform angekündigt, bei der Unternehmen deutlich entlastet werden sollten. Dies sollte die US Konjunktur weiter antreiben.

Wäre das tatsächlich so eingetreten, hätte es sicherlich einen negativen Einfluss auf den Goldpreis gehabt.

Denn in Zeiten einer boomenden Wirtschaft sehen nur wenige Investoren tatsächlich die Notwendigkeit einer Absicherung mit Gold.

Doch außer den blumigen Ankündigungen ist durch die Administration Trump in Washington bislang sehr wenig passiert.

Insofern hat die Politik in den vergangenen Monaten die Goldpreis-Entwicklung abgestützt.

Denn je länger der neue US-Präsident im Amt ist, desto klarer wird, wie wenig er tatsächlich an praktischer Politik durchsetzt.

Er ist viel stärker mit seiner Außendarstellung beschäftigt als mit der Umsetzung konkreter politischer Ziele.

Gold-Experte Adrian Day: „Investoren erwarten zu viel vom Gold“

Ein politischer Faktor ist in diesen Tagen sicherlich auch die Wahl in Deutschland. Doch hier sehen Gold-Experten nur einen geringen Effekt für den Goldpreis.

So erklärte jetzt der bekannte Gold-Experte Adrian Day, dass:

„beim Wahlausgang in Deutschland wohl kaum mit Überraschungen zu rechnen ist. Und nur wenn es eine Überraschung gäbe, hätte die überhaupt eine Auswirkung auf den Goldpreis.“

Tatsächlich haben auch die vielen Wahlen im Jahresverlauf immer wieder gezeigt, wie gering der Markteinfluss politischer Ereignisse auf den Goldpreis ist.

Ganz kurzfristige Ausschläge sind sicherlich immer möglich. Doch langfristige Trends werden nicht von der Politik bestimmt.

Das gilt im Übrigen auch für die Rolle der Notenbanken und der Zins-Entscheidungen.

Wie Sie wissen, kommt in dieser Woche die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu einer Sitzung zusammen, um dann über die Zinsen in den USA zu entscheiden.

Hier wird der Markteinfluss ebenfalls nicht so enorm sein.

Auch an dieser Stelle hat sich Adrian Day noch einmal geäußert: Seiner Einschätzung nach erwarten viele Investoren zu viel vom Gold.

Fazit

Und tatsächlich hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass der Goldpreis auf äußere Ereignisse wie beispielsweise die Krise um Nordkorea oder auch überraschende Wahlausgänge nicht so heftig reagiert.

Das deckt sich auch mit meiner Einschätzung.

Daher sehe ich Gold weniger als kurzfristige Trading-Chance, sondern vielmehr als langfristige Basis der Geldanlage, die in jedes Depot gehört.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.