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Schenkungssteuer: Darlehen ohne Zinsen sind ein Geschenk!

Steuerpflichtig ist der Teilbetrag, der nicht durch die abgezinste Rückzahlungspflicht ausgeglichen wird. Die steuerliche Bereicherung wird mit dem Kapitalwert, also dem Vielfachen des Jahreswerts, angesetzt. Der Jahreswert der „geschuldeten“ Zinsen beträgt nach § 15 Abs. 1 BewG 5,5 %. Andere Werte sind möglich. Dabei wird der Zinssatz dann mit der Laufzeit des Darlehens multipliziert.

Wie eine solche „Schenkung“ zu versteuern ist

Ein zinsloses Darlehen im Betriebsvermögen wird steuerlich zu einem außerordentlichen Ertrag. Folglich ist es nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG mit dem abgezinsten Betrag in der Steuerbilanz zu passivieren.

Schenkungssteuer: Darlehen ohne Zinsen

Nehmen wir an, Sie versuchen einem guten Freund oder einer guten Freundin aus einer finanziellen Krise zu helfen. Sie geben ihm oder ihre einen recht hohen Geldbetrag und vereinbaren, dass dieser Betrag innerhalb von 10 Jahren zurückzuzahlen ist. Die Zinsen, die aus einem Darlehen normalerweise entstehen, fallen weg. Sie werden also quasi „geschenkt“.

Aber: Je nachdem an wen geschenkt wird, d.h. welcher verwandtschaftliche Grad oder Status besteht, ändert sich der Freibetrag, der geschenkt werden darf. Aus diesem Grund sind Geldgeschenke (ab einer gewissen Höhe) als Schenkung zu betrachten, die, wenn sie nicht dem Finanzamt gemeldet wird, schnell zu einem Fall von Steuerhinterziehung werden kann.

Schenkungssteuer: Vorsicht bei Schenkung gegen Rente

Eine Steuerfalle droht bei der Schenkung von Vermögen an Kinder gegen Rente: Die Schenkungssteuer.

Demnach kann es passieren, dass eine Zuwendung unter Eheleuten vorliegt, obwohl die Kinder beschenkt wurden. Dann wird Schenkungssteuer fällig.

Schenkungssteuer bei Schenkung gegen Rente

Obwohl Kinder beschenkt werden, kann eine Zuwendung unter Ehegatten vorliegen, auf die Schenkungsteuer anfällt. Wenn nämlich ein Gatte schenkt, die Kinder im Gegenzug aber beiden Eltern ein Rentenrecht zugesagt haben.

Und dabei im Ergebnis der eine Ehegatte dem anderen einen Rentenanspruch verschafft hat. Kann so der Ehegatte über das Geld aus der Rente frei verfügen, fällt auf den Vorgang Schenkungsteuer an.

Zwei Beispiele

Hier zwei praxisnahe Beispiele: Fall 1: Die Kinder zahlen die Rente auf ein Konto ein, auf das beide Ehegatten Zugriff haben.

Fall 2: Schädlich wäre auch eine unbeschränkte Vollmacht für ein Konto, das dem anderen Ehegatten gehört.

Schenkungssteuer vermeiden: Info an Finanzamt

Wie sich die Schenkungsteuer vermeiden lässt, folgt aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az. II R 33/06). Auf der sicheren Seite sind Ehegatten, die dem Finanzamt eine schriftliche Vereinbarung vorlegen. Mit dem Inhalt, dass die Rentenzahlung nur derjenige Ehegatte erhält, auf dessen Schenkung sie beruht.

Falls eine solche Vereinbarung fehlt, ist entscheidend, welcher Ehegatte wie über das Konto verfügt. Kann hier keine saubere Trennung nachgewiesen werden, wird der Fiskus die Hand aufhalten.

24. August 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".