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Durchschnittliches Renteneintrittsalter: Die Deutschen arbeiten länger

Als durchschnittliches Renteneintrittsalter wird der Zeitpunkt bezeichnet, ab dem die Menschen eines Landes im Durchschnitt eine gesetzliche Rentenversicherung in Anspruch nehmen. Denn der individuelle Renteneintritt erfolgt zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten.

Der allgemeinen Tendenz des steigenden Alters bei Renteneintritt steht das vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben gegenüber, das etwa 50% aller Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Zudem unterscheidet sich das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei Frauen und Männern, zwischen einzelnen Berufsgruppen und sogar nach Regionen recht deutlich.

Das gesetzliche Renteneintrittsalter ist deshalb lediglich eine theoretische Größe, die nur als gesellschaftliche Orientierung dienen kann.

Durchschnittliches Renteneintrittsalter – der generelle Trend

Die Deutschen arbeiten insgesamt länger – diese Tendenz wird immer deutlicher. Hatten vor der Jahrtausendwende noch großzügige Vorruhestandsregelungen dafür gesorgt, dass viele Menschen ihre Lebensarbeitszeit freiwillig verkürzten, so bemühen sich jetzt immer mehr ältere Arbeitnehmer darum, möglichst lange einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.

Die durchschnittlichen Renteneintrittsalter 2002 und 2010 liegen bereits ein Jahr auseinander. 2010 betrug das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei den Männern 63,8 Jahre, bei den Frauen 63,3 Jahre. Selbst im Vergleich zum Jahr 2009 ergab sich ein signifikanter Unterschied: Die Männer arbeiteten sechs Monate länger, die Frauen fünf.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit auf einem Mittelplatz. In vielen Ländern der EU gehen die Menschen bereits vor dem 60. Lebensjahr in Rente. Schweden und Japan haben ein durchschnittliches Renteneintrittsalter, das nahe an 70 Jahren heran reicht; in Südkorea liegt es sogar darüber.

Durchschnittliches Renteneintrittsalter nach Branchen

Berufliche Qualifikation und körperliche bzw. psychische Belastung während der Lebensarbeitszeit haben einen großen Einfluss auf das individuelle Renteneintrittsalter. So werden akademische Berufe grundsätzlich länger ausgeübt als handwerkliche oder industrielle Tätigkeiten. Die durchschnittlichen Unterschiede betragen bis zu 40 Jahre.

Ärzte und Apotheker sind in der Regel noch weit über 70 Jahre hinaus im Beruf.

Ebenso bleiben Seelsorger und Geistes- bzw. Naturwissenschaftler im Durchschnitt über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus aktiv.

Die Quote bei Lehrern wird selbst durch eine hohe Zahl von Vorruheständlern nur wenig beeinträchtigt – die Lehrer belegen immer noch Platz 10 bei den am längsten ausgeübten Berufen.

Ganz anders sieht durchschnittliches Renteneintrittsalter bei Handwerkern, Industriearbeitern und auf dem Bau aus. Hier gehen in einigen Berufsgruppen die Beschäftigten in der Regel schon vor dem 40. Lebensjahr in Rente. Traditionell bilden die Bergleute den Berufsstand mit den durchschnittlich wenigsten Arbeitsjahren – 16.

Durchschnittliches Renteneintrittsalter – Gründe für den Verbleib in der Arbeitswelt

Neben der „Qualifikation zum Geldverdienen“, die z.B. als praktizierender Arzt besser zur Geltung kommt als im Ruhestand, sorgt vor allem die gegenteilige Tendenz für höhere Lebensarbeitszeiten: die Angst vor Altersarmut.

Landwirte, die den Ärzten in den Berufsjahren kaum nachstehen, haben zudem mit dem Problem des fehlenden Nachwuchses zu kämpfen. Dies sind die beiden Hauptfaktoren für einen längeren Verbleib in der Arbeitswelt. Es bleibt wahrscheinlich, dass sich das Renteneintrittsalter in Zukunft immer weiter nach hinten verschieben wird – ob aus eigenen oder rechtlich motivierten Gründen.

3. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.