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Erwerbsminderungsrente: Hinzuverdienst ist möglich

Der Erhalt einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit ist nicht gleichbedeutend damit, keine Arbeit mehr ausüben zu dürfen.

Allerdings sind dem monatlichen Hinzuverdienst Grenzen gesetzt. Werden diese überschritten, droht eine nur anteilige Rentenauszahlung oder sogar der komplette Entzug der Erwerbsminderungsrente.

Der Hinzuverdienst kann sich somit nicht nur auf die Rentenhöhe, sondern auch auf den Rentenanspruch auswirken. Um dies zu vermeiden, sollten die individuellen Hinzuverdienstgrenzen genau geprüft werden.

Erwerbsminderungsrente: Hinzuverdienst ist abhängig von vielen Faktoren

Die Grenzen des Hinzuverdienstes werden zumeist individuell bestimmt. Sie richten sich nach dem Verdienst der letzten 3 Kalenderjahre (bei einem Rentenbeginn vor 2001 nur nach dem letzten Kalenderjahr), bevor die Erwerbsminderung eintrat.

Wichtig ist auch der Ort der Beschäftigung, da bei der Berechnung zwischen alten und neuen Bundesländern unterschieden wird. In den alten Bundesländern gilt allein die monatliche Bezugsgröße.

In den neuen Bundesländern wird die monatliche Bezugsgröße mit dem aktuellen Rentenwert dieser Bundesländer multipliziert und dann durch den aktuellen Rentenwert insgesamt geteilt.

Die Hinzuverdienstgrenzen sind dynamisch. Jede Änderung der monatlichen Bezugsgrößen, die wiederum von der Lohnentwicklung abhängen, beeinflusst auch diese Grenzen.

Hinzuverdienst vor und nach 2001

Um die zulässigen Hinzuverdienstgrenzen der Erwerbsminderungsrente überhaupt ermitteln zu können, müssen die verschiedenen Renten der Erwerbsminderung voneinander getrennt betrachtet werden.

2001 trat das Alterseinkünftegesetz in Kraft. Mit diesen neuen Regelungen wurden die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Es existieren verschiedene Formen des Rentenanspruchs:

Die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (auch bei Berufsunfähigkeit), die Rente wegen voller Erwerbsminderung, die Rente wegen Berufsunfähigkeit und die Erwerbsunfähigkeitsrente.

Grenzen des Hinzuverdienstes

Bei der teilweisen Erwerbsminderung (oder Berufsunfähigkeit) wird davon ausgegangen, dass einer Teilzeitbeschäftigung problemlos nachgegangen werden kann. Je nach Höhe des Hinzuverdienstes wird dann entschieden, ob die Rente voll oder nur zur Hälfte ausgezahlt wird.

Bei Erhalt der vollen Erwerbsminderungsrente ist der Hinzuverdienst nur begrenzt möglich und beträgt maximal 450 Euro pro Monat. Bei einem geringen zusätzlichen Einkommen gilt die Mindesthinzuverdienstgrenze. Diese entspricht dem jeweils halben Durchschnittsverdienst der letzten 3 Jahre (bzw. 1 Jahr vor 2001) vor Rentenbeginn.

Auch bei der – inzwischen abgeschafften – Berufsunfähigkeitsrente lässt sich etwas hinzuverdienen. Allerdings sollte die Berufsunfähigkeit weiterhin vorliegen.

Die Erwerbsunfähigkeitsrente existiert ebenfalls nur noch für Renten vor 2001. Nebenverdienste von bis zu 400 Euro stellen kein Problem dar, soweit die Erwerbsunfähigkeit noch vorhanden ist.

Werden die Hinzuverdienstgrenzen bei einer vollen Rente überschritten, die Grenzen einer anteiligen Rente werden jedoch eingehalten, wird entsprechend eine anteilige Rente ausgezahlt. Mindert sich der Hinzuverdienst, kann auch wieder eine volle Rente bezogen werden.

Ausnahmen

Zweimal im Jahr darf die Hinzuverdienstgrenze überschritten werden. Davon profitieren beispielsweise Rentner, die Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten.

Allerdings darf der Betrag nicht den verdoppelten Grenzbetrag überschreiten.

Rentenversicherungsträger informieren

Jede Erwerbstätigkeit sollte vorsorglich dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden, um Missverständnissen vorzubeugen.

Auch bei Fragen zu dem individuellen Hinzuverdienst kann hier weitergeholfen werden.

22. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.