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Automobilzulieferer sehen sich in ihrer Existenz bedroht

Automobilzulieferer sehen sich in ihrer Existenz bedroht
sdecoret / Adobe Stock
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Die Autozulieferer haben wie auch die Automobilhersteller derzeit nicht nur mit der Pandemie zu kämpfen, sondern auch noch mit dem Halbleitermangel. Kosten für Corona-Schutzmaßnahmen sowie Rückstellungen für Restrukturierungen machen sich in der Bilanz spürbar bemerkbar.

Und der Halbleitermangel führt zu signifikanten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie und anderen Abnehmerbranchen. Die Ankündigungen von Werksschließungen setzen den Zulieferbetrieben enorm zu. Der Druck auf die Zulieferindustrie bleibt hoch. Bei den Verbänden häufen sich die Klagen der Mitglieder, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen.

Die Chipknappheit wird unterschiedlich gesehen

Der französische Autozulieferer Valeo sieht die Chipknappheit in der Branche optimistischer als manch anderer Konzern. „Meine Schätzung ist, dass sich die Situation in der ersten Hälfte 2022 wieder annähernd normalisiert“, sagte Vize-Chef Christophe Perillat. Der künftige Vorstandschef vom Konkurrenten Continental geht wie andere Branchenvertreter davon aus, dass sich die Situation bereits Ende dieses Jahres bessert, nachdem das 3. Quartal von Werksschließungen bei Chipfertigern in Asien belastet war.

Firmen wie Daimler und Continental bezweifeln aber, dass die Branche schnell aus den Lieferschwierigkeiten herauskommt und sind skeptisch, ob sich die Situation vor 2023 grundlegend bessert. Die Nachfrage bleibt hoch, und der Aufbau neuer Produktionskapazitäten braucht seine Zeit. Allerdings bauen die Chipfertiger bereits nach und nach ihre Kapazitäten aus, sodass sich die Knappheit allmählich lösen sollte.

Corona senkt die Nachfrage nach Autoreifen

Auch im 3. Quartal spiegelte sich im Reifenmarkt ein deutlicher Einfluss der Corona-Krise wider. Durch die Pandemie ist die Nachfrage nach Erstausrüstungs- und Ersatzmarktbereifungen zurückgegangen. Zum einen liegt es daran, dass das Produktionsvolumen der Autoindustrie im Zuge der Schutzmaßnahmen zurückgefahren wurde. Darüber hinaus nutzen weniger Menschen ihr Auto. Wie sich die Nachfrage in der näheren Zukunft gestaltet, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Michelin hat in den ersten 9 Monaten 14,8% mehr Reifen verkauft, davon 1,3% mehr im 3. Quartal – womit sich das Wachstum deutlich abschwächte. Der Umsatzanstieg um 8,4% stammt ausnahmslos aus den Ersatzmärkten, während der Erstausrüstungsmarkt weltweit um 21% einbrach, wovon auch Michelin betroffen war. Dabei lastet Letzteres umso schwerer auf der Bilanz, weil dieser Teilbereich gemessen an seinem Volumen der größte ist.

Die automobilen Megatrends haben Bestand

Die automobilen Megatrends wie vernetztes Fahren sowie Elektromobilität haben noch Bestand, sie werden jedoch durch rückläufige Absätze und Covid-19 beeinflusst. Einerseits stehen Restrukturierungs- und Kosteneinsparprogramme auf der Agenda, und zugleich besteht die Notwendigkeit, in Forschung und Entwicklung neuer Technologien zu investieren. Um diesen Rahmenbedingungen bestmöglich begegnen zu können, investiert Bertrandt gezielt in Infrastruktur und Know-how. Die zunehmende Überlagerung von Mobilität und IT bietet dem Unternehmen weitere Geschäfts- und Kooperationsfelder.