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Steuerklassen: Verheiratet sein spart bares Geld

Im Hinblick auf die neue Steuerklasse nach der Eheschließung gilt: Verheiratet sein spart oft richtig Geld. Frischgebackene Ehepartner sollten jedoch genau rechnen, welche Neueinordnung für sie die größten Vorteile bringt.

Im Glückstaumel in den Tagen nach der Hochzeit kann es oftmals vergessen werden: Die bisherigen Steuerklassen für Singles gelten für Ehepaare nicht mehr.

Und dies gilt unabhängig davon, ob Ehepartner bisher in der Steuerklasse 1 für Alleinstehende und getrennt Lebende, in Steuerklasse 2 für Alleinerziehende oder einer anderen Steuerklasse eingruppiert waren.

Verheiratet: Steuerklasse 4 für Gleichverdienende

Seit 2013 wird der Familienstand automatisch von der Meldebehörde an das Finanzamt und die Arbeitgeber übermittelt. Wichtig hierbei ist jedoch: Die Einteilung beider Ehepartner in die Steuerklasse 4 wird hierbei ebenfalls automatisch festgelegt.

In den meisten Fällen ist jedoch eine Umstellung die deutlich bessere Wahl für den eigenen Geldbeutel. Diese kann beim Finanzamt kostenlos beantragt werden.

Die Steuerklasse 4 richtet sich nämlich an Eheleute, die annähernd den gleichen Monatsverdienst erzielen. Hier erhalten beide Eheleute einen Grundfreibetrag von 8.004 €, einen Kinderfreibetrag von 3.504 € und einen Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 €.

Beim Kinderfreibetrag ist zu beachten, dass dieser nur die Hälfte des Kinderfreibetrags anderer Steuerklassen beträgt. Die andere Hälfte der Summe würde in diesem Fall der ebenfalls in Steuerklasse 4 eingeordnete Ehepartner erhalten.

Steuerklasse 3: Verheiratete Besserverdiener im Vorteil

In vielen Fällen liegt der Verdienst der Ehepartner jedoch weit auseinander. In diesen Situationen würde sich das Ehegattensplitting anbieten. In diesem wird ein Ehepartner in die Steuerklasse 3 einsortiert, der andere in Steuerklasse 5.

In der Steuerklasse 3 verdoppelt sich der Grundfreibetrag auf 16.008 €. Daher müssen deutlich weniger Steuern gezahlt werden. Der jährliche Kinderfreibetrag verdoppelt sich ebenfalls auf 7.008 €.

Im Gegenzug entfallen der Grundfreibetrag sowie der Kinderfreibetrag in Steuerklasse 5 komplett. Einzig der Arbeitnehmerpauschbetrag über 1.000 € sowie der Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 € bleiben auch in Steuerklasse 5 gleich.

Daher ist es bei ungleichen Verdiensten meist zu empfehlen, den Besserverdienenden in Steuerklasse 3 einzuordnen. Der schlechter verdienende Ehepartner wird hingegen in Steuerklasse 5 eingeordnet. So lassen sich übers Jahr gesehen Steuern im drei- bis vierstelligen Bereich sparen.

Ehegattensplitting auch für Lebenspartnerschaften möglich

Wichtig ist übrigens auch: Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Juni 2013 findet die steuerliche Gleichstellung des Ehegattensplittings auch bei homosexuellen Lebenspartnerschaften Anwendung.

Der Wechsel der Steuerklasse ist nur einmal im Jahr möglich. Daher sollten verheiratete Ehepartner schon lange im Voraus planen, welche Option die höheren finanziellen Vorteile bietet.

Hierbei sollte auch berücksichtigt werden, dass Lohnersatz wie Arbeitslosen- oder Elterngeld aus dem letzten Nettoeinkommen berücksichtigt werden. Da in Steuerklasse 3 durch die geringeren Steuern das Nettoeinkommen höher ausfällt, kann ein rechtzeitiger Wechsel vor der Geburt eines Kindes beispielsweise gutes Geld wert sein.

Generell gilt also: Ist man erst einmal verheiratet, helfen die neuen Steuerklassen beim Geldsparen. Wie so oft muss hierbei jedoch gerechnet werden, welche Steuerklasse die beste Wahl im individuellen Fall ist.

20. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.