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Restriktive Geldpolitik und ihre Auswirkungen

Viele Ökonomen fordern eine restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken.

Diese Forderung begründet sich auf das Risiko einer zu hohen Inflation.

Viele Anleger fragen sich welche Folgen eine restriktive Geldpolitik für die Gesamtwirtschaft und für ihre Portfolio hat.

Dieser Artikel gibt die Antwort.

Einführung: Restriktive Geldpolitik

Ziel einer restriktiven Geldpolitik ist es die Geldmenge die sich im Umlauf befindet zu reduzieren.

Diese geldpolitische Strategie wird hauptsächlich eingesetzt um eine zu hohe Inflation und Blasenbildungen zu verhindern.

Eine restriktive Geldpolitik hat im Regelfall folgende Auswirkungen:

  • Zinsen auf Spareinlagen steigen
  • Investitionen nehmen ab
  • Die Sparquote steigt (Konsum sinkt)
  • Das Wirtschaftswachstum sinkt
  • Die Inflation nimmt ab
  • Die Währung wird aufgewertet (Kapitalimporte)
  • Die Nachfrage nach Krediten sinkt
  • Aktienkurse werden belastet

Wie bei allen volkswirtschaftlichen Voraussagen sind auch diese Punkte mit Vorsicht zu genießen. Die realen Volkswirtschaften folgen keinem statischen Modell.

Es ist somit wahrscheinlich das diese Auswirkungen eintreten – aber keinesfalls sichergestellt.

Das Gegenteil einer restriktiven Geldpolitik ist eine expansive Geldpolitik.

Funktionsweise der restriktiven Geldpolitik

Eine Zentralbank kann verschiedene Maßnahmen setzen um die Geldpolitik restriktiv zu gestalten.

Die wichtigsten sind:

Leitzinssatz: Durch die Erhöhung des Leitzinssatzes werden Kredit teurer und für Banken steigt die Attraktivität der kurzfristigen Geldanlage bei der jeweiligen Zentralbank. Es fließt weniger Geld in den realen Wirtschaftskreislauf.

Mindestreserven: Zentralbanken haben die Möglichkeit Mindestreserven festzulegen. Wenn Zentralbanken die Mindestreserven von Geschäftsbanken erhöhen – so wird dem Wirtschaftskreislauf Liquidität entzogen. Banken können weniger Kredite vergeben und die Kreditkosten steigen.

Offenmarktgeschäfte: Bei Offenmarktgeschäften verkauft die Zentralbank den Geschäftsbanken Wertpapiere gegen Liquidität. Für die Banken wird es dadurch weniger attraktiv die Kreditvergabe zu erhöhen.

Restriktive Geldpolitik in der Praxis

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat als primäres Ziel die Preisstabilität festgesetzt. Die jährliche Inflation soll laut Inflationsziel der EZB um die 2% liegen.

Steigt die Inflation also bedeutend an – ist nach Richtlinien der EZB – eine restriktive Geldpolitik von Nöten.

Anders stellt sich die Situation in den USA dar. Während die EZB ihre Politik primär von der Preisstabilität abhängig macht, hat die Federal Reserve Bank (FED)  hauptsächlich die Arbeitslosigkeit im Blick.

In den USA wird eine expansive Geldpolitik so lange fortgesetzt, bis die Beschäftigungszahlen sich stark erhöhen.

Eine restriktive Geldpolitik ist in den USA nur denkbar, wenn die Arbeitslosigkeit auf ein sehr geringes Niveau fällt.

Die japanische Bank of Japan (BOJ) hingegen ist weit von einer restriktiven Geldpolitik entfernt.

Da in Japan seit Jahren eine Deflation herrscht liegt das Ziel der Bank of Japan (BOJ) darin mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen um eine Inflation zu erreichen.

Eine restriktive Geldpolitik könnte in Japan erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Inflation über 2% ansteigt.

In China hingegen hat die chinesische Nationalbank im Sommer 2013 bereits eine restriktivere Geldpolitik eingeläutet. Die exzessive Kreditvergabe in China soll eingedämmt werden um einer Blasenbildung im Finanzsektor entgegenzuwirken.

Restriktive Geldpolitik: Was zu beachten ist

Anleger sollten die Geldpolitik aller wichtigen Notenbanken der Welt ständige im Blick behalten.

Dabei ist nicht entscheidend wer die Liquidität steuert sondern wie viel Geld insgesamt in den Markt gepumpt wird.

In Zeiten restriktiver Geldpolitik ist es für Privatanleger ratsam ihr Portfolio zu überprüfen und gegebenenfalls den Aktienanteil zu Gunsten von festverzinslichen Anlagen zu reduzieren.

6. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.