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Kapitalertragsteuer bei Dividenden: Das müssen Anleger beachten

Die Besteuerung von Dividenden ist mit der 2009 eingeführten Abgeltungssteuer für den Anleger noch kostspieliger geworden. Die erhöhte Kapitalertragsteuer auf Dividendenausschüttungen lässt manchen Anleger seine Anlegestrategie überdenken. Zwar locken einige Unternehmen mit steuerfreien Dividenden, doch auch hier gibt es für den Anleger einiges zu beachten.

Kapitalertragsteuer bei Dividenden

Auf Kapitalvermögen wird die Kapitalertragsteuer erhoben. Hierzu zählen auch die Dividenden. Bis Ende 2008 kam noch das Halbeinkünfteverfahren zum Tragen, welches 2001 beschlossen wurde. Der Anleger war nur mit dem halben Betrag steuerpflichtig, die andere Hälfte war steuerfrei. Dies galt sowohl für das Privat- als auch für das Betriebsvermögen.

Ab 2009 wurde die Besteuerung von Kapitalvermögen jedoch durch die Abgeltungssteuer bzw. dem Teileinkünfteverfahren bei Erträgen aus dem Betriebsvermögen ersetzt. Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Freibeträge beachten

Allerdings ist auch bei der Erhebung der Kapitalertragsteuer bei Dividenden ein Freibetrag vorhanden, der für eine gewisse Entlastung sorgt. Dieser Freibetrag, auch Sparerpauschbetrag genannt, beträgt bei Alleinstehenden 801 € und verdoppelt sich bei verheirateten Paaren auf 1602 €. Erst ab dieser Summe werden die Dividenden versteuert.

Zu beachten ist jedoch, dass dieser Sparerpauschbetrag nicht nur auf die Dividendenausschüttungen anzuwenden ist, sondern auch auf alle anderen steuerpflichtigen Kapitaleinkünfte.

Steuerfreie Dividenden möglich

Einige DAX-Unternehmen bieten ihren Anlegern die Möglichkeit, steuerfreie Dividenden zu erwerben. Unter anderem ist dies bei der Deutschen Telekom oder der Deutschen Post der Fall. Diese Unternehmen zahlen ihre Dividenden nicht aus dem Jahresüberschuss, sondern aus ihrer Kapitalrücklage. Hierauf hat der Fiskus keinen Zugriff.

Jedoch ist auch in diesen Fällen ein wichtiges Detail nicht außer Acht zu lassen. Diese Steuerbefreiung ist nur bei einem Aktienkauf vor dem 1. Januar 2009, also vor Einführung der Abgeltungssteuer möglich. Erfolgte der Kauf erst nach dem 1. Januar 2009, wird die Dividende bei einem Verkauf nachversteuert.

Aber auch für diese Nachversteuerung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Verkaufskurs darf zum Beispiel nicht höher ausfallen als der um die Dividende verminderte Kaufkurs. Dann entfällt auch die Nachzahlung.

Obacht bei Dividenden von ausländischen Unternehmen

Bis 2008 entfiel auf Gewinnausschüttungen ausländischer Unternehmen keine Kapitalertragsteuer. Dies änderte sich mit der Einführung der Abgeltungssteuer. Ausländische Unternehmen locken zum Teil mit hohen Dividenden. Bei der Auszahlung werden die Dividenden sofort mit der Quellensteuer belastet. In Deutschland kommt dann noch die Besteuerung durch die Abgeltungssteuer hinzu.

Diese Doppelbesteuerung ist allerdings nicht zulässig. Der Anleger kann sich sein Geld zurückholen. Dies gestaltet sich in einigen Ländern wie Italien oder Spanien sehr schwierig und kann einen langen bürokratischen Kraftakt bedeuten. Beispiele für eine bislang unproblematische Abwicklung sind hingegen die Schweiz und Österreich.

25. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.